#JeSuisMila

Mila Oriol ist ein selbstbewusstes und stolzes 16-jähriges Mädchen aus Frankreich. Auf Instagram hat sie einige Videos veröffentlicht. Nicht alle können mit ihrem Selbstbewusstsein etwas anfangen.

Nachdem ein Mann sie als „dreckige Lesbe“ beleidigt hatte, weil ihm ihre offen erklärte Homosexualität nicht gefiel und er seine Abneigung mit seiner muslimischen Religion gerechtfertigt hatte, erklärte Mila: „Ich verabscheue die Religion. Der Islam ist eine Religion des Hasses. Eure Religion ist Scheiße!“

Diese Aussage wurde dem 16-jährigen Mädchen zum Verhängnis. Nach ihrer Verteidigung wurde der jungen Frau von diversen Männern mit Mord und Vergewaltigung gedroht. Die Drohungen wurden so gefährlich, dass sie einige Zeit nicht mehr zur Schule gehen konnte und unter Polizeischutz gestellt werden musste.

Mila Oriol hat nichts anderes getan, als „Nein!“ zum Islam zu sagen und Nein heißt Nein!

Was Mila Oriol über den Islam gesagt hat, haben auch schon erwachsene Männer über das Christentum geschrieben. Die Wortwahl dieser Männer war teilweise nicht weniger drastisch als die Worte der jungen Frau.

Im Jahr 1927 zum Beispiel erschien das Werk „Warum ich kein Christ bin“ von Bertrand Russel. Er schrieb „mit vollster Überzeugung, dass die in ihren Kirchen organisierte christliche Religion der Hauptfeind des moralischen Fortschrittes in der Welt war und ist.”

Heinrich Böll schrieb, der deutsche Katholizismus sei “mies bis dreckig, in seinen Methoden dumm bis dreist.”

Albert Camus schrieb: “Unmoralisch ist das Christentum.”

Alle drei Männer bekamen einen Literaturnobelpreis. Was bekommt Mila Oriol? Mord- und Vergewaltigungsdrohungen!

Rassismus ist die Verurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse jedoch nennt sich Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik war und ist der Motor der Aufklärung!

Mila Oriol ist eine Stimme der Aufklärung, eine teilweise vulgäre, aber nichtsdestotrotz eine Stimme der Aufklärung.

Wenn eine Religion nicht mehr kritisiert und beleidigt werden darf, wird sie totalitär. Das Recht auf Blasphemie sorgt dafür, dass Religionen menschlich bleiben. Wer sagt, der Soldat Mohammed, der vor eineinhalb Jahrtausenden gelebt hat, dürfe nicht karikiert werden, jedoch schweigt, wenn ein Bäcker aus Mekka hingerichtet wird, weil er Allah beleidigt hat, ist ein fundamentalistischer Fanatiker und hat jeden vulgären Spott verdient. Ein Moslem, der den Koran wörtlich nimmt und sein Leben nach einem mordenden Feldherren aus der Mitte des ersten Jahrtausends ausrichtet, darf sich nicht wundern, wenn er verarscht wird.

Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich seinen Glauben kritisiere, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner Ideen.

Mila Oriol hat unsere vollste Unterstützung verdient. Wer bewusst zu Mila schweigt, verrät die Aufklärung und steht in der Feigheit jener, die einst neben den Scheiterhaufen standen und zuschauten wie die Menschen verbrannt wurden, die es gewagt hatten, das Christentum zu kritisieren und zu beleidigen.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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