Judenhass in Kalifornien

Ben Shapiro ist ein US-amerikanischer Rechtsanwalt und Autor. Seinen ersten großen öffentlichen Auftritt hatte er mit zwölf Jahren, als er im Jahr 1996 auf seiner Violine das Thema aus dem Film „Schindlers Liste“ beim Israel Bonds Banquet spielte.

Ben Shapiro war mit siebzehn Jahren einer der jüngsten US-amerikanischen Kolumnisten. Bevor er einundzwanzig Jahre war, hatte er bereits zwei Bücher veröffentlicht. Im Jahr 2007 machte er seinen Abschluss an der Harvard Law School. Im Jahr 2015 startete er im Internet seine „The Ben Shapiro Show“, die mittlerweile über 1,4 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten hat.

Laut einer Studie der Anti-Defamation League, die judenfeindliche Tweets zwischen dem August 2015 bis zum Juli 2016 zählte, war Ben Shapiro mit über 7.400 hasserfüllten Tweets gegen ihn der am meisten angegriffene Journalist des Landes. Sein Vergehen: Er ist Jude!

Die, die ihn hassen, behaupten, dass er Jude ist, sei nicht das Problem. Sie sagen, sie hassen ihn, weil er in den Jahren von 2012 bis 2016 für Breitbart News geschrieben hat, als wäre das schon ein Grund für Hass. Sie nutzen aber alte judenfeindliche Bilder, um ihn zu diffamieren.

Am 7. November 2019 hielt Ben Shapiro an der Stanford University in Kalifornien einen Vortrag halten. Das offizielle Motto der Universität lautet: „Die Luft der Freiheit weht“. Einundzwanzig Nobelpreisträger hat die Stanford University bisher hervorgebracht. Der Titel von Ben Shapiros Vortrag lautete: „Fakten kümmern sich nicht um Eure Gefühle“.

Eine selbsternannte antifaschistische Gruppe rief im Vorfeld der Rede dazu auf, den Vortrag von Ben Shapiro zu stören und nutzte dabei ein grausames Bild. Unter der Überschrift „Stille Kundgebung“ wurde ein Insektenvertilgungsmittel gezeigt mit dem Ben Shapiro eliminiert werden sollte.

Die Bezeichnung von Juden als Ungeziefer, Parasiten und Schädlinge hat eine lange Geschichte. Mit dieser radikalen Entmenschlichung wurde die physische Vernichtung von Juden im Nationalsozialismus vorbereitet. Die Nazis erklärten einfach: „Wer Ungeziefer ausrottet, begeht keinen Mord an Menschen.“

Heinrich Himmler organisierte als Reichsführer SS die Judenvernichtung in Deutschland und erklärte: „Sich von Läusen zu befreien, ist keine Frage der Ideologie, sondern eine Sache der Sauberkeit.“

In seiner Biografie „Mein Kampf“ schreibt Adolf Hitler über „den Juden“: „Er ist und bleibt der typische Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.“

Im November 1941 schrieb Joseph Goebbels über das Ghetto von Wilna im besetzten Polen: „Die Juden sind die Läuse der zivilisierten Menschheit. Man muss sie irgendwie ausrotten, sonst werden sie immer wieder ihre peinigende und lästige Rolle spielen. Nur wenn man mit der nötigen Brutalität gegen sie vorgeht, wird man mit ihnen fertig.

Am 28. Februar 2010 erklärte der stellvertretenden Minister für religiöse Stiftungen der Hamas Abdallah Jarbu: „Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

In dieser unseligen Tradition wurde im November 2019 an einer Universität in Kalifornien dazu aufgerufen, den jüdischen Autor Ben Shapiro wie Ungeziefer zu behandeln.

Wieder handelten jene, die Menschen als Schädlinge bezeichnen, in der Überzeugung, etwas Gutes zu tun, nämlich die Universität zu säubern.

Wer einen Menschen als Schmutz bezeichnet, schreckt vor Lügen nicht zurück. Im Mittelalter wurde behauptet, Juden würden Brunnen vergiften, Hostien schänden, Christen verfolgen und die Pest bringen. Für viele Menschen war klar, dass sich Juden gegen das Prinzip der Nächstenliebe stellen würden. Martin Luther schrieb einst: „Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

Sogar noch heute gibt es Menschen, die felsenfest davon überzeugt sind, das Christentum sei eine Religion der Nächstenliebe, während Juden rachsüchtige Menschen sein sollen. Zur Untermauerung ihrer Überzeugung von der Rachsucht der Juden zerren sie Sätze aus dem Zusammenhang, wie zum Beispiel den biblischen Satz „Ein Auge für ein Auge“, berichten ausnahmslos negativ über Juden, wie oft im Falle Israels oder stellen einfach irgendwelche Behauptungen über Juden aus, weil sie wissen, dass es genug Judenhasser gibt, die erstmal alles Schlechte glaube, was über einen Juden gesagt wird.

In dem Aufruf zum Protest gegen den „Schädling“ Ben Shapiro steht: „Wir haben die Mittäterschaft der Universitätsverwaltung satt, die schwarze, braune, transsexuelle, queere und muslimische Studenten in Gefahr bringt, indem sie Ben Shapiro auf dem Campus lässt.“

In der alten Tradition der judenfeindlichen Behauptung von der Brunnenvergiftung und Hostienschändung wird hier einfach behauptet, Ben Shapiro würde Menschen hassen. Das stimmt jedoch nicht!

Es gibt keinen Grund für Juden, sich zu rechtfertigen, wenn Judenhasser Lügen über sie verbreiten, daher fühle ich ein körperliches Unbehagen, wenn ich Ben Shapiro gegen all die Lügen verteidige, die über ihn verbreitet werden, aber ich muss es einfach sagen: So wenig wie Juden einst Christen in Gefahr brachten, bringt Ben Shapiro heute Muslime, Homosexuelle oder andere Menschen in Gefahr. Ben Shapiro ist als Mensch und gläubiger Jude davon überzeugt, dass alle Menschen gleich erschaffen worden sind und dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden sind, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.

Das ist die Wahrheit.

Die Menschen jedoch, die Ben Shapiro zu einem Parasiten erklären, lügen. Sie erklären, Ben Shapiro sei schon durch seine pure physische Existenz eine Gefahr.

In dem Aufruf steht klar und deutlich, dass die Universitätsverwaltung die Menschen allein schon dadurch in Gefahr bringen soll, dass sie Ben Shapiro überhaupt auf den Campus lässt. Seine pure Existenz ist somit das Problem. Das ist Judenhass mit Hang zur Vernichtungsphantasie. Deshalb wird auch das Bild des Insektenvernichtungsmittel bemüht.

Die folgenden Worte des Aufrufs wirken daher besonders bedrohlich: „Wir protestieren nicht, weil wir zu sensibel sind, um Meinungen zu hören, die uns nicht gefallen. Wir protestieren, weil wir stark genug sind, um uns zu verteidigen.“

Judenhass hat es immer gegeben. Lebensbedrohlich wurde der Hass für Juden aber immer erst dann, wenn die Judenhasser stark genug waren, sich „zu verteidigen“. Der Aufruf endet mit den Worten: „Tragt, wenn möglich, bitte schwarz“.

Als Schwarzhemden wurden auch die Mitglieder paramilitärischer Milizen der italienischen Faschisten bezeichnet. Ihre selbsterklärte Aufgabe bestand darin, das gute italienische Volk vom bösen Schmutz zu säubern. Sie waren fest davon überzeugt, das Richtige zu tun.

***

Nachtrag: Nach der Veröffentlichung dieses Artikels wurde ich gefragt, warum ich Ben Shapiro nicht kritisiere. Nun, wer mich kennt, weiß, dass es einige Themen gibt, wo ich ganz anderer Meinung bin als Ben Shapiro. Wenn jedoch ein Mensch, selbst wenn ich nicht seiner Meinung bin, mit menschenfeindlichem Hass konfrontiert wird, dann nutze ich die Gelegenheit nicht, ihn zu kritisieren. Schweigen ist auch keine Option. In solchen Momenten der Unmenschlich ist es meine Aufgabe, den Menschen, dem dieser Hass entgegengebracht wird, in seiner Menschlichkeit zu verteidigen. Alles andere wäre unanständig.

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13 Antworten zu Judenhass in Kalifornien

  1. Bernhard Kaiser schreibt:

    Hier der Link zur Rede von Shapiro in Stanford inklusive der Unterbrechung durch die „linken“ Störer ab 21:30 … 😉 … https://www.youtube.com/watch?v=ge_RUxBTHN4

  2. caruso schreibt:

    Daß es den Antisemiten nicht langweilig wird seit vielen Jahrhunderten immer wieder das gleiche zu wiederholen, obwol sie schon längst wissen / wissen müßten, daß das alles Blödsinn bis Lüge ist, wundert mich immer wieder. Für mich zeigt das nur, daß meine Einsicht, Antisemitismus ist eine erbliche Geisteskrankheit der westlichen Kultur, so falsch nicht ist. Hoffentlich! Erfinder waren nicht die Christen, sie waren „nur“ ein starker, mächtiger Verstärker. – Der islamische Antisemitismus hatte einen anderen Charakter als der christliche. Sich zu vermischen begannen sie ung. Mitte des 19. Jh.s. Die bis heute gültige starke Vermischung, fast schon Identität ist das Werk vom Mufti von Jerusalem, einem Komplizen der Nazis, in den 20er, 30er Jahren des vorigen Jh.s. Was für Ergebnisse eine solche Vermischung ergeben kann! Fantastisch, nicht?
    lg
    caruso
    die urzeitliche Hexe

    • Nestor Machno schreibt:

      Erfinder waren nicht die Christen…

      Wer denn sonst?

      • caruso schreibt:

        Die alten Ägypter, die antiken Griechen und Römer. Ägypter, denn die befreiten Juden haben nicht sehr schön geschrieben über die dort erlittene Zeit. Und ein Ägypter namens Manetho hat aus Rache verschieden Greuelmärchen erfunden und veröffentlicht. Dann die hellenistische Griechen, die erbost waren darüber, daß ein so kleines unbedeutendes Volk nicht bereit war, die eigne Kultur aufzugeben und die „unvergleichlich höher stehende hellenistische“ anzunehmen. Bei den Römern war es ähnlich. Und da erst kamen die Christen in größerem Maß dazu. Begonnen hat es in Kleinem schon Paulus, der in einer total zur hellenistischen Kultur assimilierte Familie aufwuchs und schon 2o war, als er nach Jerusalem fuhr, um bei einem berühmten Rabbiner zu lernen. Wie man es von seinen Briefen weiß, manches hat er verstanden, sehr vieles nicht, was kein Wunder ist. Denn zwei Jahre sind beiweitem nicht genug, Judentum als Religion zu verstehen. (Das jüdische Volk heißt auch „Judentum“, nach der Tradition sind beide – Volk & Religion – zugleich entstanden am Sinai, als sie die Torah, samt 10 Gebote, bekommen haben). – Genug.
        lg und gute Nacht
        caruso
        die urzeitliche Hexe

  3. HM schreibt:

    Es ist nun momentan der Zeitgeist, denen, die eine andere Sicht auf die Dinge haben, nicht nur das Recht auf eine eigene Meinung abzusprechen sondern die Existenzberechtigung der Person sofort in Frage zu stellen.
    So wohl auch von den Studenten gegen Shapiro. Ich sehe aber, in den von Ihnen veröffentlichten Aussagen der Studenten, keine Anspielungen auf Shapiro als Juden. Insofern erkenne ich keinen Antisemitismus, höchstens dümmliche Geschmacklosigkeit.

    • Gegen den Auftritt eines Andersdenkenden – zumal, wenn er auch noch jüdisch ist – mit einem Insekten-Vernichtungsmittel zu „protestieren“, ist nicht bloß dümmlich-geschmacklos, sondern auch und vor allem klar antisemitisch, menschenfeindlich, rassistisch und damit faschistoid. In mehrfacher Hinsicht ein gefährliches Gift für jede zivilisierte Gesellschaft. Solche „Protest“formen anzuwenden und sie zu dulden, könnte sich schnell als fatal erweisen. Die Geschichte zeigt sehr deutlich, wohin es führen kann, wenn Unbequeme entmenschlicht, für (geistes)krank erklärt oder sonst zum „Abschuss“ freigegeben werden.

      • HM schreibt:

        Das solche Zeitgenossen zum fürchten sind ist unbestritten. Zumal wenn man deren Wirkmächtigkeit weiter fortdenkt, sind sie für nun ausnahmlos jeden Menschen eine Bedrohung. Egal welcher anderen Gruppe er noch zugerechnet wird. Es reicht eine andere Sicht zu haben.

  4. Die internationale Antifa-SA zeigt mal wieder ihr wahres Gesicht. Und richtet sich selbst, in mehrfacher Hinsicht.

  5. Bernard Cremer schreibt:

    Ja, ja die Faschisten Italiens unter Mussolini.. Er ließ die italienische Luftwaffe im 2.Weltkrieg Tel Aviv bombardieren… Da es zu der Zeit noch kein echt gutes Krankenhaus in Tel Aviv gab, mussten viele Verwundete über holprige Wege nach Jerusalem transportiert werden..
    Zum Glück scheiterte Feldmarschalk Rommel mit seiner Offensive gegen die Britten.
    Dadurch wurden die palästinensischen Juden vom Holocaust gerettet. Denn, es standen schon mobile Gaskammern in Griechenland bereit. . . Siehe Buch zweier deutsche Historiker der Uni Stuttgart Bd. 8 : „Halbmond und Hakenkreuz Das Dritte Reich, die Araber und Palästina“, von
    Klaus-Michael Mallmann / Martin Cüppers .

  6. Nestor Machno schreibt:

    Wenn sie stark genug sind, sich selbst zu verteidigen, warum tun sie es dann nicht? Shapiro argumentiert, seine Waffe ist das Wort, also sollten sie mit Argumenten dagegen halten, was ja ein Leichtes ist, wenn sie doch stark genug dazu sind. Die Wahrheit ist: Wenn diese Leute auch nur ein Viertel des Scharfsinns von Shapiros Daumennagel besaessen, muessten sie ihrem Schoepfer auf Knien danken. Sie sind dumm wie die Nacht. Sie sind es, die die Universitaet verlassen solten, denn ausser pontemkinschen Arbeitsplaetzen, die der Steuerzahler bezahlt, haben sie keine Zukunft. Sie wissen das instinktiv; sie wissen, dass sie in der natuerlichen Rangordnung ganz, ganz unten stehen, und Leute wie Shapiro ganz, ganz oben und die Ideologen, die Einfluesterer, sagen ihnen, dass sie das nicht akzeptieren muessen, dass das alles mit Gewalt zu loesen sei, und da ‚dieser Jude‘ ja exemplarisch fuer die Erfolgreichen stehe, muesse es zunaechst gegen ihn gehen.
    So haben das die Nazis gemacht, so machen es die Kommunisten. Wo die Gewalt das Argument ersetzt, herrscht die Bloedheit.

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