Das reicht mir nicht, liebes ZDF!

Sehr geehrte Redaktion von heuteplus,

nachdem ein Bericht von Ihnen über Israel hohe Wellen geschlagen hatte, weil Sie dort unterstellt hatten, Israel lehre in der Schule, palästinensische Kinder zu töten, was der Blog Tapfer im Nirgendwo als eine der schlimmsten Verleumdungen von Juden durch öffentlich-rechtliches Fernsehen der letzten Jahre bezeichnet, schickte ich Ihnen diese drei Fragen:

1. Welche Grund hatte heuteplus dafür zu behaupten, dass an israelischen Schulen Kindern das Töten von Palästinensern beigebracht wird?

2. Findet heuteplus das Abschlachten von Juden ebenso schlimm, wie das Zeichnen von Beduinen auf Kamelen? (Viele Beduinen reiten auf Kamelen.)

3. Findet heuteplus, Neutralität in der Berichterstattung bedeutet, wenn man ein Bericht darüber macht, dass staatliche Organisationen dazu aufrufen, Juden abzuschlachten und Kinder dazu erzogen werden, Juden zu töten, man in dem selben Bericht auch ausgiebigst berichten muss, dass Israelis böse Sachen machen, zum Beispiel Menschen zeichnen, die auf Kamelen sitzen?

Am 11. Juli 2016 erhielt ich diese Antwort:

„Sehr geehrter Herr Buurmann,

besten Dank für Ihre Post und die Kritik an dem „heute+“-Beitrag, die wir sehr ernst nehmen.

Wir haben die unangemessen verkürzte und zu Missverständnissen Anlass gebende Formulierung auf Facebook und in der Beschreibung des Mediatheks-Videos unmittelbar entfernt. Wir bedauern natürlich sehr, wenn sich durch die ursprüngliche Formulierung jemand verletzt fühlte.

Die Korrektur war vor allen Dingen deshalb notwendig, weil im Beitrag selbst tatsächlich das eine nicht mit dem anderen gleichgesetzt wird: Die Autorin geht mit dem Thema differenziert um und zeigt, wie palästinensische Kinder schon im Kinderfernsehen zu Messerangriffen ermuntert werden oder im Gazastreifen im Kindertheater Tunnelbau, Hass und Krieg gegen Israel propagiert werden. Der Film beschreibt aber auch, dass für israelische Jugendliche Palästinenser teilweise als Problem dargestellt werden, als Flüchtlinge, Bauern und Menschen, mit welchen kein Frieden zu haben ist.

Übrigens hat erst Ende Juni unsere Korrespondentin ausführlich über den Tod eines 13-jährigen israelischen Mädchens berichtet, das von einem jungen Palästinenser erstochen worden war, und dabei auch den bewusst geschürten Hass auf palästinensischer Seite thematisiert.“

Von meinen drei Fragen wird hier exakt keine beantwortet. Sie sprechen von einer „unangemessen verkürzten und zu Missverständnissen Anlass gebende Formulierung“. Nein! Die Formulierung ist nicht verkürzt. Sie ist Falsch. Falsch! Sie wissen schon: das Gegenteil von Richtig! An israelischen Schulen wird nicht systematisch wie an palästinensischen Schulen das Töten von Menschen gelehrt! Sie sagen, Sie bedauern, wenn sich durch Ihre Formulierung jemand verletzt fühlt. Sie haben nicht nur Gefühle verletzt. Durch Ihre Formulierung wurden Vorurteile und Hass geschürt. Bedauern Sie das auch?

Unabhängig davon, ob Sie es bedauern, Sie haben Schaden angerichtet! Anfang Juli 2016 behauptete Sie, jüdische Kinder in Israel würden dazu erzogen, Palästinenser zu töten:

„Erzogen zum Hass? Wie israelische und palästinensische Kinder dazu gebracht werden sollen, sich gegenseitig zu verachten – und zu töten.“

Sie erbrachten jedoch keinen einzigen Beweis für diese Behauptung und löschten den Vorwurf daher einfach, nachdem er tagelang die Welt vergiftet hatte.

In Ihrem Bericht wurde nicht ein einziges Beispiel gezeigt, wo israelische Schüler dazu erzogen werden, Menschen zu hassen und zu töten. Kein Wunder, es gibt diese Form der staatlich geförderten Hasspropaganda in Israel nämlich nicht. In der arabischen Nachbarschaft hingegen schon. Daher sah man in Ihrem Bericht auch nur ausschließlich arabische Kinder, die mit Messern in den Händen rufen, Juden abstechen zu wollen und in der Schule beigebracht bekommen, warum man Juden hassen muss und wie man sie am besten ermordet. Das Schlimmste, was Sie Israel in Ihrem Bericht vorwarfen, war ein Schulbuch, in dem eine Zeichnung zu sehen ist, die einen Araber zeigt, der auf einem Kamel reitet. Daraus machen Sie jetzt:

„Erzogen zum Hass? Wie israelische und palästinensische Kinder dazu gebracht werden sollen, sich gegenseitig zu verachten.“

Damit machen Sie alles noch viel schlimmer gemacht! Statt offen zu erklären, dass Kinder in Israel nicht wie an Schulen in Gaza offen zu Mord und Todschlag erzogen werden und somit einzugestehen, dass Sie eine der schrecklichsten öffentlich-rechtlich finanzierten Lügen über Juden in die Welt posaunt haben, löschten Sie eine Überschrift, in der wahrheitsmäßig gesagt wurde, dass an Schulen in Gaza Kinder offen zu Mord und Todschlag erzogen werden. Stattdessen sagen Sie nun, an israelischen und palästinensischen Schulen würde Verachtung gelehrt. Sie setzen das Wort „israelische“ sogar an erster Stelle, ganz so, als sei ein Jude, der eine Zeichnung von einem Araber auf einem Kamel malt, schlimmer, als ein Araber, der mit einem Messer in der Hand ruft: „Stecht die Juden ab!“

Ich bitte Sie daher nochmal, folgende drei Fragen zu beantworten:

1. Welche Grund hatte heuteplus dafür zu behaupten, dass an israelischen Schulen Kindern das Töten von Palästinensern beigebracht wird?

2. Findet heuteplus das Abschlachten von Juden ebenso schlimm, wie das Zeichnen von Beduinen auf Kamelen? (Viele Beduinen reiten auf Kamelen.)

3. Findet heuteplus, Neutralität in der Berichterstattung bedeutet, wenn man ein Bericht darüber macht, dass staatliche Organisationen dazu aufrufen, Juden abzuschlachten und Kinder dazu erzogen werden, Juden zu töten, man in dem selben Bericht auch ausgiebigst berichten muss, dass Israelis böse Sachen machen, zum Beispiel Menschen zeichnen, die auf Kamelen sitzen?

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