Ich, Araber

Mein Name ist Mohammad Zoabi. Ich bin ein stolzer, israelischer, zionistischer, arabischer Moslem.

Die Art, wie ich mich selber bezeichne, verärgert all jene, die gegen Israel, gegen Gerechtigkeit und gegen die Hoffnung auf Demokratie im Nahen Osten sind. Es verärgert sie, dass es israelische Araber gibt, die den Umstand schätzen, Israelis zu sein. Es verärgert sie, dass die Welt bald herausfinden wird, dass Israel die Hoffnung für Demokratie im Nahen Osten ist.

Ich möchte, dass alle Welt weiß, dass nur weil ich mich als israelischen, zionistischen, arabischen Moslem bezeichne, dies nicht bedeutet, dass ich vergessen habe, ein Araber zu sein. Ich habe nie geleugnet, ein Araber zu sein. Ich bin ein Araber, der in Arabien geboren wurde, um Araber zu bleiben. Aber ich bin ein Araber, der in Israel geboren wurde, in dem jüdischen Land Israel und das heißt: ich bin ein israelischer Araber. Genauso wie Araber in Libanon arabische Libanesen sind, in Syrien arabische Syrier, in Jordanien arabische Jordanier. Ich wurde ich Israel und in Arabien geboren und ich bin sowas von stolz darauf!

Israel ist ein jüdischer Staat, aber das hält mich nicht davon ab, mein Land zu lieben und zu unterstützen. Die Leute sollen endlich aufhören, Israel zu hassen, nur weil es das Land des jüdischen Volkes ist.

Israel ist die Hoffnung für Demokratie. Ernsthaft! Israel ist das Licht in der Dunkelheit. Israel ist der Himmel inmitten der Hölle. Ich sage das nicht, um irgendeines unserer Nachbarländer zu beleidigen, überhaupt nicht, aber das ist nun mal die Tatsache.

Schaut Euch Syrien an. Es ist einfach nur beschämend, was dort geschieht. Syrien ist gerade mal nur hundert Kilometer von meinem Haus entfernt, von dem Ort, an dem ich gerade stehe und dort werden die Menschen getötet. Menschen werden dort verfolgt, nur weil sie Freiheit fordern. Das ist beschämend! Homosexuelle werden im Iran und in Saudi-Arabien hingerichtet, nur weil sie schwul geboren wurden. Das ist beschämend!

Das ist der Grund, warum ich glaube, dass Israel die Hoffnung für Demokratie und die Hoffnung für den gesamten Nahen Osten ist.

Ich fordere die Welt auf, endlich aufzuwachen.

Ich sage das als Mensch! Vergesst, dass ich ein Araber und Israeli bin und ein Zionist, ein Patriot, der die Idee eines jüdischen Staates im Lande Israel unterstützt. Vergesst das alles. Seht mich als Menschen, der in Israel lebt. Und dann schaut auf die Menschen, die in Syrien leben oder im Iran. Israel ist Freiheit! Israel ist nicht perfekt, aber sehr nah dran!

Bitte, wacht auf! Bitte, hört auf mit dem blinden Hass auf Israel.

Das Volk Israel lebt!

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Ich bin 16 Jahre alt. Als Mensch, der in Israel geboren wurde, bin ich zuallererst ein Israeli. Ich bin Israeli, das ist das Wichtigste! Wenn man mich fragt, was für ein Israeli ich bin, wo ich politisch stehe, links oder rechts, was ich von Israel denke, dann sag ich: Ich bin Patriot. An zweiter Stelle bin ich also Zionist. Dann kommt mein kultureller Hintergrund. Ich bin Araber. Dann kommt meine Religionszugehörigkeit. Ich bin Muslim. Meine Religionszugehörigkeit ist für mich jedoch die unwichtigste Kategorie meiner Identität. Ich versteh einfach nicht, was der Unterschied sein soll zwischen Moslems, Christen und Juden. Am Ende des Tages glauben wir alle an den selben Kerl. Ich bin also ein israelischer, zionistischer, arabischer Moslem, mit der Religion das unwichtigsten Faktor.

Meine Mutter hat mich am meisten inspiriert, den Mut zu finden, meinen eigenen Weg zu gehen und meine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Sie musste in ihrem Leben auch viele Schwierigkeiten meistern, vor allem gegen gesellschaftliche Vorurteile. Sie hat sich von meinem Vater scheiden lassen, was als Frau im arabischen Kulturkreis besonders schwer ist. Sie hat mich alleine groß gezogen und ganz in dem Geiste, dass alle Menschen aus der selben Quelle kommen. Weder Religion, noch Nation oder kultureller Hintergrund, nichts trennt uns. Wir sind ganz einfach Menschen. Wir haben alle ein Antlitz. Die Unterschiede sind im Kopf. Wir denken nur anders, mehr nicht! Das ist der einzige Unterschied. Darum sind alle Menschen gleichberechtigt und es gibt keinen Grund, einen Menschen zu hassen, nur weil er Jude, Christ oder Moslem ist. Das hat meine Mutter mir beigebracht.

Ich bin so glücklich ein Araber und Moslem in Israel zu sein. Wo ich lebe ist Freiheit! Hinter den Golanhöhen jedoch, die ich von meinem Fenster aus sehen kann, liegt Syrien. Die Menschen sterben dort tausendfach, weil sie Freiheit wollen. Hier in Israel leben wir in Freiheit. Freiheit ist unser Leben. Niemand kann uns das nehmen. Das ist das Besondere an Israel. Wenn Syrien, Libanon, Jordanien oder Ägypten Freiheit und Demokratie wollen, sie sollen zu uns kommen. Israel wird ihnen helfen. Sie sind mehr als willkommen.

Es ist hart, ein arabischer Zionist zu sein. Die arabische Kultur hat wunderbare Seiten, unsere Gastfreundschaft, unsere Höflichkeit, wir haben eine Menge süße Dinge, aber leider kontrollieren unseren schlechten Seiten gerade unsere guten Seiten. Darum sieht uns die Welt als böse Menschen, die nicht in der Lage sind, ein modernes, demokratisches Leben zu führen. Es sind genau diese schlechten Seiten, die dafür sorgen, dass ich mehrere Male angegriffen wurde. Manche nennen mich einen Verräter. Andere nennen mich einen Juden. Sie benutzen das Wort Jude tatsächlich als Beleidigung. Das kann ich gar nicht verstehen.

Das jüdische Volk ist ein großartiges Volk! Dieses winzig kleine Volk hat so sehr gelitten in der Geschichte, im Holocaust, unter den Römern, immer wieder hat das jüdische Volk gelitten. Sie wurden verfolgt und ermordet, nur weil sie Juden waren. Heute aber ist das jüdische Volk eines der klügsten und stärksten Nationen auf diesem Planeten und das obwohl Israel so klein ist. Israel behandelt alle Menschen gleich. Israel hilft auf der ganzen Welt. Wenn irgendwo eine Katastrophe passiert, dann ist das erste Land, das Hilfe schickt, oft Israel. Das ist so großartig am jüdischen Volk und darum werde ich zu dem jüdischen Volk stehen bis zum letzten Tag meines Lebens.

Ich stehe zu Israel. Ich bin deshalb aber kein Verräter. Nein. Ich bin Araber und ich werde Araber bleiben. Aber ich bin ein Araber, der die Dinge von einer anderer Perspektive aus betrachtet. Meine Urgroßmutter hat mir immer erzählt, dass wir alle mal Nachbarn und Freunde waren, dass die Menschen sich liebten und halfen und alles perfekt war, bis die Juden Israel gründeten. Das verstehe ich nicht. Wo ist das Problem? Zu der selben Zeit gründeten die Syrer und Jordanier Land, die Ägypter, die Saudis auch. Überall bekamen Araber Land. Warum also sollten die Juden kein Land bekommen?

An manchen Tagen ist es schwer, ein arabischer Zionist zu sein, an anderen Tagen wiederum ist es leicht. Ich lebe im demokratischen Israel umringt von diktatorischen Ländern, die nur auf den passenden Moment warten, uns alle zu töten. All diese Länder, wenn sie Israel angreifen, unterschieden nicht zwischen Arabern und Juden. Wir werden alle angegriffen, wenn ein Nachbarstaat oder eine Terrorgruppe uns attackiert. Als die Hisbollah Israel angriff, griff sie damit auch alle Araber in Israel an! Die Hälfte alle Opfer im libanesischen Krieg 2006 gegen Israel waren israelische Araber. Für sie sind wir alle nur Israelis.

Sie haben Recht! Ich bin ein Israeli! Ich bin froh, ein Israeli zu sein! Israel ist der einzige Staat im Nahen Osten, in dem alle Menschen gleichberechtigt sind. Darum regt es mich auf, wenn ich Leute höre, die behaupten, Israel sei ein Apartheidstaat. Hier in Israel, wenn ich in einen Kibbuz gehe, fragt mich der Mann am Tor, wie ich heiße. Ich sage, Mohammad, und er sagt: „Hallo Mohammad!“ Wäre Israel ein Apartheidsstaat würde er sagen: „Mach, das Du fort kommst!“ Ich besuche Juden. Juden besuchen mich. In Israel leben alle Menschen zusammen. Ich gehe in eine jüdische Schule. Ich besuche meine jüdischen Freunde. Ich telefoniere mit meinen jüdischen Freunden. Meine Mutter arbeitet im israelischen Verkehrsministerium. Wir leben alle friedlich zusammen, deshalb entschuldigt meine Ausdrucksweise: Hört mit dem Scheiß auf! Israel ist kein Apartheidsstaat.

Wenn Du die Wahrheit über Israel erfahren möchtest, komm für nur einen Tag nach Israel. Besuche Tel Aviv, Jerusalem, Israels schöne Landschaften. Komm nach Nazareth, meine Heimat, und schau Dir an, wie die Menschen hier leben. Die Menschen sind glücklich hier. Sie sind glücklich, in einem demokratischen Land zu leben, wie ich.

Israel ist kein Apartheidsstaat, im Gegenteil. Israel ist ein demokratisches Land mit einer hohen kulturellen Sensibilität. In Israel müssen die meisten Menschen ab 18 Jahren Wehrdienst leisten, überwiegend Juden, aber nicht alle. Als die israelische Armee im Jahr 1948 gegründet wurde, erklärte Israel, dass die arabische Bevölkerung den verpflichtenden Wehrdienst nicht zu absolvieren hatte. Israel verstand die Gefühle seiner arabischen Bevölkerung und befreite sie vom Wehrdienst, weil Israel wusste, dass es schwer sein könnte für einen Araber, mit einem anderen Araber zu kämpfen.

Heute aber ist die Sache anders. Heute, da ich sehe, dass meine arabischen Nachbarn bereit sind, mich zu töten, bin ich bereit, mit ihnen zu kämpfen. Nicht weil ich ein böser Mensch bin, sondern weil ich ein Mensch bin und das Recht habe, mich und mein Land zu verteidigen. Ich möchte der israelischen Regierung daher einen Rat geben: Führt den verpflichtenden Wehrdienst auch für arabische Israelis ein!

Das fordere ich nicht, um den israelischen Arabern zu schaden, sondern damit sie merken, was es heißt, Israeli zu sein und was es heißt, jeden Tag mit der Gefahr von außen umgehen zu müssen. Unsere Soldaten, unsere mutigen, jungen Soldaten sind da draußen und sehen sich der ständigen Gefahr der Vernichtung ausgesetzt. Sie sind nicht da draußen, weil sie böse sind, sondern weil sie leben wollen!

Wir sind zwar im Kriegszustand mit Syrien, aber wir helfen Syrien auch! Über 200 Syrer wurden von unserer Armee über die Grenze nach Israel gelassen, um hier in Hospitälern behandelt zu werden. Israel hat ihnen geholfen. Sogar unsere Premierminister besuchte sie. Glaubst Du, irgendein arabischer Führer in irgendeinem benachbarten Land würde sowas für Israelis tun? Nimmt Syrien Flüchtlinge auf? Kümmert sich der jordanische König um die über eine Millionen Flüchtlinge in seinem Land? Hat er sie je besucht? Nein, er kümmert sich so gut wie gar nicht.

Darum finde ich, der Wehrdienst sollte auch für arabische Israelis verpflichtend werden. Es muss ja nicht Militärdienst sein. Es kann auch ein ziviler Dienst sein, irgendetwas, das dafür sorgt, dass sich die Araber um Israel sorgen, wie man sich um sein eigenes Haus sorgt. Man repariert Dinge, die im eigenen Haus kaputt gehen. Man bringt jeden Tag Dinge mit, um das Haus schöner zu machen. Mit jedem Tag versucht man, das eigene Haus ein bißchen schöner, sicherer und besser zu machen. Und ich weiß, dass alle Juden uns Willkommen heißen werden im gemeinsamen Anliegen, unser Haus schöner zu machen. Israel ist eine großartige Nation und hat Fremde immer akzeptiert, immer!

Darum liebe ich das jüdische Volk und die Juden werden immer meine Brüder sein.

Das Volk Israel lebt!

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