Ein Kommentar zur Schweigeminute

Ein kurzer Kommentar von Roger Letsch zu dem Thema, wie Claudia Roth mit der Schweigeminute für Susanna Feldmann im Deutschen Bundestag hätte umgehen können.

Eine Bundestagssitzung zu leiten, ist nach Briefmarken anlecken das mit Abstand Spannendste, wozu man nach einem Semester Theaterwissenschaften qualifiziert sein kann. Es soll aber Leute geben, die das Leiten einer Sitzung richtig gut können und mit Witz, Schlagfertigkeit und Neutralität den Plenarsaal vor dem Tod durch Langeweile oder Phrasenvergiftung zu bewahren verstehen.

Ein solcher Sitzungsleiter hätte Thomas Seitz von der AfD seine Schweigeminute zum Gedenken an Susanna durchführen lassen, auch wenn es dessen ganze Redezeit in Anspruch genommen hätte und dann in etwa folgendes gesagt:

„Herr Abgeordneter Seitz, ich wollte sie nicht unterbrechen, da dies eine Pietätlosigkeit gegenüber dem Opfer gewesen wäre, an welches Sie uns alle hier im hohen Haus zu erinnern die Freundlichkeit besaßen. Jedoch hätte ich es begrüßt, wenn sie ihre Redezeit nutzten, um wie vorgesehen zur Geschäftsordnung zu sprechen. Ihr Schweigen schien jedoch selbst manchen ihrer politischen Opponenten besser gefallen zu haben, als ihr Reden.“

Ist man hingegen unsicher, narzisstisch und mental verklemmt und hält seine eigene Intelligenzausstattung im unteren zweistelligen Bereich für ausreichend, moralische Urteile über alles und jeden zu fällen, dann muss man natürlich wie Claudia Roth reagieren und in offene Gräber spucken.

Dieser Beitrag wurde unter Fremde Feder veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.