Wo ist „Boykott Israel“?

Warum haben sich eigentlich die Schmocks von „Boykott Israel“ noch nicht zu Wort gemeldet bei der Debatte rund um das Urteil des Kölner Landgerichts, die religiös motivierte Beschneidung von Jungen unter Strafe zu stellen, eine Debatte, die Henryk M. Broder zurecht als „pornografische Debatte mit maximaler Erregung“ bezeichnet?

Wenn Juden in Deutschland die Brit Mila verboten wird, dann gehen sie halt nach Israel und lassen die Beschneidung dort vornehmen. Das heißt aber, dass Dank des Verbotes der Beschneidung in Deutschland, Israel einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den rasanten Anstieg des Beschneidungstourismus erleben wird.

Muss sich da nicht „Boykott Israel“ vehement gegen das Verbot der Beschneidung in Deutschland aussprechen? Sollten bei den „Israelkritikern“ nicht sofort alle Alarmglocken läuten? Am Ende ist das Urteil zu Köln nichts anderes als eine ganz ausgeklügelte Taktik der Weisen von Zion, Israel mit Devisen zu versorgen? In Köln wurde schließlich die Flagge Israels entworfen und zwar von dem damaligen Kölner David Wolffsohn, der sie anlässlich des zionistischen Weltkongresses 1897 in Basel entwarf. Die Flagge Israels ist ne kölsche Jong! Das schreit doch nach Verschwörungstheorien!

Also, Ihr lieben Israelboykottierenden, Butter bei die Fische, was hasst Ihr mehr: Israel oder die Brit Mila?

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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