Buurmann will nur spielen!

Eine Besprechung von William Wires.

Auf der Bühne, eine Hinterhofgaragenidylle – sagen wir mal ein Biotop in Berlin-Kreuzberg – stehen drei oder vier Plastikeimer voll Wasser strategisch herum. Im Laufe der Vorstellung, taucht sich der Solo-Künstler den Kopf in den Eimern hinein: mal zum Reinigen, mal zum Selbstmord. Das sind die Ausrufezeichen, die er so gern in seinem Blog (Tapfer in Nirgendwo) einsetzt. Faust will Zuschauer; er zählt sie ab, dann lässt er seinen gequälten Geist los schreien. Gerd Buurmann fließt regelrecht als Faust durch die steinigen Stromschnellen von Wissen bis zum weichen Ego-Spielplatz des Gretchens. Nicht ohne das Anstacheln vom besserwisserischen Mephisto, dem Pudelhund, der alte Neider muss immer dazwischen bellen. Sucht der heutige Faust ernsthaft nach Erlösung?

Keine Angst, der Hund beißt nicht. Schau’ mal den Buurmann an, er will nur spielen.

On a make-shift stage, an idyllic courtyard garage – let’s say a biotope in Berlin-Kreuzberg – three or four plastic water buckets have been placed strategically. During his solo appearance, the artist dunks his head in the buckets: to wash himself or even to attempt suicide. These are the exclamation marks, which he uses so liberally in his blog (Tapfer in Nirgendwo). Faust needs an audience; he counts how many people are present, then lets his tormented mind cry out. Gerd Buurmann flows veritably as Faust through the rocky rapids of knowledge to the soft ego playground of Gretchen. Not without complicit nodding from the arrogant Mephisto, the poodle, the old envier is always barking. Is the contemporary Faust seriously searching for redemption?

Don’t worry, the dog doesn’t bite. Watch Buurmann, he only wants to play act.

Fotos: Burkhard Schmiester

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