Das erste und das sechsundvierzigste Mal

Heute ist der erste Tag in der Geschichte, da es Geschichte ist, dass es niemals eine Vizepräsidentin in den USA gab. Das ist wunderbar!

Der 15. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg angefügt. Er wurde am 3. Februar 1870 zur Ratifizierung vorgelegt und verbietet seitdem, einer Person aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Hautfarbe oder ihres früheren Standes als Sklave, das Wahlrecht zu verweigern.

Der 19. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde vom Kongress am 4. Juni 1919 vorgeschlagen und am 18. August 1920 zur Verfassung aufgenommen. Der Zusatz untersagt der Bundesregierung und den Staaten seitdem, einer Person aufgrund ihres Geschlechts den Zugang zu einer Wahl zu verbieten.

Fünfzig Jahre liegen zwischen dem ersten schwarzen Mann, der in Amerika wählen durfte und der ersten Frau. Frauen wurden in den USA deutlich länger ihrer Rechte beraubt als schwarze Männer und zwar unabhängig von ihrer Hautfarbe.

Der erste schwarze Präsident war revolutionär. Die erste Präsidentin wird nicht weniger revolutionär sein.

Neben der ersten PoC-Frau als Vizepräsidentin wurde am 20. Januar 2021 zum 46. Mal ein Kerl und zum 45. Mal ein weißer solcher Präsident. Mögen Kamala Harris und Joe Biden ihren Dienst gut vollführen. Ich wünsche ihnen eine gute Hand.

Als Feminist sage ich, das Geschlecht sollte keinen Unterschied machen in der Bewertung der Arbeit eines Menschen, als Realist weiß ich jedoch, dass das Geschlecht in vielen Bereichen der Welt immer noch einen Unterschied macht und als Mann wünsche ich mir, dass es noch zu meinen Lebzeiten einen Menschen im höchsten Amt der USA gibt, mit einem anderen Geschlecht als die letzten 46.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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9 Antworten zu Das erste und das sechsundvierzigste Mal

  1. caruso schreibt:

    Frau-Sein allein ist keim Qualitätsmerkmal, sagt eine zwar alte aber immer noch Frau. Und K. Harris wünschte ich mir ebenso wenig als Präsidenten wie z.B. H. Clinton. Das hat nichts damit zu tun, daß beide Freuen sind, sondern nur damit, daß ich beide für schlechte Politiker halte. Die US-amerikaner haben Besseres verdient.
    lg
    caruso
    die urzeitliche Hexe

  2. anti3anti schreibt:

    Jedes Volk verdient die Regierung, die es hat.

    • Dante schreibt:

      Jedes Volk verdient die Regierung, die es hat.

      Ich finde nicht, dass man das verallgemeinern könnte. Wobei eigentlich schon „das Volk“ eine Verallgemeinerung darstellt.

  3. Dante schreibt:

    Es wird ja nicht lange dauern, bis der klapprige Joe abtreten muss,…

    Ist das nicht Ageism?

    Das ist ja der Plan dieser widerlichen intriganten Giftspritze und ihres Anhangs.

    Nun, mit Giftspritzen im Präsidentenamt haben die US- Bürger Erfahrung – aber inwiefern eigentlich „Giftspritze“? Woran machen Sie das fest?

  4. Nestor Machno schreibt:

    …und als Mann wünsche ich mir, dass es noch zu meinen Lebzeiten einen Menschen im höchsten Amt der USA gibt, mit einem anderen Geschlecht als die letzten 46.

    Darauf wirst Du nicht lange warten müssen. Es wird ja nicht lange dauern, bis der klapprige Joe abtreten muss, und dann wird’s die Harris. Das ist ja der Plan dieser widerlichen intriganten Giftspritze und ihres Anhangs.

    Wer sich eine Frau als Präsidentin wünscht, nur weil es eine Frau sein muss, ist kein Feminist, sondern ein Sexist.

    Wenn es einen Gott gibt, der Amerika beschützt, dann wird er verhindern, dass die Präsidentin wird.

  5. Bernhard Kaiser schreibt:

    Äh, wir haben jetzt seit 16 Jahren eine BundeskanzlerIN und seit 16 Jahren könnt ich nur kotzen … soviel zum Thema „Feminismus“ … diese Kamala Harris ordne ich übrigens ungefähr in die gleiche Schublade wie die Merkel ein …

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