Gedanken zum Kopftuch von Gerd Buurmann

Stellen Sie sich mal vor, ein Mann kommt mit einem Napoleonhut zur Arbeit. Wie würde die Chefin wohl reagieren?

A: Komischer Hut.

B: Komisch?

A: Ja, schon ein bißchen.

B: Das ist nicht komisch.

A: Ist schon wieder Karneval?

B: Das beleidigt mich!

A: Warum?

B: Ich trage den Hut aus ernsten Gründen!

(A lacht. B ist empört.)

A: Tut mir leid.

B: Schon gut.

A: Und?

B: Und was?

A: Warum diese Kopfbedeckung?

B: Weil ich Napoleon verehre.

A: Napoleon?

B: Ja.

A: Der Feldherr?

B: Ja!

A: Ist heute irgendein Gedenktag bezüglich Napoleon?

B: Nein. Ab heute gehe ich jeden Tag so aus dem Haus.

A: Jeden Tag?

B: Ja!

A: Warum?

B: Weil ich zeigen will, dass ich Napoleon verehre.

A: Okay. Aber warum unter all den Feldherrn gerade ihn?

B: Weil Gott es so will.

A: Gott?

B: Ja!

A: Und das wollen Sie auch bei der Arbeit tragen?

B: Ja!

Ich würde mich nicht wundern, wenn die Chefin diesen Typen einfach feuern würde. Wer seine Mode nach einem längst verstorbenen Feldherren ausrichtet, um damit einen unsichtbaren Freund zu huldigen, darf getrost als leicht meschugge angesehen werden. Dabei ist es egal, um welchen Feldherrn es sich handelt, ob nun um Napoleon, Cäsar, Barbarossa, Hitler oder Mohammed.

Es gibt viele Gründe, ein Kopftuch zu tragen. Bei gewissen Wetterlagen zum Beispiel kann ein Kopftuch sehr hilfreich sein. Es ist nicht wichtig, was auf dem Kopf ist, sondern was in dem Kopf ist. Wenn sich aber eine Frau verhüllt und dies mit einem unsichtbaren Freund begründet, der einem männlichen Feldherren vor eineinhalb Jahrtausenden gesagt haben soll, wie sich Frauen von heute anzuziehen haben, dann ist meiner bescheidenen Meinung nach noch viel Platz in diesem Kopf frei.

Was würde wohl passieren, wenn Nazis plötzlich sagen, Gott hätte ihnen zugeflüstert, ihre Frauen müssten Hakenkreuze auf ihren Köpfen tragen? Würde aus Politik dann plötzlich Religion und Nazis genössen den Schutz nach Artikel 4? Kämen Nazis dann sogar mit dem Judenhass davon wie heute so viele Islamisten?

Was, wenn die Nazis auch noch erklären, in der Bibel und im Koran stünden auch schlimme Sachen und darum dürfe man „Mein Kampf“ nicht anders behandeln als alle anderen historischen Bücher? Außerdem müsse man das Buch im Kontext lesen und „Heil“ bedeute Frieden und überhaupt, wer kein Deutsch kann, könne „Mein Kampf“ eh nicht richtig verstehen.

In Deutschland darf jede Frau anziehen, was sie möchte. Das garantiert Artikel 2 in unserem Grundgesetz. Auch die Männer dürfen Kopftuch tragen. Das garantiert Artikel 3. Sie dürfen damit jedem Gott huldigen. Das garantiert Artikel 4. Allerdings dürfen über all diese Dinge auch Witze gemacht werden. Das garantiert nämlich Artikel 5.

Neben dem Kopftuch gibt es noch die Burka. Für Damenwäscheträger ein einfaches Muss. Einfacher geht Travestie nicht. Kein Make-Up, kein Rasieren, nur Kopftuch drüber, fertig und aus einem Mann wird eine Frau. Die Schwulenparade in Islamabad kann kommen!

Warum tragen nicht viel mehr Männer Burka, vor allem die Spanner? Und überhaupt, alle reden immer nur über ein Kopftuchverbot für Frauen. Warum redet eigentlich niemand über ein Kopftuchverbot für Männer? Weil Männer diese Dinger nicht tragen. Sie sind ja nicht bescheuert.

Obwohl ich es schon bedenklich finde, dass sich kaum Männer mit Kopftuch in öffentlichen Ämtern finden. Das kann nur mit einer allgemeinen Diskriminierung von kopftuchtragenden Männern erklärt werden. Das muss geändert werden. Ich fordere daher eine leistungsorientierte Quote für kopftuchtragende Männer in allen öffentlichen Ämtern! Bei gleicher Qualifikation der Bewerber muss der Mann mit Kopftuch genommen werden. Nur so schaffen wir ein offenes und tolerantes Klima!

Wenn es um Toleranz geht, werden die dämlichsten Forderungen gestellt. Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum Beispiel schwadronierte einst:

„Wir werden noch alle Frauen bitten müssen, Kopftuch zu tragen, aus Solidarität mit jenen, die es aus religiösen Gründen tragen.“

Es ist immer wieder amüsant, wenn ein Mann allen Frauen erklärt, was sie mit ihrem Körper zu tun haben und wie sie sich zu kleiden haben. Wenn Alexander Van der Bellen jetzt noch ein paar Kriege führt, ein neunjähriges Mädchen heiratet, Länder erobert und Juden ermordet, hat er durchaus die Chancen ein neuer Prophet zu werden. Vielleicht erleben wir hier die Geburt einer neuen Religion.

Nirgendwo auf der Welt wird eine Frau ermordet oder gesteinigt, weil sie ein Kopftuch trägt. In vielen islamischen Ländern bedeutet für Frauen das Nichttragen einer Kopf- und Körperverhüllung jedoch der Tod. Auch in Europa ist es für Musliminnen deutlich gefährlicher sich gegen das Kopftuch auszusprechen als dafür. Sogenannte „Ehrenmorde“ gibt es auch in Europa. Sogar in Deutschland leben Frauen in Lebensgefahr, weil sie sich weigern, das Kopftuch zu tragen.

Sollten wir nicht alle Musliminnen bitten, das Kopftuch auszuziehen, aus Solidarität mit jenen, die aus religiösen Gründen verfolgt werden?

Wenn Sie diese Forderung unverschämt finden, dann muss Ihnen die Forderung von Alexander Van der Bellen die Zornesröte ins Gesicht treiben, denn es ist für eine Muslimin in Europa deutlich gefährlicher, das Kopftuch nicht zu tragen, als es zu tragen.

Es bleibt dabei, eine Frau, die ihren Kopf bedeckt, weil ein unsichtbarer Freund ihr sagt, dass sie damit einen verstorbenen Feldherrn aus voraufgeklärten Zeiten huldigen soll, darf das selbstverständlich tun, aber niemand kann mir vorwerfen, dass ich ein ungutes Gefühl habe, wenn diese Frau über mich als Richterin Recht spricht.

Wer Ärztin werden will, muss sich bei der Arbeit von Dreck an den Händen trennen können. Ebenso gilt, wer Richterin werden will, muss sich wenigstens bei der Arbeit von religiösen Dogmen trennen können. Mein Vorschlag ist daher: Die Richterin nimmt ihr Kopftuch einfach ab und verhüllt damit das Kreuz an der Wand, sollte dort eins hängen. Damit wäre dann allen geholfen!

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

Auf diesem Bild trage ich das Kopftuch übrigens, um damit die Kriegerin Penthesilea zu ehren. Die Göttin Athena hat mir zugeflüstert, das zu tun!

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