Hakenkreuz und Davidstern auf der Art.Fair in Köln

Heute erreichte mich per Mail dieses Video eines Austellungsstücks auf der Art.Fair in Köln. Das Video wurde von einer Besucherin gemacht:

Zu sehen ist ein Bild, das von der einen Seite betrachtet die Naziflagge zeigt, mit roter Fläche, weißem Kreis und einem schwarzen Hakenkreuz, von der anderen Seite betrachtet jedoch den Davidstern im weißen Kreis auf blauem Boden.

Es ist nur eine Frage der Perspektive, ob man Hakenkreuz oder Davidstern sieht.

Ich fragte die Frau, die mir das Video geschickt hatte, wie das Werk heiße und wer die Person sei, die es geschaffen habe. Die Antwort war kurz:

„Ich habe leider den Name des Künstlers, noch den Name der Galerie. Ich war unter Schock! Das Bild hängt bei der Art.Fair in den Köln Messe Hallen 1 und 2 im ersten Obergeschoss rechts von den Rolltreppen. Die Messe dauert noch bis zum 30. Oktober 2016.“

Da ich heute nicht zur Art.Fair kann, könnte vielleicht ein Leser oder eine Leserin mir alle Informationen zu dem Werk zukommen lassen?

gerdbuurmann@hotmail.de

Ich möchte nur zu gern wissen, was sich die Kuratoren dabei gedacht haben, ein Bild zu zeigen, wo ein Hakenkreuz zum Davidstern wird, ausgerechnet in den Hallen, wo Adolf Hitler am 19. Februar 1933 auf einer Wahlkundgebung der NSDAP sprach, wo vom 22. bis 30. April 1933 die nationalsozialistische „Deutsche Woche“ unter dem Titel „Denk deutsch – kauf deutsch“ stattfand, wo nationalsozialistische Messen stattfanden, die die Vorstellungen der Nationalsozialisten von einer „gesunden Rasse“ spiegelten, wo polnische und französische Kriegsgefangene eingesperrt wurden, wo Zwangsversteigerungen von jüdischem Eigentum vorgenommen wurden, das die Deportierten in ihren Wohnungen zurücklassen mussten und wo ein Zwischenlager für Juden, Sinti und Roma aufgebaut wurde, die von der Messe Köln aus dann nach Polen zur Vernichtung deportiert wurden.

***

Nachtrag: Bei dem Künstler soll es sich um Juraj Kralik handeln. Die Galerie soll Kir Royal heißen und kommt aus Spanien.

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40 Antworten zu Hakenkreuz und Davidstern auf der Art.Fair in Köln

  1. Pingback: Schaschlik | abseits vom mainstream - heplev

  2. Olaf schreibt:

    Das Ding erinnert an die Palliwood-Propaganda. Selbe Aussage.

  3. Jen schreibt:

    Das ist wohl eher Propaganda als Kunst. Wirklich eine Sauerei!

  4. Andreas schreibt:

    beides sind prähistorische Heilszeichen, die wenn man sie übereinanderlegt, sich gegenseitig bestätigen.

  5. j schreibt:

    Alle sprechen drüber und man googelt den Künstler… Ich weiß nicht wie ich das finden soll. Eigentlich ganz einfach: Provoziere die Menschen, dann interessieren sie sich auf einmal für Dich.
    Also, ich interessiere mich dann mal nicht! (habe aber alle Kommentare gelesen und ihn gegoogelt…!)

  6. Pierre Mogel schreibt:

    Die Linke Volksmasse würde sich nur empören wenn anstatt des Davidsterns Hammer und Sichel abgebildet wären.Denn das geht ja gar nicht…

  7. merzmensch schreibt:

    Eine völlig unreflexive, effekthascherische Art, sich Künstler zu nennen. Ich empfehle diesem „Künstler“, die Protokolle und Zeugenaussagen des Auschwitz-Prozesses zu lesen. Dann bleibt ihm seine „Inspiration“ wie Fischgräte im Rachen stecken. Aber dafür ist er vielleicht zu feige.

  8. Marc Syha schreibt:

    Immer wenn man denkt, tiefer können die „Israel-Kritiker“ nicht mehr sinken…
    (Oder ist das ein verfrühter und verunglückter Faschings-Gag?)

  9. Henner schreibt:

    Die Technik des Werkes an sich ist schon sehr gut.

    Aber:

    “ Ich möchte nur zu gern wissen, was sich die Kuratoren dabei gedacht haben, ein Bild zu zeigen, wo ein Hakenkreuz zum Davidstern wird, ausgerechnet in den Hallen, wo Adolf Hitler am 19. Februar 1933 auf einer Wahlkundgebung der NSDAP sprach“

    Genau das Frage ich mich auch. Das schöne Hakenkreuz geschändet durch diese Hebräer-Fahne.

    Addi war der Beste. Immer mehr sehen es auch aber viele haben noch Angst über „Ihn“ zu reden.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Ich lass das mal als Zeitdokument stehen.

    • Marc Syha schreibt:

      Hi Henner,

      bist Du nur ein Troll oder leidest Du an Hirnfraß? (Das eine muss das andere nicht ausschließen.)

    • Bruno Becker schreibt:

      Leute wie Sie habe ich von allen Antisemiten noch am liebsten, denn Sie schieben nicht feige einen „Nahost“konflikt vor, um ihrem Judenhass freien Lauf zu lassen. Da weiss man gleich was man hat: einen lupenreinen Blödmann, durch und durch, vom Scheitel bis zur Sohle. Null Ahnung von nix, und dabei glücklich. Ganz anders die feigen Hintermänner des unbedarften „Künstlers“ Kralik, dessen sonstiges Werk eher an ‚Schöner Wohnen‘ erinnert und der ganz offensichtlich nicht viel mehr unter dem Hut hat wie Sie. Henner? Spielt das auf nordhessische Abkunft an? Mäh san mäh. Nämlich Schafe. Erklärt ja einiges.

      Addi war der Beste. Immer mehr sehen es auch

      Na klar, vor allem in Nordafrika. Schön da. Sollten Sie hingehen.

    • skl schreibt:

      Unter anderem diese Hebräer haben Teile der Prozessorarchitektur Ihres Computers entwickelt, mit der Sie Ihre Gedanken ins Internet pusten können. Vielleicht verzichten sie besser auf diese total verjudete Ingenieurleistung und ziehen in eine schöne dunkle Höhle.

    • Paul schreibt:

      Das ist doch Satire.
      Ich weigere mich anzunehmen, dass es Menschen gibt die wirklich so denken.

    • Prange schreibt:

      AddI. Was für eine schöne Verniedlichung!
      Ich nehme an, Sie meinen den Verführer?
      Der Mann der zusammen mit seinem Hund verbrannt wurde. Der Mann der schuld daran ist, dass Deutschland um mehr als ein Drittel geschrumpft istund der Rest ganz kaputt war.

    • Kanalratte schreibt:

      Gelungene Satire ist wenn (fast) alle drauf reinfallen

  10. AMC schreibt:

    Ob Kunst oder nicht Kunst, ein Hakenkreuz bleibt ein Hakenkreuz, und ich erinnere mich, dass es noch nicht lange her ist, dass Menschen, die sich mit einem durchgestrichenen Hakenkreuz in der Öffentlichkeit zeigten, vor Gericht mussten. Aber wahrscheinlich bleibt ein Hakenkreuz, wenn es in Verbindung mit Davidstern gezeigt wird, kein verbotenes Symbol mehr.

    • rambow schreibt:

      Ich bin kein Jurist, doch die Kunstfreiheit ermöglicht vermutlich die Verwendung verbotener Symbole, sonst könnten in keinem Kinofilm auf keiner Theaterbühne Nazis mit Hakenkreuzbinde gezeigt werden.

  11. rambow schreibt:

    Lieber Markus Leuthel, ich halte es für generell nicht statthaft, ein Kunstwerk zu beurteilen und zu analysieren aufgrund eines verwackelten Handyvideos. Zu erkennen ist in diesen Fall zum Beispiel nahezu nichts von der Materialität. Da Kralik offensichtlich oft mit Münzen arbeitet, ist das Material sicherlich nicht ohne Relevanz. Bevor also hier der große Erregungszustand ausbricht, wäre ein genauerer Blick auf die Arbeit vonnöten.
    Dies ist keine Verteidigung der Arbeit! Ich selbst kenne sie auch nicht und mein Wissen über Kralik stammt lediglich aus einer kurzen Googlerecherche. Es geht mir nur generell darum, dass insbesondere im Fall von Kunst nicht so vorschnell geurteilt werden kann, wie es hier gerade geschieht.

    • Markus Leuthel schreibt:

      Den an der Stelle eigentlich notwendigen, zehnstündigen Vortrag zum Thema erspare ich dir (und allen anderen, sowie vor allem Gerd, bei dem ich mich hiermit mal wieder ausdrücklich für seinen hohen, persönlichen Einsatz bedanken will).
      Das „Machwerk“ hat schlicht nichts mit Kunst zu tun.
      Hauptargument: das „Werk“ weist nicht nur NICHT über sich hinaus, sondern lediglich ALLES Geschichtliche „von sich“. Und zwar, indem es AUSGERECHNET dem sich bewegenden Betrachter eine völlig falsche, statische und mithin absolut verlogene Eins-zu-Eins-Symbol-Synthese unterjubelt. Das klappt allerdings in einer solchen Form nur, sofern ein bereits allgemein in den Köpfen vorhandenes Ressentiment gegenüber Juden vorhanden ist. Der Rest ist Provokation, „man traut sich wieder“.
      Und dabei bleibe ich.

    • Brady4711 schreibt:

      Naja, aus Münzen gemacht wäre es besser? – Bei einem derart plakativen Inhalt glaube ich nicht an den Primat der Materialität. Bestenfalls an eine profunde Neigung zur Provokation. Auf dass sich die Leute in Foren wie diesem hier die Köpfe einhauen!

  12. rambow schreibt:

    Wiedermal Slowenien und Slowakei verwechselt.
    http://jurajkralik.com/index.php?page=aboutme

  13. N. Jessen schreibt:

    Wat saar uns dattan? Ob von links oder rechts gesehen, wer Israel in Verruf bringen will, muss zuvörderst die Nazi-Fahne hissen.

  14. skl schreibt:

    Ein Meisterwerk. Ich würde dafür den Integrationsbambi vergeben. Damit wäre der Künstler in angemessener Gesellschaft.

  15. Bruno Becker schreibt:

    Unter den „Künstlern“ gibt es einen zunehmenden Anteil an ungebildeten, idiologisch verblödeten, also ausschliesslich in grob ausgestanzten Freund/Feindbildern denkenden Polit-Spackos, die versuchen mit irgendwelchen „Provokationen“, die in ihrer Geschmacklosigkeit den flachen Geist des Schöpfers widerspiegeln, irgendwie aufzufallen.
    In diesem Falle ist die Provokation gelungen: Ich möchte dem Schöpfer dieses unterirdischen Schwachsinns eins auf die Fresse hauen.

  16. anti3anti schreibt:

    Fällt unter Freiheit der Kunst, weil Antisemitismus Weltkulturerbe ist.

    • Hessenhenker schreibt:

      Noch gibt es Länder, da weiß man gar nicht was Antisemitismus ist.
      Offenbar ist die Globalisierung noch nicht fortgeschritten genug.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Fällt unter Freiheit der Kunst, weil Antisemitismus Weltkulturerbe ist.

      Wunderbare Aussage! Genau so ist es. Was unterscheidet den Antisemitismus vom Tod? Es gibt eine winzig kleine Chance, dass man Letzteren eines Tages vielleicht doch noch besiegen wird…

  17. caruso schreibt:

    Köln wird mir immer sympathischer:-((((
    lg
    caruso

    PS Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich meine selbstverständlich n i c h t Gerd & Co

  18. Eliyah schreibt:

    heftig. Ich bin sprachlos

  19. Markus Leuthel schreibt:

    Derart plakative, „provokative“ Effekt-Kunst, die sich selbst zur Pseudo-Geschichtsaufarbeitung durch polare Gegenüberstellung von – für sich genommen – historisch eindeutigen Zeichen erhebt, dabei aber lediglich beliebige (bis vorurteilsbehaftete) Assoziationen durch Rezipienten anstrebt, hat i.d.r. selbst eine inliegende politische Agenda, und kann daher kaum sinnvoll als „Kunst des schöpferischen Assoziierens wegen“ betrachtet werden. Hier weist nichts über das (vermeintliche) „Kunstwerk“ als solches hinaus, sondern es wird ein platter, häßlicher Effekt angestrebt. Mein persönliches Fazit: mehr schlecht als recht in kunstgewerbliche Form gegossene, BDS-relevante Propagandakackscheiße.

  20. Matthias schreibt:

    August???

Seid gut zueinander!

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