Kennen Sie Fritz Busch?

Ich habe gerade auf dem Siegener Stadtfest die Big Band Latino Chant angesagt. Sie gründete sich in den Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts in der Fritz-Busch-Musikschule in Siegen.

Für die Anmoderation recherchierte ich ein wenig, wer Fritz Busch war und was soll ich sagen, ich bin begeistert. Ich finde, er ist ein Held der Stadt Siegen und ein großartiger Mensch. Sie sollten ihn kennen!

Fritz Busch wurde am 13. März 1890 in Siegen geboren und war ein musikalisches Genie. Mit 19 Jahren wurde er Kapellmeister in Riga, anschließend in Bad Pyrmont und in Gotha. Er war als Musikdirektor beim Sinfonieorchester Aachen und beim Staatsorchester Stuttgart engagiert. Ab 1921 war er Chefdirigent an der Semperoper in Dresden.

Später wollten Hitler, Goebbels und Göring ihn für Berlin gewinnen, aber er weigerte sich und sagte, dass er keinem jüdischen Kollegen den Platz wegnehmen würde. Darauf erklärte Göring: „Na, lieber Freund, wir haben ja auch Mittel in der Hand, Sie dazu zu zwingen!“

Die Erwiderung von Fritz Busch zeigt, was für ein großartiger Mann er war. Auf die Drohung von Göring erklärte er:

„Versuchen Sie das nur. An einem erzwungenen ‚Tannhäuser‘ unter meiner Leitung werden Sie keine Freude haben. So etwas Stinklangweiliges haben Sie in Ihrem Leben noch nicht gehört.“

Für die Nazis hatte Busch nichts übrig und sie daher nichts für ihn. Am 7. März 1933, sechs Tage vor seinem 43. Geburtstag, vor Beginn einer Aufführung von Verdis Rigoletto, wurde Busch von SA-Männern vom Pult gebrüllt. In der Folge musste er sein Amt als Generalmusikdirektor an der Semperoper aufgeben. Die Opernsängerin Maria Stader kommentierte dazu:

„Zehn Jahre lang stand er hundertmal jährlich am Pult der Staatsoper, hat in Dresden Operngeschichte gemacht, hat ‚Intermezzo‘ uraufgeführt und ‚Ägyptische Helena‘, und als Quittung haben ihn die Nazis zur Oper herausgegrölt.“

Busch emigrierte nach England, nahm später die argentinische Staatsbürgerschaft an und wirkte in der ganzen Welt von den USA bis Skandinavien. Von 1945 bis 1950 war er künstlerischer Leiter der Metropolitan Opera in New York.

Im Februar 1951 kehrte Busch nach Deutschland zurück, um in Köln die erste Opernproduktion des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks im neuen Sendesaal zu dirigieren. Es war Verdis Maskenball. Seiner Berufung an die Wiener Staatsoper kam sein Tod am 14. September 1951 zuvor.

Nach ihm ist der Fritz-Busch-Preis benannt, mit dem herausragende Künstlerinnen und Künstler geehrt werden, die der Sächsischen Staatsoper angehören oder angehörten. Nach ihm ist auch die Musikschule in Siegen genannt.

Fritz Busch war ein wahrer Held! Ich bin froh, durch einen Zufall von seiner Geschichte erfahren zu haben. Er ist nun ein Vorbild von mir.

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2 Antworten zu Kennen Sie Fritz Busch?

  1. S.M. Studio schreibt:

    Ernsthafte Frage an den Betreiber der Homepage: wie hält man diese dämlichen Kommenatre von irgendwelchen Verschörungstheoretikern hier eigentlich dauerhaft aus?
    Selbst unter dem Artikel über einen Dirigenten geifern die hysterischen Merkelhasser, Linkenhasser, Araberhasser und Reichsbürger vor sich hin.
    Das ist so albern geworden… nur noch negative Stimmung , die hier von den Kommentatoren verbreitet wird. Ohne Verstand.

    • Capricorna schreibt:

      @S.M.Studio.
      Ja, dem muss ich leider zustimmen. Es ist hier mittlerweile nur noch ein sinnloser Schlagabtausch zwischen den Filterblasen. Schade eigentlich.

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