Es gibt kein „Romeo und Julia“ in Nordkorea

Park Yeon-mi (Yeonmi Park) ist eine Menschenrechtsaktivistin, die im Jahr 2007 aus Nordkorea flüchtete und nun in Südkorea lebt und dort als Reporterin arbeitet. Am 19. Oktober 2014 hielt sie eine Rede bei dem One Young World Treffen in Dublin. Tapfer im Nirgendwo hat die Rede übersetzt:

Nordkorea ist ein unvorstellbares Land. Es gibt nur einen Fernsehsender und kein Internet. Wir sind nicht frei zu singen, sagen, tragen und denken, was wir wollen. Nordkorea ist das einzige Land in der Welt, in dem Menschen hingerichtet werden, wenn sie unerlaubte Ferngespräche am Telefon führen. Nordkoreaner werden terrorisiert.

Als ich in Nordkorea aufwuchs, sah ich niemals Liebesgeschichten zwischen Männern und Frauen. Es kannte keine Bücher, keine Lieder, keine Presse und keine Filme über die Liebe. Es gibt kein „Romeo und Julia“ in Nordkorea. Jede Geschichte war nur Propaganda der Diktatorenfamilie Kim, um unsere Gehirne zu waschen.

Ich wurde im Jahr 1993 geboren und schon bei meiner Geburt verschleppt, um nie die Worte Freiheit und Menschenrechte kennenzulernen. Nordkoreaner streben verzweifelt nach Freiheit und sie sterben dafür, auch in diesem Augenblick.

Als ich neun Jahre alt war, sah ich die öffentliche Hinrichtung der Mutter von Freunden. Ihr Verbrechen: Sie hatte einen Hollywoodfilm geschaut. Die Äußerung von Zweifel an der Größe des Regimes kann drei ganze Generationen einer Familie ins Gefängnis bringen oder den Tod bedeuten.

Als ich vier Jahre alt war, warnte mich meine Mutter, ich solle nicht mal flüstern, weil die Vögel und Mäuse mich hören könnten. Ich gestehe, ich dachte, der Diktator könnte meine Gedanken lesen.

Mein Vater starb in China, nachdem wir aus Nordkorea flüchten konnten. Ich musste ihn heimlich um drei Uhr morgens begraben. Ich war vierzehn Jahre alt. Ich konnte nicht einmal weinen. Ich hatte eine zu große Angst, nach Nordkorea zurückgeschickt zu werden.

An dem Tag, an dem ich aus Nordkorea flüchten konnte, sah ich, wie meine Mutter vergewaltigt wurde. Der Vergewaltiger war ein chinesischer Makler. Er nahm auch mich ins Visier. Ich war dreizehn Jahre alt. Es gibt ein Sprichwort in Nordkorea: „Frauen sind schwach, aber Mütter sind stark.“ Meine Mutter ließ sich vergewaltigen, um mich zu beschützen.

Dreihunderttausend nordkoreanische Flüchtlinge befinden sich zur Zeit ungeschützt in China. Siebzig Prozent aller Frauen im Jugendalter in Nordkorea werden Opfer sexualisierter Gewalt. Manchmal werden sie für gerade mal zweihundert Dollar verkauft.

Wir gingen durch die Wüste Gobi, stets den Kompass im Blick. Als der Kompass versagte, folgten wir den Sternen zur Freiheit. Ich hatte das Gefühl, nur die Sterne seien mit mir.

Die Mongolei war unser Augenblick der Freiheit. Tod oder Würde. Mit Messern bewaffnet waren wir bereit, uns selbst zu töten, wenn wir nach Nordkorea zurückgeschickt worden wären. Wir wollten leben wie Menschen!

Ich werde oft gefragt: Wie können wir den Menschen in Nordkorea helfen? Es gibt viele Möglichkeiten, aber ich möchte hier nur drei nennen.

Erstens: Informieren Sie sich, damit Sie Aufmerksamkeit schaffen können für die humanitäre Katastrophe in Nordkorea.

Zweitens: Helfen und unterstützen Sie die nordkoreanischen Flüchtlinge, die versuchen, in die Freiheit zu fliehen.

Drittens: Ersuchen Sie China, die Rückführung von Flüchtlingen nach Nordkorea zu stoppen.

Wir müssen Licht streuen über den dunkelsten Platz der Welt.

Es sind nicht nur die Menschenrechte der Nordkoreaner betroffen. Unser aller Menschenrechte werden von den nordkoreanischen Diktatoren seit sieben Jahrzehnten geschändet.

Wir brauchen die Regierungen der ganzen Welt, um China dazu zu bringen, die Rückführung der Flüchtlinge nach Nordkorea zu stoppen.

Nordkorea ist unbeschreiblich. Kein menschliches Wesen verdient es, unterdrückt zu werden, nur aufgrund seines Geburtsorts. Wir müssen uns weniger auf das Regime konzentrieren und dafür mehr auf die Menschen, die vergessen wurden.

Ich bin eine Frau, die das Regime unsichtbar machen wollte. Als ich die Wüste Gobi durchquerte, in Todesangst, da dachte ich, niemand würde sich kümmern. Ich dachte, nur die Sterne seien bei mir.

Sie haben mir heute zugehört. Sie haben sich gekümmert.

Danke.

***

Yeonmi Park konkretisiert in einer späteren Version ihrer Rede den Moment, da sie für die Ideen der Freiheit entflammt wurde und begann, der nordkoreanischen Diktatur den Rücken zu kehren. Es war ein Hollywoodfilm, den sie heimlich auf dem Schwarzmarkt erworben hatte. Der Film handelt von einem Menschen, der nicht für ein Regime und einen Diktator stirbt, sondern für die Liebe. Der Film heißt: „Titanic“ Yeonmi Park erkannte, dass Filme nicht Propaganda sein müssen, sondern Kunst von Menschen für Menschen sein können.

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48 Antworten zu Es gibt kein „Romeo und Julia“ in Nordkorea

  1. Sophist X schreibt:

    Dass der Film Titanic die Erweckung eines Menschenwesens auslösen kann, trifft den alten Hobbyzyniker wie eine Schlag.
    Ein ungewöhnliches Symbol der Ferne Nordkoreas von unserer luxuriösen Freiheit.

  2. Couponschneider schreibt:

    Was mich hoffen lässt: Obwohl das Regime in Nordkorea in jeden Winkel des menschlichen Daseins hineinregiert, die Parolen immer präsent sind, sind doch der Freiheitswille, das Gefühl für Recht und Unrecht, das Gefühl für Gerechtigkeit immer noch nicht abgestorben. Das gibt mir immer wieder zu hoffen angesichts dessen, dass wir in einer freien Gesellschaft leben und viele freiwillig für den Sozialismus und gegen die Freiheit sind.

  3. Couponschneider schreibt:

    Nordkorea überbietet das, was George Orwell in „1984“ beschrieb. Nordkorea überbietet alle anderen Regime (auch historische) an Totalitärität. Schande über die, die Nordkorea immer noch die Stange halten und den Amerikanern vorwerfen, sie würden Nordkorea „provozieren“.

    • Dante schreibt:

      „1984“ ist erreich- aber nur schwerlich überbietbar. Positiv kann man selbst von dem dort beschriebenen „Staat“ nur sagen, dass man als Prole ein erbärmliches und gefährliches, aber relativ unbehelligtes Leben führen würde.

  4. mike hammer schreibt:

    es ist zeichen der leere, der schwäche, der rückständigen ehrlosigkeit
    der demokratischen welt das man nicht alles unternimmt
    um die kim bande umzubringen.

    es gab und gibt genug gelegenheit und anlaß dazu.

  5. schum74 schreibt:

    Schreibt Thérèse Delpech in ihrem Buch « L’ensauvagement : Le retour de la barbarie au XXIe siècle » (Die Verwilderung: Die Rückkehr der Barbarei im 21. Jahrhundert), Ed. Grasset 2005, S. 312 :

    « Le jour où la Corée du Nord s’effondrera, on découvrira un des univers concentrationnaires les plus impitoyables de l’histoire, avec des témoignages de survivants dont les récits feront honte au monde libre.
    Et l’on s’interrogera alors sur les raisons pour lesquelles les informations disponibles n’ont pas conduit à rompre les relations diplomatiques et à demander des comptes à Pyong-Yang. »

    [An dem Tag, an dem Nordkorea zusammenbrechen wird, wird man eins der unbarmherzigsten Konzentrationslagersysteme der Geschichte entdecken, mit Zeugnissen von Überlebenden, deren Erzählungen die freie Welt beschämen werden.
    Und man wird sich dann fragen, weshalb die zugänglichen Informationen nicht dazu geführt haben, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen und Pjong-Jang zu Rechenschaft zu ziehen.]

    Irre ich in der Annahme, dass Nordkorea für die sog. freie Welt nicht existiert? Aus zwei Gründen: erstens, weil es niemanden außer Südkorea bedroht, wobei ich nicht einschätzen kann, wie real die Bedrohung ist; zweitens, weil die Qualen der Nordkoreaner hinter unseren Handelsbeziehungen zu China zu stehen haben.
    Das gilt jedoch nur für die Regierungen. Warum die Massenmedien so spärlich, wenn überhaupt, von Nordkorea berichten, ist mir allerdings unverständlich. Jeder Zwischenfall an einer Israel-Grenze erweckt mehr Interesse weltweit als alle nordkoreanischen Lager zusammen.

    • Couponschneider schreibt:

      Ich sehe keine „Scheißegal-Haltung“ des Westens gegenüber Nordkorea. Die Amerikaner hätten schon längst dem Regime das Garaus gemacht, Südkorea sicherlich aus, nur haben China und Russland etwas dagegen. Und solange diese Atommächte die schützende Hand über dieses Regime halten, wird nichts passieren. Die Handelsbeziehungen zu China spielen keine große Rolle.

      Selbstanklage mag vielleicht löblich sein, aber deswegen ist sie nicht immer richtig.

      Die Massenmedien berichten schon stark über Nordkorea. Ich sauge jede Reportage und jeden Zeitungsartikel über das Thema auf, weil mich die Monstranz und diese Kaltblütigkeit dieses Regimes auf eine erschreckende Art und Weise fasziniert. Es gibt nicht viele Reportagen und Zeitungsartikel, aber das Land ist auch abgeriegelt wie kein zweites und wenn man das berücksichtigt, kann ich den Medien keinen Vorwurf machen.

      Sie dürfen die Nordkorea-Berichterstattung auch nicht mit der Israel-Berichterstattung vergleichen. Die Israel-Berichterstattung ist in ihrer Ausführlichkeit nicht normal, sondern Zeugnis einer antisemitsichen Obsession.

      • A.S. schreibt:

        Scheißegal-Haltung ist vielleicht übertrieben, aber ich meine schon, dass „der Westen“ auf den linken Auge sehr unempfindlich ist. Würde Nordkorea hierzulande als nationalistisches und nicht als kommunistisches Regime wahrgenommen, gäbe es wohl deutlich mehr Empörung. Zumindest vermute ich das.

      • ceterum censeo schreibt:

        Urlaub in Tel Aviv ist überdies bedeutend angenehmer als im fernen Kimschen Himmelreich mit Aufpasser an der Seite die Errungenschaften des Kommunismus zu bejubeln.
        Ein paar antiisraelische Plattitüden und ein paar gestellte Bilder von heldenhaften palästinensischen Freiheitskämpfern pro Woche an den Staatsfunk telegraphiert, und schon kann´s wieder an die Bar gehen. Herrlich!

    • Archophob schreibt:

      Das Nordkoreanische Militär hat zwei Dinge:
      1. genug spaltbares Material, um ab und zu in irgendeiner Höhle eine spontak überkritische Kettenreaktion auszulösen und der Öffentlichkeit als „erfolgreichen Atombombentest“ zu verkaufen und
      2. Raketen, die genug Delta-V für einen Niedrigen Erdorbit erreichen und damit im Prinzip auf geeignet wären, eine Nutzlast auf jeden beliebigen Punkt der Erde fallen zu lassen.

      Natürlich ist die Kim-Familie nicht doof genug, es auf einen tatsächlichen Atomkrieg anzulegen, aber um von westlichen Jammerlappen in Ruhe gelassen zu werden, reicht diese minimale Abschreckung bereits.

      Die Iranische Regierung versucht genau dorthin zu kommen, wo Nordkorea bereits steht.

  6. schum74 schreibt:

    Als Ergänzung Auszug aus:
    Vera Lengsfeld, „Der vergessene Gulag“, Die Achse des Guten, 21.06.2013:

    Dank Google Earth können die Konzentrationslager in Nordkorea inzwischen im Internet besichtigt werden, wenn auch nur von oben. Es sind ausgedehnte Lager in den nordkoreanischen Bergen, in denen sich nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen etwa 200.000 politische Gefangene befinden. Nach einem Vergleich mit den Fotos von vor zehn Jahren hat Amnesty International 2011 neue Bauten entdeckt. Man muss also befürchten, dass unter dem neuen Machthaber Kim Jong Un die Zahl der Häftlinge zu-, und nicht abnimmt.

    Das größte der Lager, Yodok, ist 50 km breit und 40 km lang. Seine Fläche ist größer, als die von Los Angeles. Es gibt sechs solche Lager. Gemeinsam ist ihnen, dass die Häftlinge, die hineinkommen, nicht wissen, wie lange sie dort sein werden. Die meisten haben nie ein Urteil erhalten, weil sie lediglich die Angehörigen von sogenannten „Staatsfeinden“ sind. Nur daran, ob man Umerziehungsschulungen absolvieren muss, kann man erkennen, ob man die Chance hat, eines Tages wieder entlassen zu werden.
    In Yodok sind beide Kategorien vertreten. Sie leben voneinander getrennt in verschiedenen „Dörfern“ und dürfen keinerlei Kontakt untereinander haben.
    Viele der Lagerinsassen sind Kinder, die in Sippenhaft genommen wurden. Sie besuchen am Vormittag eine Schule, am Nachmittag müssen sie wie die Erwachsenen Zwangsarbeit leisten. Das kann auch bedeuten, daß sie Mitgefangene beerdigen müssen.

    Ab 15 Jahren gehört man zu den Erwachsenen und hat 12-15 Stunden am Tag zu arbeiten. Nur wer seine Arbeitsnorm, die willkürlich festgelegt wird, voll erfüllt, bekommt die gesamte Essensration. Die ist aber so knapp bemessen, daß die Gefangenen ständig vom Hunger geplagt sind und Ratten, Würmer, Schlangen, Insekten essen, um bei Kräften zu bleiben. Es steht ihnen frei, auf schmalen Beeten vor ihren Hütten Gemüse anzubauen. Dazu reicht aber in der Regel die Kraft nicht. Zweimal im Jahr wird Kleidung ausgegeben. Die hängt bald in Fetzen am Körper runter. Gegen die Winterkälte versuchen sich die Menschen mit Papier oder Plastiktüten zu schützen. (…)

    • ceterum censeo schreibt:

      Immer noch viel besser als der entmenschlichte Kapitalismus, der uns täglich die Luft zum Atmen nimmt. Thomas, übernehmen Sie!

      • schum74 schreibt:

        Anzunehmen, dass das kommunistische Nordkorea mit Kommunismus so viel zu tun hat wie der Islamische Staat mit Islam. Also nichts.

        • Clas Lehmann schreibt:

          Das sollte man in Nordkorea aber wohl lieber nicht sagen… Mit vielen wahren Ismen ist es so, dass sie ihre Wahrheit verlieren, wenn sie in die Wirklichkeit kommen. So bald man sie sehen und beurteilen und unter ihnen leiden kann, sind sie es nicht mehr, sondern missverstanden.

        • schum74 schreibt:

          Finden Sie wirklich, dass der Islamische Staat mit Islam nichts zu tun hat? Oder mit dem Direktor des Zentrums für arabisches und islamisches Recht Prof. Sami Aldeeb gefragt: « … qu’est-ce que les terroristes ont fait et que Mahomet et ses compagnons n’ont pas fait? » ‒ Was haben die (IS-) Terroristen getan, was Mohammed und seine Weggenossen nicht getan haben?

          http://www.tunisie-secret.com/Les-terroristes-ne-font-que-suivre-les-enseignements-de-l-islam-par-Sami-Aldeeb_a1332.html

          • Dante schreibt:

            Ich denke, das war ironisch gemeint.

          • Clas Lehmann schreibt:

            Nein, finde ich wirklich nicht. Das ist einfach eine Beobachtung: Menschen, die wahre Ismen, vor allem von Ferne, vertreten, sind gegenüber den Realisierungen krass faktenresistent. Wenn sie die Fakten nicht leugnen können, ist das dann eben eine Unzulängliche Umsetzung und nicht der Wahre Ismus… Beim IS ist es noch anders: da gibt es auch welche, die sagen, genau so müsse es sein, genau so sei er, der wahre Islam. Und verstehen nicht, wie man das kritisieren kann, wo es doch so sein muss. Und fahren hin und wollen auch…

            (Andere sehen das auch so, und lehnen ihn deshalb ab, den Ganzen, und in Bausch und Bogen. Für mich nachvollziehbarer.)

            Die aber, die das nicht ganz so meinen, werden das vermutlich für übereifrig bis irrtümlich halten, für unvollkommen realisiert, also nicht für einen Grund, den Islam, also den reinen Ismus, in Frage zu stellen… Ähnlich eben auch bei Soziopathisten der Kim’schen Art.

            So klarer?

            Diese Faktenresistenz scheint mir im Übrigen, auch ein Merkmal der Israelkritik und der Palisolität zu sein…

          • Dante schreibt:

            Das scheint nicht nur so. Israelkritik ist ja nicht einfach Kritik an konkreten (und abstellbaren) Zu- oder Missständen in Israel bzw. israelisch kontrollierten Gebieten oder konkreten Enrscheidungen der israelischen Regierung, sondern eine Art geistiger Heimat ihrer „Bewohner“, der Israelkritiker. Da sich niemand gern aus seiner Heimat vertreiben lässt und ein selbstverschuldet Unmündiger, wozu v.a. viele Linke zählen, auch nicht aus seiner geistigen, sind Fakten ein gefährlicher Störfaktor, da sie ein liebgewonnenes Gedankengebäude nicht nur stützen, sondern auch stürzen können, was die Israelkritiker geistig obdach- und heimatlos machen und sie zwingen würde, selbst nachzudenken. Sie stünden dann da wie Private Paula vor Hartmans Kletterturm in „Full Metal Jacket“. Das ist nicht jedermanns Sache.

  7. abusheitan schreibt:

    Zur Zeit im Kino:
    „Das Interview“.
    Angeblich eine spritzige Satire auf Nordkoreas Diktator, in Wirklichkeit nur ein überdrehter Teenie-Streifen und müder Abklatsch von „Austin Powers“.
    Er unterhält sein jugendliches Publikum vor allem mit bösen Wörtern wie Pipi und Popoloch und zermatschten Koreanern.
    Prädikat: wertlos.

    • Dante schreibt:

      Nicht ganz! Einen gewissen Wert erhöht der Film allein schon durch seine Wirkungsgeschichte vor seinem Erscheinen: Dadurch, dass er Kim Jong Un der Sphäre inszenierter Erhabenheit entrissen und dessen Apparat so wütend gemacht hat, dass dieses lautstark protestierte, aber auch dadurch, dass es die Feigheit und Korruptheit entblößt hat, die es bei uns, weit weg vom direkten Zugriff Kims gibt. Und es hat Menschen dazu bewogen, sich dieser Willfährigkeit entgegenzustellen, wenngleich aus eigennützigen Motiven (man will sich nicht von einem Dicktator das Lachen über ihn verbieten lassen, dessem Macht ohnehin recht begrenzt ist), die aber besser sind als nichts.

  8. Pingback: Der alltägliche Horror in Nordkorea | FreieWelt.net

  9. Eckhardt Kiwitt schreibt:

    Wegen Unfähigkeit zur Selbstkritik sind schon viele gescheitert — bislang wohl alle Diktatoren, Diktaturen, totalitären Systeme.
    Das wird in N-Korea nicht anders ausgehen.

  10. A.S. schreibt:

    Wo sind eigentlich da die ganzen Friedens- und Menschenrechtsapostel? Ist halt kein kapitalistisches Land, deshalb geht’s denen am Eumel vorbei.

    • abusheitan schreibt:

      Leider ist eine ganz große Friedens- und Menschenrechtsapostelin schon lange von uns gegangen. Sie war sogar von den Grünen als Bundespräsidentin vorgeschlagen.
      Nordkorea hatte sie wochenlang besucht und daraufhin begeisterte Gedichte auf Kim Il Sung geschrieben ( In ihrer Jugend bereits auf A.H.). Luise Rinser.

      • Dante schreibt:

        Hervorragendes Beispiel dafür, dass Intelligenz nicht vor Torheit schützt – nicht selten ist sogar das Gegenteil der Fall. Vielleicht ist das eine Form von (eher geistiger als materieller) Korruption, denn nicht- oder antikapitalistische Regime schmeicheln der Kunst und Kultur, sofern sie sie nicht entweder kritisiert oder ihnen ideologisch missfällt. Dies haben schon die absolutistischen Herrscher so gemacht.

      • A.S. schreibt:

        Ein nettes Beispiel für das Maß an Menschlichkeit sog. Intellektueller. Solange es irgendwie auf der eigenen Linie ist haben die auffallend oft kein Problem mit bestialischen Menschenschlächtern.

  11. Chaya schreibt:

    1993 geboren, und Menschenrechtlerin! Und so starke Worte. Wahrlich, ich habe nicht viel geschafft im Leben, es liesse sich noch tausendfach mehr machen. Bravour.

  12. Dante schreibt:

    Und dann gibt es noch hierzulande Leute, die NK für seinen „Unabhängigkeitskampf“ wider den pöhsen Kappilismus loben.

    • A.S. schreibt:

      Einpacken, ausbürgern und in Nordkorea leben lassen als „einheimische“ Berg- oder Fabrikarbeiter. Dann sollen sie gerne ihr kapitalismusfreies Paradies genießen……

  13. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Mögen die Mitglieder dieser kommunistischen Schweine-Dynastie möglichst bald am Galgen hängen, und mögen sich die Schlingen nur langsam zuziehen!

    • ceterum censeo schreibt:

      Ich werde nie den Ausdruck auf den Gesichtern der Ceausescus vergessen. Erst die Arroganz, der Größenwahn, dann Zweifel und zum Schluß diese Fassungslosigkeit! Pafff.
      Auf dem Kimschen Babyface würde sich das auch gut machen. Aber Du hast Recht, es sollte viel länger dauern. Am besten leben lassen, in einem seiner eigenen KZs!

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @ceterum censeo

        Du nimmst mir das Wort aus dem Munde, ceterum censeo, bzw. die Buchstaben von der Tastatur. An die Ceausescus (oder wie diese Reptilien hießen) musste ich auch denken, als ich in Gedanken das Seil flochtete.

        • Dante schreibt:

          M.E. heißt es einfach „flocht“. Irgendwann wird es wohl „flechtete“ heißen.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            „Flocht“ erschien mir zu schwach. Für manche Kreaturen sollten Seile geflochtetet werden. Sie bedürfen einer besondern Zuwendung.

      • mike hammer schreibt:

        • Gutartiges Geschwulst schreibt:

          Danke, Mike!

        • ceterum censeo schreibt:

          Im Angesicht des besiegten oder gar toten Feindes krakelen wir Menschen aus dem Abendland in der Regel nicht wie die Barbaren Allah hat den Größten oder schleifen die Leichen durch die Straßen, nachdem wir mit unseren stinkigen Sandalen draufrumgehauen haben. Aber denjenigen, welche jetzt gleich ins andere Extrem verfallen, in Tränen ausbrechen und von der menschenunwürdigen Todesstrafe salbadern wollen, sei empfohlen, sich mal in die Literatur über diese zwei Ungeheuer zu vertiefen! Nur so viel: Daß die Weiber von solchen Tyrannen meistens noch schlimmer sind, war hier auch der Fall und ist nicht weiter überraschend. Die Sippe der Ceaucescus hatte sämtliche wichtige Funktionen im Lande inne, obwohl sie nur versoffene Bauern waren. Die keifende Alte war als Analphabetin Bildungs- und Wissenschaftsministerin und was weiß ich noch und hat reihenweise die Kinder verwammst. Ich erinnere mich noch, daß ein deutscher Politheini, der irgendeinen wichtigeren Politheini zu einer Festivität der Sippe begleiten mußte, beschrieb, wie irgendein Verwandter der Ceaucescus blank zog und in die Bowle pißte.
          Aber keine Angst, dafür hat man das Assipack nicht erschossen. Das waren eher noch die netten Seiten von denen!

    • Couponschneider schreibt:

      Sicherlich gibt es auch ein paar Mitläufer. Opportunismus kann ich gewissen Grenzen nachvollziehen. Mir jedenfalls ist jeder SED-Mitläufer lieber, der heute vielleicht in der CDU oder in der SPD ist, als ein SED-Sympathisant aus Westdeutschland, denn der hatte die freie Wahl.

      Ich empfände es als Genugtuung, die Drahtzieher der Kommunistischen Partei Nordkoreas am Galgen zu sehen.

  14. mike hammer schreibt:

    300.000 nordkoreaner auf der flucht und was kommt hierher?!

    • ceterum censeo schreibt:

      Agressive Viecher, die Schilder schwenken, auf denen steht: Wir sind gekommen um zu bleiben!
      Laßt uns alle die armen Nordkoreaner aufnehmen! Die werden unser Land zu schätzen wissen, und uns helfen, es zu verteidigen.
      Du hast bestimmt gesehen, wie die in L.A. ihre Läden geschützt haben.

      • Couponschneider schreibt:

        Ich hätte tatsächlich nichts gegen Nordkoreaner, obwohl es für viele besser wäre, nach Südkorea zu gehen. Die Fremdsprachenkenntnisse der Nordkoreaner dürften nicht besonders hoch sein… Auch so ein Verbrechen des Regimes, das seiner Bevölkerung den Mist von Kim Il Sung lesen lässt, anstatt richtige Bildung anbietet.

        Nordkoreaner würden auch nicht skandieren: „Jude, Jude, feiges Schwein…“

        • Henriette schreibt:

          Ich habe gelesen, dass sie (zum mindest einige) in der Schule Englisch lernen würden, wobei es natürlich keinerlei Anwendungsgebiete gibt. Wahrscheinlich nur um zu zeigen was es für ein gutes Schul(schein)system gibt.

        • Eitan Einoch schreibt:

          Nordkoreaner nach Deutschland – eine hervorragende Idee! Ich würde jeden mit Handkuss willkommen heißen. Lieber hunderttausend Koreaner als auch nur zehn Muslime. Sorry, klingt vielleicht muslimfeindlich – ich weiß, dass nicht alle Orientalen über einen Kamm geschert werden sollten. Ist mir aber egal. Die arabischen Staaten haben genug Platz für ihresgleichen. Dort können sie in ihrer Kulturzone bleiben und brauchen sich die westlichen Zumutungen wie „unanständig gekleidete“ Frauen, Schwulenparaden und gotteslästerliche Kunstwerke nicht anzutun.

    • Bachatero schreibt:

      Mike, manchmal bist Du inspiriert.

  15. winnie schreibt:

    Ein Leben, das unsereins nicht im mindesten nachvollziehen kann. Der westliche (expl. dt.) Jammerismus geht mir sowas von auf sonst was.

Seid gut zueinander!

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