Der Zweifel macht uns menschlich

Der Zweifel macht uns menschlich. Er ist der Motor der Entwicklung. Wo der Zweifel eingeschränkt wird, stirbt die Freiheit.

Religionen sind nicht moderat. Sie sind Zeugnisse eines Glaubens an eine einzige göttliche Richtigkeit und immer nur solange tolerant, wie sie nicht herrschen. Religiöse Fundamentalisten glauben, ihre Bücher seien von Gott persönlich geschrieben. Sie sind sich sicher, Gottes Willen zu kennen. Das ist nicht moderat.

Die verordnete Gewissheit neigt dazu, den Zweifel zu einer Gefahr für die innere Sicherheit zu erklären. Gewissheit ist die Vernichtung der Möglichkeit, dass es anders sein kann. Wer jedoch zweifelt, lässt das Andere als Möglichkeit zu. Offen werden Menschen, wenn sie zweifeln!

Der Zweifel ist ein extremes Gefühl. Am besten ist er mit Humor zu ertragen. Lachen ist eine Eruption, ein Erdbeben des Körpers, ein Erschüttern der Festen der eigenen Überzeugungen erschüttert. Herrschsüchtige Fundamentalisten jedoch lassen den Zweifel nicht zu. Deshalb lachen Fundamentalisten so selten und erklären Menschen, die zweifeln zu Ketzern! Fundamentalisten haben eine Heidenangst vor Witzen.

Zweifeln heißt, Mensch zu sein und offen zu bleiben für die Möglichkeit des anders sein. Zweifeln ist nicht leicht. Man braucht Verbündete, die einem helfen, tapfer zu zweifeln.

Ich unterstütze jeden Menschen, der an heilige Bücher zweifelt, Propheten verspottet und Witze über Religionen macht. Ich sehe darin keinen Hass, sondern liebenswerte Menschlichkeit.

Ich habe Angst vor Menschen, die nicht zweifeln, weil ich weiß, was sie mit mir machen, wenn ich ihre Gewissheit nicht teile. Das gilt auch für nicht-religiöse Ideologien.

Ich habe Respekt vor Menschen, aber nicht vor ihren Ideologien, Religionen und Überzeugungen. Wenn jemand glaubt, ich beleidigte ihn, nur weil ich hart über den Koran, das Evangelium, ein Manifest, Marx, Mohammed, Abraham oder Jesus spreche, so soll er sich beleidigt fühlen. Er soll ruhig sagen, ich sei ein Arsch. Was ist man nicht alles, wenn man zweifelt.

Ich werde nie auf das Lachen verzichten, auf das Zweifeln, Kritisieren und Verarschen von Ideen. Egal wieviel Hass ich dafür ernte. Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich Witze über seinen Glauben mache, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch ist jedoch mehr als seine Ideen!

Wenn ein Mensch wegen seiner Herkunft kritisiert wird, nennt man das Rassismus. Wenn ein Mensch jedoch für seine Überzeugung kritisiert wird, nennt man das Aufklärung. Für die Herkunft kann niemand was, für die Überzeugung jedoch schon! Das Gegenteil von Herkunft ist Zukunft! Mit jedem Schritt, den ich gehe, entscheide ich die weitere Richtung. Ich kann mich mit nicht herausreden. Jeder weitere Schritt ist meine Entscheidung.

Religionen, Ideologien und Überzeugungen dürfen jederzeit kritisiert werden! Es sind nämlich keine Ideologien und Religionen, die mit uns lachen. Es sind Menschen, die das tun!

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