Opfer und Geiseln

Zwei Begriffe bestimmen gerade den Diskurs rund um den GDL-Streik: Opfer und Geisel!

„Die GDL nimmt ganz Deutschland in Geiselhaft. Die Opfer sind die Bahnkunden!“

Deutschland als Geisel? Ernsthaft? Weil eine Gewerkschaft streikt? Also gut, wenn Ihr unbedingt Geiseln sein wollt, weil eine Gewerkschaft ihre Grundrechte wahrnimmt, dann seid Ihr eben Geiseln. Ich spiele mit. Wisst Ihr, was Geiselnehmer mit nervigen Geiseln machen? Erschießen!

Und überhaupt: Opfer des Streiks? Ist man neuerdings schon Opfer, weil man nicht Zug fahren kann? Dass ist das noch erleben darf, dass man in Deutschland Opfer wird, weil man NICHT auf deutsche Züge darf! 

Einige behaupten, der Bahnstreik treffe überwiegend die armen Leute. Das ist Quatsch! Hast Du Dir schon mal die Preise der Deutschen Bahn genau angeschaut?

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17 Antworten zu Opfer und Geiseln

  1. Adolf Breitmeier schreibt:

    Sogar Verdi hat Angst vor der kleinen Gewerkschaft und will mit Hilfe der Regierung ein Gewerkschaftseinheitslgesetz schaffen, so dass NUR eine einzige Gewerkschaft in einem Unternehmen das Sagen hat. Es ist auch ein Machtkampf der großen Gewerkschaft gegen die kleinere – aber in diesem Fall – wirkungsvollere. Wir hatten doch schon einmal den Eiheitsbrei, Moment, schon zweimal in Deutschland. Ich bin für freie Gewerkschaften, wenn sie sich an der ,,Sozialen Marktwirtschaft“ orientieren, sind sie im Ergebnis für unser Land (und natürlich für ihre Mitglieder an erster Stelle) gut.

  2. Dante schreibt:

    Auf diese Geisel-Opfer-Rhetorik braucht man m.E. nicht allzuviel zu geben, solange sie im Volke nicht zu ernst genommen, sondern als das erkannt wird, was sie ist: Polemik.
    Es ist halt eine Propagandaschlacht, und die DB versucht den Bürger als Verbündeten zu gewinnen, um die GdL zur Akzeptanz der von der DB angebotenen Bedingungen zu zwingen.

    • Dante schreibt:

      Möchte noch hinzufügen, dass dieser Schuss auch nach hinten losgehen kann, was mich an den FAll in Spanien erinnert, den Versuch Aznars, den Anschlag von Madrid der ETA in die Schuhe zu schieben. NO SOMOS IDIOTAS, titelten daraufhin die Spruchbänder, und Aznar als Premier war Geschichte.
      Diese Polemik gegen die GdL überzeugt jedenfalls mich weniger davon, dass die GdL böse ist, sondern eher davon, dass es an sachlichen Argumenten gegen ihre Forderungen mangelt. Wenn man doch welche vorbringen kann, bitte ich mit Nachdruck darum, dies zu tun, denn auch yo NO SOY IDIOTA.

  3. Heimchen am Herd schreibt:

    Extra3 – Lokomotivführer Lukas – Streik im Lummerland

    🙂

    • Heimchen am Herd schreibt:

      Durch den Streik der Lokführer drohen der deutschen Wirtschaft massive Verluste. Bei der europäischen Leitstelle der Deutschen Bahn für den Güterverkehr versuchen die Mitarbeiter trotz des Streiks möglichst viele Züge auf die Strecke zu bringen. Welche Güter Vorfahrt haben, ist eine schwierige Entscheidung.

      • Heimchen am Herd schreibt:

        Aus Sicht der Privatbahnen ist dieser Streik ein Segen. Die Kapazitäten werden rund um die Uhr ausgeschöpft. Dieser Streik bringt einen Aufschwung. Die Strecken sind frei und können ohne Verzögerung gefahren werden. Der Ausfall für die deutsche Wirtschaft wird sicher kleiner sein als erwartet. Und die DB wird in Zukunft einige ihrer Züge an die privaten Anbieter verkaufen können.

  4. gerd4president schreibt:

    Ja, die Deutschen, worüber die sich alles aufregen können?! Die wahren Geiseln vor mehr als 70 Jahren wären über einen Bahnstreik froh gewesen …

    • Aristobulus schreibt:

      Was für ein doppelt-dreifacher Unsinn.
      – Als Erster nach Nazivergleich gebracht, Glückwunsch, Sie haben prompt verloren.
      – Unter den Nazis gab es keine Streiks.
      – Wenn die Eisenbahn nach Auschwitz aus anderen Gründen nicht fuhr, hat man die Zusammengepferchten gleich erschlagen. Vom Frohsein nun wirklich keine Spur.

      P.S.
      – Was soll überhaupt dieses Zeug in diesem Zusammenhang?!

      • gerd4president schreibt:

        Aristo (oder Obulus), stell Dir einfach vor, die Deutschen hätten damals nicht einfach nur massenhaft weggeschaut, sondern sich tatsächlich verweigert, gestreikt … Was ist daran so abwegig??? Und wie viele hatten in der Tat ihr Leben logistischen Pannen der Mordmaschinerie zu verdanken?! Sollten wir uns jemals kennenlernen, mache ich Dich gern mit einem Fall aus meiner Familie bekannt …

        Also weniger rummotzen, informieren und den Diskurs hinter dem Diskurs verstehen lernen!

        • Aristobulus schreibt:

          Ihre dümmliche Namensverhunzung stecken Sie sich mal an den Hut (oder was Sie sonst so aufhaben), Sie namenloser Selbstgerecht.

          Und Ihr Dauerverweis auf damals ist inflationär, nervt, gehört nicht zum Thema!, ist bloß ’ne unpassende, ja verharmlosende Assoziation.
          Sie quatschten ja auch nicht übers Wetter und sagen plötzlich, ja auch der Himmel über Auschwitz.

          • gerd4president schreibt:

            Einfach nochmal den Originalbeitrag lesen und nett bleiben! Mit Unflätigkeiten setzt man sich regelmäßig selbst ins Unrecht! Ansonsten kein weiterer Kommentar, Schneider angesagt! DFTT

          • Aristobulus schreibt:

            … und wieder diese nervende, störende, unpassende und dümmliche Portion Selbstgerechtigkeit.
            Ach wissenSe, langsam verstehe ich leider all jene, die bei der leisesten Andeutung über damals sofort sagen, dass sie’s nicht mehr hören können.
            Das liegt z.T. an Leuten wie Ihnen. Die geben denen Futter.

  5. yoyojon schreibt:

    Na ja, wie man Gewerkschaften auf Linie bringt, kann man von Margaret Thatcher lernen. In der neoliberalen Welt ist ohnehin kein Platz für Gewerkschaften. Sind Gewerkschaften nicht so’n halbkommunistisches Zeug?

    • Sophist X schreibt:

      Ja. So eine Art Funktionärs-ABM.

    • ceterum censeo schreibt:

      Nee, ganzkommunistisches Zeug. Heute betätigt man sich aber am liebsten als Dompteur
      faschistischer Schlägerbanden, um den verhassten Bürger von der Straße zu bekommen.
      Zu Marxens Zeiten, als schwindsüchtige Kinder ausgebeutet wurden, hatten die Gewerkschaften jedenfalls noch eine größere Existenzberechtigung.
      Und in der Tat kann man von Frau Thatcher einiges lernen. Nicht nur, daß es absurd ist, auf Dieselloks „Heizer“ mitfahren zu lassen, die sich den ganzen Tag den Aal langziehen, weil Genosse Gewerkschaftsjabba im neunzehnten Jahrhundert verharren will.
      Towarischtsch ex Gotha, bitte übernehmen Sie!

      • Krokodil schreibt:

        Dann schaffen wir aber zuerst die Regierung ab,
        (ersatzlos streichen, wie bei den Gewerkschften gewünscht)
        die funktioniert ja auch nicht so wie sie soll.
        Die Arbeitgeberverbände, Lobbyverbände,
        (…gaaaanz lange Liste…)
        können bleiben,
        die funktionieren ja.

        Hört mal zu liebe Leute:

        Jeder hat das Recht sich zum eigenen Vorteil
        zu organisieren.
        Bloss weil Gewerkschaften heutzutage,
        wie übrigens auch in einigen Wirtschaftssystemen der
        gefühlten Vergangenheit, sich selbst ad absurdum führen,
        muss die Idee noch lange nicht die schlechteste sein.

      • Paul schreibt:

        Nicht nur „Heizer“ auf Dieselloks sind absurd, sondern auch die Lokführer der S Bahn in Berlin.

        Früher nannte man sie Triebfahrzeugführer. Heute anscheinend auch noch.
        https://www.s-bahn-berlin.de/unternehmen/firmenprofil/berufsausbildung_ueberblick.htm

        Ach nein, jetzt sind sie Lokführer. http://www.s-bahn-berlin.de/unternehmen/firmenprofil/berufsausbildung_lokfuehrer.htm
        Ein Schelm wer Böses dabei denkt? 🙂

        Vielleicht gibt es bei der Straßenbahn demnächst auch Lokführer. Warum denn nicht, wenn es der GDL nützt.

        Herzlich, Paul

Seid gut zueinander!

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