Nu(h)r nicht einschüchtern lassen!

„Blöde, dumme Hetze“, so nennt Erhat Toka aus Osnabrück das Programm des Comedians Dieter Nuhr und ruft zum Boykott und zur Demonstration gegen seinen Auftritt am 25. Oktober 2014 in der OsnabrückHalle am Schlosswall auf. Toka hat auch schon Schilder gebastelt, so wütend ist er. Auf den Schildern steht geschrieben „Stoppt den Hassprediger“ und „Nu(h)r lügen“.

Das Plakat „Stoppt den Hassprediger“ erinnert dabei fatal an ein Plakat von ProNRW, nur dass bei bei dem Plakat von ProNRW eine Moschee durchgestrichen ist, während bei Erhat Toka der Kopf von Dieter Nuhr durchgestrichen ist. Erhat Toka ist so wütend, er hat sogar Anzeige gegen Dieter Nuhr erstattet wegen der „Beschimpfung von Bekenntnissen und Religionsgesellschaften“.

„Nuhr hetzt Menschen gegen Muslime auf und schürt Islamophobie in der deutschen Gesellschaft“, beklagt sich Erhat Toka und fügt hinzu: „Wenn mein christlicher Nachbar in der Show von Dieter Nuhr über dessen Witze über den Islam lacht, sieht er mich nachher mit anderen Augen an.“

Lieber Herr Toka,

glauben Sie mir, kein Witz von Dieter Nuhr kann Sie so lächerlich machen, wie diese Aktion von Ihnen!

Besonders erzürnt ist Erhat Toka über diese Aussagen von Dieter Nuhr:

„Wenn man nicht wüsste, dass der Koran Gottes Wort ist, könnte man meinen, ein Mann hätte ihn geschrieben.“

„Im Islam ist die Frau zwar frei, aber in erster Linie frei davon, alles entscheiden zu müssen“.

„Hand ab bei Diebstahl hat schon was für sich. Der klaut zweimal, aber beim dritten Mal wird’s schwierig!“

„Im Koran steht ja: „Nehmt Euch nicht Eure Väter und Eure Brüder zu Freunden, wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen“ und weiter: „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott glauben, bis sie Tribut entrichten als Erniedrigte.“ Das ist eine klare Ansage. Da kann man sich nach richten. Weil ja viele immer sagen, das ist nicht der Koran, das ist nicht der Islam. Doch! Das steht da! Oder hier, Sure 9, Vers 5, kennen Sie den? „Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet.“ Na, das grenzt aber an Unhöflichkeit, oder? “

„Da wird massakriert, was das Zeug hält, im Namen Gottes.“

„Es ist das erste Mal seit 1945 so, dass man befürchten muss, dass man umgebracht wird, weil man was Falsches sagt. Weil das irgend so ein Geistlicher in Pakistan meint. Das war im Dritten Reich auch nicht anders. Wenn man nicht widersprochen hat, hatte man auch keinen Ärger. Außer man war Jude oder schwul, aber das sollte man heute, glaube ich, in Pakistan auch nicht sein.“

“Die rufen Tod bis Krieg. Das hat für mich einen Grad von Lächerlichkeit, dem dürfen wir uns nicht anpassen. Und wir passen uns reihenweise da an. Mich macht das wütend. Islam ist ausschließend dann tolerant, wenn er keine Macht hat und da müssen wir unbedingt für sorgen, dass das bei uns so bleibt.”

Auf seiner Facebook-Seite kommentiert Dieter Nuhr die ganze Angelegenheit mit diesen Worten:

„Bin von Islamisten als „Hassprediger“ angezeigt worden, weil ich den Koran richtig zitiert habe. Bitte um regelmäßige Besuche im Gefängnis! Neue Osnabrücker Zeitung holt ausschließlich Meinung bei den Islamisten ein und zeigt sich verständnisvoll. Die Frage ist: Braucht ein Land, das solche Zeitungen hat, überhaupt noch Islamisten?“

Für mich gibt es nur eine angemessene Reaktion auf die Farce:

Verarscht den Islam! Lacht ihn aus! Nimmt den Koran nicht ernst!

Mein Kölner Kollege Bernd Gast macht schon mal den Anfang:

Der Witz gehörte immer schon zu den ersten Dingen, die von Diktaturen verboten wurden. Ernst Lubitsch und Charly Chaplin haben über Hitler gelacht, die Deutschen nicht! Die Deutschen nahmen sich und ihre Ideologie unfassbar ernst. Das war ihr Problem. Heute nimmt sich der Islam zu ernst. Dieser Ernst muss dem Islam ausgetrieben werden! Das Christentum musste schließlich auch erst vom Sockel der Selbstergriffenheit gestoßen werden, bevor es sich mit der Aufklärung arrangieren konnte. Satire, Polemik und Witz haben beim Christentum und Judentum Wunder gewirkt. Warum sollte es beim Islam anders sein? Heinrich Heine dichtete einst in der “Disputation” zwischen einen Juden und einem Christen:

“Welcher Recht hat, weiß ich nicht –
Doch es will mich schier bedünken,
Dass der Rabbi und der Mönch,
Dass sie alle beide stinken.”

Es wird Zeit, dass wir den Mut finden zu erklären, dass auch der Imam stinkt! Auf der ganzen Welt werden Künstler verfolgt und ermordet, nur weil sie sich über den Islam lustig machen. Sogar in Dänemark gab es vor einigen Jahren einen Anschlag auf den Karikaturisten Kurt Westergaard, nur weil er ein Spottbild von Mohammed gezeichnet hatte.

Nicht selten wird behauptet, als Reaktion auf diesen Terror müsse man mit mehr Respekt und Interesse für den Islam reagieren. Bullshit! Wenn eine Religion will, dass ich mich für sie interessiere, dann soll sie mir Vertrauen schenken und nicht Angst einjagen. Ich erwarte, dass man mich und meinen Respekt durch Werbung gewinnt, nicht durch Gewalt! Außerdem habe ich das Recht, dass mir Dinge scheißegal sind.

Der Hinduismus ist mir scheißegal! Er nervt mich nicht. Die Mormonen sind mir scheißegal. Sie nerven mich auch nicht! Im Islam jedoch gibt es viel zu viele Fundamentalisten, die einfach nur noch nerven, weil sie es nicht zulassen wollen, dass mir der Islam scheißegal ist!

Wenn ich daher schon gezwungen werde, mich mit dem Islam auseinanderzusetzen, dann wähle ich selbstverständlich den Spott! Ich werde nicht anfangen den Koran zu respektieren, nur weil Muslime beleidigt sind und zum Terror greifen.

Je weniger ein Mensch über etwas lachen kann, umso mehr steigt damit die Gefahr, dass er in dieser Sache fundamentalistisch wird. Deshalb rufe ich dazu auf:

Verarscht den Koran! Nehmt den Islam nicht ernst! Lacht mit Muslimen über Muslime, und wenn einige Muslime nicht lachen können, dann kitzelt sie, auch wenn es manchmal schwer fällt, unter der Burka die kitzeligen Stellen zu finden.

Bei jeder anderen Religion und Sekte wird selbstverständlich davon ausgegangen, dass die Mitglieder mit harscher Kritik und sogar mit Beleidigungen des eigenen Glaubens leben können müssen. In dem Satire-Magazin Titanic zum Beispiel wurde schon der Papst mit Exkrementen beschmiert und der gekreuzigte Jesus als Klopapierhalter dargestellt. Beim Islam wird so getan, als müssten aus Sorge um den Religionsfrieden Teile der aufgeklärten Freiheit aufgegeben werden. Das ist jedoch die Logik der Fanatiker und Rassisten!

Wer Muslimen nicht das selbe zumuten will wie Christen, ist ein Rassist. Wer nach Einschränkungen der Meinungs- und Kunstfreiheit ruft, weil Muslime angeblich nicht ertragen können, was Christen selbstverständlich ertragen, ist ein Rassist! Wer in Muslimen nur Menschen erkennt, die gar nicht anders können, als marodierend die Straßen zu stürmen, wenn Mohammed auch nur dargestellt wird, ist ein Rassist!

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