Angela Merkel, bring Deniz Yücel heim!

Es ist mir scheißegal, was Deniz Yücel schon alles geschrieben und gesagt hat. Es ist auch völlig irrelevant, ob ich mit ihm übereinstimme oder völlig anderer Meinung bin. Deniz Yücel ist Deutscher! Die deutsche Regierung ist somit seine Dienerin. Sie muss sich für seine bürgerlichen Rechte einsetzen und sie verteidigen! In Deutschland gibt es Presse- und Meinungsfreiheit.

Wenn ein Deutscher im Ausland eingekerkert wird, weil dem Diktator, Präsidenten, König oder Führer des Landes nicht passt, was er sagt oder schreibt, dann erwarte ich von meiner Regierung, dass sie alles dafür tut, meinen Mitbürger frei zu bekommen. Die deutsche Regierung ist dem deutschen Volk verpflichtet. Deniz Yücel ist Teil dieses deutschen Volks! Das sagt sogar Erdogan. Solange Deniz Yücel in einem türkischen Gefängnis sitzt, will ich kein türkisches Regierungsmitglied in Deutschland sehen.

Angela Merkel, bring Deniz Yücel heim!

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103 Antworten zu Angela Merkel, bring Deniz Yücel heim!

  1. aurorula a. schreibt:

    Randnotiz: Thomas Jefferson hat einmal gesagt, ihm wäre eine freie Presse und gar keine Regierung lieber als eine Regierung ohne freie Presse.
    Der Mann war immerhin Präsident der Vereinigten Staaten.

  2. Karina Vogel schreibt:

    Nun, er lebte zuletzt überwiegend in der Türkei, hasst Deutschland und seine Bemerkungen über Sarrazin waren auch nicht menschenfreundlich. Ob er die PKK unterstützt, ist mir persönlich wurscht. Aber diese Welle um einen unsympathischen, deutschhassenden Journalisten finde ich befremdlich. Er ist doch jetzt in dem Land, das er liebt. Gut, unter einer Regierung, die ihn eingesperrt hat, die er nicht so liebt. Aber jetzt hat er halt den Fehler gemacht, provoziert und sich vermutlich noch im deutschen Rechtsstaat, den er ja nicht mag, gewähnt. Da muss er jetzt durch. Ich wünsche ihm alles Gute, aber bedauern kann ich ihn nicht.

    • Aristobulus schreibt:

      Er ist ein politischer Gefangener. Was er wann worüber gesagt hat oder gesagt haben soll, ist irrelevant: Denn er ist nicht dafür in einem sich totaitärisierenden Land. eingesperrt worden, sondern allein dafür, weil er den Diktator kritisiert hat.
      Begreifen Sie das?

      Man darf niemandem in den Rücken fallen, der in Schwierigkeiten ist. Wenn man’s trotzdem macht, wird man klein.

      • aurorula a. schreibt:

        Politisch, eben. Dazu müsste er garkeine andere Staatsbürgerschaft als nur die türkische allein haben, das wäre er trotzdem. Nur weil er zusätzlich noch die deutsche hat, geht es eben auch die Bundesregierung an.

        • Aristobulus schreibt:

          Voilà, Aurorula. Just dieses!

          Nochmal zu oben: Ob Yücel einem selber persönlich oder fachlich sympathisch oder unsympahtisch sei, ist noch viel völliger irrelvant als Allervölligstens. Inwiefern: Er schmort in einem schrecklichen Knast, als politischer Gefangener.

          Die Bereitwilligkeit erschreckt mich, mit der die Frau Vogel so gern glauben will, er haben was mit der PKK zu tun (eine reine Fabrikation der Erdogan-NS-Partei), dass er Sarrazin angegriffen habe (nu?, das geht nur den Sarrazin was an!, der übrigens selber sehr harsch nach Yücels Freilassung verlangt), oder dass er über die Deutschen geschompfen habe.
          Frau Vogel, erstaunlich patriarchalisch und von oben herab, beurteilt den Herrn Yücel wie ein unartiges Kind, das jetzt „die Konsequenzen tragen“ müsse, also Nachsitzen und kein Nachtisch.

      • ceterum censeo schreibt:

        Sie fällt ihm nicht in den Rücken. Er ist ihr scheißegal. Mir auch. Es gäbe andere, näherliegende Möglichkeiten, seine großherzige Gesinnung zu zeigen. Jeden Tag geschieht einer Menge Leute in unserer eigenen Diktatur Unrecht.

    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @Karina Vogel: „Aber diese Welle um einen unsympathischen, deutschhassenden Journalisten finde ich befremdlich.“

      Die Personalie Deniz Yücel ist mir durchaus widerwärtig. Dennoch hat „diese Welle“ eine hohe Berechtigung, weil Deniz Yücel pures Unrecht zugefügt wird. Kein Mensch darf dafür eingesperrt werden, dass er seine Meinung äußert.

      @Karina Vogel: „Ich wünsche ihm alles Gute, aber bedauern kann ich ihn nicht.“

      Dem stimme ich zu!

    • aurorula a. schreibt:

      Da muss er jetzt durch.
      Muß er eigentlich nicht, darum gehts ja.
      In einem, und durch Erweiterung für einen, zivilisierten Rechtsstaat ‚muß‘ niemand ein politischer Gefangener sein – alles andere widerspricht der Definition. Das Recht seine Meinung in Wort und Schrift zu äußern, das Recht nicht willkürlich eingesperrt zu werden, und das Recht nicht an einen … diktaturähnlichen Zustand … ausgeliefert zu werden (oder falls schon dort, dann befreit zu werden) – die hängen alle nicht von Sympathiepunkten ab. Und dabei ist bislang außen vor gebleiben, was in diesem Gefängnis vielleicht passiert. Ob jemand das „nicht verdient“ ist irrelevant, ein Recht ist schließlich kein Verdienst.
      Durch jahrelange, jahrzehntelange Inflation des Worts „Recht auf“ hat sich die Wahrnehmung dessen nahezu vollständig abgeschliffen: Rechtsschutz schützt nicht die, die einem vielleicht willkürmächtigen, umfassenden „Wir“-Staat als unschuldig gelten mögen: der schützt den Einzelnen vor dem „Wir“, also vor der Gemeinschaft. Natürlich passt das der Gemeinschaft nicht, das ist ja der Sinn der Sache.

      Ganz davon abgesehen fände ich es schlicht unmenschlich, jemandem aus nebulösen Antipathiegründen grundlegende Rechte abzusprechen

      • Aristobulus schreibt:

        … aber ja.
        Übrigens grassiert leider zur Zeit eine bestimmte Gleichgültigkeit, ja gleichgültige Zustimmung, wenn manche ohne Sinn beschädigt werden (ich erinnere nur an die zwölf Zermatschten vom Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016), während für die Täter Rechte gefordert werden. Selbes Missverhältnis übrigens wie vorher beim Axtmord im Zug bei Würzburg: Um die geaxten Chinesen hat sich keiner bekümmert, aber der Axtmörder wurde von der Dame Göring-Eckard lauthals betrauert.

        Dieser merkwürdige ethische Defätismus (wenn man den so nennen kann) verstärkt sich um so mehr, wenn der Angreifer gleichzeitig zahlreich und weiter bedrohlich ist. Beispiel Yücel und tausende weitere eingesperrte Diktatorkritiker, da droht Erdogan gemeinsam mit seinen Türkenmillonen. Und Beispiel Israel: Da sorgt man sich in Europa um irgendwelche Araber, würdigt die mit Messern und Autos angegriffenen Israelis aber mit keinem Wort.

    • Thomas ex Gotha schreibt:

      Wie es die besorgten Bürger mit der Meinungsfreiheit halten, wenn es einmal nicht um diejenige Meinung geht, welche sie für ihre eigene halten, wird im Fall Yücel auf traurige Art und Weise deutlich: Da ist so ein Vogel, der sich Karina nennt, und den befremdet „diese Welle um einen unsympathischen, deutschhassenden Journalisten“ – Deutschenhass, was immer das nun sein mag, rechtfertigt offenbar einen Aufenthalt in türkischen Gefängnissen, ja Erdogan scheint sogar Rachephantasien zu erfüllen: „seine Bemerkungen über Sarrazin waren auch nicht menschenfreundlich“ – Meine Bemerkungen über Karina Vogel wären dermaßen „nicht menschenfreundlich“, dass ich wohl den Rest meines Lebens im Silivri-Gefängnis verbringen müsste. Also schweigen wir ab jetzt über diese Person.
      Einer, der besser auch schweigen sollte, ist cc. Tut er aber nicht: Yücel, verkündet er, sei ihm „scheißegal“ und außerdem lässt er noch die folgende kryptische Bemerkung fallen: „Es gäbe andere, näherliegende Möglichkeiten, seine großherzige Gesinnung zu zeigen. Jeden Tag geschieht einer Menge Leute in unserer eigenen Diktatur Unrecht.“ Was ist denn nun passiert? Hat man ihm den Facebook-Account gesperrt? Ihm ein Strafmandat gegeben? Ist die Kloake pi mal nicht erreichbar? Wie auch immer: angesichts des Unrechts, das anderen droht, mit den eigenen Wahnvorstellungen hausieren zu gehen, ist derartig kindisch, dass es kaum zu beschreiben geht.
      Der unvermeidliche gg konzediert immerhin: „Dennoch hat „diese Welle“ eine hohe Berechtigung, weil Deniz Yücel pures Unrecht zugefügt wird.“ Immerhin. Nur warum dieses „dennoch“? Nun, auch er kann nicht umhin zu vermelden, dass ihm „die Personalie (gemeint ist wohl: die Person) Deniz Yücel (…) durchaus widerwärtig“ sei. Das falsche Deutsch, das er verwendet, erklärt vielleicht, warum da einer, der im Gegensatz zu den drei Kommentatoren sowohl schreiben als auch denken kann, so verhasst ist: Es ist die pure Feindschaft gegen den Geist, die sich hier Gehör verschaffen will. Mit Erdogan würden sich drei bestens verstehen.

      • Aristobulus schreibt:

        … alors, man muss nicht Protestbriefe wegen Yücel schreiben müssen, Thomas. Man muss auch nicht die Priorität Yücel haben. Und man darf durchaus äußern, dass einem der einzene Yücel nicht näher liegt als z.B. tausende Andere, die wegen Ergodankritik misshandelt und eingesperrt sind.
        Jedenfalls fällt es sehr auf, dass die ganzen schönen deutschen Protestaktionen Pro-Yücel so gut wie ausbleiben, wenn es um tausende bis auf Weiteres eingesperrte und geprügelte bloß rein türkische und vielleicht nichtmal sehr linke Journalisten geht, nicht?

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          „widerwärtig“ — unsympathisch“ — „scheißegal“: in keinem der von mir erwähnten Kommentare ging es darum, „dass einem der einzene Yücel nicht näher liegt als z.B. tausende Andere, die wegen Ergodankritik misshandelt und eingesperrt sind“ — sondern (mit der Ausnahme gg, der aber sein Ressentiment auch nicht verheimlichen konnte) eben darum, dem Inhaftierten noch einmal mitzuteilen, dass er sich sein Unglück selber zuzuschreiben habe.

          • Aristobulus schreibt:

            Das stimmt!
            Wobei Ceterum oder der Gutartige das eben nicht geschrieben haben. Die finden das eben nicht.
            Nur die Vogel fand, dass das so sein soll.

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Thomas ex Gotha: „Der unvermeidliche gg …“

        Richtig, Herr ex Gotha, der Unvermeidliche. Auch wenn es für Sie als Linken ein unerträgliches Leid darstellt, müssen Sie aushalten, dass es Menschen gibt, die eine andere Meinung haben als Sie. Verstehen Sie, Herr ex Gotha? Hier haben Leute wie Sie nicht die Möglichkeit andere Meinungen zu unterdrücken oder zu verbieten.
        Tragen Sie es mit Fassung!

        @Thomas ex Gotha: „Nur warum dieses „dennoch“?“

        Leider kann ich mich nicht primitiv genug ausdrücken, um Ihrem Sprachverständnis entgegen zu kommen. Dafür ist Deniz Yücel offensichtlich besser geeignet.
        Egal, neuer Versuch: Yücel selbst ist ein Feind der freien Meinungsäußerung, was sein hirnloses Gekläffe gegen Sarrazin klar beweist. DENNOCH, obwohl er nur ein antidemokratisches Wutbürgerchen ist, hat er Anspruch auf die Unterstützung all derer, denen Demokratie wirklich etwas wert ist, weil Yücels unterentwickelter Anstand selbstverständlich in keinem Zusammenhang steht zu dem Unrecht, das ihm gerade widerfährt.

        @Thomas ex Gotha: „…, dass ihm „die Personalie (gemeint ist wohl: die Person) …“

        Sie irren sich, gemeint ist die Personalie! Yücel interessiert mich nur als Vorgang, als Beispiel für eine Menschenrechtsverletzung, nicht als Person.

        @Thomas ex Gotha: „Es ist die pure Feindschaft gegen den Geist, …“

        Diesbezüglich kann ich Sie beruhigen, Herr ex Gotha! Weder Yücel noch speziell einer seiner Verehrer werden jemals genügend Geist aufbringen können, um meine Feindschaft zu erregen.
        Da hätte selbst ein Meerschweinchen größere Chancen.

        @Thomas ex Gotha: „Mit Erdogan würden sich drei bestens verstehen.“

        Da ich Andersdenkende weder ins Gefängnis noch ins Grab wünsche, solche Kulturlosigkeit überlasse ich den Erdogans, Yücels und deren Anhängern, betrachte ich diesen Satz als pures Deppengeschwätz.

        • Aristobulus schreibt:

          … 🙂 , Gutartigster, wenngleich’s gegen den Gothischen a bissele harsch ist, jedoch er hatte ja behauptet, Du habest etwas behauptet, das Du eben nicht behauptet hattest.

          Nochmal zu Yücel (wenngleich er in einem schrecklichen Gefängnis schmort, und man über jemanden, der dort allein als politischer Gefangener schmort, nichts Nachteiliges sagen sollte): Er hatte Thilo Sarrazin als zuckendes Wrack bezeichnet, als groteske Figur wie in einer Menschenschau vor 150 Jahren, als man Freaks öffentlich ausgestellt hat, um sich über sie zu belustigen. Das hat Yücel getan. Er hat nicht gegen Sarazins Argumente anargumentiert, sondern er hat auf gute-alte-linke Weise den ideologischen Gegner zum zuckenden Irren und Untermenschen erklärt.
          Was tut daraufhin jetzt Sarrazin: Fordert laut, dass Yücel freilgelassen werden soll.
          Was tut jedoch Erdogan, den Yücel nicht als zuckendes Wrack, sondern wohl nur als ganz berechtigterweise Diktator und Totmacher bezeichnet hat: Er lässt Yücel im Gefängnis verschwinden, wegen dessen journalistischer Meinung.

          DAS ist der Unterschied zwischen totalitären Kleinnazis wie Erdogan und antitotalitären Gentlemen wie Sarrazin.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Ari: „DAS ist der Unterschied zwischen totalitären Kleinnazis wie Erdogan …“

            … und wem noch?

          • Aristobulus schreibt:

            … da ziehe ich’s vor, mich bloß bedeutungsvoll wenngleich leise zu räuspern, sonst schaukelt wer auch immer wen sonst noch irgendwo hin (mehr hoch?), wobei ich mich da selber nicht ausschließen will 🙂

            Übrigens, Thomas ex Gotha behauptet oft, was gar nicht gewesen ist. Er sieht es aber dastehen. Obwohl’s nicht dasteht, also jedenfalls nicht mit Buchstaben. – Er sieht es dastehen, weil er vermeint, die Ideologie jener erfasst zu haben, die es nicht hingeschrieben haben. Dabei haben jene keine Ideologie-.
            Es ist ein Ding, das aus dem Kreisen nicht herauskommt (so wie auf der Steinwendeltreppe im châtrau de Chambord, die ist doppelstöckig!, zwei können da spiralwendeln noch und nöcher, ohne einander je zu treffen): Ein Marxist weiß alles über Deine ideologische Schieflage (er kennt die!), aber wenn Du noch so sehr in Dich hineinhorchst, hast Du keine Ideologie intus, und Schieflage auch nur sehr selten.
            Tja…

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Aristobulus: „Nochmal zu Yücel (wenngleich er in einem schrecklichen Gefängnis schmort, und man über jemanden, der dort allein als politischer Gefangener schmort, nichts Nachteiliges sagen sollte)“

            Dem kann ich nur zustimmen, lieber Ari. JEDOCH* sind es ja Yücels Äußerungen selbst, die soviel Nachteiliges über ihn sagen.

            *Das Wort „jedoch“ könnte bei mitlesenden Trotteln Unruhen verursachen.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Ari: „Übrigens, Thomas ex Gotha behauptet oft, was gar nicht gewesen ist. Er sieht es aber dastehen. Obwohl’s nicht dasteht, …“

            Logisch! Daraus speist sich ja das gesamte Linkstum, aus Unterstellungen und Lügen.

          • Aristobulus schreibt:

            … aber MAN SIEHT es doch dastehen 😀 , also historisch-materialistisch -> sieht man’s, Tatsache!, und an ihren Früchten sollt ihr sie, und Lenin hat gesagt, und beim Marxn steht, und der Faschismus sey die reaktionärste Version des Kapitalismus, weswegen alles in diesem justement zu jenem führe, weil es so müsse, das hat der Weltgeist himself so beschlossen!, usw. usf.

            P.S.
            Ich glaub, Gutartigster, das lässt sich als Nichtlinker und Antiideologe nur anhand von Bildern oder von Räumen begreifen, also wie das aussieht oder sich anfühlt. Die erwähnte Wendeltreppe im château de Chambord, die so gebaut ist, -> damit es zwei Realitäten gebe, oder M.C.Eschers surrrealistische Radierungen, auf denen man immer treppab geht, um oben anzukommen, und man kann nie woanders hin.
            Im Schlosspark von Bruchsal (wenn’s Bruchsal war und nicht Schwetzingen) ist hinten ein Loch in der Mauer, und wenn man durchsieht, liegt dahinter das Ende der Welt. Hach, geografisch ist die Erde wahrscheinlich rund 😀 , aber nicht im Schlosspark ganz hinten in Schwetzingen (oder war’s Bruchsal?), da liegt definitiv das Ende der Welt, die Welt ist da mit einer Mauer vernagelt, Faktum!, und jenseits ist nur noch Schwebe.
            So etwa ist das.

          • aurorula a. schreibt:

            Logisch! Daraus speist sich ja das gesamte Linkstum, aus Unterstellungen und Lügen.
            Wo gerade schon „Linkstum“ dasteht: nicht zu vernachlässigen ist der Glaube an die eigenen Unterstellungen und Lügen. Ob eher im Sinne doublethink oder consummate liars, ist zwischen den einzelnen linken Strömungen freilich unterschiedlich.

          • Aristobulus schreibt:

            (Das Linkstum. Ja, ojwej. Hmm, immerhin gab’s auch mal (also auch) die Grafen Vitzthum, die so hießen, und eink’lich waren die so übel nicht, jedenfalls nicht übler als Andere, die hatten Schnurrbärte und aßen Braten und ließen die Bauern und die Jidn meist in Ruh.)

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Ari: „…, also historisch-materialistisch -> sieht man’s, Tatsache!, und an ihren Früchten sollt ihr sie, …“

            Darin liegt ja das Problem, Ari. Unheilvolle Strömungen sollten nicht erst an ihren Früchten erkannt werden, sondern rechtzeitig an ihren Früchtchen.

            @Ari: „…, aber nicht im Schlosspark ganz hinten in Schwetzingen (oder war’s Bruchsal?), da liegt definitiv das Ende der Welt, …“

            Das Ende der Welt liegt leider nicht in Schwetzingen (dort könnte es sicherlich weniger schaden), sondern in Schwätzingen, der Hauptstadt der Ideologen.

          • Aristobulus schreibt:

            LOL!
            Ah, definitiv. (Das da mit Schwetzingen (ohne das richtigere Ä) soll bloß als Illustrationsversuch dienen, als Modell, auf welche Weise linkstumsgedacht wird.)

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @aurorula a.: „… nicht zu vernachlässigen ist der Glaube an die eigenen Unterstellungen und Lügen.“

            Stimmt! Erst dieser Glaube mildert die Lüge zur Dummheit.

          • aurorula a. schreibt:

            Eher „verschärft die Bosheit zur Ideologie“ als „mildert sie zur Dummheit“.

          • Aristobulus schreibt:

            … trotzdem, Leute, tun die Linken grad nichts Schlimmes, nicht? Etwa in der Türkei war’s ungleich besser, als die Linken am Ruder gewesen sind (ewig her?, wenn überhaupt je) resp. noch Einfluss hatten (nicht so lang her), denn da sorgten sie für Religionsfreiheit im Sinne von Freiheit von Religion, für Pressefreiheit auch, und grad unter den Kurden, wo es viele Linke gibt, besteht ein tiefer Widerwille gegen den Tiefen Staat – ferner verbündet man sich da gern mit Israelis.

            Wer übernimmt grad auf adolfsche Weise die Macht drunten in den Türkeien, wo die Völker aufeinander schlagen (Goethe): Keine Linken (wenn sie nicht längst von den Anderen umgebracht worden sind), sondern rotbraungrüne Totalitärmohammedaner wie Assad, Al-Shabab, IS, oder Erdogan. Die sind einander spinnefeind (wie bereits üblich einst unter Stalininsten und Adolfisten).
            Also lassen sie keinen leben.
            Das sehen jedoch etwa linke Kurden ganz anders

          • aurorula a. schreibt:

            Trotzdem, die Türkeilinken* mal beiseite, sind unsere hiesigen Linken allzuoft Terrorapologeten, und zwar weil sie glauben, das für eine Bessere Welt (TM) sein zu müssen.

            ich habe tatsächlich „Türklinken“ geschrieben, bevor es mir aufgefallen ist 😳 .

          • Aristobulus schreibt:

            … es gibt sogar eine veritable Turkey(Puter-)-Klinke, und sie ist links:

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          Si tacuisset…aber das geht nicht, das eben schafft er nicht, weil ihm wohl dämmert, dass, auch wenn er schweigen würde, nichts anderes von ihm bliebe als ein durch lächerliche Großmannssucht und textgewordene Dummheit angeschwollenes Nichts.
          Und wie sich das spreizt in all seiner Selbstgefälligkeit: „Hier haben Leute wie Sie nicht die Möglichkeit andere Meinungen zu unterdrücken oder zu verbieten.“ Genau. Und warum das? Nur weil ich ihn, der sich zu Wort melden musste, als wäre die Welt ärmer ohne sein Nachtreten („@Karina Vogel: „Ich wünsche ihm alles Gute, aber bedauern kann ich ihn nicht.“ Dem stimme ich zu!“) gegen jemanden, dem Jahre im türkischen Knast drohen, einen „Unvermeidlichen“ genannt habe. Und dieser Unvermeidliche behauptet, Yücel, eine „Personalie“, die ihm „widerwärtig“ sei, habe „Anspruch auf die Unterstützung all derer, denen Demokratie wirklich etwas wert“ sei.
          Wie sieht nun diese Unterstützung aus? Sie äußert sich in Sätzen wie diesen: „Yücel selbst ist ein Feind der freien Meinungsäußerung, was sein hirnloses Gekläffe gegen Sarrazin klar beweist“, sie äußert sich in Beschimpfungen („antidemokratisches Wutbürgerchen“, Yücels unterentwickelter Anstand“) und sollte zufällig hier ein türkisches Regierungsmitglied oder ein türkischer Richter mitlesen, werden sie sich darüber freuen, wie genüsslich deutsche Normaltrolls alle Reste von Rücksicht fahren lassen, wenn es gegen einen geht, der es gewagt hat, auf den groben Klotz Sarrazin einen groben Keil zu setzen.
          Denn natürlich geht es hier nicht um Links-Rechts-Kategorien (und auf dem vom billigen ad-personam-Argument – „für Sie als Linken“ gleich in der ersten Zeile – ausgehenden Holzweg trotten ihm sowohl Aristobulus als auch aurorula, leider, treudoof hinterher), sondern um puren bürgerlichen Anstand, der sich darin gezeigt hätte, einfach mal, so schwer das fällt, die Klappe zu halten.
          Aber nein, das wäre zuviel verlangt: „Yücel interessiert mich nur als Vorgang“ tönt es und man sieht ihn da regelrecht sitzen in seinen miesen kleinen Großmannsträumen, wie er seine Vorzimmerdame losscheuchen möchte: „Bringen Sie mir mal den Vorgang Yücel, aber schnell!“ Und als wäre das nicht alles schon lächerlich genug, setzt er noch einen drauf: „Weder Yücel noch speziell einer seiner Verehrer werden jemals genügend Geist aufbringen können, um meine Feindschaft zu erregen.“ Wunderbar. Vom Chefsessel zum Philosophenthron. Vielleicht wird es mir noch hin und wieder erlaubt sein, an der Erhabenheit dieses Throninsassen zu kratzen.

          P.S.: @ Aristobulus ad gg: „er hatte ja behauptet, Du habest etwas behauptet, das Du eben nicht behauptet hattest“. Was genau ist gemeint? Dass er „sein Ressentiment auch nicht verheimlichen konnte“? Wenn Ressentiment für Sie nicht bei dem Schmutz beginnt, den er über Yücel ausgießt, wann dann?
          @ aurorula: „unsere hiesigen Linken“ (wer immer das sei) seien, so schreiben Sie, „allzuoft Terrorapologeten, und zwar weil sie glauben, das für eine Bessere Welt (TM) sein zu müssen“. Genau. Können Sie mir einen Satz beibringen, in dem ich, um den es ja irgendwie auch ging, IS, NSU oder dergleichen gerechtfertigt habe? Sollte dies nicht der Fall sein, erlaube ich mir den Großen Erhabenen Philosophen Gutartiges Geschwulst zu zitieren und „betrachte (…) diesen Satz als pures Deppengeschwätz“.

          • aurorula a. schreibt:

            Mooooooooooooooment! Nur weil ich einen Satz schreibe in dem es darum geht daß „unsere hiesigen (=deutschen, im Gegensatz zu den vorher erwähnten türkischen, also denen anderswo) Linken“ viel zu oft etwas sind, heißt das immer noch, daß 90%, also viel zuviele, von ihnen es zu 100% sind, und nicht daß es alle von ihnen in 90% der Fälle, also viel zu oft, sind.

          • Aristobulus schreibt:

            Jeeez, Thomas.
            Warum soll der Gutartige nicht seine Meinung über den Herrn Yücel äußern dürfen?
            „Hirnloses Gekläffe gegen Sarrazin“ ist Faktum, ob es einem gefällt oder nicht!, es ist ein hirnloses usf. gewesen, ein Lautgeben aber kein Argumentieren, und Antrieb war nun mal „unterentwickelter Anstand“, ob man es nun lieber überhört hat oder peng.

            Jemand wie Yücel als Journalist darf einem durchaus widerwärtig sein.
            Dass diese eventuelle Widerwärtigkeit jedoch nichts, aber auch gar nichts damit zu tun hat, ja dass sie strikt davon getrennt angesehen werden muss, dass er nun als politischer Gefangener eingesperrt ist, ohne Anklage und ohne Gerichtsurteil!, in einem furchtbaren Gefängnis eines furchtbaren Landes, hat der Gutartige etwa dreimal deutlich und deutlicher gemacht.

            Jedoch Sie, Thomas, stoßen immer wieder in just jenes Horn, in das Sie von Anderen nicht gestoßen haben möchten, und Sie zwingen z.B. jetzt mich, immer wieder hinzuschreiben und zu benennen, was Yücel mal geschrieben hatte.
            Ich möcht’s davon aber gut sein lassen.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Thomas ex Gotha: „… aber das geht nicht, das eben schafft er nicht, weil ihm wohl dämmert, dass, auch wenn er schweigen würde, nichts anderes von ihm bliebe als ein durch lächerliche Großmannssucht und textgewordene Dummheit angeschwollenes Nichts.“

            Mit anderen Worten: ein ex Gotha. Das macht mir tatsächlich Angst.

            @Thomas ex Gotha: „Wie sieht nun diese Unterstützung aus?“

            Tja, wie denn wohl, Herr ex Gotha? Zumindest beute ich Yücels Schicksal nicht aus, um mal wieder den großen moralischen Sockel zu erklimmen und von oben herab meine Mitkommentatoren zu belehren.
            Solche ranzigen Posen überlasse ich doch gerne den kleinen Schmierenkomödianten, deren Selbstwertgefühl einzig davon lebt.

            @Thomas ex Gotha: „… und sollte zufällig hier ein türkisches Regierungsmitglied oder ein türkischer Richter mitlesen, werden sie sich darüber freuen, wie genüsslich deutsche Normaltrolls alle Reste von Rücksicht fahren lassen, …“

            Gilt es nicht heutzutage als Rassismus, den Mitgliedern einer anderen ethnischen Gruppe von vorn herein Dummheit zu unterstellen? Mit welchem Recht setzen Sie voraus, dass türkische Regierungsmitglieder oder türkische Richter ebenso schlecht lesen können wie Sie, Herr ex Gotha?
            Sollten diese türkischen Regierungsmitglieder oder Richter hier mitlesen, werden sie begreifen, was ein ex Gotha nicht begreift, dass ich ihnen ein Verbrechen vorwerfe, die Verletzung von Menschenrechten.

            @Thomas ex Gotha: „… wenn es gegen einen geht, der es gewagt hat, auf den groben Klotz Sarrazin einen groben Keil zu setzen.“

            Yücel hat nichts gewagt, sondern er hat mit dem Rudel geheult. Mag Ihresgleichen ein Wagnis darin erkennen, ich erkenne Feigheit.

            @Thomas ex Gotha: „Wunderbar. Vom Chefsessel zum Philosophenthron.“

            Während Ihnen wohl nur der Nachttopf bleibt.

            @Thomas ex Gotha: „Vielleicht wird es mir noch hin und wieder erlaubt sein, an der Erhabenheit dieses Throninsassen zu kratzen.“

            Was hilft Ihnen die Erlaubnis, solange Ihnen die Fähigkeit mangelt?

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            Ach, Aristobulus!
            Natürlich darf dieser wunderbare, absolut nicht aufgeblasene und sehr erhebliche gg seine „Meinung über den Herrn Yücel äußern“, es ist nur die Frage, ob es im Augenblick angeraten und – ja, ich benutze einmal dieses angestaubte Wort: schicklich ist, wenn nichts anderes dabei herauskommt, als der Dreck und die Beschimpfungen, die er gegen einen losgelassen hat, der sich im Augenblick nicht wehren kann. Und eben diesen Dreck schreibt er „dreimal deutlich und deutlicher“ hin als das – folgenlose – Eingeständnis, Yücel geschehe Unrecht. Sie lesen also falsch.
            Aber obwohl dieser wunderbare, keineswegs aufgeblasene und doch sehr erhebliche gg in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht ganz den Wert hat, der ihm eigentlich zusteht, gewinnt er seine Bedeutung doch dadurch, dass er für ein Bürgertum steht, das gerade dabei ist, sich von allen Regeln des Anstands zu verabschieden und das noch fünf Jahre später einen Text, der seinem Autor eine Rüge vom Presserat eingebracht hat und seine damalige Zeitung 20.000 € gekostet hat, übelnimmt, nur weil er sich gegen einen Rassisten richtete, der es mit seinen Tiraden gegen Minderheiten und seinen kruden Hobbyforschungen sowohl auf die deutschen Bestsellerlisten als auch auf die Liste der antisemitischen Verunglimpfungen des Simon-Wiesenthal-Centers schaffte – einmal ganz abgesehen von den Schäden, die er in unbedarften deutschen Köpfen (s.oben) anrichtete. Dass er sich zudem noch 2013 auf Elsässers Compact-Tagung tummelte (und wohl immer noch nach dessen Pomade riecht), sollte Grund genug sein, auf das kindische Gekeife ggs nichts zu geben. Sondern sich vor den Kreisen, für die er steht, zu gruseln.

            Ach so, was nun das Geraune vom „antitotalitären Gentleman“ Sarrazin anbelangt, so lohnt es sich, nachzulesen, was dieser Gentleman der schwerst antitotalitären „Jungen Freiheit“ gesteckt hat: „Als Person ist Deniz Yücel für mich nicht satisfaktionsfähig. Das gibt der Türkei aber noch nicht das Recht, ihn zu inhaftieren.“
            Gentleman?
            Herrenreiter.

          • Aristobulus schreibt:

            seufz
            Ach, seufzzz!

            Thomas, über die Satisfaktionsfähigkeit: Sie regen sich über Sarrazins Formulierung auf, weil Sie selbst in dieser Kategorie denken, nicht?, etwa der Gutartige gilt für Sie als nicht satisfaktionsfähig, also setzen Sie keine Argumente gegen die seinigen (die er gut abwiegt, wenngleich harsch 🙂 ), sondern möchten sich vor dem Rechtssein gruseln, indem Sie es erfinden und hier so hintun.
            Der Gutartige ist für Sie eine Unperson… hui. Wie aristokratisch, pardon.

            Sowas machen jedoch der Gutartige mit Ihnen oder der Sarrazin mit der Allgemeinheit nicht, denn die argumentieren.
            Ihnen ist leider alles Recht, was Sie nur charakterlich gegen z.B. Sarrazin oder gegen den Gutartigen anführen können, denn der Eine hat als rechts zu gelten, und der Andere sey ein Rassist.
            Also das, ja das ist es, was ich am Linkstum (davon war die Rede weiter oben) gruselig finde: Dieses gerne Nichtargumentieren zu Gunsten der Einschubladisierung.
            Um Argumente geht es dabei nicht: Es geht nie darum.

            Noch etwas zu Sarrazin: Sie sollten nicht Teile herauspicken und sie für das Ganze setzen. Einzig zwei Sätze über irgend ein jüdisches Gen beruhen nicht auf Tatsachen. Die anderen Sätze seines dicken Buchs sind gut recherchiert. Zumal es darin fast ausschließlich um jenes eine one-and-only-Thema geht, das Ihnen nicht gefällt: Die fürchterliche Rückständigkeit hiesiger Mohammedaner als Gruppe.
            Klar!, wenn einem das Thema und die Folgerungen nicht gefallen, dann greift man zu Tricks (persönliche Anschuldigungen etwa).
            Das sollten Sie nicht machen.

            Und sicher ist die „Junge Freiheit“ antitotalitär. Warum sollte sie totalitär sein? Die Junge Freiheit ist zwar größtenteils albern, diffus, polemisch und prätenziös, aber ja nu nich‘ totalitär.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            Ari: „…, etwa der Gutartige gilt für Sie als nicht satisfaktionsfähig, also setzen Sie keine Argumente gegen die seinigen (die er gut abwiegt, wenngleich harsch), …“

            Immerhin nicht so harsch, dass ich meine Mitdiskutanten grundlos zu Nazis oder Rassisten mache. Zudem bin ich höflich genug, meine Opponenten direkt anzusprechen, während ex Gotha lieber in dem Gutsherrendeutsch dilettiert, das er mal irgendwo aufgeschnappt hat. („Er weiß wohl nicht …“)
            Egal, zum Thema:

            @Thomas ex Gotha: „.., es ist nur die Frage, ob es im Augenblick angeraten und – ja, ich benutze einmal dieses angestaubte Wort: schicklich ist, …“

            Während es natürlich vollkommen schicklich ist, Yücels derzeitiges Unglück auszubeuten, um sich moralisch aufzublasen.

            @Thomas ex Gotha: „…, die er gegen einen losgelassen hat, der sich im Augenblick nicht wehren kann.“

            Da ich Yücel weder schaden will noch schaden kann, besteht für ihn nicht der kleinste Bedarf, sich gegen mich zu wehren. Er sollte sich eher gegen seine dummen Anhänger wehren, die ihn ungewollt lächerlich machen.

            @Thomas ex Gotha: „Und eben diesen Dreck schreibt er „dreimal deutlich und deutlicher“ hin als das – folgenlose – Eingeständnis, Yücel geschehe Unrecht.“

            Welche Folgen erwarten Sie? Mein Einfluss auf die türkische Regierung ist wirklich nicht besonders groß.

            @Thomas ex Gotha: „…, dass er für ein Bürgertum steht, das gerade dabei ist, sich von allen Regeln des Anstands zu verabschieden …“

            Ausgerechnet Sie kennen alle Regeln des Anstands, Herr ex Gotha? Warum verbergen Sie dieses Wissen so sorgfältig?

            @Thomas ex Gotha: „… und das noch fünf Jahre später einen Text, der seinem Autor eine Rüge vom Presserat eingebracht hat und seine damalige Zeitung 20.000 € gekostet hat, …“

            Inwiefern gewinnt Yücels feindseliges Geschreibsel nachträglich irgendwelchen Wert, nur weil er „eine Rüge vom Presserat“ erhalten hat, und „seine damalige Zeitung (Warum nicht er selbst?) 20.000 €“ abdrücken musste?

            @Thomas ex Gotha: „… übelnimmt, nur weil er sich gegen einen Rassisten richtete, …“

            Konkret bitte! Welche von Sarrazins Äußerungen ist rassistisch?

            @Thomas ex Gotha: „… – einmal ganz abgesehen von den Schäden, die er in unbedarften deutschen Köpfen (s.oben) anrichtete.“

            Vermutlich kennt er Sie nicht, Herr ex Gotha, sonst hätte er auf die unbedarften Köpfe etwas mehr Rücksicht genommen. Für Härtefälle hat sicherlich auch Sarrazin Verständnis.

            @Thomas ex Gotha: „…, sollte Grund genug sein, auf das kindische Gekeife ggs nichts zu geben. Sondern sich vor den Kreisen, für die er steht, zu gruseln.“ (Schreibweise wie im Original)

            Warum antworten Sie auf mein kindisches Gekeife, wenn es doch Gründe gibt, dies nicht zu tun? Jouhh, und für welche Kreise stehe ich denn? Können Sie diese Frage beantworten oder bleibt es beim üblichen dummen Geschreibsel?

          • Aristobulus schreibt:

            … tscha, Kreise. Deine Kreise?, also die Kreise des Klassenfeinds?, aber warum-?, weil Du nicht der Meinung des Gothischen bist, gehörst Du zu ähm Kreisen?, zu gewissen gar?, hmm, was tun die denn so, und worum kreisen die? also das verstehe ich jetzt nicht 😀
            LOL.

            P.S.
            – Nur noch eins zu der Bemerkung „…, dass er für ein Bürgertum steht, das gerade dabei ist, sich von allen Regeln des Anstands zu verabschieden …“

            Die gibt mir zu denken. Doppelt. Nein, kein Doublethink 🙂 , aber hier wird just ein Bürgertum gemeint, das gerade dabei ist, sich von allen Regeln des Anstands zu verabschieden. Gerade. Also jetzt!, brandheißermaßen, und zwar von den Regeln. Nicht vom Anstand selbst-?, sind die Regeln also die Henne und der Anstand ist das Huhn?, das verstehe ich wieder nicht.
            Zumal das Bürgertum ja immer schon. Nicht? Zu Calvins Zeit in Zürich hat das Bürgertum sich so wahnsinnig weit von allen Regeln überhaupt verabschiedet, dass Calvin den Anstand wahren musste und zack alle Theater und alle Gasthäuser schloss. Per Dekret, denn die Unanständigkeit des Bürgertums, fern von allem frommen Regelanstand, schtonck schon mitten im sechzehnten Jahrhundert gottlos gewaltiglich zu den Himmeln. So wie 1793, als Robespierre den Anstand in die bürgerlichen Köpfe per Guillotine wieder reingemacht hat, nach allen Regeln der Kunst, und da ging’s mal nicht um deren Mangel an Gottlosigkeit, sondern um deren Verhalten wider die nun gebotene Gottlosigkeit. Und ab 1917 in Russland, als dem unanständigen weil in gottloser Marxlosigkeit befangenem Bürgertume mal wieder die Flötentöne beigebracht worden sind, durch Enteignungen, Erschießungen, Gehirnwäschen, rechtlosen Status, Vertreibungen, usf.

            Komisch!, das Bürgertum ist immer & überall die Speerspitze der Verderbnis, nicht?, und es geht bei der Feindschaft gegen den Bourgeois immer um Letzte Dinge & Gottlosigkeit und um das Böse schlechthin, sogar jetzt und hier, imdem das hiesige Bürgertum bloß mal konstatiert, dass der Herr Yücel jeden Anstand vermissen ließ, als er den Herrn Sarrazin öffentlich als zuckenden Krüppel bezeichnet hat. Um sodann in klarster Weise festzustellen, dass Yücel aus dem türkischen Knast freigelassen werden muss!, weil das Eine nichts, aber auch gar nichts mit dem Anderen zu tun hat (indem oben eine gewisse Frau Vogel so unanständig war, dem Yücel hinterherzutreten, weil er ihr nicht rechts genug ist).
            Aber das ist wieder so gottlos vom Bürgerthume.

            Also sey die Devise weiter: Épatez le bougeois, haut den Bürger zu Klump. Pfui Deibel, der Bourgeois. Baaah!, den muss man profund verachten, diesen Satan. Warum: Weil man dann selber endlich besser und erleuchteter und wahrer wird, indem man den Bougeois verachtet, ihn épatiert und als Unperson hinstellt, weil er seit mindestens vierhundert Jahren jeden Anstand permanent fahren lässt.
            Denn es geht da immer um ja gegen Gottlosigkeit. Um nix Geringeres.

            P.Peeh.S.
            Hach! Linke sind oft so doll altherthümblich. Also noch altherthümblicher geht’s kaum. Jessasnee. Und ähmdoch, ich weiß das 😀 , ich kenn mich mit Altherthümbern leider aus.

          • aurorula a. schreibt:

            Noch schlimmer freilich ists, wenn sie doch anständig geblieben sind.

            Regeln des Anstands halte ich auch für doppelt formuliert – schließlich ist Anstand das, was „man tut“; und Ethik das, was man tun sollte; was den Anstand zum eher wörtlich geregelten und die Ethik zum eher sinngemäß begründeten machen würde?

          • Aristobulus schreibt:

            Ja.
            Wobei der Anstand (Primärtugend) durch die Hervorhebung von Regeln (Sekundärtugend) seinen Sinn verliert, nicht?, denn etwas steht an /liegt an, muss getan werden, und indem man’s so tut, wie es muss, ist es -> anständig.
            Aber die Wortverknüpfung „Regeln des Anstandes“ soll etwas nochmal extra unterstreichen, was jedoch nur un-unterstrichen es-selbst ist, nämlich Anstand.
            Regeln sind was Anders. Etwa Tischregeln oder Höflichkeitsregeln, usf., also Sekundärtugenden.

            Kategorie Verletzung des Anstands: Schlimm. Das hat die Frau Vogel etwa gemacht, als sie nachträglich auf einen politischen Gefangenen draufgetreten hat, bloß weil ihr dessen Meinung nicht passt.
            Kategorie Verletzung der Regeln des Anstandes: Erinnert mich deutlich an die seligen Siebziger, als es hieß, dass man die Würde des Gerichts und die Regeln des Anstands verletze, wenn man den Richter nicht mit „Euer Ehren“ ansprach. Das waren die Regeln des Anstandes. Die mit Anstand nichts zu tun hatten – und der Wahrheitsfindung dienten sie auch nicht.

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            Da sind wir also zweieinhalb Wochen später immer noch nicht weiter: Yücel sitzt immer noch im Knast und es ist zu befürchten, dass er, als Opfer des derzeitigen deutsch-türkischen Machtspielchens, dort noch eine ganze Weile bleiben wird. Dass er von der Bundesregierung fallen gelassen wurde, scheint offensichtlich zu sein.

            Ein paar Sätze noch zur Klarstellung:
            Aristobulus schreibt am 9. März, 8:44 pm. „Thomas ex Gotha behauptet oft, was gar nicht gewesen ist. Er sieht es aber dastehen. Obwohl’s nicht dasteht, also jedenfalls nicht mit Buchstaben. – Er sieht es dastehen, weil er vermeint, die Ideologie jener erfasst zu haben, die es nicht hingeschrieben haben.“ Irgendwelche Beweise dafür oder ist das nur eben mal so hingeworfen, wie der Nachklapp Ihres Sancho Pansa: „Logisch! Daraus speist sich ja das gesamte Linkstum, aus Unterstellungen und Lügen.“ ??
            Aristobulus schreibt am 12.März, 10:04 pm: „Sie regen sich über Sarrazins Formulierung auf, weil Sie selbst in dieser Kategorie denken, nicht?, etwa der Gutartige gilt für Sie als nicht satisfaktionsfähig, also setzen Sie keine Argumente gegen die seinigen (die er gut abwiegt, wenngleich harsch), sondern möchten sich vor dem Rechtssein gruseln, indem Sie es erfinden und hier so hintun.“ Kappes in mehrerlei Hinsicht: Hielte ich den gg nicht für „satisfaktionsfähig“ (um dieses grässliche sarrazinsche Herrenreiterwort hier einmal zu verwenden), hätte ich wohl nie von schöneren Dingen ab- und hier nach dem resp. ggfalls. den Rechten gesehen. Wobei es um Links-Rechts-Kategorien eben nicht ging.
            Und leider auch darum nicht: „Sowas machen jedoch der Gutartige mit Ihnen oder der Sarrazin mit der Allgemeinheit nicht, denn die argumentieren.“ Pardon, wenn ich das nur schwerlich glauben kann, überwiegt doch bei beiden (und bei ersterem leider hier in diesem Strang, wo es nun gerade nichts verloren hat) das Ressentiment.
            GG behauptet weiterhin am 13.3., „dass ich meine Mitdiskutanten grundlos zu Nazis oder Rassisten mache“. Toll argumentiert! Und so gut belegt. Ist denn Sarrazin ein Mitdiskutant?
            Weiter: „Zudem bin ich höflich genug, meine Opponenten direkt anzusprechen, während ex Gotha lieber in dem Gutsherrendeutsch dilettiert, das er mal irgendwo aufgeschnappt hat.“ Ihnen ist schon klar, dass, wenn man über jemanden schreibt, die 3. Person verwendet wird?
            Und immer noch haben Sie einen Pfeil im Köcher: „Während es natürlich vollkommen schicklich ist, Yücels derzeitiges Unglück auszubeuten, um sich moralisch aufzublasen.“ Genau. „Haltet den Dieb!“, rief der Bankräuber, dem man die Pistole entriss.
            Und dann fragen Sie: „Konkret bitte! Welche von Sarrazins Äußerungen ist rassistisch?“ Gegenfrage: Welche seiner Äußerungen ist nicht rassistisch? Ich empfehle sein Interview am 1.10.2009 in „Lettre International“, mit dem die Sarrazinade begann.
            „Jouhh, und für welche Kreise stehe ich denn?“ Gute Frage. Kornkreise? Gebetskreise? Deutschland-schafft-sich-ab-Lesekreise? Seien wir bescheiden: für die Kreise eines ebenso orientierungs- wie ratlosen Bürgertums, das sich von all den fortschrittlichen Gedanken und Umgangsformen, für welche es einmal stand, endgültig zu verabschieden beginnt.

          • Aristobulus schreibt:

            Also es verabschiede sich von etwas, das Bürgertum. Kann der Abschied endgültig sein? Beginnt man mit einem endültigen Abschied schon am Beginn des sich Verabschiedens?
            Merkwürdig auch, ich erwähnte es schon, dass seit dem Spruch „épatez le bougeois!“ das Bürgertum dauerhaft als die verdorbenste, reaktionärste, unterdrückerischste Menschenart gilt, die seitdem permanent den endgültigsten aller Abschiede übe. Übrigens stammt der Spruch etwa von 1789. Lang ist’s her.
            Und jeder, der bisher das Bürgertum abschaffen wollte, hat das auf barbarische Weise getan.

            Thomas, Sie haben das beim Lenin nachgelesen, dass das Bürgertum orientierungs- wie ratlos sei, nicht?, und dass es dann immer die Faschisten unterstütze. Seit Lenin habe das so zu sein. Neu allerdings ist der ubiquitäre Vorwurf des Rassismus. Ojwawoj… gegen welche Rasse soll es z.B. dem Herrn Sarrazin bittschön gehen, und seit wann ist der Islam eine Rasse? Und seit wann wären die Mohammedaner das ehrliche aber unterdrückte Proletariat?

            P.S.
            Ihren ersten Absatz unterschreib ich aber doppelt: Deniz Yücel sitzt in einem furchtbaren Gefängnis, und man hört & liest nichts über Regierungsverhandlungen wegen seiner Freilassung.
            Zum Speibn.
            – Jedoch: Es ist KEIN „deutsch-türkisches Machtspielchen“. Es ist ein sich totalitärisierendes Land mit einem Gröfaz, der hereinströmende (ach, die Fluten, die Metaphern!) Syrer als menschliche Druckmasse missbraucht und der die Kurden abschlachtet, und die deutsche Regierung hat sich mit diesem Abschaum eingelassen.

            Peh. Pepep. Ess.
            Zum Ressentiment: Mais non. Es ist Resseintiment gegen das Argumentieren, wenn man nicht argumentiert, sondern dem Anderen unterstellt, er habe ja bloß Ressentiments.
            Da ging es um’s Linkssein. Nu! Ressentiments habe man dagegen? Ach nicht doch. Nur ’ne deutliche und begründete Meinung halt.

          • Aristobulus schreibt:

            Noch etwas Nettes zur Untermauerung dieser Meinung:

  3. ceterum censeo schreibt:

    Je suis Yücel!

  4. Andreas Moser schreibt:

    Ich glaube, Du überschätzst, was die deutsche Regierung in solchen Fällen erreichen kann und will, wie ich selbst erlebt habe als ich – mit nur einer Staatsangehörigkeit – im Iran im Gefängnis war: https://andreasmoser.blog/2009/07/30/reports-about-my-trip-to-iran-in-junejuly-2009/

    Als ich nicht nach Deutschland zurückkehrte, sandte die deutsche Botschaft ein Fax an das iranische Aussenministerium, es kam keine Antwort, und das war’s. Und das war während der Revolution in einem Nicht-NATO-Land, nicht in einem Land, in das immer noch Hunderttausende von Deutsche in den Urlaub fahren.

    Nach einer Woche kam ich durch viel Glück und ein bißchen eigenes Verhandlungsgeschick frei, ging zur deutschen Botschaft (weil ich keinen Pass mehr hatte, und um hallo zu sagen), wo man mir dann sehr effektiv und mit viel Einsatz half, das Land zu verlassen, mir aber auch bedeutete, dass man eigentlich gar nicht so genau wissen wolle, was so alles im Gefängnis vorgefallen war. Es war offensichtlich, dass die Wirtschaftsbeziehungen wichtiger waren.

  5. American Viewer schreibt:

    Leute wie Deniz Yücel wollen ja oftmals und ganz unbedingt doppelte Staatsbürgerschaften. Und die meisten deutschen Politiker wollen das auch. Die negativen Seiten werden dabei regelmäßig übergangen und unter den Tisch gekehrt. Ein bisschen mehr Nachdenken wäre hilfreich.

    Wo ist denn das Bewertungssystem für Kommentare hingekommen? Daumen hoch, Daumen runter, das war wirklich gut.

    • Aristobulus schreibt:

      Jaha, die Daumen waren köstlich. Deniz Yücel hätte auch viele bekommen 🙂 , solche oder solche.

    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @American Viewer: „Daumen hoch, Daumen runter, das war wirklich gut.“

      Stimmt! Das war der einzige bisher bekannte Fall von Demokratie.

      • Aristobulus schreibt:

        … den sodanniglich promptest ein gewisser kleiner Erdogan irgend manipuliert hatte, um sich selber ganz viele Hochgedäumte und dafür manch Anderen die exorbitanten Gegenteile zu geben.
        Demokratie geht halt voll daneben, so bald man einen Erdogan nicht rechtzeitig erschl***.

    • Andreas Moser schreibt:

      Auch Hunderte von Deutschen ohne doppelte Staatsbürgerschaft sitzen in ausländischen Gefängnissen.
      Es ist nicht so, dass die türkische Staatsbürgerschaft die Voraussetzung dafür wäre, in der Türkei verhaftet, vor Gericht gestellt und inhaftiert zu werden. Das kann die Türkei – wie jedes andere Land auch – mit jedem machen, der mal kurz dort vorbeischaut.

      Der einzige praktische Effekt ist, dass die Türkei keine konsularische Betreuung zulassen muss, aber diese Hilfe bringt sowieso in den seltensten Fällen etwas, wie ich selbst erlebt habe als ich – mit nur einer Staatsangehörigkeit – im Iran im Gefängnis war: https://andreasmoser.blog/2009/07/30/reports-about-my-trip-to-iran-in-junejuly-2009/ – Als ich nicht nach Deutschland zurückkehrte, sandte die deutsche Botschaft ein Fax an das iranische Aussenministerium, es kam keine Antwort, und das war’s. Im Zweifelsfall sind den Leuten im Auswärtigen Amt die Wirtschaftsbeziehungen wichtiger.

      Insbesondere für türkische Männer ist es übrigens gar nicht so einfach, die türkische Staatsbürgerschaft (die man von Geburt an ohne eigenes Zutun hat) aufzugeben, ohne den Militärdienst abzuleisten. Ich würde das in einem Land wie der Türkei wahrscheinlich auch nicht machen wollen. Es ist also gar nicht immer so eine freie und bewußte Entscheidung für die mehrfache Staatsbürgerschaft.

      • Paul schreibt:

        Hallo Herr Moser,
        kann es sein, dass Sie sich mit der Aussage im letzten Absatz Ihres Kommentars geirrt haben?

        „Wenn Türken sich in Deutschland einbürgern lassen wollen, dabei aber ihren türkischen Pass behalten möchten, müssen sie nachweisen, dass ihnen durch die Aufgabe der türkischen Staatsangehörigkeit in der Türkei unzumutbare Nachteile entstehen würden. In den vergangenen drei Jahren haben jeweils nur rund 17 Prozent der Türken, die sich in Deutschland haben einbürgern lassen, ihre türkische Staatsbürgerschaft behalten. 2015 waren es 3448 von 19.674 Fällen.“
        http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschtuerken-doppelte-staatsbuergerschaft-das-sind-die-fakten-a-1106363.html

        Das verstehe ich so, dass es für türkische Männer in Deutschland nicht so einfach ist die doppelte Staatsbürgerschaft zu erlangen.
        Sie müssen aktiv etwas tun. Im Fall des Herrn Yücel bekommt dies ein anders Gesicht.

        Oder irrt sich der SPIEGEL?

        Herzlich, Paul

        • Andreas Moser schreibt:

          1) Die Angabe der 17% ist nicht allzu aussagekräftig im Zusammenhang mit dem von mir angesprochenen Problem für türkische Männer im wehrpflichtigen Alter. Die 17% beinhalten Frauen, Kinder und Rentner.

          2) Die im Spiegel angesprochene Möglichkeit, der Beibehaltung der bisherigen Staatsbürgerschaft bei Einbürgerung in Deutschland aufgrund unzumutbarer Nachteile ist im Übrigen eine andere Alternative als die der Beibehaltung wegen unzumutbarer Hürden beim Verzicht auf die türkische Staatsbürgerschaft, die ich im Zusammenhang mit der Wehrpflicht bzw. dem sehr teuren Freikauf davon angesprochen habe. Es gibt andere Länder, die ihre Staatsangehörigen gar nie aus der Staatsangehörigkeit entlassen. Diese Möglichkeit ist dort einfach nicht vorgesehen oder praktisch unmöglich. Deshalb behalten z.B. alle Libanesen oder Iraner ihre ursprüngliche Staatsbügerschaft trotz der Einbürgerung in Deutschland.

          3) Niemand „erlangt“ die doppelte Staatsbürgerschaft. Man beantragt z.B. nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Deutschland kann auch gar keine anderen Staatsbürgerschaften vergeben, entziehen oder sonstwas dazu sagen. Wir würden uns doch auch dagegen wehren, wenn Australien oder Kasachstan Gesetze über die deutsche Staatsbügerschaft erließen.

  6. Hessenhenker schreibt:

    Ich will auch heim.

  7. k.knerzje schreibt:

    Bei der Aussage „Angela Merkel, bring Deniz Yücel heim!“ stellt sich die Frage: wo ist er zu hause?

  8. A.S. schreibt:

    Sein Pech ist, dass er sich für die doppelte Staatsbürgerschaft entschieden hat. Jetzt sieht ihn der türkische Regierungsversuch als Türke an und behandelt ihn entsprechend. Da wird Deutschland wenig machen können.

    • Aristobulus schreibt:

      … nur darauf bestehen, dass Yücel einen deutschen Pass hat und nun mal Deutscher ist. Das ist ein Faktum – unabhängig davon, was die Türken über ihn als Türken sagen.

      • A.S. schreibt:

        Das ist ein Faktum, richtig.
        Nur was tun wenn die Türkei das anders sieht und sagt „der hat einen türkischen Pass und ist nun mal Türke“? Das ist (leider) auch ein Faktum.
        KSK-Kräfte zur gewaltsamen Befreiung wird Merkel kaum losschicken.

        • Aristobulus schreibt:

          Die Türkei wird das naturgemäß so sehen. Andererseits: Auch die deutsche Seite sieht etwas naturgemäß so, nämlich das erwähnte Faktum. So, und jetzt müsste nur etwas Druck-pro-Faktum ausgeübt werden. Ach ja. Wer macht’s? Das Merkel?, 😳 .
          Zumal das doch so rassistisch ist, ja nationalistisch, gell?, wenn man auf sowas Reaktionärem wie ’ner Staatsangehörigkeit besteht, oder gar darauf, dass man nun mal keinen hängen lässt.

      • aurorula a. schreibt:

        Ist nicht vor ein paar (mehr) Jahren schonmal einer mit deutsch/türkischem Doppelpass ganz ähnliches passiert?
        Nicht daß ich damit sagen will er hätte es wissen müssen … aber er hätte es vorher wissen können, zumal als Journalist. Je nachdem wie die Affäre damals ausgegangen ist, unter Umständen auch, was der Doppelpass wert ist.

        • Andreas Moser schreibt:

          Man wird in der Türkei ganz unabhängig von der Staatsbürgerschaft eingesperrt.
          Auch Deutschland sperrt übrigens Nichtdeutsche ein, so wie jedes andere Land jeden einsperren kann, der sich mal dort aufhält.

          Insofern also
          – kein Zusammenhang, und
          – Aufpassen beim nächsten Urlaub!

          • Aristobulus schreibt:

            Ja. Es geht allerdings um den fundamentalen Unterschied zwischen bloßem Eingesperrtwerden wegen einer vermuteten Straftat – und dem Verhaftetwerden als politischer Gefangener.

    • Andreas Moser schreibt:

      Auch Hunderte von Deutschen ohne doppelte Staatsbürgerschaft sitzen in ausländischen Gefängnissen.
      Es ist nicht so, dass die türkische Staatsbürgerschaft die Voraussetzung dafür wäre, in der Türkei verhaftet, vor Gericht gestellt und inhaftiert zu werden. Das kann die Türkei – wie jedes andere Land auch – mit jedem machen, der mal kurz dort vorbeischaut.

      Man entscheidet sich übrigens nicht unbedingt für die doppelte Staatsbürgerschaft, sondern man bekommt eine ohne eigenes Zutun und entscheidet sich für eine andere.
      Insbesondere für türkische Männer ist es gar nicht so einfach, die türkische Staatsbürgerschaft (die man von Geburt an ohne eigenes Zutun hat) aufzugeben, ohne den Militärdienst abzuleisten. Ich würde das in einem Land wie der Türkei wahrscheinlich auch nicht machen wollen. Es ist also gar nicht immer so eine freie und bewußte Entscheidung für die mehrfache Staatsbürgerschaft.

  9. k.knerzje schreibt:

    D.Yücel ist ein Kotzbrocken. Dies ist aber kein Grund ihn einzusperren und deswegen ist er auch nicht eingesperrt.
    Er ist eingesperrt weil es einem Diktator politisch in den Kram paßt. Und hiergegen muß man protestieren und sich wehren. Wobei es natürlich schon verwunderlich ist das unsere überwiegend Linken Journalisten wegen der übrigen eingesperrten Kollegen sich so ruhig verhalten.

    • Aristobulus schreibt:

      … haben Sie zufällig gelesen, was so einige Journalisten darüber schreiben, die sich als konservativ verstehen? Die rechnen jetzt mit Yücel ab („er hat den deutschen Volkstod gewollt!“) und rechnen ihm kalt die Chancen vor, die er hat, um lange eingesperrt zu bleiben.

      • Hessenhenker schreibt:

        Billige Nachtreter sind das.
        Wer auch immer, ich hab nix gelesen zu diesem Zeitpunkt.

        • Aristobulus schreibt:

          Ja. Wenn Du da noch nichts gelesen hast, besser so!, denn irgendwann schüttelt man sich vor Ekel, wenn man’s liest.
          Etwa diese eine österreichische Journalistin jubelt dem Yücel glatt eine bestimmte Nähe zu Martin Lejeune unter, weil Letzterer sich irgend über Ersteren geäußert haben soll. Die tut das ganz vornehm, indem sie auf vornehmste Weise alles gegen Yücel ausschlachtet, was sich nur ausschlachten lässt. Dabei sitzt er REAL als politischer Gefangener im Gefängnis eines sich totalitarisierenden Landes!, aber genau das wollen solche Leute. Die finden das irgendwie gut. Also beides. a) Endlich wird mal ein Linker eingesperrt, und b) endlich greift ein Erdogan mal richtig durch. Sind aber zu verheuchelt vornehm und zu verschlichen, als das so hinzuschreiben.
          Und dann die Kommentare, die kein Blatt vor den Mund nehmen.

          Deutsche können sowas gut, auf Liegende einzutreten. Österreicher, die noch etwas hintafotz’gere Variante, können’s noch viel gutererer.

  10. Fragende*r schreibt:

    @ Hessenhenker: wer oder was ist denn eine „Fotzenregierung“?

    • Hessenhenker schreibt:

      Eine sehr gute Frage!
      Vielen Dank für die Frage.
      Die Antwort liegt hier auf einem Zettel notiert schon auf meinem Tisch.
      Bevor ich die hier reintippe, warte ich erst mal ab, wer sich beim Raten was es sein könnte alles um Kopf und Kragen kommentiert.
      Besonders aufpassen müssen Doppelpaßinhaber, die werden leicht doppelt Opfer.

      • Aristobulus schreibt:

        … so eine hm Regierung könnte z.B. ein pussy government sein (un gouvernement de con), das sanftmütig zu den Grausamen ist, indem es dann zu den Anderen halt umgekehrt ist. So eine Regierung ist in der Tat eine tjaa Schmockregierung.

    • mühlstein schreibt:

      Fotzn ist das bayerischer Wort für „schlagen“.
      Vergleiche auch „Bockfotze“, was soviel wie „Ohrfeige“ bedeutet.
      Ein Mensch, der ein Bockfotzngesicht hat, hat ein Gesicht zu rein schlagen.

      Ich hoffe, das hilft dir bei deiner Frage. 🙂

  11. Citoyenne schreibt:

    Schwierig. Er war auch nicht als deutscher Journalist akkreditiert. Er arbeitete als Türke für ein deutsches Medium in der Türkei. Eigentlich hätte er abschätzen können, in welcher Gefahr er sich befindet und das Land verlassen müssen.
    Was mich auch besonders stört, ist das große Schweigen deutscher Journalisten, als die Kollegen von Cumhurriet etc. in den Knast gewandert sind. Von Autokorsos war weit und breit nichts zu sehen…

  12. Horst Nietowski schreibt:

    Er ist Tuerke, hat er sich selber ausgesucht.

  13. Hessenhenker schreibt:

    Die Türkei hat Yücel nicht als Deutschen, sondern als Türken eingesperrt.
    Meine Frage an die Fotzenregierung ist eine andere:
    wieso kann Denis Yücel ZWEI Staatsbürgerschaften haben,
    wenn ICH aber eine zweite Staatsbürgerschaft annehme,
    bürgert mich das komische Deutschland auch gegen meinen Willen aus?
    Das interessiert kein Schwein.
    Offenbar hat Yücel mehr Rechte als ich.

    • Bruno Becker schreibt:

      Offenbar hat Yücel mehr Rechte als ich.

      Das ist nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem schliesse ich mich der Meinung G.B.’s an. Y. mag noch so viel Blödsinn in die Tasten gehauen haben, in der Türkei sitzt er nicht deswegen ein. Dort sitzt er ein, weil er mal was richtig gemacht hat.

    • Jens Richter schreibt:

      Zum Glück hat er nicht noch eine spanische Staatsbürgerschaft. Alle müssen ihn dann heimholen. Das wird ein Gezerre.

    • Andreas Moser schreibt:

      So ein Unsinn. Niemand wird „als Deutscher “ oder „als Türke“ eingesperrt, sondern im Fall von Herrn Yücel „als Journalist“.

      Nach Deiner Logik dürfte Deutschland dann ja keine Nichtdeutschen einsperren.

      Und wenn Du § 25 II StAG beachtest, kannst Du eine zweite, dritte, vierte u.s.w. Staatsbürgerschaft annehmen, ohne die deutsche zu verlieren. Niemand hat mehr Rechte als Du, aber andere Leute lesen halt mal das Gesetz bevor sie herumkommentieren.

      • Aristobulus schreibt:

        Darum geht’s aber nicht. Es geht eben nicht darum, ob einer als Eskimo eingesperrt wird: Im Fall Yücel geht es ausschließlich um Einsperrung als politischer Gefangener.
        Das hat wohl jeder hier vorausgesetzt!, ehe er kommentiert hat.

        P.S.
        Zu diesem Paragraphen: Aber nein. Wer eine andere Staatsbürgerschaft durch eigenen Initiative annimmt, verliert den deutschen Pass. Anders ist es, wenn er die andere Staatsbürgerschaft einfach verliehen bekommt: Dann verliert er die deutsche natürlich nicht.

        • Hessenhenker schreibt:

          HIER hatte ich eigentlich auf Andreas Moser antworten wollen,
          aber hier war die Kommentarfunktion plötzlich geschlossen.
          Wenigstens hat sich das Prinzip der Ablehnung im anderen Thema geäußert.

  14. anti3anti schreibt:

    DY ist Doppelstaatsbürger, somit in der Türkei Türke und kein Deutscher.

    • Aristobulus schreibt:

      … da fehlt doch glatt die Hälfte!
      Die Fehlende geht so: Er mag in der Türkei Türke sein (erste Hälfte), aber hier ist er ein Deutscher (zweite Hälfte), der (jetzt rutscht das Glechgewicht der Formel weg) als Deutscher UND politischer Gefangener in einem türkischen Gefängnis sitzt.

  15. Hein schreibt:

    Die Türkei kennt keine doppelte Staatsbürgerschaft an. Für sie ist Deniz Yücel Türke und sonst nichts. http://www.marcogallina.de/2017/03/01/ich-bin-nicht-deniz/

    • Aristobulus schreibt:

      Guter Artikel, Hein. Aber!
      (Dieses Aber find ich ja ungleich ausschlaggebender als die wohlabgewogenen kühlen Argumente vom Marco Gallina, warum Deni Yücel es irgendwie dreifach verdient habe, da in einem furchtbaren Knast zu schmoren. Das hat er nämlich nicht. Und er muss da rausgeholt werden.)

Seid gut zueinander!

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