Chefbefragung

Was macht ein Chef mit einem Angestellten, der statt seine Arbeit zu vollrichten, immer wieder angekrochen kommt, um Rat und Unterstützung zu erfragen?

Wenn der Angestellte den Betrieb mit seiner Inkompetenz aufhält, wird er den Nichtsnutz ganz einfach feuern!

In der Politik wird das Fragen des Chefs Volksentscheid oder Volksabstimmung genannt. Damit stellen die Politikerinnen und Politiker jedoch nur ihre eigene Inkompetenz zur Schau.

In einer Demokratie ist das Volk der Chef. In dem Berliner Gebäude, in dem sich regelmäßig der Bundestag trifft, geht der Chef, wie es sich gehört, durch den Haupteingang, an dem sein Name steht: “Dem Deutschen Volke”.

Das Personal jedoch nimmt den Hintereingang. Die Mitglieder des Bundestags betreten das Gebäude von hinten. Ihr Arbeitsvertrag läuft für gewöhnlich über einen Zeitraum von vier Jahren und kann unter bestimmten Umständen vorzeitig aufgelöst oder verlängert werden.

Als Chef fühle ich mich von der Volksabstimmung verarscht. Ich bezahle schließlich auch keine Putzhilfe dafür, dass ich ihr etwas vorputze. Ich sehe es schon kommen, bald wird auch die von mir ausgesuchte Ärztin darauf bestehen, alle Operationen ohne Narkose durchzuführen, damit sie mich jedesmal fragen kann, wo genau sie den Schnitt ansetzen soll, so ganz patientennah natürlich. Vielleicht fragt dann auch bald der erste Richter: “Nun sagen sie mal ganz ehrlich, was haben Sie denn nun Ihrer Meinung nach wohl dafür verdient?”

Wenn mit Bürgernähe gemeint ist, dass das Personal ständig im Chefzimmer herumlungert, weil es nichts mehr auf die Reihe bekommt, dann kann ich auf diese Bürgernähe mehr als gut verzichten und rufe den politischen Arbeitsverweigerern energisch entgegen:

“Jetzt geht endlich an die Arbeit und macht, wofür Ihr bezahlt werdet!”

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