Heute schon GEZahlt?

Wenn Sie immer schon mal wissen wollten, wohin Ihre Rundfunkgebühren so wandern, empfehle ich, sich mal ein paar Folgen von KenFM anzuhören, einem Radioprogramm des öffentlich-rechtlichen Senders RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg). Die Sendung wurde bis gestern jeden Sonntag nachmittag auf dem RBB Jugendkanal Fritz ausgestrahlt.

Der Moderator Ken Jebsen ist ein Maximalspinner der besonderen Klasse und hat unter anderem behauptet, dass von den 1027 freigelassen palästinensischen Terroristen im Oktober 2011 hätten „wahrscheinlich nur ein bis zwei Leute einen Menschen umgebracht.“ (Ab Minute 2.44) Dies ist nicht nur eine Verharmlosung, sondern eine glatte Lüge, wie diese Liste beweist. Ken Jebsen ist ein Terrorismusleugner, so wie David Irving ein Holocaustleugner ist; alles schön unterstützt von deutschen Rundfunkgebühren.

Über den Diktator Muammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Gaddafi weiß Ken Jebsen folgendes zu berichten: „Man vergisst immer, dass Gaddafi ja 40 Jahre lang Libyen geführt hat, also irgendwas muss er ja richtig gemacht haben, um 40 Jahre lang teilweise von seinem Volk gemocht zu werden.“ (Ab Minute 4:27) Ja, auch diese antidemokratische Propaganda ist gebührenfinanziert. Ich denke, da der RBB nicht in den Ruf kommen möchte, einseitig zu sein, wird er auch bald Sendezeit für folgende Aussagen frei machen müssen:

„Man vergisst immer, dass Hitler ja 12 Jahre lang Deutschland geführt hat, also irgendwas muss er ja richtig gemacht haben, um 12 Jahre lang teilweise von seinem Volk gemocht zu werden.“

„Man vergisst immer, dass Kim Il-Sung ja 46 Jahre lang Nord-Korea geführt hat, also irgendwas muss er ja richtig gemacht haben, um 46 Jahre lang teilweise von seinem Volk gemocht zu werden.“

Jahrelang wurde der Diktatorenverharmloser und David Irving des Terrorismus von deutschen Rundfunkgebühren finanziert. Gestern erst wurde seine Sendung abgesetzt. Nicht aber, weil der RBB selbst erkannt hat, welch braun-rote Kloake es dort finanziert, sondern weil dem Journalisten Henryk M. Broder der Kragen geplatzt ist und er eine kleine Mail an die Programmverantwortlichen geschrieben hat.

Henryk M. Broder hat in seiner Mail an den RBB zwar mit keiner Silbe eine Absetzung der Sendung gefordert, sondern lediglich auf ein paar besonders spinnerte Aussagen des Moderators hingewiesen, zu denen unter anderem eine handfeste Holocaustrelativierung gehört, aber abgesetzt wurde die Sendung dennoch.

Über seine Facebooksendung ließ KenFM daraufhin folgendes verbreiten: „DIESE SENDUNG WURDE VOR WENIGEN MINUTEN AUFGRUND POLITISCHER DISKREPANZEN VON OBEN ABGESCHALTET. GRUND: WIR SIND ZU POLITISCH!!“

Ja, Ken Jebsen, Ihre Sendung wurde „zensiert“, so wie Horst Mahler „zensiert“ wird und keine eigene Sendung auf GEZ-Kosten bekommt und das ist auch gut so. Auf Sendungen wie KenFM kann ich genauso gut verzichten wie auf NaziFM, NPD Late Night und DVU am Mittag.

Nur Henryk M. Broder, der von einem schockierten RBB-Hörer auf diesen rot-braunen Schnellsprecher aufmerksam gemacht wurde, ist es zu verdanken, dass dem Terrorismusleugner und Diktatorenverharmloser endlich die kritische Aufmerksamkeit zukommt, die er verdient. Dafür muss Broder seitdem mit Hackerangriffen auf seine Internetseite „Achse des Guten“ leben und mit Briefen, die folgende Worte beinhalten:

„Damit bestätigen Sie die jüdischen Klischees perfekt. Denn dem Juden wurde seit hunderten von Jahren ja nachgesagt, dass er einen hinterlistigen, nur zu seinem Vorteil bedachten Charakter hat, und wenn man nicht aufpasst sticht er einem von hinten das Messer in den Rücken – genau DAS haben Sie mit Ihrer Rufschädigung nun bestätigt – bravo, Sie tun den netten und ehrlichen Juden damit sicherlich keinen Gefallen!!“

„Der hinterlistige Jude, der sich grad die Hände reibt und dabei grinst, so stell ich mir Sie gerade vor.“

Lieber Herr Broder,

wenn ich mir anschaue, wie Sie einen der schlimmsten Hetzer der bundesrepublikanischen Rundfunkgeschichte mit der nötigen Kritik begegnen, verspüre ich nichts als Dankbarkeit dafür, Sie zu kennen, aber auch Zorn und Wut über all die Mahner von Dienst und „Nie Wieder“-Rufer, die diesen Demagogen 2.0 all die Jahre toleriert haben.

Wenn ich jetzt sehe, wie Sie für Ihren Mut wieder einmal bestraft werden, kann ich nur „Wehe“ rufen, drei Mal „Wehe“, weil es mit Herzblut getränkt ist, „Wehe“ über all jene Menschen, die jetzt etwas anderes machen, als schlicht den Hut vor Ihnen zu ziehen und „Danke“ zu sagen.

Danke!

Oder einfach mal die Fresse halten. Würde auch schon reichen.

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