Eurovision: Israel raus – Marokko rein?

Während der israelischen Punktevergabe im Finale des Eurovision Song Contest am 13. Mai 2017 in Kiew kündigte der Punktesprecher Ofer Nachshon die Schließung des israelischen Fernsehsenders Israel Broadcasting Authority (IBA) an, die am selben Abend nach der Übertragung des Wettbewerbs vollzogen wurde. Dadurch ist Israel zunächst einmal nicht mehr berechtigt, am Eurovision Song Contest teilzunehmen, da der Nachfolger der IBA, die IBC, bisher noch kein Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU) ist. Der Eurovision Song Contest wird jedoch von der EBU veranstaltet und nur die Rundfunkanstalten aller Staaten der EBU sind teilnahmeberechtigt. Die Teilnahme Israels ist somit nicht sicher.

Dieser Umstand könnte in den nächsten Monaten für ein paar unschöne Schlagzeilen sorgen, denn eine Abwesenheit Israels öffnet eben jenen Judenhassern die Tür zum Eurovision Song Contest, die bisher draußen geblieben sind.

Nachdem Israel den Eurovision Song Contest zweimal hintereinander gewonnen hatte, nämlich 1978 und 1979, entschied sich der austragende israelische Sender, ein Jahr zu pausieren. Diese Entscheidung nutze Marokko und bestätigte seine Teilnahme am israelfreien Wettbewerb.

Im Jahr 2015 meldete Marokko aufgrund einer wahrscheinlichen Absage Israels erneut Interesse am Eurovision Song Contest an. Als Israel aber doch seine Teilnahme für 2015 bestätigte, sagte Marokko am 31. Oktober 2014 seine Teilnahme ab und bleibt dem Wettbewerb fern. Marokko weigert sich schlicht gemeinsam mit Israel an einem Wettbewerb teilnehmen. Für die marokkanischen Verantwortlichen ist schon allein die Existenz von israelischen Menschen ein Affront. Im Jahr 1977 zog auch Tunesien aus dem selben Grund seine Teilnahme am Eurovision Song Contest zurück.

Der Libanon meldete sich für den Eurovision Song Contest 2005 an und wählte die Sängerin Aline Lahoud aus, um das Land mit „Quand tout s’enfuit“ zu vertreten. Es kam jedoch zu einer Auseinandersetzung mit der EBU, da der Libanon Ausblendung der verantwortliche libanesische Sender Télé-Liban den israelischen Beitrag ausblenden wollte. Die EBU verlangte jedoch, dass alle Lieder gesendet werden müssten. Dies wollte Télé-Liban nicht garantieren, weshalb der Libanon dem Wettbewerb fern blieb.

Im Jahr 2018 wird Israel vermutlich nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen. Ich wette, die Bewerbungen Marokkos und des Libanons werden nicht lange auf sich warten lassen.

Ich hoffe, die EBU und Israel finden einen Weg, eine neue Teilnahme zu ermöglichen und ich wünsche mir, dass Marokko, Tunesien und der Libanon dennoch, nein, gerade deswegen ebenfalls teilnehmen, denn der Eurovision Song Contest ist und bleibt eine große, alberne Friedensdemo.

Im Jahr 1955 wurde der Eurovision Song Contest ins Leben gerufen. Es war zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit kamen ein paar Menschen auf die Idee, einen Wettbewerb zu veranstalten, bei dem die Länder, die noch vor kurzem im Krieg miteinander lagen, sich statt Bomben nun Lieder um die Ohren hauen sollten. Länder, die sich einst spinnefeind waren, schoben sich nun Punkte für Lieder zu.

Sollte es im Jahr 2018 in Portugal zu einer Teilnahme Marokkos, Tunesiens und/oder des Libanons kommen, weil Israel nicht teilnehmen kann, wird das einen traurigen Schatten auf den Wettbewerb werfen.

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37 Antworten zu Eurovision: Israel raus – Marokko rein?

  1. caruso schreibt:

    Allen – die Hintermänner inbegriffen – die wegen Israel nicht antreten soll die Stimme im Hals stecken bleiben. Endgültig. Das ist kein sehr frommer Wunsch, klar, aber ich habe genug von
    diesen Idioten.
    lg
    caruso

  2. Mike schreibt:

    Die Überschrift klingt wie ein Motto der Bundesregierung für die Bundesrepublik

  3. O. Paul schreibt:

    Umreißen wir mal Europa und schon dürfte es keine Diskussion mehr geben. Weder Libanon noch Marokko liegen in Europa. Selbst Australien nicht, oder habe ich mich da geirrt und man hat die Kontinenteaufteilung auf der Erde neu definiert?

  4. ceterum censeo schreibt:

    Ich freue mich schon auf Kopptuchtrullas und feurige orientalische Barden! Vielleicht guck ich mir die Show dann mal an. Muß ja mein Agressionslevel halten

    • O. Paul schreibt:

      Das Level bleibt ständig oben- bei jedem Scheiß- TV- Beitrag wird so ein Kopftuch durch Bild geschoben. Es soll Normalität vorgaukeln.

      • ceterum censeo schreibt:

        Normalität ist es laut der meisten Werbeblättchen heute auch, daß in der klassischen Familie mindesten ein Mikrofon- oder Rastakopf rumspringt. Schau Dir mal den letzten Ikea-Katalog an! Bunter geht’s nicht mehr.
        Oder nein, laß es lieber!

        • grafikpolizei schreibt:

          Wenn es braune Arschgeigen ärgert, soll es mir nur Recht sein.

          • Sophist X schreibt:

            Und immer schön auf Regierungskurs bleiben.

          • grafikpolizei schreibt:

            Ich bin lieber auf Humanismuskurs.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @grafikpolizei

            Was haben ausgerechnet Sie gegen braune Arschgeigen? Nach meiner Einschätzung sind es Ihre engsten Verwandten.

          • grafikpolizei schreibt:

            Da kannst du mal sehen, wie man sich täuschen kann.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            Was lässt Sie glauben, dass ich mich getäuscht habe?

          • Aristobulus schreibt:

            Hahaa, der mit dem etwas zu offenen Munde mag den Ikeakatalog. Welch ein G’schmack.
            Kauft er seine Teuerbadetücher („Apfrotta“) dorten in Rot oder Grün?, und stellt er sich wirklich bald das Sideboard („Jämtta“, 580 Tacken) hin, oder ist das nicht nachhaltig genug
            Fragen über Fragen.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Aristobulus: „Hahaa, der mit dem etwas zu offenen Munde mag den Ikeakatalog.“

            Gott ja! Warum sollte er nicht das lesen wollen, was er am ehesten versteht.

          • Aristobulus schreibt:

            Er kann immerhin ein schwedisches Wort: Rastalocka.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Ari

            Mehr konnte er aus dem Intensivkursus wohl auch nicht herausholen.

          • Aristobulus schreibt:

            … nur noch, dass die sein müssen, so aus antikolonialistischer Herzenspflicht, weil man eine braune Armgeige sei, wenn man die schmuddelich, verkifft, oder gar beides findet.

          • Aristobulus schreibt:

            Und ach jeh, diese Humanismusintensivkurse sind heutzutage auch nich‘ mehr, was sie mal waren. Man kommt raus und ist nichtmal ein Viertel humaner.

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            @grafikpolizei
            Wenn ich den Cicerone durch die hiesige Kommentatorenwelt geben soll, dann muss ich wohl – einmal abgesehen davon, dass dieser Blog eh von einem Pulk von AfD-Trolls geentert wurde – auf zwei besonders exemplarische Exempare hinweisen, die sich hier bemerkbar gemacht haben: der eine, cc, erweist sich einmal mehr und in aller Schlichtheit als der paranoide Rassist, der er ist (er mag es nicht einmal mehr leiden, dass in einem Möbelkatalog Leute auftauchen, die – zu ihrem mutmaßlichen Glück – anders aussehen als er), der andere, gg, ist mehr auf die Methode verfallen, sich bei den – vermeintlichen und tatsächlichen – Wortführern einzuschleimen, um aus dieser gesicherten Position heraus um so hemmungsloser auf alle zu schimpfen, die ihm nicht passen oder die er als Linke begreift. Dass er dabei sowohl jegliches Benehmen vermissen läßt als sich auch div. Schweinereien, auf die ich hier ebenso nicht eingehen will wie auf seine unfassbaren Tölpeleien, erlaubt, gehört zu seinem Konzept, das auch das notorische Beharren auf der dümmsten aller Totalitarism-Theorien, nämlich der, dass die Nazi- eine linke, sozialistische Bewegung gewesen sei, beinhaltet. Daher rührt dieser, eigentlich sinnfreie Satz: „Was haben ausgerechnet Sie gegen braune Arschgeigen? Nach meiner Einschätzung sind es Ihre engsten Verwandten.“ Und dann, ein trauriges Schauspiel, springt ihm auch noch Wortführer Aristobulus, dem offenbar vor gar nichts mehr graut, bei wie der große dem irgendwie depperten kleinen Bruder. Warum? Weil es hier eben doch immer seltener um Aufklärung und Dialog geht, sondern um Kumpanei und gemeinschaftliches Wegbeißen unliebsamer Beiträger.

          • Aristobulus schreibt:

            Tja, Thomas, was solle’mer machen?, ich graue mich wahrhaftig vor gar nichts mehr, nichtmal vor Ihnen (vertehen Sie das aber bitte nicht zu falsch).

            Die Nazipartei hieß wohl etwas mit nationalsozialistisch, nein?
            Und welchen Sinn soll es haben, sog. linke von sog. rechten Kollektivisten zu sondern; also in Richtung Tatsachen schreitet man dabei jedenfalls nicht voran, hingegen warum tun manche es dennoch: Um die eigene Gruppe als Opfer der Anderen hinzustellen.

            Anarchisten sind Opfer der Kommunisten, Trotzkisten sind Opfer der Bolschewisten, Menschewisten sind auch Opfer der Bolschewisten, und Bolschewisten sind Opfer anderer Linker, Linkerer und linksrechtester Kollektivisten, so wie die Strasser-Sozialnationalen die Opfer der Hitler-Nationalsozialen sind, usw. usf. …
            gääähn. Pardon.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Morbus ex Gotha:  „… der andere, gg, ist mehr auf die Methode verfallen, sich bei den – vermeintlichen und tatsächlichen – Wortführern einzuschleimen, …“

            Können Sie diese Behauptung mit irgendwelchen Beispielen belegen oder bleibt es bei dem üblichen Deppengeschwätz?

            @Morbus ex Gotha:  „… um aus dieser gesicherten Position heraus um so hemmungsloser auf alle zu schimpfen, …“

            Sofern ich hier eine gesicherte Position habe, erhalte ich diese von Gerd Buurmann! Er gibt uns die Gelegenheit, in seinem Blog unsere Ansichten zu äußern. Niemand sonst! Davon abgesehen bleibt es unklar, wozu es einer „gesicherten Position“ bedarf, um Ihr naives Geschwafel zu beantworten.

            @Morbus ex Gotha:  „Dass er dabei sowohl jegliches Benehmen vermissen läßt …“

            … liegt häufig in der Sicht gewisser Betrachter, deren Intelligenz zu knapp bemessen ist, um zu begreifen, dass es auch nicht von gutem Benehmen zeugt, Andersdenkende als „braune Arschgeigen“ zu bezeichnen.

            @Morbus ex Gotha:  „… gehört zu seinem Konzept, das auch das notorische Beharren auf der dümmsten aller Totalitarism-Theorien, nämlich der, dass die Nazi- eine linke, sozialistische Bewegung gewesen sei, beinhaltet.“

            Meine dümmste „aller Totalitarism-Theorien“ habe ich so oft erklärt und belegt, dass es nur noch am dümmsten aller Leser liegen kann, wenn diese nicht von jedem begriffen wird.

            @Morbus ex Gotha:  „Und dann, ein trauriges Schauspiel, springt ihm auch noch Wortführer Aristobulus, …“

            Fakten oder Gelaber, verehrter Großdenker! Inwiefern ist Aristobulus ein Wortführer?

            @Morbus ex Gotha:  „… dem offenbar vor gar nichts mehr graut, bei wie der große dem irgendwie depperten kleinen Bruder. Warum?“

            Tja warum? Dabei stünde Aristobulus doch ein viel depperer kleiner Bruder zur Verfügung.

            @Morbus ex Gotha:  „Weil es hier eben doch immer seltener um Aufklärung und Dialog geht, …“

            Na und? Sollen die Schwachen und Hilflosen etwa ausgegrenzt werden?
            Aufklärung und Dialog würden Sie unweigerlich vertreiben, Herr ex Gotha.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Ari

            Und Röhm war das Opfer Hitlers.

          • Aristobulus schreibt:

            Yep, und Hitler war ein Opfer von ~sozialisten ohne das National~ vor dem Schwung, und übrigens wurden die zurückkehrenden Sowjetsoldaten, die westliche Länder gesehen hatten, alle (alle!) das Opfer Stalins, der zuvor beständig gefürchtet hatte, ein Opfer der Trotzkisten zu werden.

            … Totalitäre bringen einander um, und sie sind einander feindlicher als jeder sonst. Wehe, wenn ein Totalitärer nicht Leibstandarte des Propheten ist, sondern Leibgarde des Propheten, dann gilt er als schlimmer als Satan und die Zionisten persönlich.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            Ari: „Totalitäre bringen einander um, …“

            Leider viel zu selten, da es den Totalitären doch wenigstens einen menschlichen Zug verleiht.

          • Aristobulus schreibt:

            Aber die wachsen wieder nach, wie der Riesenbärlapp mit siebzehn Medusentotalitärbrennblättern da, wo Rosen oder Gänseblümchen wachsen könnten.

          • Aristobulus schreibt:

            Waah.
            Wie war das anno 1970 in Syrien, Gutartigster: Das hat die Muslimbruderschaft (jaha, eine totalitäre, weitverzweigte, reiche Organisation, gegründet 1928 von Hassan Al-Banna) einen Aufstand gegen die mohammedanisch-alevitische Staatsgewalt von Assad-père unternommen, woraufhin der Diktator die Stadt Hama mit dreißig- bis vierzigtausend Einwohnern ausgelöscht hat. Ausradiert, exterminiert.

            Die Muslimbruderschaft wuchs nach, so lange bis sich ein Obama fand (Produkt von Tammany Hall aus Chicago), der die Muslimbruderschaft überall gestärkt hat, wo er nur konnte, sodass sie in ein paar bis dato ’nur‘ kleptokratisch-mohammedanischen Ländern die Macht übernahm.
            Al-Kaida, al-Shabab usw. usf. sind alle mit der Muslimbruderschaft verbunden, und sie bringen im Alltag Tausende um, programmatisch. Zum Anderen sind da Schiiten von Teherans Gnaden, die die sunnitische Muslimbruderschaft und ihre Derivate massakrieren, indem sie ebenso terroristisch herumbomben. Während das sunnitische Saudi-Arabien die Schiiten abschlachtet und im Jemen einen Dauermordkrieg führt, während der schiitische Iran seine Mordkriege überall durch Stellvertreter usf. usf.

  5. American Viewer schreibt:

    Sollte es im Jahr 2018 in Portugal zu einer Teilnahme Marokkos, Tunesiens und/oder des Libanons kommen, weil Israel nicht teilnehmen kann, wird das einen traurigen Schatten auf den Wettbewerb werfen.

    Trauriger Schatten? Das ist die „Zukunft“ des EU-Konglomerats…

    Ich würde diese Staaten sogar aufnehmen. Richtig lustig wird es doch erst, wenn Israel dann wieder hinzukommt. Dann müssen diese Staaten zähneknirschend bleiben oder aber zugeben, dass sie aufgrund ihres Israel-Hasses wieder austreten.

    Und nebenbei erwähnt: Bibi hat scheinbar das maßlos überteuerte israelische Staatsfernsehen ein bisschen reformiert. Ich wusste gar nicht, dass die Israelis auch GEZ-Funk haben. Ist doch schön, wenn sich da mal was bewegt. Daran sollte sich Mitteleuropa ein Vorbild nehmen.

    • O. Paul schreibt:

      Diese Staaten sind eingefleischte Israelhasser- auch wenn mitteleuropäische Vorzeige- Demokraten das nicht merken oder sehen.

Seid gut zueinander!

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