Am Elften im Elften um Elf Uhr

Auf dem Weg in die Normandie kam ich im Norden Frankreichs an einer Vielzahl Soldatendenkmäler vorbei.

In Frankreich ist die Erinnerung an die Brutalität des Krieges allgegenwärtig.

In Frankreich wird daher, ebenso wie im Vereinigten Königreich, in den USA, in Kanada, Belgien, Australien, Neuseeland und in vielen weiteren Ländern der 11. November als Gedenktag begannen, weil am Ende des Ersten Weltkrieges der Waffenstillstand von Compiègne besagte, dass die Kriegshandlungen am „Elften Tag des elften Monats um elf Uhr“ enden sollten. In vielen Ländern werden in Erinnerung an diesen Waffenstillstand sogar zwei Schweigeminuten gehalten.

Ich kann verstehen, dass in Deutschland anders an den Großen Krieg erinnert wird, weil Deutschland nicht ganz unschuldig am Ersten und vollkommen schuldig am Zweiten Weltkrieg ist, dennoch wünsche ich mir, dass auch in Deutschland der 11. November als Tag geehrt wird, wo dem Krieg ein Ende gesetzt wurde und zwar durch Krieg!

Die Soldatendenkmäler haben mir erneut vor Augen geführt, dass Deutschen auch heute noch Bescheidenheit deutlich besser zu Gesicht steht als Stolz. Wenn es etwas gibt, worauf Deutsche stolz sein können, dann auf das Grundgesetz und auf die deutsche Demokratie. Die gibt es allerdings nur, weil Franzosen, Amerikaner, Engländer und viele andere Nicht-Deutsche dafür gekämpft haben und gestorben sind.

Diese Männer und Frauen verschiedenster Herkunft zu ehren, ist das Mindeste, was Deutschland tun kann.

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