Verunglimpfendes Mohammed-Stück aus Frankreich aufgetaucht!

Nachdem der amerikanische Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Mitarbeiter in Bengasi von einem aufgebrachten Mob ermordet wurden und in Kairo aufgebrachte Islamisten die Mauer der amerikanisch Botschaft erstürmt haben, wurde jetzt auch die deutsche Botschaft in Sudan vom fundamentalistischen Mob angegriffen. Immer mehr Botschaften gehen in Flammen auf. Die Zahl der Toten steigt.

Als Grund für ihre Taten geben die Fundamentalisten an, durch einen Film beleidigt worden zu sein, der in Kalifornien produziert wurde und sich über den Propheten Mohammed lustig macht.

Jetzt ist auch in Frankreich eine Schmähung von Mohammed aufgetaucht!

In Lille in Frankreich wurde am 10. April ein Stück uraufgeführt, das den Propheten Mohammed zur Titelfigur hat und den Propheten nicht gerade schmeichelhaft portraitiert. In dem Stück ist Mohammed ein Eroberer, Sklavenhalter und Frauenheld, der es mit der Wahrheit nicht so ganz genau nimmt. In dem Stück sagt Mohammed Sätze wie diese: „Lass uns der Erde Wahn getrost bemühen; ich fühle mich zu ihrem Herrn bestimmt.“ Mohammed träumt in dem Stück von einer Welt unter den Gesetzen des Korans. Mohammed spricht: „Die falschen Götter stürz ich. Meine Lehre macht unerschütterlich, und mein Gesetz erschafft sich Helden.“ In einer Stelle des Stücks beauftragt Mohammed sogar einen Mörder und verspricht ihm zum Dank seine Ziehtochter. Mohammed spricht: „Befolge blind die göttlichen Befehle!“ Mohammed ruft sogar zum Terror auf: „Mit eines Ungerechten Blut bespritzt gehst Du in’s ewige Leben herrlich ein.“ In dem Stück wird dazu die Frage verhandelt, ob der Islam eine Religion des Hass‘ ist. „Ist das ein Gott, der Hass befiehlt? (…) Doch mein verwirrter Geist begreift noch nicht, wie dieser gute Gott, der Menschen Vater, zum Meuchelmorde mich bestimmen kann.“ Mohammed wird in diesem Stück als Fanatiker dargestellt.

All dies wurde in Frankreich am 10. April in Lille aufgeführt. Später fanden sogar Aufführungen in Paris statt. Wann also wird sich der Zorn der Fundamentalisten auch über Frankreich ergießen?

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Uppps, ich vergaß, das Jahr der Uraufführung zu nennen. Das Stück „Mohammed“ wurde 1741 uraufgeführt und stammt von Voltaire. Voltaire war einer der meistgelesenen und einflussreichsten Autoren der französischen und europäischen Aufklärung. In Frankreich nennt man das 18. Jahrhundert deshalb auch „das Jahrhundert Voltaires“ („le siècle de Voltaire“).

Hätte es 1741 schon einen deutschen Außenminister gegeben, vielleicht hätte er folgende Worte intoniert:

„Ich verstehe die Empörung in der islamischen Welt über dieses anti-islamische Hassstück von Voltaire. Ich verurteile dieses schändliche Stück von Voltaire! Aber es ist keine Rechtfertigung für Gewalt. Es ist keine Rechtfertigung für die Erstürmung von Botschaften. Es ist keine Rechtfertigung für die Gefährdung von Leib und Leben, für die Tötung von Menschen. Dieses Stück von Voltaire, es ist unerträglich. Es verletzt die Gefühle von Millionen gläubigen Menschen. Deswegen verurteile ich dieses Stück von Voltaire mit allen Nachdruck. Aber es ist keine Rechtfertigung für diese Gewalt. Diese Gewalt muss enden!“

Hätte es 1741 schon einen deutschen Innenminister gegeben, er hätte wohl folgendes gesagt:

„Gruppen und Organisationen, die die Islamisten auch in Deutschland provozieren wollen, indem sie beispielsweise dieses unsägliche Mohammed-Stück von Voltaire verbreiten wollen, müssen wissen, dass sie grob fahrlässig Öl ins Feuer gießen. Deswegen muss man dem auch Einhalt gebieten!“

Ich habe bei dem Zitat nur das Wort „Video“ durch „Stück von Voltaire“ ersetzt. Der Rest ist original Friedrich. Ja, da wo die Aufklärung nervt, muss ihr Einhalt geboten werden. Das ist mal ein Innenminister, dessen Herz für die Werte der Aufklärung schlagen.

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Voltaire hat Mohammed als Fanatiker dargestellt. Voltaire steht für die Aufklärung wie kaum ein anderer Mann. Die Aufklärung steht für den Westen. Uns werden somit vermutlich noch eine Menge Anschläge bevorstehen. Und wenn die Fundamentalisten irgendwann neben Karikaturen aus Dänemark und Filmen aus Amerika noch weitere Scheingründe für ihre Lust am Zerstören brauchen, dann gibt es immer noch Voltaire. Voltaire als Sündebock geht immer. Schließlich war schon Voltaire der Verfasser folgender ungeheuerlicher Worte:

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

Pah, Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit, Humbug! Wer sowas sagt, kann nur ein islamophober Rassist sein! Ich möchte daher mit den Worten enden, mit denen eine Sklavin von Mohammed in Voltaires Stück ihr Leben aushaucht: „Die Welt ist für Tyrannen, lebe du!“

***

Ich überlege, „Mohammed“ von Voltaire zu inszenieren. Wer ist mit dabei? Bitte bei mir melden. Ich suche Schauspielerinnen und Schauspieler, ein Theater, dass mich lässt und Sponsoren, die mich finanziell unterstützen. Setzen Sie sich also gerne mit mir in Verbindung unter: kunstgegenbares@hotmail.de

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