Meine Lieblingsmoschee

Am 16. Juni 2017 wurde in Berlin die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee von der Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş gegründet. Weitere GründerInnen sind unter anderem die Menschenrechtsaktivistin Saïda Keller-Messahli, die Politologin Elham Manea und der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi. Die Moschee befindet sich in einem Raum in einem Nebengebäude der evangelischen Kirche St. Johannis in Berlin-Moabit.

In der Moschee wird ein liberaler Islam praktiziert. Frauen und Männer beten gemeinsam, die Predigten werden auch von Frauen gesprochen, homosexuelle Männer und Frauen sind ausdrücklich willkommen und die Moschee steht verschiedenen islamischen Konfessionen offen. Seit der Eröffnung der Moschee erhält Seyran Ateş viele, nach Gefährdungsanalyse des Landeskriminalamtes ernstzunehmende Morddrohungen und steht seitdem unter Polizeischutz.

Die staatliche türkische Religionsbehörde Diyanet behauptet, die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee bemühe sich, die Religion „zu untergraben und zu zerstören“. Gläubige sollten sich von der liberalen Auslegung des Islam nicht „provozieren“ lassen.

Das Ägyptische Fatwa-Amt kritisierte die Moschee lehnt weibliche Imame ab und erklärt, Frauen könnten nicht in einer Reihe neben Männern beten. Zudem sei es ihnen nicht erlaubt, ohne Schleier zu beten.

Der Vorstand der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS) erklärt, die Toleranz der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gegenüber der Homosexualität sei eine „Verunglimpfung“, „Schmähung“ und „Beleidigung“ religiöser Traditionen.

Der Blogger Yasin Al-Hafni nennt Seyran Ateş eine „faschistische Feministin“, „unterentwickelte Gestalt“ und einen „Teufel“.

Der islamische Prediger Eyad Hadrous erklärt:

„Wie kannst Du als Frau kommen und sagen: Ich möchte die erste Imamin sein und möchte – ich bin Frauenrechtlerin, ja, mach Deine Frauenrechte, aber nicht in der Religion, gibt’s nicht, Allah sagt: [arabischer Text] Allah sagt im Koran, die Männer sind den Frauen überlegen, in dem, was Allah [arabischer Text] ihnen an Vorzug gegeben hat. (…) Allah hat sie erschaffen. Allah sagt, sie sind nicht gleich. Allah entscheidet und Allah [arabischer Text] bestimmt, dass ein Mann nicht von einer Frau in seinem Gebet geführt werden darf! Punkt.“

Der Hass, der Seyran Ateş entgegenschlägt, ist enorm. Im August waren Hamed Abdel-Samad und Henryk M. Broder zu Gast in der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Da Hamed Abdel-Samad nicht mehr ohne Personenschutz das Haus verlassen kann, da eine Todesfatwa über ihn ausgesprochen wurde, waren über ein Dutzend Personenschützer in der Moschee. Das Treffen wurde gefilmt und auf YouTube gestellt. Allerdings löschte YouTube das Video wieder, nachdem der islamische Prediger Eyad Hadrous erklärt hatte, das Zitieren seiner Predigt habe seine Urheberrechte verletzt.

Der gepredigte Hass ist also nicht das Problem. Das Zitieren des gepredigten Hasses schon! Da hört für YouTube der Spaß auf. Hass ja, aber nicht zitiert und kommentiert!

Menschen wie Hamed Abdel-Samad und Seyran Ateş leben in Europa unter ständiger Lebensgefahr, weil sie Homosexuelle nicht verurteilen, für Frauenrechte streiten, das Kopftuch für Frauen nicht fordern, Juden nicht hassen und den Islam an seinen fundamentalistischen Stellen kritisieren, was viele Muslime in Europa als Grund heranziehen, sie umbringen zu wollen. Europäische Politiker wie der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen schwadronieren jedoch derweil:

„Wir werden noch alle Frauen bitten müssen, Kopftuch zu tragen, aus Solidarität mit jenen, die es aus religiösen Gründen tragen.“

Mal ganz abgesehen davon, dass es sehr bemerkenswert ist, wenn ein Mann allen Frauen erklärt, was sie mit ihrem Körper zu tun haben, ist die Aussage von Alexander Van der Bellen schon allein deshalb unverschämt, weil keine Frau in Europa unter dem Urteil eines staatlich ausgesprochenen Todesurteils leben muss, weil sie ein Kopftuch trägt, aber sehr viele Muslime in Europa unter staatlich und religiös legitimierten Morddrohungen leben müssen, weil sie es wagen, den Islam zu kritisieren.

Sollten wir nicht alle Musliminnen bitten, das Kopftuch auszuziehen, aus Solidarität mit jenen, die aus religiösen Gründen verfolgt werden?

Wenn Sie diese Forderung unverschämt finden, dann muss die Forderung von Alexander Van der Bellen Ihnen die Zornesröte ins Gesicht treiben, denn es ist für eine Muslimin in Europa deutlich gefährlicher, das Kopftuch nicht zu tragen, als es zu tragen. Das jedenfalls zeigt uns Seyran Ateş mehr als überdeutlich!

Für mich ist Seyran Ateş die Heldin des Jahres. Sie ist eine Muslimin, vor der ich keine Angst habe. Ich bewundere sie sogar. Von Yasin Al-Hafni und Eyad Hadrous kann ich das nicht behaupten. Vor dem Islam dieser Männer habe ich Angst. Zu Recht!

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56 Antworten zu Meine Lieblingsmoschee

    • Aristobulus schreibt:

      Schon, Beatrice. Also schon interessant und überhaupt nicht unsympathisch, ja ganz im Gegenteil-.

      Sie hat Sendungsbewusstsein und glaubt an ihre Mission. Sie gründet einen kleinen ehrlich-emotionalen Club und will eine Million Unterschriften, will eine europäische Islamkonferenz, usw. usf., alles so Dinge aus dem Blauen, während der Islam weiter hunderttausend weitere Mohammedaner umbringt und auch alle sonst in England, Israel, Frakreich, Pakistan, Iran, Ägypten usf. terrorisiert und abschlachtet. Wie viele Tote allein in Syrien, eine Million?, aber Seyran Ates will etwas reformieren, woran Millionen Massakreure seit vielen Jahrhunderten glauben.
      Seyran Ates‘ Absichten sind lauter, sind ehrlich, gleichzeitig jedoch verblendet und illusionsschwanger.

      „Gemeinsam werden wir beweisen, dass wir etwas Gutes für den Islam und die Gesellschaft bewirken wollen.“
      Wer was bewirke will, der will eine Rolle spielen. Sie hält das schlechte Gewissen kaum aus, eine religöse Mohammedanerin sein zu wollen, die against-all-odds an das Gute glaubt, das im Islam nicht existiert. Also will sie beweisen, dass sie selbst nicht so gebaut ist wie Millionen große und kleine Mohammed-Mordgesellen da draußen.

      „Weil wir unzufrieden sind mit den Autoritäten im Nahen Osten, die die Deutungshoheit über den Islam an sich gerissen haben…“
      Mais non. Diese Deutungshoheit hat keiner dort je an sich gerissen: Sie lag schon immer bei den Schlimmsten. Alle fünf Rechtsrichtungen des Islams sind von wörtlichnehmenden Hassern dominiert. Warum: Weil die Quelldokumente so wie alle gelehrten Ausdeutungen und Richtlinien sich einig sind, seit je her!, dass Frauen Halbmenschen dritter Klasse seien, dass Juden schmutzige Dämonen und dass und Ungläubige Untermenschen seien. Wieso: Weil das wörtlich in allen Quellen & Ausdeutungen steht.
      Es gibt nun mal keine anderen Quellen.
      So wie es für den Nazismus ja auch keine anderen, menschlicheren Quellen als Mein Kampf und die Schriften von Rosenberg, Goebbels, Lanz von Liebenfels und Theodor Fritsch gibt.

      „Es gab am Anfang sogar eine starke Frau an der Seite des Propheten – doch das wird alles geleugnet und verdrängt.“
      Das ist Fantasie. Diese hm starke Frau wurde im Alter von neun Jahren von Mohammed vergewaltigt. So sah ihr Leben aus. Das zu verdrängen führt bloß zu irrealen Fantasien über die Möglichkeit starker, guter, ja selbstbestimmter Frauen-im-Islam.

      „Oh ja, ganz viele und aus der ganzen Welt. Millionen stehen hinter uns, weltweit. Wir bekommen rührende Mails, in denen es heisst: Bitte, bitte, haltet durch. Ihr seid ein Lichtblick…“
      Schwärmerei ist kein Argument. Geschwärmt wird im Orient gern und viel. Kunststück! Man muss da wohl schwärmen und allerlei verdrängen und sich Nischen suchen, wenn man sich nicht mit den herrschenden Unmenschen gemein machen will.

      „Das grosse Problem ist das Erdöl – es hat der islamischen Welt das Genick gebrochen… Ohne Erdöl stünde die islamische Welt ganz woanders. Hoffen wir, dass global bald erneuerbare Energien dominieren!“
      Total falsch: Jetzt wird’s biogrün. Falscher in dem Zusammenhang geht es gar nicht. Die islamische Welt war schon so brutal und geistlos wie heute, lange bevor überhaupt Öl entdeckt und verkauft war.
      Und wenn Saudi-Arabien morgen früh kein Öl mehr verkaufen könnte, wird morgen früh dort das ganz großere innere Massaker ausbrechen.

      „…die Liebe und Barmherzigkeit vertraten und viel eher den Weisungen des Propheten entsprachen…“
      Nein. Das ist eine vielleicht ehrlich gemeinte, aber fromme Lüge. Seyran Ates fantasiert sich da einen Jesus zusammen. Bloß war Mohammed alles andere als das.

      • Aristobulus schreibt:

        P.S.
        Mich erinnert der Sprachduktus an feministische Jüdinnen, die in den Neunzigern gern liberale Synagogen gründen wollten. Sie haben sie ja gegründet, das war kein Problem. Darin fand jedoch kein Judentum statt, sondern ein hm schwärmerischer Aufguss aus der Prophetin Miriam, aus den vier Erzmüttern, aus viel neuem Gesang und hm ’neuer Spiritualität‘ und Mikwe.
        Wir haben im Judentum kein Gewaltproblem und kein Autoritätsproblem. Das Judentum ist nicht männerdominiert, und Ho’Schejm, Gott, hat kein Geschlecht. Es hat im Judentum keinen Sinn, eine feministische Ausrichtung zu erfinden – weil es ja seit je her keine maskuline Ausrichtung gibt.
        Also ist das assimilierte Reformjudentum (die nächste Generation darin ist nicht mehr jüdisch!) ohnehin lange gescheitert. Die feministische Version verschwand noch viel schneller.

        • Aristobulus schreibt:

          … ferner ist das Judentum niemals totalitär gewesen, Priestertum und Königtum waren seit ca. Salomons Zeiten strikt voneinander getrennt: Der moderne Grundsatz von Trennung von Staat und Kirche, Thomas Jeffersons große Idee, gründet auf dem antiken Judentum.

          Missionierung findet im Judentum nicht statt: Man quatscht niemanden voll. Wer kein Jude ist, aber gerecht sein will, soll sich an die noachidischen Gebote halten, dann gilt er jüdischerseits als Zaddik!, als Gerechter, als lebendes Vorbild im Verhalten.

          Das Judentum ist seit frühesten Zeiten gelehrt, alle konnten und können lesen und schreiben, und Gelehrsamkeit, ja Wissenschaft werden gemeinsam mit Tugend als höchstes Gut angesehen.
          Wir haben vier Erzmütter, aber nur drei Erzväter 🙂 , und Juden haben Abscheu vor Unmenschlichkeiten, vor Personenkult ohnehin.

          Kein Jude wirft sich jemals vor jemandem nieder.
          Das Sich-Niederwerfen gilt im Judentum als Götzendienst, als schlimme Verirrung, die man nie tun darf. Personenkult („der Prophet Mohemmed ist euch ja ein schönes Vorbild!“, Koran) und Niederwerferei gelten im Judentum nahe dem Menschenopfer.
          Menschenopfer gelten im Judentum seit Moses‘ Zeiten als das Übelste überhaupt. Die Zehn Gebote haben Menschenopfer und Sklaverei abgeschafft, ein für allemal.

          Hingegen der Islam praktiziert Sklaverei. Kein einziger Islamlehrer ist gegen Sklaverei.

          Seyran Ates sollte ihre freundlichen Illusionen aufgeben.
          Sie kann auch anders freundlich sein und Anderen ohne Illusionen etwas Gutes tun.

      • bm98600 schreibt:

        @Aristbulus
        war mit der starken Frau nicht Khadidscha gemeint, die Geschäftsfrau war und sich den jungen Mohammed aussuchte , um ihn zu heiraten?
        Die Existenz eine solche Frau mit eigenem Kopf widerspräche der Aussage, die Frauen hätten ein trauriges Leben gehabt vor Mohammed, er habe ihnen Rechte gebracht..
        Einen etwas anderen Ansatz verfolgt er:
        https://www.nzz.ch/zuerich/offene-moschee-geplant-mit-dem-koran-gegen-religioesen-fanatismus-ld.1310005?mktcid=nled&mktcval=106_2017-8-10

        Ob diese Leute was bewirken, wir werden sehen. Interesse scheint da zu sein, zumindest bei hier lebenden Muslimen. Muslimische Länder wollen natürlich ihr bestes Machtinstrument nicht loslassen.
        SA kauft Firmen zusammen und investiert überall, um gewappnet zu sein, wenn das Öl ausgeht.

        • bm98600 schreibt:

          Ich teile Ihren Pessimismus, diese Reformer sind aber so ein kleiner Hoffnungsschimmer.
          Dass die Muslime mit ihren Expansionsgelüsten anders sind als andere Religionsangehörige, daran gibt es keinen Zweifel, obwohl man uns so lange eingeredet hat, der Islam sei eine Religion wie jede andere, dass die meisten das auch glauben. Im persönlichen Gespräch wird man schnell als Unmensch verstanden, wenn man das anders sieht.
          Ich habe damals für die Minarettinitiative gestimmt, in der Meinung, sie werde wohl abgelehnt, um wenigstens ein Zeichen zu setzen. Als das Resultat kam , schrien meine Kolleginnen am Arbeitsplatz durcheinander, oh nein, grauenvoll, ich schäme mich, Schweizerin zu sein usw.
          Ich kam etwas ins Wanken, ob ich wohl richtig gestimmt habe. Ein Richter äusserte sich so: es sei eine Schande, Abstimmungen für eine Zeichensetzung zu missbrauchen. Heute bin ich froh, es war nur ein Zeichen, aber wenigstens das.

          • Aristobulus schreibt:

            Ja.
            Minarette?, wenn da immerhin was vom Händel oder vom Mendelssohn herumgesungen würde. Mais non, man kräht und droht von da oben bloß.

        • Aristobulus schreibt:

          🙂 Die Geschichte von einer Chadischah, die G’schäftsfrau (also Markthändlerin) gewesen sei und sich den jungen M. ausgesucht habe, damit er studieren und ein Gelehrter werde, während sie erst den Stand, dann das Haus dahinter und dann das halbe Stadtviertel kauft, während er ein grad eben noch so halbberühmter Rabbiner wird, also diese Geschichte halte ich für eine genuin jidische Mejsse (Geschichte) 😀 , aber sowas von.

          Im Judentum, besonders bei den Aschkenasen, war das just so über hm Jahrhunderte, bei den Sefarden gab’s das auch, und die Misrachischen versuchten es so, obwohl es ihnen im Orient als Dhimmis sehr schlechtging.

          Ich hab keine Ahnung, Beatrice, ob es Seyran Ates Religionsclub in einem Jahr überhaupt noch geben wird. Es wird wohl nur eine neue Moschee durchs Dorf getrieben?

          Und ja, Saudi-Arabien will künftig Wahabismus und Binladenismus exportieren statt Öl, sie bauen ja schon lang überall diese Anti-SeyranAtes-Moscheen hin. Voll parasitär

  1. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    So sehr ich die großartige Seyran Ateş bewundere, die ja tatsächlich ihr Leben aufs Spiel setzt, erscheint mir ihre Aktion ziemlich weltfremd. Mit Perlen überzeugt man keine S… .
    Wäre der Islam zur Toleranz fähig, müsste es doch irgendwo auf der Welt mal ein Beispiel dafür geben. Statt dessen missachten 57 von 57 islamischen Staaten die Menschenrechte.
    Egal, meine Hochachtung für Seyran Ateş!

    • Aristobulus schreibt:

      🙂
      Ja, Gutartigster. Ates macht wohl einfach das, worauf sie schon immer Lust hatte – und allerlei Beckmesser und Trittbrettfahrer da draußen fangen an zu drohen und ihre kleine Sache als Ziel für was Größeres und Scheußlicheres zu vereinnahmen.

      • bm98600 schreibt:

        @Aristobulus

        ich verfolge Ateş schon länger, habe Bücher von ihr gelesen. Sie scheint irgendwie zu ihren muslimischen Wurzeln zurück gekehrt zu sein, hat sich von ihrer Mutter im Beten unterweisen lassen. Nun ist ihr inniger Wunsch, den Islam zu zähmen , um sich nicht von ihm trennen zu müssen.
        Ausser bei Hamed abdel Samad, der vom „Glauben zum Wissen“ gekommen ist , fällt das auch bei z.B. Mouhanad Khorchide auf , sie sind zutiefst mit dem Islam verbunden und möchten einen Prozess der Aufklärung anstossen, was ja wirklich zu begrüssen ist. Es müsste mehr von ihnen geben. Das grösste Problem scheint mir jedoch der Prophet zu sein, ein höchst zerrissener Mensch, der vor allem eines wollte: Macht.
        Dass er als Heiliger verehrt wird, auf den man nichts kommen lassen darf, verunmöglicht offenbar vielen , den Islam auf reine Spiritualität beschränkt zu sehen.

        • Aristobulus schreibt:

          … ja. Und stimmt.
          Was sollen jene machen, die aus emotionalen Gründen an freundlich erscheinenden, von einer guten Mutter (Ates) oder einem guten Vater (Abdel-Samad) geprägten Kindheitstraditionen hängen?
          Verdrängung des Übels scheint eine Möglichkeit zu sein. Also Teilverdrängung. Wenn’s die Familientradition betrifft, wird das Böse verdrängt, damit es weiterhin gut sei, so wie man es in der Kindheit kannte, als drei Viertel des Korans vielleicht von einem ferngehalten oder einfach noch nicht als durch und durch unguter Aufruf zum Dauermassaker verstanden worden waren.

          Ich weiß nicht, was man der Seran Ates da Richtiges raten könnte.
          Außer dem Grundsatz guter schwarzer Literatur in den USA: Keep-it-REAL.

  2. A.S. schreibt:

    Besonders interessant ist das radikale Schweigen der Frauenrechtlerdarsteller und der Quer-Gemeinde.
    Die gleichen Leute, die Schnappatmung bei Brüderle bekommen haben oder es für schwulenfeindlich halten wenn man die Ehe auf kindermögliche Paar beschränken will, schweigen, wenn Menschen an Leib und Leben bedroht werden nur weil sie Homosexuelle in eine Moschee lassen und gemischtgeschlechtlich beten.

  3. Sophist X schreibt:

    Diese Moschee ist eine Illusion, der Islam, der dort vertreten wird, ist eine Illusion. Es ist nur eine islamische Sekte mehr, und sie ist völlig bedeutungslos, egal wieviel Applaus vom Establishment kam, das nur seine eigenen Illusionen, seine Medienmärchen vom Islam der Liebe und Gleichberechtigung bestätigt sehen will. Man könnte diese Moschee die ‚Moschee des Medienmärchenislams‘ nennen.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Ich befürchte, so ist es. Die Moschee wird genauso als „islamisch“ anerkannt wie das Alevitentum, die Bahai oder die Ahmadiyya-Sekte. Der real existierende Islam bleibt davon unberührt.

    • Lisa Hartung schreibt:

      alles Neue hat einmal ganz klein angefangen. Wer dem guten keine Chance gibt, ist nicht besser als die Islamisten. Diese Mosche ist keine Illusion, sie lebt mit realen Menschen. Die sind keine Illusion, sie brauchen Unterstützung. Sie werden vom Altislam bekämpft, genügt das nicht? Müssen auch noch Islamkritiker draufhauen?

      • Sophist X schreibt:

        Lisa Hartung schreibt:
        Müssen auch noch Islamkritiker draufhauen?

        Ich hatte meinen Originalkommentar vor dem Posten ziemlich entschärft, weil ich genau diesen Gedanken auch hatte.
        Aber: Ja, Islamkritiker müssen draufhauen, denn dort wird ein Zerrbild des Islams vermittelt. Es weckt falsche Hoffnungen in Bezug auf diesen mausetoten Todeskult. Alle Sekten des Islams, bei Sunniten und Schiiten angefangen, erklären sich gegenseitig zu Irrlehren und ihre Angehörigen rotten sich göttlich legitimiert gegenseitig aus. Der einzige Weg, dieses Anhäufen von Leichenbergen zu beenden, ist die Abkehr vom Islam.
        Diese Moschee des Islams vom Rosa Einhorn richtet nur Schaden an.

        • Lisa Hartung schreibt:

          @Sophist X
          bei wem weckt es falsche Hoffnungen? Woher weisst du, dass diese Hoffnungen falsch sind, kennst du die Zukunft, oder glaubst du die Zukunft kann von Menschen nicht beeinflusst werden? Glaubst du der Mainstreanislam ist allmächtig?
          Welchen Schaden richtet diese Moschee an?
          Glaubst du, sie steht der Bekämpfung des Mainstreamslam im Weg?

          • Sophist X schreibt:

            Lisa Hartung schreibt:
            August 9, 2017 um 1:24 pm
            @Sophist X
            bei wem weckt es falsche Hoffnungen? Woher weisst du, dass diese Hoffnungen falsch sind,
            kennst du die Zukunft, oder glaubst du die Zukunft kann von Menschen nicht beeinflusst werden?
            Glaubst du der Mainstreanislam ist allmächtig?

            Weltweit ist der rückschrittliche, also der authentische, buchstabengetreue Islam auf dem Vormarsch. Die Prognose, dass dieser Trend anhält, ist weniger gewagt als die Prognose, dass ein den Grundlagentexten widersprechender Privatislam Fuß fassen wird, der auf den Mädchenträumen einer semiprominenten Mohammedanerin basiert. Wenn die geschätzte Seyran Ateş mit dem Islam nicht einverstanden ist, dann kann sie ihn nicht gegen das Wort ihres Propheten verbiegen und es weiter Islam nennen. Dann sollte sie ihn endlich verwerfen und nicht versuchen, einen Zombie zum Leben zu erwecken.

            Der vielleicht etwas harsche Ton gilt übrigens nicht Dir, sondern dieser völlig wertlosen Idee von Seyran Ateş. Sie liefert den Islamapologeten genau das, was sie brauchen: Die Illusion einer Verwandlung des Islams in ein mit den Grundrechten kompatibles Wertesystem. Sie ist eine Illusionistin, und das Publikum freut sich über den weißen Hasen, den sie aus dem Hut geholt hat.

          • bm98600 schreibt:

            @Lisa Hartung
            ich denke auch, man sollte die unterstützen, die sich für Veränderung einsetzen, da man eine Religion tatsächlich nicht einfach abschaffen kann.
            Der Weg, den Hamed abdel Samad vorschlägt, dass man die Figur Mohammed endlich sterben lässt und seinen Einfluss auf die heutigen Muslime damit, finde ich richtig.
            Aber das ist schwierig, weil er ja für den Islam steht.

          • Sophist X schreibt:

            @bm98600
            @Lisa Hartung

            P.S. Egal, welche Meinung die richtige ist, eure Meinungen sind zumindest schöner als meine.
            In dieser Kategorie nehmt ihr den Preis mit.

          • bm98600 schreibt:

            @Sophist X
            😂
            ja.Ich gebe zu, dass meine Hoffnungen auf diese schönen Veränderungen sehr klein sind. Aber es ist deutlich, dass sich Muslime so stark mit ihrer Religion identifizieren, dass sie sich mit der Ablehnung des Islam selber abgelehnt fühlen. Deshalb sollte man die friedlichen, veränderungswilligen Muslime unterstützen, so man das kann.

          • Aristobulus schreibt:

            Leute, seht mal:
            Dieses Wesen, das sich Hartung nennt, BENUTZT die Seyran-Ates-Illusion, um hier dafür zu werben, dass man dem Islam eine Chance gebe.
            À propos, wer ist dieses Hartungding sonst: Längst woanders der dauernden Lügerei überführt. Na passt doch, dass grad dieser lügende Kretin vorgibt, etwas am Islam zu finden.

          • Sophist X schreibt:

            @Aristobulus
            Wenn ein falscher Frager richtige Antworten provoziert, hat er seinen Zweck ungefragt erfüllt 😉

          • Aristobulus schreibt:

            Das schtymmt freilich, Sophist.
            Wobei der falsche Fuffziger aber in jedem Fall zu schreddern sey. Er hat sich ja seit Monaten (Jahren) selbst geschreddert, seine Glaubwürdigkeit, seinen Sinn, seine Ehre ohnehin. Übrig ist ein leeres ehrloses Ding, das Personen erfindet, herumdenunziert, antisemitisiert und auf absolute Weise verlogen um Aufmerksamkeit buhlt.
            So wie in diesem Fall: Das Ding stammelt hier rundäugig-kretinös-kitschköpfig über ein, wie war das? 😀 😀 „… kleinen Pflänzchen, dass es gedeiht und heranwächst zu einem verjüngten Islam“, na so ein wolkiges, dämliches, realitätsloses, redundantes G’schwörrl aber auch.
            Das Ding gehört in Mogadischu ausgesetzt.

          • Lisa Hartung schreibt:

            Sophist X
            [i]Der vielleicht etwas harsche Ton gilt übrigens nicht Dir, sondern dieser völlig wertlosen Idee von Seyran Ateş.[/i]
            danke, sophist. das hatte ich auch so gelesen, kein problem. ideen kann man nicht beleidigen 🙂

  4. Lisa Hartung schreibt:

    Wünschen wir diesem kleinen Pflänzchen, dass es gedeiht und heranwächst zu einem verjüngten Islam.

    • Dante schreibt:

      Dem schließe ich mich an, auch wenn die Reaktionen vieler Muslime (sofern sie sich äußern, darüber, was die schweigende Mehrheit denkt, kann man nur spekulieren) nichts Gutes verheißt. Ich sehe den Mainstream-Islam zur Zeit auf einem geistig-moralischen Tiefpunkt seiner Geschichte, und die Reaktionen auf Ates zeigen das.

      • Lisa Hartung schreibt:

        @Dante
        Ich sehe den Mainstreamislam auch als Tiefpunkt. Gerade deshalb tut eine Wende dort not, so ziemlich um 180°. Wir können das nicht leisten, das müssen die Moslems selber für sich tun, aber wir können sie unterstützen.
        Es ist eine Illusion, man könnte den Islam als Religion komplett untergehen lassen, das funktioniert nicht.

        • Aristobulus schreibt:

          Welch ein schwachsinnig illusionsgeiles, absolut leeres G’schwäzz.

          • Aristobulus schreibt:

            P.S.
            Dante, es war NIE besser im Islam. So wie der Islam aktuell erscheint, so ist er immer gewesen.
            Es gab nie eine Renaissance da oder irgendwas mit Aufklärung, nicht einmal eine gewisse allgemeine Antikisierung (etwa wie in der karlolingischen Proto-Renaissance im 9. Jahrhundert) hat da stattgefunden. Nie. Nix. Nada!
            Da waren bis etwa zum 13. Jahrhundert bloß eine handvoll Dichter und Philosophen, meist Perser, die sich mit spätplatonischer Mystik und sogar mit Wein (Rumi) beschäftigt haben. Deren Ansatz wurde vernichtet. Weg! Aus. Nichts ist davon übrig. Sie hatten und haben keine Nachfolger.
            Fazit: Wo der Geist einmal ausgerottet wird, bleibt halt nur nackter Sand. Da wächst nichts mehr.

            Vorschlag zum sonnigen Mittwoch Nachmittag: Man baue eine möglichst hohe Mauer um alle Wüsteneien, wo der Islam haust, und werfe den Schlüssel zur Tür weg. Die da drinnen werden einanander weiterhin massakrieren wie gehabt. In hundert Jahren kann man mal nachsehen, ob noch wer übrig ist. Der bekommt dann ein kühles Bier.

          • M.S. schreibt:

            Botulus, halten sie einfach den Rand, wenn Erwachsene miteinander diskutieren. Laichen sie ihr sterbensödes, spätadoleszentes Narzisstengeseire doch in den Blogs ihres und manch Nazis Kumpanen Wiegand und des ihnen immerdar in Nibelungentreue leuchtenden Südlichtleins ab.

          • Aristobulus schreibt:

            Mal wieder nichts mitzuteilen, Sie Dreckstück?
            Na wer hätte das vermutet.

          • tapferimnirgendwo schreibt:

            OMG, warum eskaliert es hier wieder?

          • Aristobulus schreibt:

            Tscha, Guter, also warum die Gewaltspirale, die unverhältnismäßige Reaktion usf.: Weil der von Dir ca. 27mal wegen notorischer Verlogenheit, Fälscherei und Drohungen Gesperrte mal wieder den zwingenden Drang verspürte, hier unter einem neuen und einem alten Pseudonym herumzulügen und herumzufälschen.
            Das sollte uns nicht wundern 🙂

          • Lisa Hartung schreibt:

            „OMG, warum eskaliert es hier wieder?“
            die Kommentare sind selbsterklärend, hier ist ein Mobber zu gange.

          • Aristobulus schreibt:

            Dreckiger Denunziant, der immer so schrecklich dooferweise just seine eigenen Verbogenheiten den Anderen vorwirft, so bald die ihn verdientermaßen verprügeln.

  5. Kanalratte schreibt:

    Ohne den Koran gänzlich gelesen zu haben, mal abgesehen von einzelnen Passagen, möchte ich als Quasi-Laie fragen, inwiefern der Islam überhaupt ein spirituelles Gesicht, neben dem Aspekt der Gebotspflicht hat. Ich weiß dass der Islam sehr von Geboten abhängt, die er an seine Anhänger stellt, aber wodurch drückt die Einhaltung dieser Gesetze etwas Spirituelles aus? Wodurch bin ich spirituell mit Gott verbunden, wenn ich an Ramadan faste? Ich meine, man soll ja auch Sonntags kein Rasen-mähen.

    • Aristobulus schreibt:

      … oder gar am Schabbes 🙂

      Hm, ein spirituelles Gesicht. Zumindest ein mystisches Gesicht sah der Dichter Rumi im Koran, er las das alles mystisch. Das war im 13. Jahrhundert und ist sehr lange her.
      So weit ich weiß, haben später die Sufis versucht, den mystischen Mangel des Korans eben durch Mystik auszufüllen. Derzeit halten Sufis (sofern noch welche übrig sind?) sehr still und versuchen, so wenig wie möglich aufzufallen.
      Ich kenne einen Sufi. Er war mal Lehrer in einer großen Moschee. Neulich traf ich ihn in der Synagoge (doch!) und frug ihn, wie es gehe, und ob er da noch unterrichte. Er schüttelte bleich den Kopf und murmelte, nein, da sei er jetzt gar nicht mehr.

      Tuvia Tenenbom hat mir mal gesagt, er finde den Koran „veeery beautiful“. Er meinte die Sprache (den Urtext), die nirgendwo anfängt und nirgendwo aufhört, die kreist und sich wiederholt und kreist, so wie die Sterne über der Wüste. Es scheinen musikalische Sätze zu sein, und es scheint, dass auch Rumi diese Musikalität schön fand und Mystik hineinlas.
      Man kann ja ein Buch nicht als Aussage oder gar als Handlungsanleitung, sondern als Ästhetik lesen.

      Nu, raten wir mal so zur lauschigen Nacht mit Sternen usf., wie viele Mohammedaner etwa dieses Ästhetikempfinden beim Koran haben. Ein halbes Prozent? Der Rest nimmt ihn wörtlich und jubelt, wenn darin immer wieder zu Massakern aufgerufen und der Nachsatz selten vergessen wird, „denn Allah ist allwissend und weise“.

    • bm98600 schreibt:

      Ich lese den Koran, aber schon ziemlich lange😅 Ich hab Mühe mit der Lektüre. Was mich von Anfang an abgestossen hat, ist die häufige Erwähnung der Unterschiede zwischen Gläubigen und allen anderen. Bill Warner in „Scharia für Ungläubige“ sagt: „Der Islam widmet sich dem Kafir mit großem Aufwand. Der größere Teil (64%) des Korans befasst sich mit den Kuffar, und fast die ganze Sira (81%) beschäftigt sich mit Mohammeds Kampf mit ihnen. Die Hadithe (Überlieferungen des Propheten Mohammed) widmen den Kuffar 32% des Textes. Insgesamt widmet die Trilogie den Kuffar 51% ihres Inhalts.“
      Aber im Buch „Der Koran“ Botschaft der Liebe, Botschaft des Hasses,
      erfährt man , dass es die spirituellen Anteile gibt.

      • Aristobulus schreibt:

        … welche denn? Hm, was sind spirituelle Anteile?
        Und wie könnten ’spirituelle Anteile‘ in einem kreisenden Wust von Aufrufen zu Massakern und schäumendem Suprematismus denn sie-selbst bleiben?
        Das wäre doch ebenso, als wenn Goebbels in einer seiner Reden plötzlich anderthalb Sätze von Meister Eckart zitiert hätte. Inwiefern würde in so einer Goebbels-Rede das Stückele Meister Eckart es-selbst bleiben?

        • bm98600 schreibt:

          Ich selbst kann dies ehrlich nicht beantworten, deshalb kopiere ich Hamed abdel Samads Aussage hier rein:
          „Es gibt im Koran zahlreiche spirituelle Passagen, die poetisch, melodisch und sehr emotional sind. Wenn sie laut und in einer angenehmen Stimmlage vorgetragen werden, können sie den Zuhörer wirklich in andere Sphären bringen.
          Genau diese Emotionalität und Sprachgewalt machen den Koran aus, nicht allein seine Inhalte. Hier zwei Beispiele:
          »Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt; er kennt das Verborgene und das Sichtbare. Er ist der Erbarmer, der Barmherzige. Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt; der König, der Heilige, der Friedenstifter, der Getreue, der Beschützer, der Mächtige, der Starke, der Hocherhabene. Preis sei Allah, (der erhaben ist) ob dem, was sie ihm beigesellen. Er ist Allah, der Schöpfer, der Erschaffer, der Bildner. Sein sind die schönsten Namen. Ihn preiset, was in den Himmeln und auf Erden ist, denn er ist der Mächtige, der Weise.« Sure 59:22-23)
          »Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist gleich einer Nische, in der sich eine Lampe befindet; die Lampe ist in einem Glase, und das Glas gleich einem flimmernden Stern. Es wird angezündet von einem gesegneten Baum, einem Ölbaum, weder vom Osten noch vom Westen, dessen Öl fast leuchtete, auch wenn es kein Feuer berührte – Licht über Licht! Allah leitet zu seinem Licht, wen er will, und Allah macht Gleichnisse für die Menschen, und Allah kennt alle Dinge.« (Sure 24:35)
          Mein Vater war ein Imam in einer kleinen Stadt am Nil. Er hatte eine sehr schöne Stimme. Während des Gebets hat er diese beiden Passagen sehr oft laut gesungen. Manche Gläubige begannen bei diesen Stellen zu weinen. Auch mich haben sie mehr als einmal tief berührt. Es sind sehnsuchtsgeladene Passagen, geschrieben von einem Menschen, der nach der Wahrheit, Gerechtigkeit und Vollkommenheit suchte. Ich habe mir damals immer vorgestellt, wie Mohamed verzweifelt in jener Höhle saß und sie vortrug. Es steht außer Frage, dass der Prophet eine sehr poetische und emotionale Seite hatte, die sich von seiner kriegerischen und unversöhnlichen deutlich unterschied.
          Bis heute ist es auch dieser Aspekt, der weit über den inhaltlichen hinausgeht, dass Muslime so eine emotionale Bindung zum Koran haben. Die kann man ihnen nicht nehmen, egal, wie viel Kritik man an seinem Inhalt üben mag.
          So, wie der Koran mehrere Seiten hat, hat auch jeder von uns diese verschiedenen Seiten. Man ist wütend, man ist ungerecht, man kommt zu sich, sucht nach Vergebung und Ausgleich. Wenn wir den Koran als ein menschliches Werk verstehen, mit allem, was zu einem Menschen gehört, kann man die gewaltbejahenden Seiten neutralisieren und die spirituellen Passagen betonen, die die Gläubigen brauchen, um Trost und Liebe zu empfinden. Eine Vermenschlichung des Korans würde den Text keinesfalls diskreditieren. Es wäre im Gegenteil die Würdigung eines Textes, der die Anliegen von Menschen, ihre Verfehlungen und ihre Sehnsüchte dokumentiert.
          Vor wenigen Monaten ist mein Vater gestorben. Ich denke jedes Mal an ihn, wenn ich eine dieser bewegenden und mit schöner Stimme vorgetragenen Koran-Passagen höre.“

          Dies erklärt für mich auch, resp. zeigt eine der Facetten, warum Muslime so sehr an ihrer Religion hängen können. Der wichtigste Faktor aber ist wahrscheinlich die frühe Indoktrination.

        • bm98600 schreibt:

          Aus dem Buch „Der Koran“ von Hamed abdel Samad

          • Aristobulus schreibt:

            Dankesehr, Beatrice. Genau, das war mir entfallen (kenne das Buch), an dem Begriff spirituell stoß ich mich, wenn er nicht erklärt wird, und Abdel-Samad erklärt ihn ja mit hmm Anhänglichkeit, vielleicht mit Sentimentalität.

            Übrigens ist der jüdische Siddur (das dicke Gebetbuch, in dem außer Tojre-Zitaten lange und längere hymnische Ausdeutungen der Tojre und der Propheten stehen) durchaus mit dem Koran-Passagen zu vergleichen, die Abdel-Samad zitiert. Also nicht nur zu vergleichen; der Siddur ist in der Tat genauso.
            Der Unterschied: Aus dem Siddur wird etwa am Jojm-Kiper über Stunden vorgesungen. Man taucht durch. Man begibt sich in die Klänge der Worte.

            Der Koran kopiert die jüdischen Siddurim des Frühmittelalters. Er versucht, in den wenigen Passagen, die so geartet sind, eine Art von Synagogenstimmung zu erwecken.
            Der Koran ist also ein Abklatsch, eine mindere Kopie. Das Original ist woanders – und währenddessen hasst der Koran ja das Original, diffamiert es als teuflisch verfälscht („die schmutzigen Juden haben den Koran verfälscht und die Propheten ermordet!“) und will das Original ausrotten.

          • bm98600 schreibt:

            @Aristobulus
            merci für diese Informationen, das ist ja hochinteressant. Ich habe im Buch „Der missverstandene Koran“ von Barbara Köster eine Ahnung davon bekommen, dass der Islam eine Fortsetzung/Imitation von Judentum und Christentum ist. ( Mit Alleingültigkeitsanspruch bis heute ) Interessant darin die Anspielung ( wahrscheinlich ist es mehr als das, aber den genauen Wahrheitsgehalt kann ich nicht beurteilen ) dass die Texte ursprünglich syro-aramäisch geschrieben wurden und erst später ins Arabische übertragen wurden, was die teilweise kuriosen Aussagen erklären würde, mit denen sich offenbar selbst Sachverständige schwer tun.
            Allerdings wird das allgemein abgestritten, ist doch der edle Koran nur arabisch der echte😀

  6. Kanalratte schreibt:

    Von den 3 Abrahamitischen Religionen (bzw. allen großen Religionen) ist der Islam meiner Meinung nach die gewalt-affinste Religion. Zudem ist der Islam eine Religion die Extremismus v.a. im Kampf gegen Andersgläubige als legitimes Mittel ansieht, was dadurch zu erklären ist, dass man sich mit Mohammed einen Kriegstreiber als Religionsstifter ausgesucht hat. Das Weltbild des Islam sieht keine Gleichberechtigung der Religionen, sondern den Islam an der Spitze und Andersgläubige als Diener der Muslime. Wenn es Frieden gibt, dann nur weil Andersartige entrechtet oder Zwangs-Konvertiert sind. Der politische Anspruch des Islam geht weit über das hinaus was man in anderen Religionen vorfindet.

    Wenn jemand eine Variante des Islam predigt die sich von vielen essentiellen Komponenten lossagt, die den Islam ausmachen und wenn diese Person auch noch eine Frau ist, dann wird das natürlich von vielen Muslimen als Angriff auf ihre originale Religion empfunden. Die Person Mohammed steht eben nicht für Gleichberechtigung und Friedfertigkeit, sondern Härte und Gehorsamkeit. Ein guter Moslem richtet sein Leben nach dem Koran.

    • Aristobulus schreibt:

      „…dann wird das natürlich von vielen Muslimen als Angriff auf ihre originale Religion empfunden.“
      Natürlich: Weil man es im Islam als natürlich ansieht, Juden zu demütigen und zu massakrieren, den Israelis keinen Fußbreit Land zu gönnen, Christen wie Schlachtvieh und Hindus wie Ungeziefer zu behandeln, Frauen als Halbmenschen dritter Klasse anzusehen und Schwule von Hausdächern zu schmeißen.
      So wie der Arier es im dritten Reich gern als natürlich ansah, dass Slawen umzubringen und Juden auszurotten seien, und dass Frauen als Gebärmaschinen schöntun sollten.

      Aber muss das immer sein? Für das Böse ist Natur die allerbilligste Ausrede, nicht?
      Jeder kann sich zivilisiert verhalten.
      Seyran Ates verhält sich ja auch zivilisiert.

  7. Eitan Einoch schreibt:

    Der Islam von seyran Ates mag liberal sein – authentisch ist er nicht. Authentisch sind die Morddrohungen und Verleumdungen gegen ihre Person, der Polizeischutz nötig macht. DAS ist der authentische Islam, zu dem auch die „stille Mehrheit“ der Muslime loyal ist und der von der Bundesregierung hofiert wird. Deutschland im Jahr 2017 – wer von seiner Meinungs- und Religionsfreiheit Gebrauch macht, muss unter Polizeischutz leben. Ich fange allmählich an, dieses Land zu hassen.

    • Aristobulus schreibt:

      … ach, zumal dieses Land die Gefährder hierlässt. Gefährder werden nicht abgeschoben. Allesamt sind lange polizeibekannt: Etwa der Islamiker, der neulich in Hamburg-Barmbek Passanten angegriffen und einen 50Jährigen ermordet hat, war polizeibekannt. Es heißt, er sei nicht abschiebbar gewesen, weil er „keine Papiere“ habe.

      In diesem Land halten sich etwa 25tausend Salafisten und zahlreiche Syrien-Rückkehrer auf. Die Regierung und das Establishment dieses Landes tun NICHTS für die Sicherheit derer, „die schon länger hier sind“ (Merkel). Hingegen tun sie alles für das Gegenteil davon.

  8. Aristobulus schreibt:

    -Seyran Ates ist sicher ehrlich, ehrenwert und aufrichtig. Aber inwiefern gehört sie zum Islam?
    Im Islam, so wie er real existiert, gibt es nur eine Abweichung von der herrschenden Linie: Indem jemand eben die herrschende Linie kritisiert oder andere herrschende Linien möchte. Wobei die herrschende Linie des Islams freilich in äußerst distanzierte Anführungsstriche zu setzen ist, denn alle Herrschenden des Islams bekriegen alle anderen Islamherrschenden spätestens seit der Schlacht von Badr (7. Jahrhundert) bis zur gegenseitigen Vernichtung.
    Sunniten vernichten Schiiten, Schiiten ermorden Sunniten, Ahmadiya wird von diesen und jenen bekriegt und ermordet, Ismaeliten werden als Untermenschen behandelt.
    Indem Seyran Ates die grundsätzlich feindlichen Passagen des Korans, der Hadithe und der Schia gestrichen oder nicht angewandt haben möchte, hmja, was bleibt dann vom Islam übrig? Nix als westliche aufgeklärte Werte. Die ihrerseits im Koran, in den Hadithen, in der Schia und in allen (allen!) Lehren der islamischen Religionsgelehrten nimmermehr vorkommen. Weil sie da als satanisch gelten.

    „Die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee“
    Was ist das? Goethe hat zwar den Östlich-Westlichen Diwan geschrieben, aber er war naturgemäß kein Mohammedaner. Er stand dem Mohammedanismus nichtmal nahe. Goethe hatte seine mystischen Phasen 😉 , er las immer mal wieder den persischen Mystiker Rumi. Das war’s aber auch schon mit Goethen und dem Islam.
    Und Ibn-Ruschd (warum schreiben sie ihn dort mit sh?), also Averroes, war mehr Platoniker als irgendwas Anderes. Ich frug einst meinen islamischen Nachbarn und andauernden Moscheebegeisterten, ob er Ibn-Sina und Ibn-Ruschd kenne (Avicenna und Averroes). Nein, die kannte er nicht, aber er wollte seinen Hodscha fragen. Sagte er mir paar Tage später, er habe gefragt, und die seien definitiv „vom Teufel“.
    Das isser, der Islam.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Das ist eben das Problem, was bleibt dann noch vom Islam übrig, wenn man den Jihad, die Frauenverachtung, den Hass auf „Ungläubige“ streicht? Es bleibt das bisschen Gute, das Mohamed vom Christen- und Judentum übernommen hat – das eigentümlich islamische wird ja gestrichen. Vielleicht sehen es die Menschen irgendwann ein, dass die Religion und das, was sie von den anderen Religionen unterscheidet, selbst das Problem ist.

Seid gut zueinander!

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