“Ja. Die Juden!”

Tapfer im Nirgendwo präsentiert zwölf Autorinnen und Autoren, deren Namen man sich nicht merken sollte:

Sinan Antoon
Hayan Charara
Junot Díaz
Deborah Eisenberg
Ru Freeman
Randa Jarrar
Nancy Kricorian
Sarah Schulman
Kamila Shamsie
Linda Spalding
Eliot Weinberger
Dave Zirin

Sie alle gehören zu den über hundertvierzig Gestalten, die im Mai 2015 einen Brief unterschrieben, der sich gegen die Entscheidung des Verbands PEN aussprach, das Magazin Charlie Hebdo mit dem PEN/Toni and James C. Goodale Freedom of Expression Courage Award für Freie Meinung auszuzeichnen.

Der Brief erklärte, es sei zwar“klar und unbestritten”, dass der Mord von zwölf Menschen in den Redaktionsräumen von Charlie Hebdo “widerlich und tragisch” sei und das Karikaturen “sicherlich nicht durch Gewalt oder Mord” zu beantworten seien, aber, immer dieses aber, aber Sie seien auch “besorgt”, weil “Teile der französischen Bevölkerung, die an den Rand gedrängt wurden, durch das Erbe des französischen Kolonialismus geprägt sind und einen großen Prozentsatz frommer Muslime enthalten”, die Karikaturen von Charlie Hebdo als “weitere Demütigung” ansehen könnten, gemacht, um “noch mehr Leid zu verursachen”. Die Unterzeichnenden bezeichneten die Karikaturen als anti-islamisch, anti-Maghreb und anti-arabisch.

Zur selben Zeit als die Karikaturisten von Charlie Hebdo ermordet wurden, weil sie Bilder von Mohammed gezeichnet hatten, wurden vier Männer von einem Komplizen ermordet, weil sie jüdisch waren. Sein Name war Amedy Coulibaly. Er ging in einen jüdischen Supermarkt in Paris, nahm dort Geiseln und tötete vier davon. Danach rief er den französischen Sender BFMTV an, um seine Forderungen zu verbreiten. Der Sender fragte: “Haben Sie das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht?” Die Antwort kam prompt: “Ja. Die Juden!”

Die Unterzeichner des Briefs vom Mai 2015 fielen den ermordeten Künstlern von Charlie Hebdo in den Rücken. Die zwölf oben erwähnten Menschen fallen jetzt auch noch den ermordeten Juden in den Rücken!

Zusammen mit über hundert anderen Autorinnen und Autoren, darunter Alice Walker und Angela Davis, haben sie einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie fordern, dass das US-PEN-Zentrum die Unterstützung der israelischen Botschaft ablehnen solle, die zu den Sponsoren des jährlich vom PEN-Zentrum ausgerichteten Festivals World Voices zählt. In dem Brief heißt es:

„Es ist sehr bedauerlich, dass das Festival sich dazu entschlossen hat, sich von der israelischen Regierung unterstützen zu lassen.“

Es ist schon merkwürdig, dass diese Helden der Feder ausgerechnet gegen Israel hetzen. Israel ist das einzige Land im ganzen Nahen Osten, in dem sämtliche Bücher der im PEN-Zentrum organisierten Autorinnen und Autoren nicht verboten sind. Israel ist zudem das Land im Nahen Osten, in das die meisten Autorinnen und Autoren des PEN-Zentrums reisen können. Sämtliche andere Länder verwehren nicht wenigen Mitgliedern die Einreise, entweder weil sie jüdisch sind oder weil der Regierung die politischen Ansichten der Schriftsteller nicht passen. Einigen Mitgliedern droht Verfolgung in den Ländern, weil sie homosexuell sind oder in einer der Regierung ungewünschten Art und Weise emanzipiert. Israel ist eine Oase der Freiheitsrechte im Nahen Osten. Nirgendwo in der ganzen Gegend ausser in Israel herrscht Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit.

Gibt es also einen Grund, warum diese Leute ausgerechnet einen Brief gegen Israel unterzeichnen? Die Antwort dürfte die selbe sein, die Amedy Coulibaly im Januar 2015 gab: “Ja. Die Juden!”

Dieser Beitrag wurde unter Amerika, Israel, Kunst, Literatur, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu “Ja. Die Juden!”

  1. Sophist X schreibt:

    Lol oh ja, der pro-israelische Mainstream wird sich auf diese Leute stürzen. Die sind Toast.
    Ich würde aber eher sagen, wenn die so weitermachen, winkt das Bundesverdienstkreuz (sofern nicht schon eingeheimst).

  2. A.Bundy schreibt:

    Shut the fuck up, Denunziant!

  3. CWeiss schreibt:

    Die Opfer-Täter-Verdrehung treibt immer absurdere Blüten. Die toleranzwütigen Antidiskriminierer aus der superverständnisvollen Ecke sehen immer und überall Provokationen, die natürlich nur gewalttätige Reaktionen hervorrufen mussten. Einmal sind es Zeichnungen, von einem Typen, der vor 1400 Jahren gelebt hat. Ein anderes Mal ist die Existenz an sich schon eine Provokation.
    Das Konzept des „ja nicht provozieren“ geht bei diesen Antidiskriminierungsidioten bis zur völligen Selbstaufgabe.
    Ganz nach der Logik: Hätten sich die Juden damals alle selber umgebracht, hätten die Nazis auch keine Gaskammern zu bauen brauchen. Die Juden haben die Nazis zum Holocaust provoziert!

  4. Markus Leuthel schreibt:

    Ok, mir fällt grad ein, ich könnte mal schnell ein paar unwichtige Namen noch unwichtigerer Befindlichkeitsautoren vergessen.

    Fangen wir mal an:

    „Sinan Antoon“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Hayan Charara“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Junot Díaz“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Deborah Eisenberg“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Ru Freeman“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Randa Jarrar“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Nancy Kricorian“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Sarah Schulman“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Kamila Shamsie“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Linda Spalding“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Eliot Weinberger“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    „Dave Zirin“
    Kenn ick nich, nie jehört!
    Grade zufällig auch gleich den Namen vergessen.
    Ist bestimmt irgendwie ’ne ganz liebe Person und so.
    Aber „lieb“ und „bissi doof“ müssen sich ja nicht zwingend ausschließen.
    Wus? Woran soll ich mich grade eben nicht mehr erinnert haben?
    Ach watt, weeß ick doch nich… Menno!

    Lied:
    „Schalla-lah, SCHALL-a-la-la-la-la-lah, schall-la-la-la-la-la-lah…
    Lall-rhabrabra-RA-ra-RAH.. lall-la-schall-la-rall-la-lah…“

    Pladoing!

  5. Sophist X schreibt:

    Berufsaktivistin Angela Davis hatte schön früher ein Faible für Israelkritiker:

    Pack bleibt Pack.

  6. anti3anti schreibt:

    Drei der zwölf der oben erwähnten Menschen, die jetzt auch noch den ermordeten Juden in den Rücken fallen, sind selber Juden! Also 25%.
    Gibt es also einen Grund, warum diese Leute ausgerechnet einen Brief gegen Israel unterzeichnen? Die Antwort dürfte die selbe sein, die Amedy Coulibaly im Januar 2015 gab: “Ja. Weil sie Juden sind!”

  7. ceterum censeo schreibt:

    Sach bloß, der olle Mikrofonkopp Angela Davis lebt noch? Die wurde mir schon als Kind in der Zone als „Schwarze angloamerikanische Freiheitskämpferin“ nahegebracht, neben Dean Reed, einem sympathischen , wohl etwas naiven jungen Schauspieler, der in unser Arbeiterparadies einwanderte und dann wohl aus unerfindlichen Gründen Selbstmord beging.
    Naja, ich bin etwas abgeschweift. Untote trifft man ja auch nicht jeden Tag wieder (Außer hier den Thomas aus Gotha).
    Also, was soll’n wir tun? Die Erzeugnisse dieser Dummlinge nicht kaufen? Passiert sowieso nicht. Meistens sind es nämlich auch noch Stümper und Langweiler in ihrem Beruf. Wie der grottenschlechte Mankell, der ebenfalls ein übler Judenhasser war, und nach meiner Erfahrung nur von frigiden Ökofetteln gelesen wurde.

  8. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    „Es ist schon merkwürdig, dass diese Helden der Feder ausgerechnet gegen Israel hetzen.“

    Was ist daran merkwürdig? Helden der Feder vertrugen sich stets mit den Helden des Mordes.

  9. caruso schreibt:

    Juden sind an allem schuld. Man soll sie meiden wie die Pest. So dachte die Welt immer schon, so denkt sie auch heute.
    lg
    caruso -, eine alte Ju:din

Seid gut zueinander!

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