Sean Spicer behauptet, Hitler habe niemals chemische Waffen benutzt

„Nicht mal eine so verabscheuungswürdige Person wie Hitler sank so tief, dass er chemische Waffen einsetzte.“

„You know, you had someone as despicable as Hitler who didn’t even sink to using chemical weapons.“

Das hat der Pressesprecher des Weißen Haus, Sean Spicer, gesagt!

Was lernen wir daraus?

Laut Sean Spicer ist Zyklon B entweder keine chemische Waffe oder aber Hitler hat kein Zyklon B benutzt.

Ich weiß nicht welche Aussage schlimmer ist.

Auf Nachfrage erklärte Sean Spicer:

„Er (Hitler) hat das Gas nicht gegen seine eigenen Leute gerichtet in der gleichen Weise, wie Assad es tut. Er (Hitler) brachte sie in Holocaust-Center.“

„He was not using gas on his own people in the same way that Assad is doing. He brought them into the Holocaust centers.“

Ich weiß nicht, ob es das besser macht. Ich habe allerdings drei Fragen für künftige Ausflüge in diese Richtung:

Ist „Holocaust-Center“ das neue Vernichtungslager?

Ist Hitler besser oder schlimmer als Assad?

Was kommt als nächstes? Wird Sean Spicer zum Thema Abtreibung bald sagen:

„Nicht mal eine so verabscheuungswürdige Person wie Hitler sank so tief, dass er eine Schwangerschaft abbrach.“

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26 Antworten zu Sean Spicer behauptet, Hitler habe niemals chemische Waffen benutzt

  1. Eitan Einoch schreibt:

    Hitler – schon wieder… gähn!
    Keine Sorge, liebe Deutschen, den Hitler macht euch niemand nach. Der war EUER Meisterstück – und den könnt ihr schön behalten.

  2. max schreibt:

    Man muss schon ziemlich viel bösen Willen haben, um um diese Aussage ein solches Bohei zu machen. Jeder weiss, wie Spicer es gemeint hat, vor allem in dem Kontext (C-Waffeneinsatz in Syrien). Pech für alle Schweinchen-Schlaus, dass Zyklon B keine C-Waffe ist. Spicer hat also schlicht recht gehabt.
    Dass Hitler-Vergleiche nicht schlau sind, ist ein anderes Kapitel.
    Erstaunlich ist allerdings, dass es den Hysterisierten offensichtlich nicht auffällt, mit welchen Doppelstandards sie hantieren. Während die wirklich Israel- und damit auch judenfeindliche Politik des Messias wenn überhaupt nur schwach kritisiert wurde, wird bei Trump um jedes Komma ein Geschiss veranstaltet, dass Gott erbarm.
    Man soll und muss die Administration Trump kritisieren, wenn es etwas zu kritisieren gilt. Nur sind vielleicht diejenigen, die die verheerende (nicht nur) Aussenpolitik des Messias bejubelt oder zumindest dazu freundlichst geschwiegen haben, nicht die glaubwürdigsten Kritiker.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Die Deutschen gehen halt auf die Barrikaden, wenn jemand versucht, ihrem Führer Konkurrenz zu machen. Man ist schließlich stolz darauf, den größten Superschurken der Geschichte hervorgebracht zu haben. Wer den Deutschen diesen Pokal streitig macht, kriegt Ärger.

      • Aristobulus schreibt:

        Yep. Insofern besitzen die Deutschen gemeinsam mit dem positiven Hitlermonopol (unser Adolf und nicht eurer, ätsch!) auch das negative Monopol der Hitlervergleiche, das man gern anwendet, indem man Israel immer mal wieder mit den Nazis gleichsetzt (man hat als Hitlermonopolist schließlich die Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Juden nicht rückfällig werden), aber fuchsteufelswild wird, wenn ein a) kulturloser und b) auch noch TRUMP-Amerikaner mal dem Assad den Hitler reinwürgt.

  3. A.S. schreibt:

    Politiker, die dummes Zeugs reden um ihr Handeln zu rechtfertigen, gibt es überall. Warum sollte die US-Regierung da eine Ausnahme bilden?

  4. huhuguck schreibt:

    “ Es ist keine „chemische Waffe“ laut Definition. Spicer hat technisch gesehen schon Recht….
    Es ist ja nicht falsch, was er sagt. Es fält nur auf, weil er es in anderen als in den gewohnten Worten sagt….. Dass Assad Leute vergasen lässt, kann man nicht bestreiten“
    glaube kaum, dass er die KZ’s vergessen hat, sondern etwas ganz anderes meinte –
    stimmt = unglueche bis absurde darstellung
    ich schreibe das als deutsche juedin mit beinahe 90 vergasten familienangehoerigen.

    • Aristobulus schreibt:

      Aber was möchten Sie damit mitteilen?

      Zyklon B war in der Tat keine chemische Kriegswaffe. Die Judenvernichtung hatte mit dem zweiten Weltkrieg ja nichts zu tun (wobei nur Revisionisten wie Ernst Nolte es so darstellen, als sei die Judenvernichtung irgendwie ein Teil der deutschen ‚Verteidigung gegen den Bolschewismus‘ gewesen).
      Spicer sagt in der Tat nichts, das sachlich falsch wäre. Er drückt es nur etwas anders aus als gewohnt. Warum sollte er das nicht dürfen?
      Assad LÄSST massenhaft Leute vergasen. Ob nun Hitler dies, oder ob nun Hitler das: Assad lässt Massen vergasen! Mit GAS. Das ist eine Tatsache.

      Ich schreibe das als deutsch-französischer Jude mit einem ermordeten Großvater (mein Vater war in den Lagern, meine Mutter war versteckt). Und?, macht das die Aussagen über Hitlern oder über Assad nun wahrer oder anders?

  5. Philipp schreibt:

    „He was not using gas on his own people in the same way that Assad is doing. He brought them into the Holocaust centers.“

    Hat der Typ noch alle Tassen im Schrank?

    • Aristobulus schreibt:

      Es ist ja nicht falsch, was er sagt. Es fält nur auf, weil er es in anderen als in den gewohnten Worten sagt.
      Dass Assad Leute vergasen lässt, kann man nicht bestreiten…

  6. Aristobulus schreibt:

    „Holocaust-Center“ klingt zwar merkwürdig, ungewohnt und irgendwie deviant, ist jedoch nicht der schlechteste Ausdruck: Der Ausdruck Vernichtungslager (extermination camp) hat immerhin zwei Silben mit Ferienlager (vacation camp) gemeinsam, ist also durchaus kein glücklich gewählter Ausdruck.

    „Holocaust-Center“… gemeint sind die verschiedenartigen Brennpunkte der Schoah. Darunter fallen natürlich die Vernichtungslager, aber auch die reinen Arbeitslager, so wie die Zwangsarbeiterlager neben den deutschen Rüstungsfabriken so wie diese selbst (Dora-Mittelbau usf.), aber auch geografische Orte wie Babyn Jar, an denen die Deutschen Massenmorde durchgeführt haben.

    Insofern ist „Holocaust-Center“ wohl ein gültiger, präziser Ausdruck für die Gesamtheit der Orte und Methoden der Schoah.

    • Aristobulus schreibt:

      Mal in anderer Reihenfolge: „The centres of the Holocaust“.
      Voilà. Damit ist der unbeabsichtigt ungeschickte Gleichklang mit business centres usf. verschwunden. Also trifft „the centres of the Holocaust“ den Sachverhalt.
      Dann kann man auch die drei kurzen Bezugsworte weglassen und „Holocaust-centres“ sagen.

  7. American Viewer schreibt:


    Laut Sean Spicer ist Zyklon B entweder keine chemische Waffe oder aber Hitler hat kein Zyklon B benutzt.

    Es ist keine „chemische Waffe“ laut Definition. Spicer hat technisch gesehen schon Recht.

    Chemische Waffen sind z.B. laut wikipedia z.B. „toxisch wirkende, feste, flüssige oder gasförmige Substanzen oder Gemische“, die – [und jetzt wird es technisch] in Verbindung mit der notwendigen Waffentechnik zur hergestellt wurden, um Menschen in kriegerischen Auseinandersetzungen sowie bei Terror- und Sabotageakten zeitweilig kampf- bzw. handlungsunfähig zu machen oder zu töten

    Man braucht also neben dem chemischen Stoff zwei weitere Kriterien: Waffentechnik zur Ausbringung und eine wie auch immer geartete Kampfhandlung.

    Und weiter:

    „Während des Zweiten Weltkrieges war die einzige Nation, die chemische Waffen einsetzte, das Kaiserreich Japan.“

    Zyklon B ist schlecht als chemische Waffe geeignet, da es keine gute Möglichkeit gibt es in Kampfhandlungen mit entsprechender Waffentechnik einzusetzen.

    Natürlich war der Massenmord an Zivilisten kein Stückchen besser, sondern (wenn man hier überhaupt eine Hierarchie vornehmen will), sogar noch schlimmer.

    • Kanalratte schreibt:

      Nur mal zur Info: Zyklon B wurde „nur“ in wenigen Vernichtungslagern (Auschwitz, Majdanek) eingesetzt. In den anderen Vernichtungslagern, Gaswagen sowie den T4- Tötungsanstalten wurden Motorabgase zur Tötung von Menschen verwendet.

      Dass es im Kriegseinsatz der Deutschen keine chemischen Waffen gab, macht diese Aussage nicht besser. Wenn dieser Mann dann auch noch von „he was not using gas on his own people…“, „Holocaust centers“ spricht, dann hat er offenbar null Ahnung von den historischen Ereignissen.

      • Aristobulus schreibt:

        Spicer wollte Assads Exterminationskrieg mit chemischen Waffen als das Gräuel hinstellen, das es nun mal ist. Das war richtig von ihm.
        Dann, um noch eins draufzusetzen, hat er den Fehler gemacht und Hitlern in die Argumente eingebaut. Das geht leider fast immer daneben.
        Spicer wird den Fehler wohl nicht wieder begehen.

        • Clas Lehmann schreibt:

          Sieht er ihn denn schon ein, den Fehler? Dann bestünde Hoffnung.

          Das andere ist, dass Assads Exterminationskrieg auch ohne chemische Waffen hinreichend und unvergleichlich gräulich ist, und dass Vergleiche bei der Beschreibung des Unvergleichlichen… man soll das nicht.

          Man soll das benennen, was ist, an Barbarei, und nicht, inwiefern es besser, gleich oder schlimmer einer anderen Barbarei ähnlich sei…

          • ZetaOri schreibt:

            @Clas Lehmann April 12, 2017 um 2:59 am

            „Sieht er ihn denn schon ein, den Fehler? Dann bestünde Hoffnung. […]“

            Zumindest hat er sich schon entschuldigt:

            „[…]
            Er habe „fälschlicherweise“ einen „unangebrachten und unsensiblen“ Bezug zum Holocaust hergestellt, sagte Spicer am Dienstag im Fernsehsender CNN. „Es gibt keinen Vergleich“, fügte Spicer hinzu. „Dafür entschuldige ich mich. Es war ein Fehler, das zu tun.“
            […]“

            War doch recht prompt, nicht?

          • Aristobulus schreibt:

            … er hätte freilich Vergleiche ziehen können, nicht?, aber freilich nicht in einer schnellen Rede mal eben so. Um solche Vergleiche zu ziehen, braucht’s schon einen wissenschaftlichen Aufsatz mit Fußnoten & Zitaten, der alles von allen Seiten beleuchtet.

          • Aristobulus schreibt:

            … wenn man aber nur Regierungssprecher ist und halt keine wissenschaftlichen Artikel schreibt!, soll man solche Vergleiche halt sein lassen.
            Denn die müssen ja nicht.
            Die Feststellung ist ja völlig hinreichend, dass Assad massenhaft Leute vergast. Da muss man nicht noch die Hitlersahne drauftüpfeln.

      • American Viewer schreibt:

        Ja stimmt, historische Kenntnisse sind leider keine ur-amerikanische Stärke.

        • Aristobulus schreibt:

          Ja; da hat man es lieber mit dem aktiven Gestalten der Gegenwart (jedoch hach, Europäer, die es ja so mit Geschichte haben, lassen sich lieber die Gegenwart verunstalten und wollen’s dann nicht gewesen sein, und ja auch nicht in der Geschichte).

    • aurorula a. schreibt:

      Der vorsätzliche Massenmord an Zivilisten ist ein Kriegsverbrechen.
      Der Einsatz von Chemiewaffen ist ein Kriegsverbrechen.
      Verbrechen gegen die Menschheit bleibt Verbrechen gegen die Menschheit.
      Welches von beiden es nun sein darf ist höchstens als Fußnote etwa so relevant wie die Unterscheidung, ob ein mit einem Langen Messer Ermordeter erschlagen, niedergemäht oder erstochen wurde. Der ist tot, das Lange Messer war das Mittel dazu, und daß ihn jemand umbringen wollte war die Ursache.

      Assad vergast, wie Ari schon mehrfach betont hat, massenhaft Leute – wer einigermaßen zivilisiert ist, sperrt den ein und schmeißt den Schlüssel weg. Wer das ein paar Sekunden lang vergisst mit der Zivilisation, zieht vielleicht das Lange Messer; und keiner denkt danach deshalb schlechter von ihm.

  8. klartext77 schreibt:

    Auch 70 Jahre nach der Schoa können und/oder wollen viele Leute die Einzigartigkeit und Monströsität dieses bisher größten Verbrechens gegen die Menschlichkeit nicht wahrhaben. Als Pressesprecher hat er sich mit den unsäglichen Äußerungen arg disqualifiziert. Trump müßte ihn schleunigst durch jemanden ersetzen, der fähiger und eloquenter ist. Es war ja auch nicht sein erster Fehler; Spicer hat sich schon einige Male während seiner kurzen Amtszeit vergaloppiert. Dieses Mal besonders heftig.

Seid gut zueinander!

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