ARD – Antisemitische Rundfunkanstalt Deutschland?

Es ist eine unschöne Tradition in der Geschichte des Christentums, dass gerade an hohen christlichen Feiertagen das denkbar Schlechteste über Juden verbreitet wird. Pogrome fanden in der europäischen Geschichte oft am Osterwochenende statt, weil viele Christen glaubten, ihr Gottessohn sei von Juden ermordet worden. Das Jesus selber Jude war, wurde dabei stets geflissentlich übersehen. Auch im islamischen Kulturbereich findet sich die Tradition des Judenhasses an Feiertagen. Der folgende Film zum Beispiel, in dem gezeigt wird, wie ein Jude ein Kind schlachtet, um daraus Mazzebrot für Pessach zu machen, lief zu Ramadan im Fernsehprogram in Syrien (2003), im Iran (2004) und in Jordanien (2005).

In der ARD lief dieser Film nicht! Das ist wohl selbst für die ARD zu offensichtlicher Judenhass. Die Männer und Frauen der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland müssen ihr Ressentiment etwas besser verpacken.

Ein Tag nach Karfreitag, am 4. April 2015, sendete die Tagesschau einen Bericht von Markus Rosch über die Osterfeierlichkeiten in Jerusalem. Diese Feierlichkeiten finden jedes Jahr statt und müssen wegen der ständigen Terrorgefahr von israelischen Verteidigungsstreitkräften gesichert werden. Nur deshalb können die Feierlichkeiten so stattfinden! In dem Bericht wurden folgende Worte gesprochen:

„In Jerusalem leben Jüdische Siedler, Christen und Muslime auf engstem Raum“

Mit diesem Satz offenbart die Tagesschau am Tag nach Karfreitag ihr ganzes Ressentiment gegen Juden. Die Tagesschau hat nämlich nicht geschrieben, dass in Jerusalem Juden, Christen und Muslime leben, sondern sie hat aus Juden „jüdische Siedler“ gemacht, und zwar nur aus Juden! Ich frage mich da direkt, siedeln Muslime und Christen in Jerusalem etwa nicht? Haben Muslime und Christen etwa keine Häuser und Wohnungen? Natürlich haben sie das! Warum also macht Marcus Rosch eine Ausnahme bei Juden? Weil sie etwas besonderes sind? Weil sie eine Sonderbehandlung von der deutschen Arbeitsgemeinschaft verdient haben?

Wenn schon, dann sind alle Siedler in Jerusalem, Christen, Muslime, Juden, Buddhisten und wer sonst noch so alles glaubt oder auch nicht. Für Markus Rosch jedoch sind nur Juden Siedler. Ich kann mir auch gut vorstellen warum das so ist. Vermutlich weil Juden dort nichts zu suchen haben! Die ARD rechtfertigt die Wortwahl von Markus Rosch auf Nachfrage so:

„Anzumerken bleibt, dass es in unmittelbarer Nähe der Altstadt zahlreiche Siedlungen in Ostjerusalem inmitten eines arabischen Gebietes gibt. Laut Definition sind das auch Siedlungen, da Ostjerusalem mit der Altstadt bis 1967 jordanisches Gebiet war („jenseits der grünen Linie“). Jerusalem wurde zwar de facto von Israel annektiert, international ist das aber nicht anerkannt. Und der Status von Jerusalem ist umstritten.““

Ich erwidere darauf: Anzumerken bleibt aber auch, dass Markus Rosch nicht von israelischen Siedlern spricht, sondern von jüdischen Siedlern! Das heißt also, die Tagesschau erklärt nicht nur, dass die Frage, ob Jerusalem zu Israel gehört, umstritten ist, sondern auch, dass die pure Existenz von Juden in Jerusalem umstritten ist. Jerusalem ist, nebenbei bemerkt, die Hauptstadt Israels!

Juden haben in Jerusalem schon gelebt, als es noch keine Christen und Muslime gab! Juden leben seit Jahrtausenden im Norden, Süden, Westen und Osten von Jerusalem! Die Tagesschau schweigt darüber, so wie einst viele Christen darüber schwiegen, das Jesus Jude war. Es gibt ein Hauptproblem in der ganzen Debatte rund um den Nahen Osten:

Als „illegal“ werden nur die Siedler bezeichnet, die Juden sind! Ihr Jüdischsein ist für viele das Problem!

Die radikale Hamas erklärt in ihrer Gründungscharta die Vernichtung aller Juden zur Pflicht aller Muslime! Auch die Fatah ist von dieser Pflicht überzeugt. Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah bekräftigte Mufti Muhammad Hussein, der von Mahmud Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt wurde, die These, dass es Frieden nur bei der Vernichtung aller Juden geben könne. Wer jedoch glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt “Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden.

Der Wunsch eines Friedens von Juden findet sich überall in der arabischen Welt. Als im Jahr 2005 der Gazastreifen der palästinensischen Verwaltung übergeben wurde, wurden alle Juden innerhalb weniger Tage aus dem Gazastreifen vertrieben. Am Morgen des 12. September verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Gaza schloss einen Frieden von Juden, aber nicht mit Juden. Deshalb feuerte die Hamas in den folgenden Jahren auch unzählige Raketen auf Israel ab, in dem Willen, soviele Juden wie möglich zu töten. Ein Minister der Hamas brachte die eigene Politik 2010 mit diesen Worten auf den Punkt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Überall in Jerusalem dürfen Muslime siedeln. Sie sind kein Friedenshindernis! Juden jedoch, die siedeln und Häuser bauen, sind für viele ein Friedenshindernis! Warum eigentlich? Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis! Für viele arabischen Extremisten und erschreckend vielen westlichen Beobachtern jedoch ist die pure Existenz von Juden schon ein Friedenshindernis.

Jüdische Siedler in Jerusalem sind nur für die Menschen ein Friedenshindernis, die einen Frieden von Juden wünschen. Für einen Frieden mit Juden sind jüdische Siedlungen kein Problem, im Gegenteil, denn die Worte der Unabhängigkeitserklärung Israels sprechen eine deutliche Sprache des Friedens:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbstständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Warum spricht Markus Rosch von „jüdischen Siedlern“ nicht aber von muslimischen und christlichen Siedlern? Stört es ihn etwa, dass die jüdischen Siedler im Zweifel eher zu Israel stehen und für die Werte, für die Israel steht? Stört es ihn, dass sie eher für Demokratie, Pluralismus, Fortschritt, Liberalismus und Gleichberechtigung stehen?

Jede islamische Partei, die im Nahen Osten regiert, ist autoritär und unterdrückend. Für sie ist jeder Jude eine Gefahr und illegal. Aus der Sicht dieser Antidemokraten macht es Sinn, nur Juden zu Siedlern zu erklären. Warum aber folgt auch die Tagesschau dieser Sprachregelung? Steht ARD etwa in Wirklichkeit für Antisemitische Rundfunkanstalt Deutschland?

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