Die Galerie Kir Royal nimmt Stellung zu Hakenkreuz und Davidstern

Folgende Stellungnahme erreichte mich heute:

Sehr geehrter Herr Buurmann,

es ist richtig, wir haben auf unserem Stand auf der Art-Fair Köln ein Werk des Künstlers Juraj Kralik gezeigt.

Das Werk trägt den Namen “Le quattro stagioni III“ und stellt zwei Staatssymbole dar, zum einen ein Staatssymbol Deutschlands bis 1945 zum anderen ein gegenwärtiges Staatssymbol Israels.

Die Interpretation des Werkes lässt der Künstler offen bzw. er überlasst sie dem Betrachter.

Die von Ihnen erwähnte Interpretation ist durchaus möglich und sicherlich genau so korrekt, wie mehrere Dutzend anderer Interpretationswege, die mir spontan einfallen könnten.

Mir ist sehr daran gelegen, mit diesem Werk zu einem gesellschaftskritischen Diskurs anzuregen bzw. aufzufordern.

Sollte ich mit der Ausstellung des Werkes Besucher aufgeregt, verärgert oder verletzt haben, tut mir das sehr leid, jedoch stehen Pressefreiheit und Freiheit der Kunst als unumstößliche Grundsätze unserer Demokratie über den Empfindungen eines Einzelnen.

Mit freundlichen Grüßen,
Juan Cárdenas Romero
www.kirroyal.es

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Es geht um dieses Werk:

Es ist nur eine Frage der Perspektive, ob man Hakenkreuz oder Davidstern sieht.

Im Rahmen der Art.Fair in Köln wurde dieses Werk in den Kölner Messehallen gezeigt, also dort, wo Adolf Hitler am 19. Februar 1933 auf einer Wahlkundgebung der NSDAP sprach, wo vom 22. bis 30. April 1933 die nationalsozialistische „Deutsche Woche“ unter dem Titel „Denk deutsch – kauf deutsch“ stattfand, wo nationalsozialistische Messen stattfanden, die die Vorstellungen der Nationalsozialisten von einer „gesunden Rasse“ spiegelten, wo polnische und französische Kriegsgefangene eingesperrt wurden, wo Zwangsversteigerungen von jüdischem Eigentum vorgenommen wurden, das die Deportierten in ihren Wohnungen zurücklassen mussten und wo ein Zwischenlager für Juden, Sinti und Roma aufgebaut wurde, die von der Messe Köln aus dann nach Polen zur Vernichtung deportiert wurden.​

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