Die sechs dummen „Argumente“ des Jürgen Todenhöfer

Jürgen Todenhöfer hat auf Facebook wieder in die Tasten gehauen. Er hat dabei erneut jene sechs vermeintlichen „Argumente“ rausgehauen, die mittlerweile so oft relativiert wurden, dass jeder einigermaßen klar denkende Mensch sie nicht mehr verwenden würde. Nicht so Todenhöfers Jürgen. Tapfer im Nirgendwo macht sich daher erneut die Mühe, die „Argumente“ zu kommentieren.

1. Argument: Die 5. Sure.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Allah sagt nicht: „Töte Unschuldige!“ Sondern: „Wenn einer einen Menschen tötet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wenn einer einen Menschen rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Die fünfte Sure wird gerne zitiert, wenn die Friedfertigkeit des Korans bewiesen werden soll. Mir ist es egal, ob der Koran ein Buch der Liebe ist oder nicht; und ich möchte, dass das so bleibt! Alle Religionen sind nämlich nur so lange friedlich, wie sie es zulassen, dass einem der Glaube egal sein kann!

Es zeugt allerdings schon von einer ungeheuerlichen Chuzpe, ausgerechnet die fünfte Sure als Zeugnis des Friedens des Korans anzuführen. Der oben zitierte Vers steht nämlich in einem Zusammenhang, der alles andere als friedlich ist:

„Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einen Menschen das Leben hält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach beginnen viele von ihnen Ausschreitungen im Lande. Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden und dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.“

Ich übersetze mal:

„Wir haben den Juden verordnet, wer tötet, tötet eine ganze Welt. Für Euch aber gilt, wenn jemand ein Unheil im Lande anrichtet, dann hackt ihnen die Hände und Füße ab.“

„Unheil im Lande“, na das ist ja mal etwas, wie soll ich sagen, vage, um nicht zu sagen, durchaus interpretationsfähig und auslegungsbedürftig. Weniger vage, ja geradezu konkret wird der Koran, wenn es darum geht, was mit jenen Leuten geschehen soll, die „Unheil im Lande“ anrichten: Vertreibung, Kreuzigung oder wechselweise Hände und Füße ab, je nach Stimmungslage und ortsüblicher Tradition.

Ich sag mal so, wenn ich beweisen müsste, dass der Koran ein Buch des Friedens ist, ich würde ganz sicher nicht diese Stelle zitieren, denn sie ist alles andere als friedlich, ja, geradezu barbarisch brutal.

2. Argument: Jesus und Mohammed unterscheiden sich nicht.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Jesus und Mohammed wären entsetzt, wenn sie sähen, wie schamlos ihr Glaube, ihr Aufruf zu Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Nächstenliebe von machtgierigen, kriminellen und oft strohdummen Menschen für ihre Machtgelüste missbraucht wurde und wird. Und fassungslos, wie intelligente Wissenschaftler und Journalisten auf diesen billigen Trick der Kriegstreiber und Terroristen hereinfallen. Wir sollten fair sein und an alle Religionen den gleichen Maßstab anlegen!“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Dann bin ich mal fair. Mohamed hat im Gegensatz zu Jesus eine Menge Menschen getötet. Mohamed war von Beruf Soldat und bis ans Ende seines Lebens ein überzeugter Feldherr! Es gibt bedeutende Unterschiede zwischen dem Koran und dem Evangelium:

Das Evangelium ist ein Sammelsurium diverser Autoren aus verschiedenen Zeiten. Der Koran hat einen auf einen Zeitpunkt fixierbaren Autoren mit klarer Intention. Die Hauptfigur des Evangeliums ist ein Hippie, der mit Huren, Sündern und Trinkern abhing, dem kaum eine Droge fremd war, der sich weigerte, zu sehr in die weltliche Politik einzugreifen und der erklärte, wie man in den Himmel kommt, nämlich am besten arm und krank und natürlich nur durch ihn. Die Hauptfigur im Koran ist ein Feldheer mit Vorliebe für Ehefrauen unter zehn Jahren, der deutlich und kriegerisch ins politische Weltgeschehen eingriff und im Namen Gottes erklärte, wie man sich am besten unterwirft, nämlich ganz und gar.

Wenn also schon Christen mit viel Kreativität beim Interpretieren aus dem armen Tischler eine kriegerische Religion ableiten konnten, was können dann erst Muslime aus den Zeilen eines erfolgreichen Kriegers interpretieren?

3. Argument: 99 Prozent.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Der ‚IS‘, der von 99% der Muslime der Welt abgelehnt wird, behauptet zwar, seine Bestialitäten ‚im Namen‘ des Islam zu begehen. Aber der Islam, die Religion der Barmherzigkeit, ist dafür genauso wenig verantwortlich, wie das Christentum für die Verbrechen des ‚Christen‘ Bush.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Laut einer Studie aus dem Jahr 2013 glauben in Pakistan und Jordanien über 80% aller Muslime, die Scharia sei Gottes direkter Wille, in Afghanistan, Ägypten und Gaza über 70%. In Russland sind es nur 56% aller Muslime. In Afghanistan und im Irak bevorzugen über 90% die Scharia über ein bürgerliches Gesetz, in Malaysia, Bangladesh, Marokko, Gaza, Niger und Dschibuti über 80%. In Russland sind es “nur” 42%. Die Todesstrafe für Diebstahl finden in Afghanistan und Pakistan über 80% angemessen, in Gaza und Ägypten 70% aufwärts. In Ägypten, Gaza, Pakistan und Afghanistan sprechen sich über 80% für das Steinigen von EhebrecherInnen (mit ganz großem I) aus. Ungefähr die gleiche Anzahl von Muslimen in diesen Ländern fordert die Todesstrafe für den Abfall vom Glauben. Wie kommt Jürgen Todenhöfer also auf die 99 Prozent?

Nehmen wir dennoch mal an, die Zahl wäre korrekt. Es gibt schätzungsweise 1,6 Milliarden Muslime und 15 Millionen Juden auf der Welt. Das bedeutet, selbst wenn „nur“ 1% aller Muslime Islamisten und somit fanatische Judenhasser sind, die bereit sind eine Bluttat zu begehen, dann sind das mehr wahnsinnige Judenhasser als es auf der Welt Juden gibt. Sehr beruhigend klingt das nicht!

4. Argument: Mensch und Religion.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Täglich wird unserer Bevölkerung eingehämmert, der Terrorismus habe sehr wohl mit dem Islam zu tun. Doch es sind Menschen, die morden, nicht Religionen. Zu allen Zeiten wurden Religionen zur Legitimation grauenvoller Verbrechen missbraucht. Auch das Christentum. Das macht diese Verbrechen aber noch lange nicht religiös! Es ist nicht Schuld der Religionen Islam oder Christentum, wenn morgen wieder irgendein Wahnsinniger losstürmt und unschuldige Passanten mit dem Ruf umbringt: „Gott will es“ oder „Allahu-akbar“. Das ist teuflisches Menschenwerk, nicht Gotteswerk.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Menschen morden. Das ist richtig. Religionen morden nicht. Das ist auch richtig. Ebensowenig morden Waffen. Waffen wurden jedoch wie Religionen von Menschen erfunden! Menschen morden mit Religionen wie sie mit Waffen morden und so wie es Waffen gibt wie das Messer, das sich zum Morden eignet, aber auch zum Teilen und Schmieren von Broten, so gibt es Waffen, die ausschließlich zum Krieg taugen. Wenn ich den Koran lese, sehe ich leider sehr oft kein Messer mehr!

5. Argument: Die Kreuzzüge.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„WÄHREND DER KREUZZÜGE des Mittelalters begingen Europäer ‚im Namen‘ des Christentums unbeschreibliche Massaker. Millionen Muslime und Juden wurden ermordet und verstümmelt.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Den Kreuzzügen ging eine brutale islamische Expansion voraus. Sie begann im 7. Jahrhundert. Dabei wurden viele Gebiete militärisch erobert und die dort lebenden Menschen dem Islam unterworfen. Es kam zu der Besiedlung christlicher Gebiete durch arabisch-muslimische Eroberer im Nahen Osten, in Nordafrika und in Italien. Die Insel Sardinien wurde erobert und bei dem Einfall in Rom im Jahr 846 unter anderem die Basilika St. Peter zerstört. Spanien und Portugal wurden von dem frühen „Islamischen Staat“ komplett unterworfen. Unter der Regierungszeit des Kalifen al-Hakim kam es im Jahr 1009 zur Zerstörung der Grabeskirche Christi, eines der größten Heiligtümer des Christentums.

Der erste Kreuzzug fand statt, weil der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos um militärische Unterstützung gegen die islamische Expansion bat. Am 27. November 1095 rief Papst Urban II. schließlich die Christen auf der Synode von Clermont zum Kreuzzug in das sogenannte „Heilige Land“ auf.

Kommt uns das bekannt vor? Menschen, die um Hilfe bitten, weil der „Islamische Staat“ mit grenzenloser Barbarei wütet und ganze Völker unterwirft?

Urban II. forderte auf, die im Nahen Osten ansässigen Muslime zu vertreiben und in Jerusalem die heiligen Stätten der Christen wieder in Besitz zu nehmen. Damals stand dem „Islamischen Staat“ nämlich nicht der Westen mit seinen aufgeklärten Demokratien gegenüber, sondern das Christentum mit absoluten Monarchen. Viele Christen waren damals mindestens so fanatisch und fundamentalistisch wie viele Muslime damals und heute!

Nach der Einnahme Jerusalems durch die christlichen Kreuzritter im Jahre 1099 wurden die Gefallenen als Märtyrer gefeiert. Der Kreuzzug wurde von der christlichen Kirche religiös derart überhöht, dass er bald als ehrenvoller „Bußgang“ galt, der angeblich direkt von Gott durch das Wort des Papstes verkündet wurde. Die Teilnehmer am Kreuzzug legten sogar ein rechtsverbindliches Gelübde ab, ähnlich wie bei einer Pilgerfahrt. Die Kreuzfahrer waren im festen Glauben, im „Heiligen Krieg“ für Kirche und Gott einen ehrenvollen Tod zu sterben. Viele Christen damals waren Gotteskrieger, so wie viele Muslime damals und heute.

In den Kreuzzügen standen Fundamentalisten Fundamentalisten gegenüber. Es war eine brutale, eine chaotische Zeit, in der alle Prinzipien der Vernunft über Bord geworfen wurden. Am deutlichsten wird das Chaos dieser Zeit im dem Stück „Almansor“ von Heinrich Heine beschrieben.

Das Stück spielt einige Jahrhunderte nach den ersten Kreuzzügen im 15. Jahrhundert. Es ist die Zeit, in der die Herrschaft des frühen „Islamischen Staates“ in Spanien und Portugal durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Mateo Ximenes de Cisneros beendet wurde. Das Stück beschreibt eindringlich die Grausamkeiten dieses Religionskriegs auf beiden Seiten und zeigt, welche irrationalen Blüten innerhalb dieses Krieges trieben.

Die bekannteste Stelle in dem Stück ist ein Dialog zwischen zwei Muslimen, der sich entspinnt, nachdem in einem Akt der Provokation eine öffentliche Verbrennung des Korans stattgefunden hat:

Almansor: Wir hörten, dass der furchtbare Ximenes, inmitten auf dem Markte, zu Granada – Mir starrt die Zung im Munde – den Koran in eines Scheiterhaufens Flamme warf!

Hassan: Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

Das Wahnsinnige an diesem Dialog ist, dass Hassan, der Moslem, dem bei der Verbrennung des Korans, nur die schlimmsten Gedanken kommen, selbst ein brutaler Gotteskrieger und Menschenschlächter ist. An einer Stelle berichtet er:

“Zu jenen Kämpfern hatt ich mich gesellt, die ins Gebirge, auf die kalten Höhn, mit ihren heißen Herzen sich geflüchtet. So wie der Schnee dort oben nimmer schwindet, so schwand auch nie die Glut in unsrer Brust; wie jene Berge nie und nimmer wanken, so wankte nimmer unsre Glaubenstreue; und wie von jenen Bergen Felsenblöcke öfters herunter rollen, allzerschmetternd, so stürzten wir von jenen Höhen oft, zermalmend, auf das Christenvolk im Tal; und wenn sie sterbend röchelten, die Buben, wenn ferne wimmerten die Trauerglocken, und Angstgesänge dumpf dazwischen schollen, dann klang’s in unsre Ohren süß wie Wollust.”

Ein Mann, der das Verbrennen von Büchern kritisiert, hat selbst unzählige Menschen geschlachtet. Für Hassan ist das Verbrennen des Korans eine Todsünde, aber das Morden von Christen klingt in seinen “Ohren süß wie Wollust.”

Kommt uns das bekannt vor? Islamisten, die außer sich geraten, wenn ihre Religion beleidigt wird, es aber vollkommen akzeptabel finden, im Namen der Religion zu morden. Die Islamisten von heute unterscheiden sich in nichts von den Islamisten damals! Das Abendland hat sich jedoch geändert. Im Abendland herrschen nicht mehr absolute, christliche Monarchen, sondern demokratisch gewählte Regierungen, die sich der Aufklärung verpflichtet haben. Dem Kalifat steht heute kein christliches Reich mehr gegenüber, sondern der Westen, ein multikultureller, aufgeklärter und demokratischer Komplex.

Die Frage ist somit: Wie wird sich der Westen verhalten? Natürlich kann der Westen nicht wie die christlichen Reiche im Mittelalter mit ebenbürtiger fanatischer Kraft gegen den Islam zu Felde ziehen, das verbietet schon allein die kritische Vernunft der Aufklärung, aber es muss eine Strategie geben, um dem weltumfassenden Herrschaftswillen des „Islamischen Staates“ etwas entgegenzusetzen.

Die Zeiten haben sich geändert, für das Christentum mehr als für den Islam! Noch heute darf Mekka, einer der heiligsten Orte des Islams, nur von Muslimen betreten werden. In Mekka, wie in ganz Saudi-Arabien, wird die Abkehr vom Islam mit dem Tod bestraft. Homosexualität und Blasphemie wird ebenfalls mit dem Tod bestraft. Wer Ehebruch begeht wird gesteinigt. Wer Sex vor der Ehe hat, wird ausgepeitscht. Dieben wird die Hand abgehackt, Räubern Hand und Fuß. All diese Strafen gehören zum Repertoire des „Islamischen Staates“. Man stelle sich nur mal vor, im Vatikan, dem katholischen Pendant von Mekka, würde all das passieren!

Das Christentum von damals ist Geschichte. Der Islam von damals ist jedoch immer noch unter uns. Der Westen tut gut daran, schleunigst eine Strategie zu entwickeln, wie er mit dieser Bedrohung umzugehen gedenkt.

6. Argument: Die Nazis!

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„Die Fundamentalgegner aller Religionen aber bitte ich, sich einmal anzusehen, was unter atheistischen Ideologien geschah: Der Nationalsozialismus mordete direkt mindestens 30 Millionen Menschen.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Es gibt eine Religion, mit der kamen die Nazis erstaunlich gut zurecht. Heinrich Himmler zum Beispiel sagte:

„Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts, denn er erzieht mir in dieser Division namens Handschar seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion!“

Auch Adolf Hitler war dem Islam sehr zugeneigt:

„Auch das Regime der Araber in Spanien war etwas unendlich Vornehmes: die größten Wissenschaftler, Denker, Astronomen, Mathematiker, einer der menschlichsten Zeiträume, eine kolossale Ritterlichkeit zugleich. Als dann später das Christentum dahin kam, da kann man nur sagen: die Barbaren. Die Ritterlichkeit, welche die Kastilier haben, ist in Wirklichkeit arabisches Erbe. Hätte bei Poitiers nicht Karl Martell gesiegt: Haben wir schon die jüdische Welt auf uns genommen – das Christentum ist so etwas Fades –, so hätten wir viel eher noch den Mohammedanismus übernommen, diese Lehre der Belohnung des Heldentums: Der Kämpfer allein hat den siebenten Himmel! Die Germanen hätten die Welt damit erobert, nur durch das Christentum sind wir davon abgehalten worden.“

Im Jahr 1941 trafen sich Adolf Hitler und der Großmufti von Al-Quds (Jerusalem), Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, bei einem Berliner Empfang. Dort zeigte es sich, dass die Nazis den Großmufti als den zukünftigen Anführer aller Araber und Moslems betrachteten. Er wurde im prächtigen Schloss Bellevue untergebracht. Al-Husseini erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine Geldsumme, die heute dem Wert von zwölf Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Diese Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Nazis für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung. Derart gut untergebracht wurde verhandelt. Es ging um die „Endlösung der Judenfrage“.

Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, „judenrein“ haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen befahl Hitler die Konferenz am Wannsee, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der ersten Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Was waren noch mal die Argumente von Jürgen Todenhöfer?

Dieser Beitrag wurde unter Islam veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.