Broderbild mit Dame

Am 29. Januar 2019 hielt Henryk M. Broder vor der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag eine Rede zu dem Thema: „Das Ende der Demokratie, wie wir sie kennen und was die political correctness dazu beiträgt“.

In seiner Rede kritisierte er die Zunahme der physischen Gewalt in der politischen Landschaft und die Unfähigkeit mancher Politiker, sich von Gewalt gegen Mitglieder des Bundestags zu distanzieren. Er kritisierte ebenfalls geschichtsrevisionistische Strömungen innerhalb der AfD, zum Beispiel Alexander Gaulands Aussage, die zwölf Jahre der Naziherrschaft seien ein „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte gewesen. Broder betonte:

„Das ist nicht nur aus der Sicht der Nazi-Opfer, der Juden, der Zigeuner, der Homosexuellen, der Widerstandskämpfer, der Deserteure, eine schwere Sünde.“

Vor der Rede machte die AfD-Chefin Alice Weidel ein Foto von sich und Broder. Dieses Bild wurde später massenhaft in den sozialen Netzwerken geteilt, versehen mit wenig schmeichelhaften Kommentaren, in denen Broder abwechseln als „senil“, „rechtspopulistisch“, „braun“ oder gleich als „Nazi“ bezeichnet wurde. Den Vogel schiss Markus Decker vom Kölner Stadt-Anzeiger ab. Er schrieb auf Twitter:

„Henryk M. Broder ist mit dem Satz seiner Eltern groß geworden: „Wir haben für Dich das KZ überlebt.“ Jetzt liegt er in den Armen einer Partei, die das Holocaust-Mahnmal als Mahnmal der Schande bezeichnet. Es ist nicht zu fassen.“

Dieser unverschämte Broder aber auch! Was fällt dem Juden eigentlich ein? Da wurden seine Eltern damals in deutsche Besserungsanstalten geschickt, um etwas wesentliches über die deutsche Moral zu lernen und jetzt erdreistet es sich dieser Überlebenssohn und lernt nichts aus dieser deutschen Nachhilfe. Ein Glück, dass es Markus Decker gibt, der heute dafür sorgt, dass die Arbeit seiner Vorfahren auch im 21. Jahrhundert noch Früchte trägt. Hätten Deckers Vorfahren Broders Eltern nicht zur sittlich bildenden Konzentration in Lager gezwungen, müsste er heute wohl andere Seiten aufziehen. So aber reicht es, diesem frechen Sohnemann von Juden, die es wagen, keine Stolpersteine zu haben, kurz und deutlich zu schreiben, dass die Lager damals ebensowenig zum Spaß gebaut wurden wie die vorbildlichen deutschen Holocaust-Mahnmale, um die uns die Welt heutet beneidet.

So denkt es in Markus Decker.

Die Verbreitung des Fotos von Broder und Weidel sorgte dafür, dass ich überhaupt von der Rede Broders erfuhr. Am 30. Januar erhielt ich nämlich mehrere Mails und SMS von Freunden und Bekannten, die mich aufforderten, zu diesem Foto Stellung zu beziehen, schließlich sei ich ein Freund von Broder.

Ja, es ist richtig. Ich bin ein Freund von Henryk. Ich liebe diesen Mann. Er ist witzig, warmherzig, ehrlich, direkt und dabei immer höflich, besonders wenn er intellektuell bissig wird. Ich stimme dem Schriftsteller Leon de Winter voll und ganz zu, wenn er sagt:

„Vielleicht hört es sich ein wenig melodramatisch an und theatralisch, aber es gibt diese Momente und dann hat man auf einmal diesen glücklichen Gedanken: Aber es gibt noch immer Henryk. Er ist es. Glücklich! Er ist noch immer da. Das ist ja toll. Solange er da ist, gibt es Hoffnung.“

Henryk ist nicht oft in Köln. Er mag die Stadt nicht sonderlich, verabscheuen, wäre zu milde ausgedrückt. Wenn er aber in Köln ist, lieben es meine Frau und ich, mit ihm in einer der vielen hervorragenden türkischen Restaurants in Köln essen zu gehen. Diese Freundschaft sorgte nun dafür, dass mir das Foto von Weidel und Broder aus diversen Ecken zugeschickt wurde. Einige Absender waren dabei sehr direkt und forderten gar unumwunden eine Distanzierung von mir.

Ich bin Jahrgang 1976 und wurde somit zwanzig Jahre nach dem Ende der McCarthy-Ära geboren, aber zweiundvierzig Jahre später finde ich mich in Deutschland in genau dieser Ära wieder. In einer Atmosphäre der „Zweiten Braunen Angst“ taucht im Jahr 2019 ein Bild auf, auf dem Broder zu sehen ist, wie er von einer, in den Augen der „richtigen Mitte“ so gesehenen, Teufelin berührt wird, was ihn natürlich sofort ebenfalls für das Böse infiziert. An eine solche Kontaktkontamination des Grauens glaubte man hierzulande zuletzt im Mittelalter, als Frauen wie Weidel noch als Hexen verbrannt wurden. Die Berührung durch diese Hexe machte Broder zum Aussätzigen. Vermutlich werde auch ich infiziert, sobald ich ihn in den Arm nehme. Von da an werde dann wohl auch ich ansteckend sein.

Als ich noch jung war, kam es öfter vor, dass auf einer Party ein guter Freund mit mir in die Küche schlich, um dort unter vier Augen und der Garantie des Mantel der Verschwiegenheit zu gestehen, dass er schwul sei. „Aber bitte, sag es niemanden“, hörte ich dann. „Ich habe Angst davor, dass die Leute davon erfahren. Ich möchte nicht, dass ich auf der Arbeit oder im Dorf Probleme bekomme.“

Seit Jahren war mir ein solches Gespräch nicht mehr passiert, bis ich vor einigen Wochen ernsthaft von einem guten Schauspielkollegen zur Seite genommen wurde, der mir gestand, die AfD gewählt zu haben. „Aber erzähl es niemandem. Ich habe Angst, dann mein Engagement zu verlieren.“

Ich war schockiert, nicht so sehr von seiner Wahlentscheidung, die kritisierte ich lediglich, im Gegensatz zur Homosexualität, die ich vollumfänglich unterstütze; aber ich war schockiert von seiner Angst. Ich lebe in einem Land, in dem Menschen Angst haben, ihre politische Präferenz offen zu gestehen, weil sie dadurch befürchten, auf eine schwarze Liste zu geraten. Genau diese Angst, macht mir Angst.

Menschen, die das Gefühl haben, dass Ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wird, stellen eine Gefahr dar und zwar unabhängig davon, ob sie nun recht haben oder nicht. Menschen, die zum schweigen verdammt sind, die sich nicht mehr trauen, ihre Bedenken und Ängste zu artikulieren, die verdrängen, verleugnen und unterdrücken, werden irgendwann explodieren.

Vor jeder Tat kommt der Gedanke. Dazwischen kann ein Reden liegen, aber es ist nicht notwendig. Der Denkende kann auch schweigen oder zum Schweigen gezwungen werden, zur Tat führt sein Gedanke dennoch.

Denken –––> Reden –––> Handeln
Denken –––––Reden–––> Handeln

Das Reden hilft, das Denken vor dem Handeln zu überdenken, um so zu einem besseren Handeln gelangen zu können. Reden radikalisiert das Handeln nicht. Die Nazis waren nicht gefährlich, weil sie geredet haben, sondern weil sie ihre Gegner zum Schweigen gezwungen haben. Nicht „Mein Kampf“ war das eigentliche Problem, sondern das Verbot vieler anderer Bücher. Die Verbreitung von „Mein Kampf“ hätte das Grauen sogar verhindern können, wären die Worte nur ernst genommen worden. Sie wurden es leider nicht, so wie heute manch vernichtendes Wort gegen Israel nicht ernst genommen wird, mit Ausnahme von der Regierung Israels selbst.

Israel hört den Hass, nimmt ihn ernst, reagiert und wird dafür von manch einem Kritiker bestraft. Israel kann damit leben. Wenn ich mich entscheiden müsste zwischen gelobt tot und gehasst lebendig, würde ich mich auch für das Leben entscheiden.

Das Reden und Veröffentlichen gehässiger Worte ermöglicht es dem Zuhörer oder Leser zu erfahren, ob man sich vor jemanden schützen sollte. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden!

Wer alles ausklammert, was ihm nicht gefällt, ist taub für das, was in der Gesellschaft vor sich geht und wird entsetzt sein, wenn bei der nächsten Wahl die Menschen in der geheimen Wahlkabine ihre Meinung in ein definitives Kreuz verwandelt haben. Dann fallen sie aus allem Wolken und sagen, sie hätten all das nicht kommen sehen. Natürlich haben sie es nicht kommen sehen! Sie haben sich schließlich nicht mit diesen Menschen auseinandergesetzt, sondern sie wie Aussätzige behandelt. So vermehrte sich der Hass im Verborgenen, Geheimen und Verbotenem.

Andere Meinungen auszuklammern ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Dieses Spezialität der Kriminalisierung der Andersdenkenden gehörte auch zu der Spezialität eben jener Deutschen, die einst die Eltern von Broder auf ganz besondere Art und Weise behandelten.

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80 Antworten zu Broderbild mit Dame

  1. Rainer schreibt:

    Die AFD ist eine antihumanistische, antidemokratische Partei, wer sie wählt tut dies bewußt. Wer sich mit dem Lumpenpack verbrüdert wie Broder es tat ist eben ein Lump. Wer Angst hat wegen seiner Entscheidung, sich per Wahlentscheid gegen Menschlichkeit und Demokratie zu entscheiden, ausgegrenzt zu werden, erfindet sich als Opfer und verhöhnt die Opfer dieser Gesinnung. In dem Kontext hat weder die Politik Israels (die ich gut heiße), noch sexuelle Orientierungen (ein/e jede/r kann den Dolch ins Laken stecken wie es ihm/ihr gefällt) etwas verloren. Das Broder mit dem Gesocks in der braunen Brühe badet ist nach seinem traurigen Geschreibsel der letzten Jahre nicht verwunderlich, eher schon, dass er es nicht früher schon getan hat

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Lumpenpack, Gesocks, tolle Wortwahl. Sie erinnert mich an was.

    • A.S. schreibt:

      Wenn es dem internationalen Rechtspopulistentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Renationalisierung der Erde und damit der Sieg des Rechtspopulistentums sein, sondern die Vernichtung der Antidemokraten in Europa.
      Entspricht das Ihrem Geschmack?

      • Thomas Schweighäuser schreibt:

        Wenn wir schon über Geschmack reden: Die Hitlerrede vom 30.1.39 zu nehmen und „internationales Finanzjudentum“ durch „internationales Rechtspopulistentum“, „Bolschewisierung der Erde“ durch „Renationalisierung der Erde“ und „Vernichtung der jüdischen Rasse“ durch „Vernichtung der Antidemokraten“ zu ersetzen, ist ein solches Bubenstück, dass man angesichts dieser Selbstinszenierung als Opfer – die bei den Faschisten gang und gäbe ist -, wie auch des manischen Bezugs auf die NS-Zeit sprachlos wird.
        Und, nein, das ist weder lustig noch sarkastisch („zynisch“ auf AS-Deutsch), sondern schlicht perfide.

        • A.S. schreibt:

          Zeigen Sie mir ein Opfer der AfD, dann reden wir weiter. Ein einziges, das reicht mir.

          • Thomas Schweighäuser schreibt:

            Sie verstehen wirklich nicht, worum es geht, oder? Dass Sie hier die AfD-ler zu den neuen Juden machen wollen, reicht wohl noch nicht, jetzt stellen (?) Sie sich auch noch dumm.
            Ist es das, was Höcke mit seiner „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“ meinte, steht da schon einer stramm vor dieser Forderung?

          • A.S. schreibt:

            Anderes Thema: Wenn Sie Nazis suchen, da haben Sie welche, mit allem Widerlichem drum und dran:
            https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/ungarn-tausende-neonazis-marschieren-in-ss-uniform-durch-budapest-60065622.bild.html
            Macht es Sie nicht stutzig, dass jeglicher mediale Aufschrei ausbleibt, das man (auch Sie?) sich mehr über zweifelhafte Aussagen Höckes aufregt als über dreartige Widerlinge, die sich unzweifelhaft zum Nazitum bekennen?
            Da muss man sich doch fragen was beim Kampf gegen Rechts schief läuft.

          • Thomas Schweighäuser schreibt:

            Manche Selbstdemontagen sind schlichtweg peinlich (na ja, und ein wenig lustig auch):
            „Wenn Sie Nazis suchen, da haben Sie welche (…). Macht es Sie nicht stutzig, dass jeglicher mediale Aufschrei ausbleibt, das man (auch Sie?) sich mehr über zweifelhafte Aussagen Höckes aufregt als über dreartige Widerlinge, die sich unzweifelhaft zum Nazitum bekennen? Da muss man sich doch fragen was beim Kampf gegen Rechts schief läuft.“
            Wenn Sie so wollen: Nichts.
            – Denn die Nazis marschieren ungestraft durch Viktor Orbáns Ungarn, dem wer zu seinem Wahlerfolg gratulierte? Weidel und Gauland („Wir gratulieren Victor Orbán zu seinem Wahlerfolg. Das ist ein guter Tag für Europa!“).
            – Denn Orbán wie auch die Nazis haben als erklärtes Feindbild George Soros, den wer als „zwielichtigen George Soros“ bezeichnete? Der AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner.
            – Denn die Nazis in Ungarn wettern antisemitisch gegen den „ewigen, internationalen und kosmopolitischen Globalisten“. Und wer twitterte „Globalisten sind Global-Sozialisten – eine kosmopolitische, linke Elite, die „keine Nation“ mehr kennt.“? Der AfD-Bundestagsabgeordnete Bystron.
            Wenn sich der Kampf gegen rechts weiterhin auf die parlamentarische Speerspitze dessen, was da durch Budapest zog, konzentriert, könnte er noch gewonnen werden.
            Sind Sie dabei?

          • A.S. schreibt:

            Also nein.
            Das Rot-Grün den NSU ungehindert morden lässt und den Verfassungschutzpräsidenten erst dann rausschmeißen lassen will, wenns gegen die AfD geht wundert Sie nicht.
            Das diese Regierung mit klar erklärten Antisemiten paktiert interessiert Sie nicht, das die EU Judenmödern Anreize gibt interessiert Sie nicht.
            Und Naziaufmärsche sind für Sie anscheinend nur interresant wenn sie gegen Ihnen nicht genehme Politiker eingesetzt werden können.
            Bin mal gespannt ob sie das hier auch SPD, Linken und Grünen vorwerfen wollen?
            https://www.n-tv.de/politik/Berliner-Nazi-Aufmarsch-hat-Folgen-article20579891.html

  2. Kanalratte schreibt:

    @gunther
    „Gauland betreibt eine Ehrenrettung der Wehrmacht im 2.Weltkrieg, obwohl auch er wissen müsste, dass die Wehrmacht intensiv, massiv und aktiv an der Ermordung europäischer Juden beteiligt war. Natürlich verschweigt er das. Doch diese Umwegkommunikation beinhaltet eine klare antisemitische Tendenz.“

    Das stimmt halt so auch nicht, denn die Wehrmacht war nicht aktiv am Holocaust beteiligt, da sie ja eigentlich nur für das Militärische zuständig war. Der Holocaust hat ja im Wesentlichen hinter der Front stattgefunden und dieser wurde durch die SS (Einsatzgruppen, Vernichtungslager) ausgeführt. Die Wehrmacht war an vielen Kriegsverbrechen beteiligt, aber eben nicht direkt am Völkermord an den Juden. Diese Unterscheidung muss man schon machen.

    Es ist nicht das Problem von Herr Gauland, wenn die Leute glauben dass jeder Wehrmachtssoldat aktiv an der Ermordung der Juden mitgewirkt hat.

    • besucher schreibt:

      Das stimmt halt so auch nicht, denn die Wehrmacht war nicht aktiv am Holocaust beteiligt, da sie ja eigentlich nur für das Militärische zuständig war.

      Sind Sie jetzt völlig wahnsinnig geworden? Oder die Reincarnation von Jodl?

    • Thomas Schweighäuser schreibt:

      „„Ein Deutscher ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben“ (Adorno). Dass die Wehrmacht „ja eigentlich nur für das Militärische zuständig war“, der „Holocaust (…) ja im Wesentlichen hinter der Front stattgefunden“ habe, und dass man dem honetten Herrn Gauland doch nicht vorwerfen könne, „wenn die Leute glauben dass jeder Wehrmachtssoldat aktiv an der Ermordung der Juden mitgewirkt hat“, das ist so fern von jeder historischen Wahrheit, dass man eigentlich nur staunen kann, wie die Lüge vom braven Soldaten, der vorne focht und nicht mitbekam, was hinten geschah, immer noch in jüngeren Gehirnen herumspukt.
      Dass sie dabei auch einem Sozialdemokraten auf den Leim gehen (https://www.juedische-allgemeine.de/politik/knacks-im-vertrauen-zum-fuehrer/), der aus mir unbekannten Gründen immer noch als beliebter Politiker gilt, passt zur deutschen Geistesverfassung. Sie können eben keine Lüge aussprechen, ohne – aber das hatten wir schon.

    • Kanalratte schreibt:

      2 Leute die mir erklären dass meine Behauptung dass die Wehrmacht nicht aktiv am Holocaust beteiligt war, falsch sei, aber dann nicht schreiben warum.

      Ich habe den Wehrmachtssoldat außerdem nicht als braven Soldaten beschrieben. Die meisten dieser Soldaten dürften den Judenmord mitbekommen haben, zumal die Wehrmacht auch wie gesagt an vielen Kriegsverbrechen beteiligt war.

      • A.S. schreibt:

        Vergiss es. Du diskutierst mit Leuten, die keinen Unterschied zwischen 18 jährigen Zwangsverpflichteten (deren Alternative zum Krieg die Todesstrafe war) und Rudolf Höß machen wollen.
        Die unterscheiden nicht zwischen Aussagen wie: Wehrpflichtige hatten keine Wahl und Die Wehrmacht hat keine Verbrechen begangen und lesen aus diesem Kommentar warscheinlich auch schon eine halbe Leugnung heraus.

        Die können nicht anders, das sind Reflexe.

      • besucher schreibt:

        Ohne Ihre Wehrmacht und deren verbrecherische Angriffskriege hätte es keinen „Holcaust“, wie Sie ha shoah bezeichnen, gegeben. Ob die Wehrmacht nun aktiv beteiligt war, ist irrelevant. Sie hat die Grundlagen dafür geschaffen, dass dieses abartige Verbrechen überhaupt durchgeführt werden konnte. Vllt. sollten die vielen Wehrmachtsversteher darüber als Erstes nachdenken?

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Die Richter, die Adolf Eichmann am 15. Dezember 1961 verurteilten, fanden damals die noch heute gültigen Worte:

          “Durch welche Zufälle innerer und äußerer Art Sie auch immer auf den Weg geraten sein mögen, auf dem Sie dann zum Verbrecher wurden – zwischen dem, was Sie tatsächlich getan haben, und dem, was andere möglicherweise unter den gleichen Umständen auch getan hätten, liegt eine nicht überbrückbare Kluft. Uns gehen hier nur Ihre wirklichen Handlungen etwas an, und weder die möglicherweise nichtverbrecherische Natur Ihres Innenlebens und Ihrer Motive noch die möglicherweise verbrecherischen Neigungen Ihrer Umgebung. Sie haben sich, als Sie Ihre Lebensgeschichte erzählten, als einen Pechvogel dargestellt, und in Kenntnis der Bedingungen, unter denen Sie lebten, sind wir bis zu einem gewissen Grad sogar bereit, Ihnen zuzugestehen, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass Sie unter günstigeren Umständen je in diesem oder einem anderen Strafprozess als Angeklagter erschienen wären. Aber auch wenn wir unterstellen, dass es reines Missgeschick war, das aus Ihnen ein willfähriges Werkzeug in der Organisation des Massenmords gemacht hat, so bleibt eben doch die Tatsache bestehen, dass Sie mithalfen, die Politik des Massenmordes auszuführen und also diese Politik aktiv unterstützt haben. Denn wenn Sie sich auf Gehorsam berufen, so möchten wir Ihnen vorhalten, dass die Politik ja nicht in der Kinderstube vor sich geht und dass im politischen Bereich der Erwachsenen das Wort Gehorsam nur ein anderes Wort ist für Zustimmung und Unterstützung.”

      • Thomas Schweighäuser schreibt:

        Ja gut, das ist natürlich auch noch ein Argument, dass zwar „die meisten dieser Soldaten (…) den Judenmord mitbekommen haben“, aber eben andererseits „ja eigentlich nur für das Militärische zuständig“ waren, dass es also diesen Judenmord auch gegeben hätte, wenn es diese militärisch Zuständigen nicht gegeben hätte, die wertfrei und politisch neutral und zufällig zur selben Zeit den jüdischen Bolschewismus auszurotten versuchten. Und deren Tapferkeit im Rahmen ihrer politisch wertneutralen militärischen Zuständigkeit gilt es eben, mit Gauland, zu loben. Und damit ist dann auch bewiesen, dass der Gauland kein Nazi ist.
        Danke für den Hinweis.

        • Kanalratte schreibt:

          Wir könnten jetzt sehr lange diskutieren inwiefern sich der normale Wehrmachtssoldat schuldig gemacht hat. Die einen würden sagen, er hat nichts anderes gemacht wie andere Soldaten auch – z.B. die Deutschen im ersten Weltkrieg, nämlich für sein Land gekämpft. Andere würden sagen er hat sich schuldig gemacht weil er nicht nur für sein Land, sondern auch für ein Nazi-Regime gekämpft hat und indirekt zum Judenmord und Rassenkrieg beitrug. Ich würde sagen da haben beide Recht. Gauland widerspricht sich auch irgendwie auch wenn er einerseits diese verdammten 12 Jahre als für die deutsche Geschichte unbedeutenden „Vogelschiss“ bezeichnet, andererseits aber auch explizit stolz auf die Wehrmachtssoldaten sein möchte. Für mich persönlich sind die Nazis und alle die da mitgewirkt haben Verbrecher, der eine mehr, der andere weniger, aber man sollte schon soweit differenzieren, dass man auch versteht wie der Holocaust passieren konnte. Der Völkermord an den Juden wurde nicht nebenbei mal so im Kampfgeschehen von der Wehrmacht durchgeführt, sondern eben explizit geplant und mit eigenen Leuten von der SS als industrieller Massenmord organisiert. Wenn man das nicht weiß, kann man die Dimension des Verbrechens gar nicht verstehen. Das habe ich früher auch nicht gewusst.

          • besucher schreibt:

            Es bleibt damit festzuhalten: Wehrmacht gut, nur SS war – nun ja – etwas „übermotiviert“, wenn es darum ging, „Untermenschen“ und „Volksschädlinge“ zu entfernen? Sie glauben wirklich, was Sie hier schreiben, oder? Wenn das die Linie dieser Partei ist, für die Sie sich hier einsetzen, wäre der sog. Prüffall des VS ein wesentlich zu milderes Mittel, dem zu begegnen. 😉

          • Kanalratte schreibt:

            Das habe ich nicht geschrieben und auch nicht gemeint, und das wissen Sie auch.

            Ich zitiere mich nochmal von oben:
            „für mich persönlich sind die Nazis und alle die da mitgewirkt haben Verbrecher, der eine mehr, der andere weniger,“

  3. A.S. schreibt:

    Da erlaubt sich Broder als mündiger Bürger eine eigene Meinung zur AfD und kommt zu dem Schluss, dass man mit denen Reden kann, auch wenn man dabei mal ordentlich aufs Leder haut.

    Und schon kommen massenhaft Reaktionen, die die Geschichte seiner Eltern instrumentalisieren und ihm damit das Kommunikationsrecht mit der AfD absprechen wollen. Als dürfte ein Jude mit KZ-Hintergrund keine eigene Meinung haben, als wäre der Holocaust eine Erziehungsanstalt gewesen, die heutige Juden verpflichtet die Meinung der Linksdauerempörten zu übernehmen.
    An einigen Reaktionen auf Broders Aktion kann man sehen, dass das deutsche Herrenmenschentum, das Minderheiten nach Gutsherrenart ihren Platz zuweisen will, nach wie vor in den Köpfen herumbraunt. Es hat sich lediglich ein neues Gewand umgehängt.

    • Thomas Schweighäuser schreibt:

      „massenhaft Reaktionen“ – welche denn noch außer der dämlichen von Decker?

      • Thomas Schweighäuser schreibt:

        apropos dämlich: Schämen Sie sich eigentlich nicht für Ihre Formulierung „Jude mit KZ-Hintergrund“?

        • Kanalratte schreibt:

          Sollte sich nicht eher die deutsche Gesellschaft schämen, wenn sie in jedem heute in Deutschland lebenden Juden eine Art lebendiges Mahnmal für die Nazizeit sieht, statt ihn einfach als Mensch zu betrachten?

        • A.S. schreibt:

          Sprachverständnis (Z.B. Zynismus) ist nicht Ihre Stärke, das wissen wir. Aber so deutlich müssten Sie das nicht zeigen.

          • Thomas Schweighäuser schreibt:

            Auch schon bezeichnend, dass da einer über Sprachverständnis doziert, der Zynismus schreibt, wenn er Sarkasmus meint. Noch bezeichnender aber, dass er, als er Zynismus schrieb, zumindest seine Formulierung vom „Juden mit KZ-Hintergrund“ treffend charakterisierte.

  4. ceterum censeo schreibt:

    https://quotenqueen.wordpress.com/2019/02/03/hofjude-mit-neuer-dienstherrin/
    An alle moralischen Übermenschen, die meinen, Broder tadeln zu müssen: Hier ist Einer, von dem Ihr noch was lernen könnt!

  5. gunther schreibt:

    Einige Fakten zur AFD und für Herrn Buurmann:

    Gauland betreibt eine Ehrenrettung der Wehrmacht im 2.Weltkrieg, obwohl auch er wissen müsste, dass die Wehrmacht intensiv, massiv und aktiv an der Ermordung europäischer Juden beteiligt war. Natürlich verschweigt er das. Doch diese Umwegkommunikation beinhaltet eine klare antisemitische Tendenz.

    Und sein von im geschätzter Parteifreund Höcke verlangt ein Ende der Erinnerung und eine 180 Gradwende in der Geschichtsschreibung. Natürlich verschweigt auch Höcke, dass er ein Ende der Erinnerung an den Holocaust meint.

    Vielmehr wird deutlich, welche Vorstellungen in dieser Partei wirklich vorherrschen. Ein offenes Aussprechen der antisemitischen Positionen wäre ein Tabubruch. Allerdings braucht die AfD nicht befürchten, dass sie dadurch Wähler verlöre. Denn nach einer Allensbach-Erhebung vertreten 55% der AfD-Anhänger antisemitische Positionen. Sie scheinen sich also gut aufgehoben zu fühlen.

    Wiederherstellung (!) des deutschen Volkscharakters und Kritik an der parlamentarischen Demokratie sowie an den Parteien werden betrieben mit Vokabular der Nazis („System“).

    Die AfD benutzt ihre angebliche Verteidigung Israels, um ihre Feindschaft gegen den Islam und ihren Rassismus zu untermauern. Somit werden Israel und die Juden zu bloßen Instrumenten marginalisiert.

    Mandatsträger der AfD marschieren gemeinsam mit Neonazis gegen Ausländer.
    „Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutschen keine halben Sachen.“ (Höcke). Dabei ist es für ihn auch selbstverständlich, dass es „bedauerliche“ Opfer geben werde. Für Höcke ist die individuelle Freiheit kein Grundwert der Demokratie, sondern eine Bedrohung der „sozialen Gesellschaft“ (Originalton Höcke).

    Samuel Salzborn, Gastprofessor für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, sagte dem ARD-faktenfinder, man müsse „im Blick haben, dass es unterschiedliche Formen gibt, in denen sich Antisemitismus äußert: die antisemitische Schuldabwehr und die Täter-Opfer-Umkehr sind zentrale Formen“. Und besonders davon finde „sich auf allen Ebenen der AfD eine erhebliche Verbreitung, von der lokalen Ebene bis zum hochrangigen Funktionär“.
    Salzborns Fazit: Die prominenten Fälle Gedeon und Höcke seien „nur die Spitze vieler Eisberge“.

    Der Antisemitismus-Experte Gideon Botsch sagte im Deutschlandfunk, die AfD zeige „ein einseitig instrumentelles Verhältnis zum Antisemitismus“. Dieser werde immer nur dann wichtig, „wenn er sich mobilisieren lässt gegen andere Minderheiten, insbesondere gegen muslimische Communities in Deutschland und gegen Flüchtlinge“. Andere Facetten des Antisemitismus thematisiere die AfD nicht.

    Anfang 2017 forderte Gedeon in einem Papier („Wird die AfD eine zionistische Partei?“) eine klare Distanzierung vom „israelischen Zionismus“. Im Dezember 2017 sprach er sich zusammen mit anderen Mitgliedern seiner Partei bei deren Bundesparteitag dafür aus, dass man sich gegen Israel auch eine Unterstützung der Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ vorbehalten müsse.

    Wolfgang Gedeon aus Baden-Württemberg hatte in seinem Buch „Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten“ die Erinnerung an den Holocaust „Zivilreligion des Westens“ und Holocaustleugner als Dissidenten genannt. Das Judentum bezeichnete er als „inneren“ und den Islam als „äußeren“ Feind des „christlichen Abendlandes“.

    Das Thema Holocaust und Zweiter Weltkrieg beschäftigt immer wieder AfD-Politiker. Björn Höcke sprach von einem „Denkmal der Schande“ in Berlin und forderte eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“. Alexander Gauland hatte gefordert, man müsse den Deutschen „diese zwölf Jahre“ zwischen 1933 und 1945 „nicht mehr vorhalten“. Die Deutschen hätten zudem „das Recht, stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“.

    Der ehemalige AfD-Funktionär Franz Eibl berichtete gegenüber der „Huffington Post“, mehrfach habe er in seiner Zeit bei der Partei in Gesprächen antisemitische Äußerungen gehört: Es seien Verschwörungstheorien über die Rothschilds oder den jüdisch-stämmigen Soros vertreten worden. Als Historiker habe es ihn „schockiert“, als AfD-Mitglieder gegenüber ihm die deutsche Kriegsschuld verleugnet hätten.

    Eine Lektüre einschlägiger wissenschaftlicher Literatur zum verdeckten Antisemitismus bringt weiter.

    • Ja – aber verdeckte und sogar offene Antisemiten und Israel-Feinde gab und gibt es zuhauf auch in den übrigen Parteien(). Und nun?
      Ein großes Problem der deutschen Demokratie besteht aktuell darin, dass in den Parlamenten die AfD leider die einzige Partei ist, die wenigstens teilweise Opposition gegen die zumeist verfehlte Politik von Union, SPD, Grünen und Linken leistet (Asyl/Migration, Islam, Energie, Verkehr, Umwelt, Forschung, Bildung, um nur einige wichtige Gebiete zu nennen). Bedauerlicherweise ist auch die FDP keine Alternative: Wo sie in den Bundesländern mitregiert, trägt sie den schwarz-links-grünen Kurs sogar bereitwillig mit.
      (
      ) Die vielfach Islam-freundliche und Israel-feindliche Politik der Bundesregierung ist ein anschaulicher Beleg dafür.

  6. Kanalratte schreibt:

    Deutschland steht halt nicht so auf Bilder mit lebenden Juden, die keinen Bezug zum Holocaust haben. Henryk Broder hat die deutsche Erinnerungskultur verraten…

  7. Nevereveragain schreibt:

    was kommt als nächstes? Ein Selfie in inniger Umarmung mit den iranischen Mullahs? Henryk das war der berühmte Tropfen, das etwas zu viel des Guten. Ja, eine Pietätlosigkeit gegenüber unserer Eltern, die den Holocaust überlebt haben. Du warst nie ein Kapitalist. Was hat dich geritten, vor denen, die den Holocaust einen „Vogelschiss“ nennen, zu sprechen? Mit diesem Ausdruck haben sie das Leid unserer Eltern, Großeltern, Tanten, Onkeln zu einer Farce gemacht und dann redest Du vor ihnen und läßt Dich von dieser Frau in den Arm nehmen? Anscheinend hat Deine Einstellung sich doch geändert oder ist es ein Reifungsprozess in die falsche Richtung?

    • Kanalratte schreibt:

      Für die Fotos mit den iranischen Mullahs ist die EU zuständig.

    • A.S. schreibt:

      Zitat aus Broder Rede:
      Man legt die Füße nicht auf den Tisch, man rülpst nicht beim Essen, und man nennt die 12 schlimmsten Jahre der deutschen Geschichte nicht einen „Vogelschiss“. Das ist nicht nur aus der Sicht der Nazi-Opfer – der Juden, der Zigeuner, der Homosexuellen, der Widerstandskämpfer, der Deserteure – eine schwere Sünde. Es muss auch ein No-go für jeden Deutschen sein, der kein Jude, kein Zigeuner, nicht schwul ist und keine Angehörigen hat, die von den Nazis verfolgt wurden.

    • Passant schreibt:

      Ein Selfie mit Mullahs? Auf diese Idee muss man erst mal kommen! Die Mullahs werden bestimmt den schönsten und höchsten Baukran für ihn aussuchen.

      Aber warum fragen Sie eigentlich Broder, es gibt doch einige, die so was bereits getan haben, manche auch mehrmals:






      Ich glaube das waren auch keine Kapitalisten. Im Gegenteil sogar, das finde ich etwas komisch. Haben Sie damals auch protestiert, hoffentlich genauso laut? Ich bin mir fast sicher, Ihr Name impliziert Sie würden das hauptberuflich machen

  8. Thomas Schweighäuser schreibt:

    Der Blogger befasst sich mit den geschundenen Seelen derjenigen, die aus lauter Verzweiflung Göcke und Hauland wählen:
    „Wer alles ausklammert, was ihm nicht gefällt, ist taub für das, was in der Gesellschaft vor sich geht und wird entsetzt sein, wenn bei der nächsten Wahl die Menschen in der geheimen Wahlkabine ihre Meinung in ein definitives Kreuz verwandelt haben. (…) Sie haben sich schließlich nicht mit diesen Menschen auseinandergesetzt, sondern sie wie Aussätzige behandelt.“
    Wie Recht er damit hat!
    Niemand nimmt sich ihrer Sorgen an, sieht man einmal von der kleinsten Zeitung des Landes ab:
    https://bildblog.de/98996/wie-bild-bruecken-fuer-die-afd-baut/

    • Abifiz schreibt:

      @Schweighäuser

      Entweder Thema mutwillig – überdimensional – verfehlt, oder es gebricht Ihnen an der Fähigkeit „verstehend zu lesen“.

      • A.Bundy schreibt:

        Weder noch. Nur das übliche Gespeichel eines klassisch links konditionierten, schmierigen Denunzianten.

      • Thomas Schweighäuser schreibt:

        @Abifiz: Kommt da noch irgendetwas an Argumentation oder wollten Sie hier lediglich darauf aufmerksam machen, dass es Sie gibt?

  9. Thomas Schweighäuser schreibt:

    Es ist weniger eine Umarmung, als eine triumphierende Geste des Einfangens, die Weidel hier mit erkennbarem Genuss zelebriert: Seht her, will sie sagen, jetzt haben wir ihn also endgültig, ihn, der bislang nur mit der quatschigen „Erklärung 2018“ im Gepäck und in Begleitung von Klonovsky und Lengsfeld die Geschäfte der AfD erledigt hat. Dass Broder dieses Bild später als „Fehler“ bezeichnet hat, ist nichts als taktisches Geplänkel, denn gegen eine Veröffentlichung hätte er sich bereits vorher verwahren können.
    Was bleibt, ist Kopfschütteln und das Gefühl von Peinlichkeit angesichts einer bodenlosen Naivität.
    Aber gut, Broder kann ja tun und lassen, was er will, und wenn es ein Menschenrecht auf Redefreiheit gibt, so auch eines auf, um andere Begriffe zu vermeiden, Altersstarrsinn.

    • A.Bundy schreibt:

      Strohdoofes Laber-Rhabarber und wieseliges Blockwartgesülz. Schweighäuser glaubt offenbar allen Ernstes, dass das was Juden in Deutschland zu tun oder zu lassen hätten, vom Wohlwollen schmieriger Denunzianten wie ihm oder gutmichelig-hyperventilierender “Nazienkel” wie Decker abhinge.
      Was bleibt, ist Verachtung und das Gefühl von Ekel angesichts dieser dummdreisten Hybris.

      • Thomas Schweighäuser schreibt:

        Dass Bundy selbst nach den Maßstäben der hier sich tummelnden Trolle mit einem Faible für die antisemitische AfD ein eher kleines Licht ist, kann man dann erkennen, wenn er seine üblichen copy+paste-Pöbeleien hinter sich zu lassen versucht: Es stimmt einfach gar nichts mehr und es bleibt der Eindruck, dass sich hier einer meldet, der sonst gar nichts zu melden hat.
        Und selbst wenn man ihm den Gefallen täte, seine Forderung nach Verstummen („Fuck off!“) zu erfüllen, täte man ihm keinen Gefallen: Er müsste sich ja in seinem Elendsquartier im Herzen von Sesselpupistan, gezwungenermaßen, mit sich selbst beschäftigen und das muss alles andere als ein Vergnügen sein.

  10. Sandra Kreisler schreibt:

    Dass die Rede und die Anwesenheit eine Shitstorm zogen, war von beiden Seiten beabsichtigt. Und nur weil man einer Menschenfeindlichen Partei mal die Meinung geigen will, ist es nicht notwendig, sich von ihr vereinnahmen zu lassen. Er hätte das ganze auch sagen können, ohne vor diesen Leuten zu stehen, und intellektuell wäre das sauberer gewesen. Natürlich gibt es jetzt Reaktionen, die genau so doof sind, auch frech, auch unnötig. Aber es GEHT um Reaktionen. Und ich denke auch, dass solche Reden ja nicht kostenlos gehalten werden, das ist auch ein Punkt. Beide Seiten wollten mit der Aufmerksamkeitsökonomie ihres Publikums spielen, beide haben mitgemacht. Ich finde es war ein Fehler von Broder, sich dafür herzugeben, weil ich überzeugt bin, dass die Rede genau NICHTS gebracht hat, ausser eben Klicks und Shitstorm. Alle ziehen es jetzt heran um sich bestätigt zu sehen, aber in Wahrheit wird eine neue Sau durch’s Dorf gejagt und die AfD ist noch ein bisschen näher an „Naja, vielleicht nicht so toll, aber doch ernsthafte Politische Partei“ gerückt. Na, toll.
    Ich stehe nicht auf dem Standpunkt, dass Demokraten jeden und alles ertragen müssen, nur weil es eine Demokratie ist. Natürlich darf man auch sagen, dass man nicht an jedem Bodensatz, der aus einer Kloake nach oben driftet Interesse hat. Kritisieren kann man auch, (auch ernstnehmen, nebenbei) ohne vor diesen Leuten zu stehen, und sie dadurch zu adeln.
    (Und das Ungleichgewicht, dass man einerseits davon redet, dass man ja in einer Demokratie lebte, wo jeder seine Meinung haben und sie äussern dürfe, und im gleichen Atemzug einem anderen eine ernsthafte Meinung abzusprechen, nur weil es eine 15 Jährige Hochbegabte ist, geht auch an allen vorbei, offenbar.)

    • Norbert Schnitzler schreibt:

      Dieser Kommentar war allenfalls eine Ergänzung bei einigen Informationen und ein Bekenntnis („Ich stehe nicht auf dem Standpunkt…“), aber er geht inhaltlich weder auf Broders Rede noch auf Buurmanns Text ein. Aber auf Broders Rede einzugehen ist kontraproduktiv, wenn man behauptet:

      „ich überzeugt bin, dass die Rede genau NICHTS gebracht hat, ausser eben Klicks und Shitstorm“

      Würde man auf sie eingehen, hätte man sich an einer Diskussion beteiligt und die Rede hätte doch was gebracht. Ich treibe mich selbst nicht bei Facebook und Twitter rum. Bei ZEIT Online steht nichts zur Rede, bei der Welt ein frei zugänglicher Kommentar Michael Wolffsohns und ein kostenpflichtiger Bericht. Wolffsohn meint:

      „Henryk M. Broder enttarnt in brillanter Weise die AfD durch Fakten und Witz – ohne Schaum vor dem Mund. Und er zeigt die schockierende inhaltliche Leere vieler AfD-Kritiker, die meinen, Empörung könnte Sachlichkeit und Fairness ersetzen.“

      Er bringt Argumente und darunter gibt es hunderte Kommentare. So sollte eine Auseinandersetzung sein.

      • ceterum censeo schreibt:

        Die Kommentatoren zerreißen Wolffsohn mehrheitlich. Er hat wohl auch wirklich noch nie solchen Unsinn geschrieben.

    • ceterum censeo schreibt:

      Ich hätte nach Ihren früheren Beiträgen niemals erwartet, daß Sie genauso verpeilt und haßerfüllt wie unser Schweighäuser sind. Das Parteiprogramm der Kloakenuntermenschen mal zu lesen, ist wahrscheinlich auch schon zu viel verlangt.

    • gunther schreibt:

      Sehr geehrte Frau Kreisler,

      danke!

      Es ist unfassbar, wie viele Menschen es hier gibt, die die AFD verteidigen und in ihr eine demokratische (?) Partei sehen. Das ist entweder zurückzuführen auf fundiertes Unwissen oder auf ein seltsames Verständnis von Demokratie.
      Wer hinter cen Botschaften von Gauland (Wehrmacht) und Höcke (Umschreiben der Geschichte) die wahre Botschaft liest, kann nur zu dem Ergebnis kommen: Diese Partei ist zutiefst rassistisch und antisemitisch.
      Da fühlen sich doch 55% der AFD-Anhänger mit ihrer antisemitischen Grundeinstellung heimisch.

      • tapferimnirgendwo schreibt:

        „Das ist entweder zurückzuführen auf fundiertes Unwissen oder auf ein seltsames Verständnis von Demokratie.“ Dann ist ja alles klar. Sie dürfen sich einen Vorwurf aussuchen. Ist eh egal.

        • gunther schreibt:

          Wie schön, dass Sie die AFD-Verteidiger in Schutz nehmen.
          Wenn Sie sich zum Antisemitismus in der AFD und unter ihren Anhängern informieren würden, könnten Sie nicht solchen Blödsinn schreiben.
          Möchten Sie einen Werbe-Blog für die AFD betreiben?

      • ceterum censeo schreibt:

        Können Sie sich eventuell vorstellen, daß Menschen nicht aus Bosheit und Judenhaß die AfD wählen (dann wären sie bei allen anderen Parteien mindestens genauso gut aufgehoben), sondern weil sie ohnmächtig zusehen müssen, wie sich dieses Land mit atemberaubender Geschwindigkeit in ein „Shithole“ verwandelt? Ihre letzte Hoffnung liegt jetzt bei dieser Partei.
        Der letzte Jude wird das Land mit Sicherheit nicht wegen der AfD verlassen. Siehe Frankreich!

      • Kanalratte schreibt:

        55% der AfD-Wähler Antisemiten? Also da kann es sich ja nur um eine seriöse Umfrage gehandelt haben… Zum Teil werden solche Werte noch nichtmal in Umfragen in den Palästinensergebieten erreicht und die sind was den Judenhass angeht eigentlich immer in der Weltspitze dabei.

  11. Yael Schlichting schreibt:

    Was soll ich sagen?!
    Die Doitschen lieben die Toten Juden und hassen die Lebenden. Sie bauen Mahnmale und turnen darauf herum (find ich auch eine Schande) Sie ergehen sich in „Erinnerungskultur“ – ein Ausdruck, bei dem ich Durchfall kriege.
    Und morgen überweisen wie wieder Geld an Terrroristen, unterstützen NGOs, die BDS unterstützen, enthalten sich der Stimme, wennn bei der UN mal wieder Israel verurteilt werden soll…….. Dieses Land ist ein einzig Jammertal.

    • Kanalratte schreibt:

      Das Holocaustmahnmal in Berlin ist aus meiner Sicht absolut nichtssagend und steht irgendwie auch symbolisch für die inhaltsleere und aufdoktrinierte Erinnerungskultur in Deutschland.

  12. Rika schreibt:

    Hat dies auf himmel und erde rebloggt und kommentierte:

    Ich reiche diesen Text einfach nur weiter…
    Mit ausdrücklicher Zustimmung.

  13. Passant schreibt:

    „…zwischen geliebt tot und gehasst lebendig…“

    Gelobt tot, nicht geliebt. Es handelt sich doch um denselben Hass, nur befriedigt – als Erfüllung, Genugtuung. Die Wahl ist in der Tat ziemlich trivial. Nur so, am Rande.

  14. anti3anti schreibt:

    Broder, der Anti-Schuster

  15. Julger schreibt:

    Es geht nicht nur um die Stigmatisierung (Kriminalisierung) von Andersdenkenden, sondern man will damit an der Macht bleiben. Man macht den politischen Gegner schlecht mit Skandalen, Anprangern von Schwächen (Verfehlungen). Statt Sachargumenten benutzt man unfaire Mittel ( kriminelle Mittel ), um ihn klein zu machen oder um ihn zu zerstören! Dies nennt man Schlammschlacht! Zur Zeit gut in Amerika zu sehen. Auch hier ist jedes Mittel, jeder Skandal, jedwede Verdrehung recht um Nutzen daraus zu ziehen. Auch ist jedwede Anbiederung an so manche Bevölkerungsschichten recht, damit man bei der nächsten Wahl gewählt wird. Ein sachlicher oder moralischer Kompass (Wertekanon) ist oft nicht mehr zu erkennen.

  16. anti3anti schreibt:

    Hat dies auf Numeri 24:9 rebloggt.

  17. Wer Anstöße geben will, muss Anstoß erregen. Hat Broder mal wieder geschafft:
    https://tinyurl.com/yd2t83hp

  18. Ich halte es für völlig überzogen, aus dem zitierten Tweet des Herrn Decker gleich Interpretationen wie „Hexenjagd“, „Behandlung von Aussätzigen“ etc. herzuleiten. Das ist Polemik, gepaart mit peinlicher Hysterie.

    Vor allem kritisiert dieser Tweet nicht, dass Herr Broder mit den AfDlern GEREDET hat. Der Tweet kritisiert, dass er mit ihnen KUSCHELT, wie auf dem Foto mit der Parteivorsitzenden ersichtlich. Und das ist in der Tat befremdlich – allein schon, was die dadurch hervortretende Nähe zwischen Politik und Journalist betrifft – ungeachtet der immer wieder zutage tretenden Geschichtsrelativierungen und des verbreiteten Antisemitismus innerhalb der AfD.

    • bm98600 schreibt:

      Dieses eine Bild bei dem man gut erkennt, dass Frau Weidel Broder mag ( ich auch) und es schätzt, dass er der Einladung gefolgt ist
      und dass er , leicht bedröppelt guckend, eher überrumpelt ist. Die Rede macht zudem Broders einstellung ganz klar.
      Und Sie sprechen von KUSCHELN..

    • A.S. schreibt:

      Dumm nur das nicht Broder mit Weidel gekuschelt hat, sondern Weidel mit Broder. Man sieht Broder sogar an dass er sich dabei nicht ganz wohlfühlt.
      Nur was soll er machen? Weidel wegzustoßen (auch ohne Kantholzeinsatz) wäre sehr unfreundlich gewesen und nicht Broders art.

    • Kanalratte schreibt:

      Das Bild ging aber auch nicht von Henryk Broder aus, was man an seiner Körperhaltung erkennen kann.

  19. roger letsch schreibt:

    Das Bild entstand übrigens vor der Rede und war wohl eher eine Überrumpelung, als eine Inszenierung. Und was die Vorgelabschießerei angeht, gab es neben Decker noch einige mehr, darunter auch eine Karikatur, die geradezu nach einem „Dieter-Hanitzsch-Preis“ schreit (siehe Link). Was in dieser Sache in den letzten Tagen gebelfert wurde, ist wirklich unfassbar! Wie kann ein Jude es wagen, sich der landestypischen Instrumentalisierung so zu verweigern…Ich kann übrigens nur empfehlen, sich die Rede Broders anzusehen oder sie zu lesen. Diesen Ton vermisse ich seit Jahren in der politischen Auseinandersetzung mit der AfD: klare Kante, klare Forderungen, keine Lobhudeleien, keine Verdammung – und dabei den Humor nicht verlieren.

  20. bm98600 schreibt:

    Guter Text, Herr Buurmann!
    Gute Rede von Herrn Broder, menschlich, fair, ein offener Geist .( Im Gegensatz zu all den Kleingeistern)
    Die erneute Erwähnung vom schrecklichen „Denkmal der Schande“:
    Mit etwas Textverständnis würde man erkennen, dass es nichts anderes ist: ein Denkmal der Schande.
    Ob es sinnvoll ist, ein solches aufzustellen, ist eine andere Diskussion.

  21. Jetzt haben wir es den Amis aber gezeigt. Unser Weinstein ist blond, hübsch, weiblich.

  22. gunther schreibt:

    Nur so ganz nebenbei: Broder hat das Foto mit Weidel bedauert.
    Womöglich hat er realisiert, dass er sich damit – wie Merkel mit ihren Selfies – anbiedert.
    Kritik muss, wenn sie erlaubt ist, auch gegenüber Broder erlaubt sein.
    Welches Verhalten wird kriminalisiert? Kriminalisiert dieser Decker das Verhalten von Broder?
    Ein wenig mehr Sorgfalt im Denken und der Sprache schadet nie.

    • A.Bundy schreibt:

      Das sollten sie sich, angesicht des pauschalisierenden Blödsinns, den sie hier bisher abgesondert haben, einfach mal selber zu Herzen nehmen.

  23. David schreibt:

    Daß dieser „Vorgang“ überhaupt Aufregungen hervorruft, zeigt, wie Deutschland bereits unter die Räder gekommen ist. Im Sinn des Wortes. Der Vortrag von Herrn Broder bei der AfD wäre ein völlig normaler Vorgang gewesen – normalerweise. Und das Theater um das Bild mit Frau Weidel? Wo jeder hier Selfies ohne Ende macht? Mit wem auch immer, allen voran Merkel mit einem Goldstück? Ebenso ein völlilg normaler Vorgang, der die gute Atmosphäre des Vortrages und der sich anschließenden Diskusison zeigt.
    Von daher: Bravo, Herr Broder!

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