Die Schwanzlutsch-Methode

Es ist in politischen Konflikten nicht schwer, Stellung zu beziehen. Es gibt eine ganz einfache Methode, die moralisch richtige Position zu finden. Die Methode hat mich noch nie enttäuscht!

Muss ich mich in einem Konflikt für eine Seite entscheiden, dann frage ich mich einfach: „Wo kann ich als Mann Schwänze lutschen?“

In Israel kann ich Bürgermeister von Tel Aviv werden. In Gaza werde ich an einem Baukran aufgehängt. Entscheidung gefällt!

Frauen empfehle ich selbstverständlich die Methode Möse lecken. Obwohl, in den meisten Fällen muss ich gar nicht fragen, was passiert, wenn ich als Frau Zünglein an der Waage bin, es reicht schon, überhaupt eine Vagina zu haben, um in manchen Gebieten benachteiligt zu werden. In Deutschland kann ein Mensch mit Eierstöcken Bundeskanzlerin, Priesterin und Nacktmodell werden. In manch anderen Ländern jedoch werden Frauen unter Stoff verborgen. Bei Frauen reicht somit leider schon die Tatsache, eine Vagina zu haben, um zu wissen, welche Seite die aufgeklärte Seite ist. Auch hier liegt Israel nach Punkten vorn. Lecken ist Bonus!

***

Nachtrag: Ich ziehe den Hut vor David Serebrjanik, der in der Kommentarspalte zu diesem Artikel folgende zwei kleine Reime gewagt hat und die ich gerne hier zitiere:

„Schreibt auf die Flaggen euch, Anhänger Kants! –
Wir unterscheiden mit Möse und Schwanz!“

„Interessante Methode, das Gut und das Böse
Zu unterscheiden durch den Schwanz und die Möse.“

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36 Antworten zu Die Schwanzlutsch-Methode

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  3. shaze86 schreibt:

    Die Methode scheint mir ein bisschen zu trivial und banal:
    Was ist mit Männern die an ihrem eigenen Schwanz lutschen?

  4. Martin schreibt:

    Nur zwei Stichworte zu der „Schwanzlutsch-Methode“: Homonationalism. Pinkwashing. Lohnt es sich mal zu googeln. Man kann nie kritisch genug sein.

  5. Pingback: Deutliche Worte… « himmel und erde

  6. Michael schreibt:

    Interessante Methode. Oder auch nicht und ein Glück, dass die DDR-Führung nicht auch auf diese Propagandaidee gekommen ist.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Paragraph_175#Entwicklung_in_der_SBZ_und_der_DDR
    Oder meint der Autor ernsthaft, die DDR sei der bessere Lebensraum gewesen?

  7. Andreas Moser schreibt:

    Ja, das ist wirklich ein guter Test!
    Und den Palästinensern in Israel geht es tatsächlich besser als in den palästinensischen Gebieten und auch in den arabischen Nachbarstaaten: http://andreasmoser.wordpress.com/2010/11/11/pogromnacht-palaestinenser/

  8. hessenhenker schreibt:

    Lutschen oder Lecken?
    Egal, Hauptsache ist doch es schmeckt!

    Ganz geschmacklose benutzen ein Zungenkondom.

  9. Peter schreibt:

    Da hat die FDP bei 6 Landtagswahlen in Folge massive Verluste eingefahren und was passiert bei der Führung? Nichts. Es sollte doch wohl jedem Parteistrategen klar sein, dass mit einen Mann wie Rösler das so bleiben wird. Der stellt doch nichts dar. Mit dem weiter so wird die FDP immer mehr in den Agbrund fahren und langsam sage ich, selber schuld.

    • Hakam schreibt:

      Unabhängig davon, dass das nicht zum aktuellen Thema passt: Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Zwar wachsen Parteivorsitzende an Bäumen, aber die Guten zu finden wird schwierig. Also ich wüsste spontan keinen guten Jahrgang.

  10. Hakam schreibt:

    Nachtrag: So gesehen ist es in Deutschland auch nicht weit her. Hier dürfen Homos auch nicht heiraten, sondern „nur“ verpartnert werden.

  11. Hakam schreibt:

    Wenn Demokratie = Homosexualität, dann siehts auf der Welt ziemlich übel aus. Dann schauen wir doch mal nach: Wo darf man denn als Homosexueller heiraten? In Israel auf dem Standesamt geht das nicht… Ich darf zitieren:
    [quote]Same-sex marriage cannot legally be performed in Israel, because only government-recognized religious authorities — all of whom disallow same-sex marriage — may officiate marriages. [/quote]
    Das nenne ich übrigens die „Arschfick durch Realität“-Methode. Das nächste mal also besser etwas tiefer stapeln. Man muss Palästina nicht mögen, aber so stupide zu polemisieren trägt sicher nicht dazu bei den Konflikt zu entschärfen.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Ich habe vom Schwanzlutschen geschrieben, nicht vom Heiraten.
      Das eine hat mit dem anderen nur sehr bedingt was zu tun.

      • Hakam schreibt:

        Ach so. Also ist wohl auch Nigeria eine Vorzeigedemokratie. Zumindest für Frauen. Da werden ja nur die Männer gehenkt. Aber auch nur in Teilen. Jetzt müssten Sie mir natürlich nur erklären wieso gesetzliche Erlaubnis (Zivilrecht: Ehe) und Verbot (Strafrecht) zwei Paar Schuhe sind im Hinblick auf Akzeptanz/Demokratie. Im US-Militär wurden schwule Männer auch „bestraft“ mit Entlassung. Demokratie ja oder nein? Geht ja nur um die gesellschaftliche Akzeptanz…

      • Hakam schreibt:

        Vielleicht wird ja wenigstens der Beitrag freigeschaltet:

        Interessant finde ich, wie sie meinen das Unrecht abschichten zu können. Strafverfolgung ist böse, aber ein bisschen diskrimieren kann sich eine Demokratie ja ruhig leisten – oder? Israel (obacht, nicht gleich die Antisemiten-Keule schwingen, andere Länder sind da keinen Deut besser) diskriminiert Schwule, aber solange sie wenigstens nicht sterben müssen ist alles in Ordnung.

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Ich schichte kein Unrecht ab. Ich habe nur vom Schwänzelutschen gesprochen. Nicht vom Eheverbot, das ich übrigens genau so inakzeptabel finde wie Sie. Sie lesen einfach nicht richtig und unterstellen. Aber damit habe ich kein Problem. Ich übernehme Verantwortung für das, was ich schreibe, aber nicht für das, was Sie verstehen, was manchmal echt erschreckend wenig ist.

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          @ Hakam: Ich kann Sie nur warnen, sich im Falle der Gay-Liberation mit mir anzulegen, denn in kaum einem Thema kenne ich besser aus und auf kaum einem Feld kämpfe ich vehementer für gleiche Rechte. Wenn Sie nicht mal von der Liberalisierung in der US-Armee durch Obama im Dezember 2010 gehört haben, sollten Sie echt lieber schweigen, da Sie sich offenkundig nur dürftig auskennen.

          • Hakam schreibt:

            Die Bedeutung des Präteritums ist geläufig? „wurde“ drückt aus, dass es bis vor kurzem regelmäßig getan wurde (Präteritum), aber mittlerweile (in der Gegenwart) abgeschlossen ist. Lesen Sie es nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4teritum Wenn Sie nicht mal von dem Präteritum in der deutschen Sprache z.B. von Herrn Duden in der Auflage vom Dezember 2010 gehört haben, sollten Sie echt lieber schweigen, da Sie sich offenkundig nur dürftig auskennen. Das macht aber nichts, ich verzeihe Ihnen natürlich, da Sie sich erklärtermaßen vorallem nur mit der Gay-Liberation auskennen… Polemik beiseite, wir sollten doch beide ein höheres Niveau an den Tag legen können, oder?

            Also zur Sache: Sie sprechen nur vom Schwänzelutschen. Ein Verbot bzw. die daraus erwachsende Konsequenzen (in dem Fall Todesstrafe), sind Ausdruck einer diskrimierenden Geisteshaltung. Ob ich jetzt jemanden töte oder „nur“ einsperre oder „nur“ gesamtgesellschaftlich ächte, macht in der Qualität einen Unterschied. In der Sache aber nicht, denn besser als schlecht heißt nicht gut. Sie bemängeln, dass in Palästina Schwule und Lesben wohl verfolgt werden würden (Quellen wären nett). Das ist böse/schlecht/verbesserungswürdig. In Israel werden homosexuelle Menschen auch diskriminiert. Das ist böse/schlecht/verbesserungswürdig. Wo ist da jetzt der Unterschied außer in der Qualität? Mag ja sein, dass Palästina böser/schlechter/verbesserungswürdiger ist. Macht das die Situation in Israel (oder in Deutschland, wie auch immer) automatisch gut und perfekt? Nein.

          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Was hat das Präteritum hier zu suchen?

          • Hakam schreibt:

            Das hat sich nur mal so reingeschlichen, um zu schauen was die Gegenwart und die Zukunft so treiben. Die guten, alten Zeiten… sie wissen ja noch… damals, als man Hose mit Ö schrieb.

          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Wo ist da jetzt der Unterschied außer in der Qualität?

            In der Qualität!

            Und wenn Sie den Unterschied nicht sehen oder für nicht so relevant halten, dann sehen sie auch keinen Unterschied im Kirschen klauen und Vergewaltigen.

            Kein Land, kein Mensch kann je perfekt sein. Also auch nicht Israel. Das macht aber die Mörderbanden im Nahem Osten nicht besser.

          • Hakam schreibt:

            Meinen sie Mord im technischen Sinne oder ist das als Synonym fürs Töten zu sehen? Und macht es für Sie einen Unterschied im Hinblick auf die Schuld, die man auf sich lädt, aus welchen Gründen getötet wird? Und wie ist es Ihrer Ansicht nach mit den mittelbaren Effekten (http://en.wikipedia.org/wiki/Matthew_Shepard)?

          • Hakam schreibt:

            [quote]Kein Land, kein Mensch kann je perfekt sein. Also auch nicht Israel. Das macht aber die Mörderbanden im Nahem Osten nicht besser.[/quote]
            Dazu fällt mir – frei zitiert – ein: Wer frei ist von Schuld, der werfe den ersten Stein.

          • Hakam schreibt:

            Immer erst einen halben, mal einen ganzen Satz vom Stapel lassen, anstatt mal einen Fehler einzugestehen (Präteritum) oder auf Sachfragen einzugehen.

          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Ich wusste nicht, dass es Ihnen so viel bedeutet, die Worte aus meinem Mund zu hören: ja, mit der Vergangenheitsform hatten Sie Recht. Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich Ihnen so wichtig bin. Aber seien Sie beruhigt, ob Sie Recht haben oder nicht und vor allem, ob Sie es mir gegenüber eingestehen, interessiert mich nicht. Da hab ich nämlich nichts von.

  12. David Serebrjanik schreibt:

    Den Hut ziehe ich ebenfalls vor Ihnen, für zwei gute und mutige Artikel!

  13. David Serebrjanik schreibt:

    Ist mir eine Freude! Vielen Dank

  14. David Serebrjanik schreibt:

    Schreibt auf die Flaggen euch, Anhänger Kants! –
    „Wir unterscheiden mit Möse und Schwanz!“

  15. David Serebrjanik schreibt:

    Interessante Methode, das Gut und das Böse
    Zu unterscheiden durch den Schwanz und die Möse.

  16. Roland schreibt:

    Selbst das Neue Süddeutschland kapiert es manchmal:
    Schwule Palästinenser fliehen nach Israel
    http://www.sueddeutsche.de/politik/nahost-allahs-verlorene-soehne-1.916706

  17. A.mOr schreibt:

    Kish mir jiddishe tuchess! 🙂
    Schätze, wo Du recht hast, hast Du recht! :mrgreen:

    Wirklich, ich muß herzlich lachen, wenn ich diesen Artikel lese,
    aber dann bleibt mir das Lachen wirklich jäh stecken, und mir wird übel, aber so richtig!
    *http://www.youtube.com/watch?v=eAbYodZ7Fp4

    (Danke an Julia auf aro1 für diesen Hinweis!)

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