Das Feindbild der Terroristen

Wenn ich mir die großen terroristischen Anschläge der letzten Jahre anschaue, so stelle ich fest, dass die Terroristen alle durch ein gemeinsames Feindbild geeint sind. Sie alle hassen die Moderne mit ihrer Religionsfreiheit, ihrer Gleichheit der Geschlechter und dem Glauben an die Möglichkeit eines friedlichen multikulturellen Zusammenlebens.

Das Feindbild Multikulturalimus ist im Grunde nichts weiter als eine Variante des alten Anti-Amerikanismus, denn wenn es ein Land gibt, in dem Multikulturalismus gelebt und vor allem verteidigt wird, trotz der vielen Probleme, die das Zusammenleben unterschiedlicher Lebensentwürfe und kultureller Eigenschaften zwangsläufig mit sich bringt, so ist es die USA. In keinem anderen Land der Welt leben so viele Kulturen zusammen wie in den USA. Wer behauptet, Multikulturalismus sei gescheitert, der erklärt damit die USA zu einem failed state.

Die USA hat niemals aufgehört, an die Möglichkeit des friedlichen multikulturellen Zusammenlebens zu glauben. Nach dem 11. September 2001 war es der Präsident selbst, der keine Gelegenheit ausließ, um zu betonen, dass sich die USA nicht im Krieg mit dem Islam befindet. George W. Bush erklärte stets, dass der Islam eine Religion des Friedens sei und dass der terroristische Anschlag auf das World Trade Center und dem Pentagon die Grundfesten des Islams erschüttert. Der Präsident ließ keinen Zweifel daran aufgekommen, dass die USA, die für Muslime ebenso eine Heimat ist wie für alle anderen Religionen, nicht im Krieg mit einer Religion ist, sondern mit Terroristen vom Schlage der Al-Qaida. Schon einige Tage nach dem 11. September 2001 hielt er eine Rede in einer Moschee und übte so unmißverständlich den Schulterschluss mit den amerikanischen Moslems.

Als einige Jahre später die Idee aufkam, eine Moschee in der Nähe von Ground Zero zu errichten, da war es ebenfalls der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, in diesem Fall jedoch Barack Hussein Obama, der sich mit Blick auf die Religionsfreiheit für das Recht der Muslime aussprach, dort eine Moschee zu errichten, wo sie es für richtig hielten. Allerdings ließ er auch durchblicken, dass er die Bedenken der Mehrheit der Amerikaner und Amerikanerinnen verstehen könne. Das ist typischer Multikulturalismus! Wo verschiedene Kulturen zusammenleben, da wird das Gespräch und der Dialog zur Pflicht und wo gesprochen wird, da ist auch der Streit nicht weit. Multikulturalismus fordert daher den Mut zum Streit. Nur wer sich respektiert kann streiten. Diesen Respekt lassen die Feinde des Multikulturalismus jedoch vermissen.

Zu genau dieses Feinden zählt auch der Massenmörder Anders B. Behring aus Norwegen. So wie fundamentalistische Islamisten dem Multikulturalismus den Krieg erklären, indem sie behaupten, die Welt könne nur friedlich werden, wenn sich alle Menschen zum Islam bekennen, so hat auch Anders Behring dem Multikulturalismus den Krieg erklärt und beruft sich dabei auf seine verschrobenen Interpretationen des Christentums und Immanuel Kants. Allerdings gibt es bisher keine Christen und kein Kantianer, die öffentlich auf den Straßen tanzen und den Anschlag des Wahnsinnigen bejubeln.

Das Feindbild Multikulturalismus eint Anders Behrings und Al-Qaida in ihrem Hass und es wundert daher nicht, dass sich die Anschläge der Beiden so ähneln.

Dieser Beitrag wurde unter Philosophie, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Sämtliche Kommentare sind nur ein paar Tage sichtbar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s