Kleine Frage an das Auswärtige Amt

Auf seiner Internetseite teilt das Auswärtige Amt mit:

„Wir verurteilen die abscheulichen Angriffe auf Zivilisten, die sich gestern in Tel Aviv-Jaffa, Petah Tikva und heute Morgen in Jerusalem ereignet haben, auf das Schärfste. Für solche Mordtaten gibt es keine Rechtfertigung. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten den Opfern und ihren Angehörigen.

Die seit Mitte September andauernde Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern, die nahezu täglich Menschenleben fordert, muss ein Ende finden.

Beide Seiten müssen helfen, zu einer Deeskalation zu kommen. Es reicht nicht, an den Symptomen des Konflikts zu arbeiten, sondern es muss den Ursachen begegnet werden. Hoffnung auf Frieden für Israelis und Palästinenser bietet nur die Wiederaufnahme ernsthafter Bemühungen hin zu einer fairen Zweistaatenlösung.“

Liebes Auswärtige Amt,

Menschen machen Fehler. Es gibt daher keine Menschen, die nicht kritisiert werden können. Aber! Die Zeit ist entscheidend. Wenn ein Mensch einem anderen Menschen aus dem Hinterhalt ein Messer in den Hals gerammt hat, dann kritisiert man nicht den Menschen mit dem Messer im Hals, wenigstens nicht so lange, wie die Wunde noch blutet. In so einem Fall geht die Kritik uneingeschränkt und einseitig in die Richtung der Person, die das Messer in der Absicht geführt hat, die andere Person zu töten!

Oder würde das Auswärtige Amt auch Flüchtlinge auffordern, zur Deeskalation beizutragen, nachdem ein Anschlag auf ihre Unterkunft verübt wurde? Hält es das Auswärtige Amt für angemessen, nach einer Vergewaltigung auf den Mann und die Frau gleichermaßen einzuwirken?

Nach einem Mordanschlag oder einer Vergewaltigung gibt es nur eine „Hoffnung auf Frieden“, nämlich die uneingeschränkte und einseitige Verurteilung des Täters.

Die Messerangriffe in Israel sind keine Einladung zur „Wiederaufnahme ernsthafter Bemühungen hin zu einer fairen Zweistaatenlösung“. Es sind Terroranschläge! Es gilt, sie zu verurteilen. Uneingeschränkt und einseitig!

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14 Antworten zu Kleine Frage an das Auswärtige Amt

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  3. r.hauser schreibt:

    Das AA mit dieser Stellungnahme hat sich damit selbst in der Position des
    “ NICHTVERSTEHENS “ deutlich bestätigt. Schade und traurig für unser Volk und Land solche Amtsvertreter bezahlen zu müssen. Die 2 Staaten Lösung ist keine Lösung, wird nie eine sein und wird auch aktuell von der großen Weltpolitik nicht mehr so beworben. Manche erkennen spät, manche begreifen es nie oder halt zu spät…..

  4. Eliyah schreibt:

    Die Aussenpolitik Deutschlands zu Israel ist dogmatisch. Das hat Vor- und Nachteile. Die Dogmen sind:

    Die besondere Verbundenheit verpflichtet Deutschland, Israel zu unterstützen: Wirtschaftlich, militärisch, diplomatisch
    Die einzige Lösung des Nahostkonfliktes ist eine Zweistaatenlösung
    Es gibt eine Spirale der Gewalt
    Man muss mit „beiden Seiten“ reden, aber nur Israel kann den Fortschritt bringen und muss Zugeständnisse machen

    Diese Dogmen sind unumstösslich und zementieren damit den Status Quo. Aber Israel wird daran auch nicht rütteln, denn es braucht die Unterstützung Deutschlands: In schweren Krisen vermittelt Deutschland regelmäsig erfolgreich, in Ländern, in denen Israel keine diplomatische Vertretung hat, übernimmt die Deutsche Botschaft den Job und kümmert sich um gestrandete Israelis, die Lieferungen von deutschen U-Booten ist unglaublich wertvoll für die Israelische Marine und die Zahal allgemein, die bilateralen Steuerabkommen und Visaabkommen fördern den Austausch von Waren und Dienstleistungen und vieles mehr.

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  6. abusheitan schreibt:

    Da bekanntlich der kleine Staat im Nahen Osten allein durch seine Existenz den Weltfrieden gefährdet, verdient die Aussage des Auswärtigen Amts für ihre salomonische Ausgewogenheit und Weitsicht höchstes Lob. Ergreift es doch keineswegs Partei gegen den alttestamentarischen Schurkenstaat, sondern behandelt ihn wegen unserer besonderen Geschichte mit großzügigem Wohlwollen.
    Wir dürfen nicht vergessen, auch bei uns kommt es immer wieder zu kulturellen Missverständnissen und Rangeleien, wenn ein Zugewanderter gegenüber einer schon länger hier Lebenden ein freundliches Gesicht zeigen oder einem, der schon länger da ist, seine Auffassung von einer Fairteilung von drahtlosen Kommunikationsmitteln demonstrieren möchte. 😉

  7. Dante schreibt:

    DFTT

  8. Pöpl schreibt:

    Die Mordbuben (und Mädchen) sind ganz deutlich zu erkennen. Ebenso deren „Auftraggeber“. Ebenso diejenigen die sich über jüdische Opfer freuen und gerne „Tod den Juden“ rufen.
    Unser Auswärtiges Amt sieht das alles auch – da bin ich sehr überzeugt.
    Warum traut sich das AA nicht Ross und Reiter zu nennen ?
    Ünrigens bewundere ich die Israelis für Ihre Geduld und Besonnenheit. Dem AA empfehle ich israelische Kinder- und Schulbücher mit „Palästinensischen“ Kinder- und Schulbücher zu vergleichen. Dabei wird ebenso schnell klar wer die Gewalt Predigt und dafür gerne auch den Nachwuchs opfert.

  9. A.S. schreibt:

    „Die seit Mitte September andauernde Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern, die nahezu täglich Menschenleben fordert, muss ein Ende finden.“

    Soso, Gewalt „zwischen“. Auch wenn im Artikel das schon vorweggenommen ist möchte ich den Satz nochmal umformulieren:
    „Die seit Mitte September andauernde Gewalt zwischen Asylbewerbern und Rechtsradikalen, die nahezu täglich verletzte fordert, muss ein Ende finden.“
    Diesen Satz hätten die vom AA sicher nie geschrieben.

  10. Dante schreibt:

    Das AA widerspricht sich entweder selbst oder vermischt zwei unterschiedliche Themen.
    Daher will ich ihr gleichtun:
    Unabhängig davon, ob oder inwiefern die vorschwebende Zweistaatenlösung wünschenswert ist, sind die Messerattacken ein verdammt guter Grund, jetzt nicht über eine Zweistaatenlösung zu verhandeln.
    Das nämlich würde die Morde zu einem geeigneten Mittel zum Erreichen politischer Ziele machen – ein Unding.
    Wie war das in den Siebzigern mit Zugeständnissen an Terroristen?

  11. huhuguck schreibt:

    ist schon echt abartig, terror als ansprechpartner dazustellen = offizielles deutsches staement

  12. caruso schreibt:

    Genau so ist es. Dank Dir, lieber Gerd, für diese Worte!
    Das Auswärtige Amt (nicht nur in D) kann nur in Floskeln reden. Denken … das ist
    zu viel verlangt.
    lg
    caruso

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