Der kotzende Koch

In einem Podcast von radioeins des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) diskutierten drei Stunden lang zwei Männer miteinander und gefielen sich dabei schrecklich selbst. Einer der beider Männer erklärte, es gehe ihm „am Arsch vorbei, ob das Zigeunerschnitzel heißt oder Mohrenwirt“. Er erfreute sich auch an dem N-Wort, nutze es trotzig und betonte, die Menschen, die sich darüber echauffieren, seien „alles Pisser“ und „meistens Frauen“, die „schlecht gefickte, miese, hässliche Schabracken“ seien, die mal einen „Schwanz“ zu sehen bekommen sollten.

Dieser ganze Müll ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, aber warum muss ich für diesen Dreck zahlen?

Der RBB ist eine öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt. Es ist mir somit nicht gestattet, diesem Hass mein Geld zu verweigern. Ich muss diesen Mist bezahlen. Mit einem letztendlich durch die Gewalt des Staates durchgesetzten Zwang, muss ich Gebühren für den Sender, der diese Show finanziert hat, abdrücken. Wäre ich eine Frau, es würde mich fertig machen, dass ich nicht nur von zwei Männern sexistisch beleidigt und verbal erniedrigt werde, sondern auch noch gezwungen werde, diese Beleidigungen und Erniedrigungen zu bezahlen. Wenn es noch einen weiteren Grund gegen den Zwang zum Rundfunkbeitrag brauchte, dann wurde er hier eindrucksvoll erbracht.

Mediale Reichweite ist Macht. Je mehr Reichweite ein Mensch hat, umso mächtiger ist er. Wer die Macht hat, Teil des Sprachrohrs der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu sein, bekommt dadurch extrem viel Reichweite. Der RBB hat diesen zwei Männern ein Megaphon in die Hände gedrückt. Wer so eine Macht inne hat, kann damit anderen Menschen empfindlich schaden. Hier wurde Frauen Schaden zugefügt.

Jede Person darf sagen, was sie will, ich bin Mitglied im Artikel 5 Club. Jeder Mensch darf ebenso entscheiden, wen er in seinen vier Wänden zu Wort kommen lässt. Ich habe mich daher dazu entschieden, in meinem kleinen Raum Tapfer im Nirgendwo zwei beeindruckenden Frauen mein kleines Megaphönchen zur Verfügung zu stellen, in der Hoffnung, dass noch ein paar Menschen mehr ihre klugen und wichtigen Worte zu hören bekommen.

Es ist nicht viel, was ich tun kann. Mein Blog hat deutlich weniger Reichweite als der RBB, aber dafür ist mein Blog garantiert gewaltfrei finanziert.

Tapfer im Nirgendwo präsentiert ein paar Zitate von Isabel Rohner und Regula Stämpfli aus „Die Podcastin“ vom 17. September 2020. Ich habe sie gekürzt und die Namen der beiden Männer gelöscht, da ich nicht finde, dass sie in diesem Zusammenhang genannt werden sollten. Ich möchte, dass diese beiden Namen verbreitet werden: Isabel Rohner und Regula Stämpfli.

laStämpfli: „Ab Stunde zwei manifestiert sich so unfassbarer Frauenhass, Rassismus und Homophobie mit einem Schenkelklopfen und Männergegröle, wie ich es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder an Stammtischen noch nie gehört habe. Der Mann gräbt in der übelsten braunen Suppe antifeministischer, rassistischer und homophober Beschimpfungen. Die Fäkalsprache der beiden ist zutiefst menschenverachtend. Was passiert ist auf radioeins geht überhaupt nicht. Mir ist immer noch übel und ich bin einfach zutiefst beunruhigt, wie auch radioeins reagiert hat. Sie entschuldigen sich und radioeins schreibt: ‚Die veröffentlichten Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen und können ohne Kontext nicht verstanden und bewertet werden.‘ Es sei eine satirische Überspitzung. Was genau ist der Kontext, den der eine Mann explizit als öffentlichen darstellt, wenn der andere Mann berechtigten Studien um Sichtbarmachung und Teilhabegerechtigkeit als ‚völlig scheißegal‘ bezeichnet und rassistische, homophobe Begriffe mehrmals mit Fäkalsprache und pornografischer Gewaltsprache, also sexistischer Gewalt belegt?“

Die Rohnerin: „Nur, weil sich zwei Personen Satiriker nennen, ist das, was sie machen nicht Satire. Wenn ich einen Koch engagiere, der mag ganz berühmt sein, einen ganz großen Namen haben und der kotzt in einen Suppenteller, ist das, was er mir serviert, keine gute Küche. Was mich aber noch viel mehr ärgert, auch verletzt, mich auch daran erinnert an die schreiende Ungerechtigkeit auch unserer privilegierten Welt in der Schweiz und in Deutschland, ist, dass das ganze von einem öffentlich-rechtlichen Sender gefördert, gepuscht und finanziert wurde. Das sind Stammtischparolen und auch am Stammtisch nicht in Ordnung, aber das war kein Stammtisch. Das war mediale, große Bühne und verdammte Axt, es ist bezahlt mit meinen Gebühren. Ich habe radioeins geschrieben: Diesen antifeministischen Totalaussetzer könnt ihr nur damit wieder gutmachen, indem ihr feministische Projekte, feministische Stimme mal genauso unterstützt wie die beiden Schenkelklopferjungs.“

laStämpfli: „Ich bin wahnsinnig verletzt. Ich habe gemerkt, ich war blockiert, einen Tag lang mindestens. Es wirkt immer noch nach, meine kreative Lust, meine Freude, nicht nur an unserem Podcast, sondern an unserem Wirken, wir haben beide tolle Teams, wir machen so viel. Im Kleinen hier ist schon so viel verändert, aber auch im Staat, in kulturellen Projekten, in politischen Projekten, die ich mitberate. Es war gerade ein ganz wichtiger, ein guter Flow und ständig kommen diese Medienmänner rein und hauen uns ihre Prügel so rum und ‚Hahaha, halt die Klappe‘. Ich merke, ich bin außer mir.“

Die Rohnerin: „Radioeins bewirbt diesen Podcast mit ‚Zwei Titanen des gesprochen Wortes“. Die nennen die Zwei Titanen des gesprochenen Wortes. Was soll das denn sein, dieses gesprochene Wort. Das ist Kotze!“

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
Dieser Beitrag wurde unter Feminismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Der kotzende Koch

  1. lusrumichaela schreibt:

    In diesem Zusammenhang fällt mir ein Text ein, den ich eigentlich bez. Genderei vorbereitet hatte, der aber auch das hier Diskutierte (mentale konstruktive Gewalt statt Argumente zur Durchsetzung totalitärer Ansprüche und Denkweisen zur Ausgrenzung Andersdenkender) meint:
    Sprache ist ernsthaft betrachtet stets ein Ergebnis vergangener Beobachtung und Übung im Austausch, nie ein Konstrukt – wenn doch, soll stets Gewachsenes auf anderen Boden verpflanzt werden, besser: soll mentale GEWALT als Argument in der Sozialität angewandt werden, in der Regel mit Anspruch und Methodik des totalitären Denkens, des Alleinanspruchs eigener selbstgefälliger Diskriminierung nach Gustus statt Intelligenz der Gleichberechtigung der Diversität – was kurioserweise durch die Gewaltanwender vorgeblich eigentlich abgeschafft rsp. verhindert werden sollte.

    So können auf diese Weise nur untaugliche semantische (vor allem psychologische) Tautologien entstehen, die selbst nach ihrer Konstruktion und gewaltsamen Installation das Gegenteil von dem bewirken, was erhofft war: Zerstörung von gewachsenen Ausdrucksverständnissen als gegebener gemeinsamer Informationsvorrat, von Geschmeidigkeit, Ethik , Lesbarkeit und Schreibbarkerit und (meist heute bzw. inzwischen längst diskriminierungsfern oder – frei bernutzte) Tradierung der Sprache ganz zu schweigen.

    Das macht mitnichten etwas (Anderes) „sichtbar“ sondern eröffnet nur überflüssige Nebenschauplätze, die ,z.B. mit der Genderei nur den Feminismus, welchen auch immer, sowie eigentlich positive benutzte gemeinsame Informationsvorräte diverser Art (Zigeunermusik …) verunglimpfen und behindern.

    Was „sichtbar“ zu machen ist, muss aktiv und argumentativ statt mit schiefer Symbolpolitik „ins Bild“ gesetzt werden, und zwar in das vorhandene, sonst fällt es schlicht hinten heraus, nervt nur und zerstört das eigentlich weit wichtigere Anliegen, indem Abneigung dagegen erzeugt wird.
    Die verbummelten Sprachpsychologen, die sich auf diese Weise noch immer versuchen, ernsthaft (selbst) zu verlustigen, muten an wie Sprach-Dauermasturbanten, denen die Orgasmusfähigkeit abhanden kam und die daher immer öfter und immer schneller sich ihre Konstrukte herstellen und bedienen müssen, was in der Gesellschaft mindestens genau so ankommt, wie das, was eigentlich z.B. mit Gendern verhindert werden solltwe, so gedacht war …
    Merke:
    Alle, aber auch wirklich alle deratrtigen (!) sprachpolizeilichen Angriffe auf die Sprache und ihre gewachsene Gebrauchsfähigkeit in der Geschichte sind schief gegangen oder haben Totalitarismen produziert, die meist zu gewaltigen Traumata für Generationen führten …,
    weil Sprachkorrekturen eben leider weder Denk- noch die viel wichtigeren Beziehungskorrekturen in die Richtung bewirken, die gemeint war, weil kulturell/ sozial weder gewachsen noch verwachsen und daher so ohne Wirkungsbasis, besonders wenn sich, meist ungebeten, Aussenstehende „in bester Absicht“ solcher „Sprachkorrekturen“ im bekannten besten Stil „realsozialistischer DDR-Begriffsfindung“ befleissigen und dabei keinesfalls vergessen, die offenbar zu griffige Rolle des „Volks“erziehers strapazieren, da andere dazu wohl zu recht eher ungeeignet und fruchtlos sind

  2. HM schreibt:

    Zitat GB
    „Er erfreute sich auch an dem N-Wort…“

    Ui…das N-Wort! Was mag es wohl sein, das N-Wort??
    Ah, verstehe. Ist wie in den Harry Potter Märchen – “ Es ist der, dessen Name nicht genannt werden darf “

    Mensch lieber Buurmann, da sind sich erwachsene Menschen uneins über Begrifflichkeiten und trauen sich nicht den strittigen Begriff auszusprechen.
    Das nenne ich mal gelungene Selbstzensur. In diesem Fall, glauben Sie mir mal, niemand wird einen Schaden erleiden, wenn das Wort Neger ausgesprochen/geschrieben wird, wirklich niemand.
    Und weil es jetzt geschrieben habe, gehe ich mir schonmal die Hände bügeln.

  3. HM schreibt:

    Ich kenne diese Sendung nicht und demzufolge sollte jeder Kommentar eigentlich auch den gesamten Kontext ( wie iin allen Fällen) kennen.
    Ich nehme dann mal die hier gebotenen Versatzstücke

    „Die Rohnerin: „Nur, weil sich zwei Personen Satiriker nennen, ist das, was sie machen nicht Satire. Wenn ich einen Koch engagiere, der mag ganz berühmt sein, einen ganz großen Namen haben und der kotzt in einen Suppenteller, ist das, was er mir serviert, keine gute Küche.“

    Kein wirklicher Vergleich, da der kotzende Koch sich nicht der Grundsubstanzen seines Kochseins bedient. Die beiden Radiomenschen aber schon, eben Sprache.

    „laStämpfli: „Ich bin wahnsinnig verletzt. Ich habe gemerkt, ich war blockiert, einen Tag lang mindestens. Es wirkt immer noch nach, meine kreative Lust, meine Freude, nicht nur an unserem Podcast, sondern an unserem“

    Gute Güte welche ein Priemelchen. Einige Sätze von einem kölschen Proll, der in ihrem Leben keine Rolle spielt und schon löst sich die Damen auf ? Nicht wirklich glaubwürdig.

    Zudem kann ich den groben Somuncu schon ein wenig verstehen, da mir die ständig moralisierenden, stets tief betroffen, auch schon seit einiger Zeit schwer auf die Nerven gehen.
    Jeder Alltags-Pillepalle wird zum Gedankenschweren existenzellen Wertegebäude aufgepumpt.
    Ich könnte mir vorstellen, dass da jemand nur mal dem „Affen Zucker “ geben wollte um die extreme andere Seite zu den stets tief betroffenen, wie Göring- Eckard oder Stämpfli zum Besten zu geben.
    Die hyperventilierende Fraktion sollte sich eventuell in Ignoranz üben oder die Kollegen zu ihrem Podcast einladen.

  4. Was die beiden „Comedians“ da abgesondert haben, ist (leicht erkennbar) eindeutig plumpe Möchtegern-Satire, mit der die Gegner des vorherrschenden linksgrünen Zeitgeistes in die Pfanne gehauen werden sollen. Wäre es anders, hätte der linientreue rbb den gekotzten Schwachsinn nicht gesendet. Jegliche Empörung darüber wertet den Müll nur unnötig auf. Das einzige Problem besteht darin, dass man diesen und anderen linksgrünen Mist der öffentlich-unrechtlichen Hammer- und Sichel-Medien zwangsweise bezahlen muss.

  5. Bernd L. Mueller schreibt:

    ……diese gespielte Sauerei ist perfider und dotierter PR Gag weil man sonst nichts zu bieten hat.

    “ …Omis als Umweltsäue ……. “ passt auch und gar nicht zum Lachen wenn Tom Buhrow sich und ARD Sender – WDR in der 1. Reihe – zum ethisch journalistischen Vorbild für Deutschland / Europa erhebt.

    Eigentlich sind es Claas Relotiusse der vielen Sender.

    Diese Selbstbeweihräucherung eines saturierten Intendanten passt trefflich zu im Kommentar beschriebenen 2 Blödmännern, oder waren es wahrhaftige Säue ?

  6. Nestor Machno schreibt:

    Ich denke, die beiden sind nur vorgeschickt worden, um die vollkommen berechtigte Kritik an der „politischen Korrektheit“ mal richtig zu diskreditieren. Das, was da abgestrahlt wird, passt so 100% ins Klischee des dumpfen Stammtischbruders, so dermassen übertrieben, dass das eigentlich nur gespielt sein kann, zumal das ja von zwei im Schauspiel nicht ganz Unerfahrenen vorgetragen wurde.

  7. Leopard schreibt:

    Heißen die beiden „Titanen des gesprochenen Wortes“, die da gesprochen haben vielleicht Florian Schroeder und Serdar Somuncu?

  8. bobyleff schreibt:

    Dieser Bericht macht mich fassungslos – ich hätte die Sendung nicht bemerkt und wenn doch, sicher gleich abgeschaltet. AUFKLÄRUNG tut not – wer ist beim Sender zuständig??
    Es wäre schon schlimm genug, wenn solcher bösartige Schrott von kommerziellen „Sendern“
    in die Welt gebracht würde. Aber beim RBB ?? Ich hoffe, daß dies für die Beteiligten deutliche „Konsequenzen“ hat !!!

Sämtliche Kommentare sind nur ein paar Tage sichtbar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s