Ich bin dafür!

Es gibt deutlich zu viel dagegen in dieser Welt. In den Vereinigten Staaten von Amerika sind die Einen gegen Trump und die Anderen waren gegen Clinton. Beide Seiten werfen der jeweils anderen Seite nur das Schlechteste vor. In Deutschland sind sie Einen gegen Angela Merkel und nennen Sie eine „Volksverräterin“ und die Anderen sind gegen Alice Weidel und nennen sie eine „Nazischlampe“. Beide Seiten sehen in der jeweils anderen Seite den Untergang Deutschlands. Einige in der AfD glauben, Deutschland stünde kurz vor der feindlichen Übernahme durch den Islam und einige Gegner der AfD glauben, Deutschland stünde kurz vor der Machtergreifung der Nazis. Beide Befürchtungen sind jedoch völlig hysterisch.

Ich bin nicht gegen die AfD, sondern für eine andere Partei. Ich bin nicht gegen den Islam, sondern für eine Gleichberechtigung aller Religionen und vor allem für das Recht, alle Religionen gleichermaßen verarschen zu dürfen. Ich bin nicht gegen Palästina, sondern für ein freies Palästina, in dem jeder Bürger und jede Bürgerin das Recht hat, unabhängig von der Religion, dem Geschlecht oder der sexuellen Orientierung frei und gleichberechtigt in einem aufgeklärten Land zu leben, wie es Israel ist. Ich bin nicht gegen das Patriarchat, sondern für den Feminismus.

Ich muss nicht erklären, gegen irgendetwas zu sein, denn sobald ich mich nur klar und deutlich positioniere und sage, wofür ich bin, lebe, liebe und kämpfe, wird es genug Menschen geben, die erklären werden, dass sie gegen mich sind. Sie werden ihrerseits Mauern hochziehen, um mich auszugrenzen. Warum soll ich ihnen dabei helfen? Warum soll ich meine Kraft vergeuden und Mauern bauen, die eh gebaut werden?

Wenn ich sage, wofür ich bin, werden mich Menschen ausgrenzen. Sie werden die übelsten Dinge über mich verbreiten. Sie werden sagen, ich sei voller Hass, so voller Hass, wie sie es selber sind. Sie werden mich anprangern für die Dinge, gegen die ich angeblich sein soll, weil ich erklärt habe, wofür ich bin.

Ich definiere mich aber nicht durch Ausgrenzung, sondern durch Bekenntnisse. wenn eine Masse von Menschen sich formiert, nicht etwa um zu erklären, wofür sie sind, sondern wogegen sie sind, dann ist der gemeinsame Nenner dieser Menschen nicht etwas konstruktives, sondern etwas destruktives.

Es ist immer Vorsicht geboten, wenn sich eine Gruppe von Menschen gegen ein Feindbild formiert, möge das Feindbild auch noch so schlecht sein. Sehr schnell entsteht in solchen Gruppen nämlich eine Eigendynamik, die dafür sorgt, dass abweichende Meinungen dazu führen, dass die „Abweichler“ und „Verräter“ in die Hände des Feindes geschleudert werden. „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“, ist die Rhetorik dieser Leute und die Aufforderung zur Distanzierung ist ihr Mittel der Unterdrückung. „Wehret den Anfängen“ brüllen die gerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die Anfänge einer Zukunft, die sie aus ihrer eigenen Angst hinter Mauern konstruieren. Aus dieser Angst nehmen sie andere Menschen als Geisel ihrer Befürchtung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitären Denkens. Sie ermöglicht Gewalt über Gedanken als Präventivschlag.

Andere Meinungen auszugrenzen ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Ich jedenfalls bewerte Menschen nicht danach, gegen was oder wen sie sind, sondern wofür sie sind und vor allen bewerte ich sie nicht danach, was sie sagen, sondern was sie tun.

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