Häagen-Dazs oder Ben & Jerry’s

Ben & Jerry’s hat via Twitter angekündigt: „Wir glauben, dass es nicht mit unseren Werten vereinbar ist, dass Ben & Jerry’s Eiscreme in den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT) verkauft wird.“

Was genau meint Ben & Jerry’s mit dem Begriff “besetzte palästinensische Gebiete“?

Meint Ben und Jerry‘s damit vielleicht die West Bank? Von diesem Ort wird schließlich behauptet, Israel halte ihn seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt oder würde dort „illegale Siedlungen“ bauen. In der deutschen Sprache wird dieses Gebiet auch Westjordanland bezeichnet, was schon zeigt, wer bis 1967 die Hoheit über dieses Land hatte: Jordanien.

Im Arabisch-Israelischen Krieg von 1948 wurde es von Jordanien besetzt und 1949 völkerrechtswidrig annektiert. Nur Großbritannien und Pakistan haben die jordanische Hoheit über das Westjordanland jemals anerkannt. Von diesem Gebiet aus wurde Israel 1967 angegriffen, und kein Recht der Welt kann dem Staate Israel ernsthaft sein Recht auf Verteidigung absprechen.

Bevor die West Bank im Jahr 1949 von Jordanien annektiert wurde, war sie allgemein als Palästina bekannt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass es eine palästinensische Regierung und Verwaltung gab. Es gab schließlich nicht einmal den Ausdruck „palästinensisches Volk“. Im Jahr 1949 wurde der Begriff „Palästinenser“ vielerorts sogar als Synonym zu Jude verwendet. Als Begriff für ein arabisches Volk der Palästinenser hielt das Wort erst sehr viel später Einzug in den Nahostdiskurs und gehört seitdem zu den vielen angeblich neutralen, aber in Wahrheit sehr einseitigen, Propagandavokabeln.

Palästina war der Begriff, mit dem der Völkerbund, der seit 1922 das Gebiet verwaltete, das Land und alle dort leben Menschen, ob christlich, muslimisch, jüdisch oder heidnisch, beschrieb. Auf der Konferenz von Sanremo im Jahr 1920 wurde das Gebiet an Großbritannien übertragen mit dem Auftrag zur Realisierung des Völkerbundmandats für Palästina. Auftrag des Mandats, das am 24. Juli 1922 ratifiziert wurde, war die Hilfe zur „Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“. Zu dieser Entscheidung kam es, nachdem das Reich, das vorher über das Gebiet geherrscht hatte, untergegangen war. War es Palästina? Nein. Es war das Osmanischen Reich.

Im Ersten Weltkrieg unterlag das Osmanische Reich den alliierten Mächten, was dazu führte, dass im Namen des Völkerbundes das Osmanische Reich aufgeteilt wurde, um neue unabhängige Länder zu etablieren. Selbstverständlich konnte bei dieser Entscheidung nicht der jüdische Teil der Bevölkerung übergangen werden, der schon seit biblischen Zeiten in dem Gebiet lebt. Nach Jahrhunderten der Unterdrückung und der Diskriminierung, besonders auch durch muslimische Machthaber (die bekanntesten Pogrome an Juden durch Muslime in der Zeit sind die Nabi-Musa-Unruhen, die Unruhen in Jaffa und das Massaker von Hebron), forderten viele Juden unter dem Begriff Zionismus schließlich nichts weiter ein, als das Recht, das für alle anderen Menschen der Welt selbstverständlich war und ist: Sie beanspruchten Sicherheit in den Grenzen einer selbstverfassten Nation. Sie beanspruchten Unabhängigkeit. Sie beanspruchten Land.

Der damalige britische Außenminister Arthur James Balfour unterstützte den Wunsch der Zionisten und schrieb einen Brief für „die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“, der als Balfour-Deklaration in die Geschichte einging. Der Völkerbund nahm sich dieses Ansinnens an und wählte ein Gebiet, in dem diese „nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ entstehen sollte. Das Gebiet umfasste dabei nicht einmal 0,5% des ganzen arabischen Raums.

Im Jahr 1947, also nach dem Zweiten Weltkrieg, bei dem sich die Situation von Juden im Nahen Osten noch mehr verschlechtert hatte, (unter anderem verbündete sich der Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, mit Adolf Hitler im gemeinsamen Anstrengen, alle Juden der Welt zu vernichten), wurde ein Teilungsplan der Vereinten Nationen, der Nachfolgeorganisation des Völkerbundes, vorgelegt, in dem sich die jüdische Seite schließlich sogar mit nur einem Viertel des eh schon kleinen Gebiets zufrieden gab:

Die restlichen drei Viertel gingen zu zwei Dritteln an das halbautonome Emirat Transjordanien, aus dem später das heutige Land Jordanien wurde. 75 Prozent des Gebiets Palästina gehört somit heute zu Jordanien. In der Logik von Ben & Jerry‘s dürften sie dort eigentlich keine Eiscreme hin verkaufen, da sie ja glauben, dass es nicht mit ihren Werten vereinbar ist, dass Ben & Jerry’s Eiscreme in den besetzten palästinensischen Gebieten verkauft wird. So weit aber geht Ben & Jerry’s dann doch nicht. In Amman gibt es diverse Orte wo es Ben & Jerry‘s zu kaufen gibt.

Wie wäre es mit einer neuen Geschmacksrichtung? Ben and Jerry‘s Yummi Swastika Double Standard!

Als am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, obwohl es nicht einmal 20% des anfänglich in Aussicht gestellten Landes war. Die arabische Seite jedoch verweigerte die Annahme ihres unabhängigen Landes. Stattdessen engagierte sie sich zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien in einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels.

Als im Jahre 1948 Israel gegründet wurde, erklärte die arabische Welt Israel den Vernichtungskrieg. In dieser Zeit fanden auch viele schreckliche Pogrome in muslimischen Ländern gegen Juden statt, u.a. die Pogrome von Aleppo, Kairo und Aden. Viele Angriffe auf Israel wurden auch von der durch Jordanien extra zur Vernichtung Israel annektierten West Bank unternommen. Im Sechstagekrieg 1967 brachte Israel dieses Gebiet unter Kontrolle und konnte so die Angriffe aus dieser Region beenden. Seitdem hält sich das Gerücht, Israel hielte dieses Land besetzt, ein Gebiet, das vorher von Jordanien in der Absicht, Israel zu vernichten, annektiert worden war und das in der Zeit des Mandats durch den Völkerbund für eine jüdische Nation vorgesehen war.

Wenn wir uns somit die Geschichte der Region anschauen, die Ben & Jerry’s als „besetztes palästinensisches Gebiet“ bezeichnet, so sehen wir, dass dort erst das Osmanische Reich geherrscht, dann der Völkerbund verwaltet, dann Jordanien annektiert und dann Israel das Gebiet unter Kontrolle geholt hat. Wie kann man Ben & Jerry’s da guten Gewissens von „besetzten Gebieten“ sprechen? Von wem hält Israel das Land besetzt? Von Jordanien, das es zur Vernichtung Israel annektiert hat? Vom Osmanischen Reich, das es nicht mehr gibt? Von wem?

Der größte Teil Palästinas ist unter jordanischer Kontrolle. Warum stört dass Ben & Jerry’s nicht? Was ist der Unterschied zwischen Jordanien und Israel? Israel ist ein jüdisches Land. Das scheint Ben & Jerry’s zu stören. Ich schlage daher eine weitere neue Geschmacksrichtung vor: Ben & Jerry’s AntiseMint. Ich habe im Netz sogar schon ein Design gefunden:

Übrigens, erst im Jahr 1988 gab Jordanien seinen Anspruch auf einen kleinen Teil Palästinas auf. Dieser Teil ist heute als West Bank bekannt. Seit 1993 werden Teile des Gebiets von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet ohne gültige Erklärung, die Existenz Israels anzuerkennen. Im Jahr 2005 wurde Mahmud Abbas zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. Abbas sagte einst:

„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Im Jahr 2015 bezeichnete Abbas den Mord an einem israelischen Ehepaar durch palästinensische Terroristen als „heldenhaft“. Nicht wenige Judenmörder und deren Familien bekommen von Abbas Regierung stattliche Renten für ihre terroristischen Bluttaten.

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Partei von Abbas sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge: „Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Die Regierung von Abbas ist vollkommen illegitim. Es hat nie eine völkerrechtliche Anerkennung der Annexion des palästinensischen Gebietes durch Jordanien gegeben. Die arabische Seite hatte 1947 das Angebot der Vereinten Nationen auf einen eigenen Staat abgelehnt. Das Osmanische Reich existiert nicht mehr. Es gibt daher nur einen Vertrag, der die momentane Situation regelt: Das Völkerbundmandat.

Wenn es somit Besatzer in diesem Konflikt gibt, dann sind es Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde.

Warum aber spricht Ben & Jerry’s nicht bei Jordanien oder der palästinensischen Autonomiebehörde von illegalen Besatzern? Weil Ben & Jerry‘s von einer typischen Doppelmoral besessen sind. Sie verlangen von der israelischen Seite etwas, was sie von den anderen Parteien nicht erwartet. Für das Verhalten, den jüdischen Staat anders zu behandeln, als alle anderen Staaten, von Juden mehr zu verlangen, als von allen anderen Menschen, gibt es eine Bezeichnung: Antisemitismus!

Dem Kampf gegen Antisemitismus hat der US-amerikanische Unternehmer Reuben Mattus ein wunderbares Denkmal gesetzt. Im Jahr 1961 gründete er zusammen mit seiner Frau Rose in New York die Speiseeisfirma Häagen-Dazs.

Reuben Mattus wurde am 5. März 1921 an Bord der SS Vestris nach New York geboren. In den USA stieg er früh in das Speiseeisgeschäft seines Onkels ein. In Brooklyn lernte er seine spätere Ehefrau Rose Vesel kennen. Im Jahr 1936 heirateten sie in New York. Im Jahr 1961 gründeten sie ein eigenes Unternehmen für Eiscreme und nannten es Häagen-Dazs.

Auf die Frage, was Häagen-Dazs bedeute, erklärte Reuben Mattus es sei ein Kunstwort, das an Dänemark erinnern solle, weil Dänemark als einziger europäischer Staat die Juden während des Zweiten Weltkriegs gerettet habe: „Das einzige Land, das die Juden während des Zweiten Weltkriegs rettete, war Dänemark, so setzte ich einen komplett fiktiven dänischen Namen zusammen und ließ ihn registrieren.“

Auch heute noch, werden Juden in manchen Ländern dieser Welt diskriminiert und verfolgt. Es gibt Länder und Gebiete, in denen keine Juden leben dürfen. Der Gazastreifen zum Beispiel ist ein Gebiet das, um ein grausames deutsches Wort zu verwenden, „judenrein“ ist. Es gibt zudem eine Menge Länder, die lassen keine Israelis Land. Es gibt sogar Länder, die lassen keine Menschen ins Land, wenn sie in Israel waren.

Mehrere Länder haben gegen mich ein Einreiseverbot ausgesprochen, weil ich in Israel war. So ein Pech! Ich kann nicht das bunte Nachtleben Libyens erleben. Die Schwulen- und Lesbenszene im Sudan muss auch ohne mich auskommen. Ich kann nicht mit Feministinnen im Auto um die Blocks von Saudi Arabien ziehen. Und das alles nur, weil ich in Israel war! Syrer können mich zu Hause besuchen, ich jedoch nicht mehr Syrer in ihrem Haus.

Ben & Jerry’s aber kritisiert Israel. Dabei ist Israel ein Land, dass allen Juden bedingungslos Schutz zusichert. Heute ist Israel das, was Dänemark im Zweiten Weltkrieg war, ein sicherer Hafen für Juden.

Häagen-Dazs hat einem sicheren Hafen für Juden ein Denkmal gesetzt. Ben & Jerry’s jedoch boykottiert heute einen sicheren Hafen für Juden. In der Zeit, in der Dänemark Juden Schutz bot, gab es ebenfalls viele Menschen, die zum Boykott von Juden aufriefen. Sie sahen so aus:

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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17 Antworten zu Häagen-Dazs oder Ben & Jerry’s

  1. Petti schreibt:

    Sie haben also mich gefragt ob ich aus dem Völkerrecht komme? Nein. Tue ich nicht. Ist auch nicht notwendig. Ich habe auch keine Mathematik studiert und nehme mir trotzdem raus jemandem zu widersprechen wenn einer sagt zwei und zwei ergebe sieben.
    Herrn Buurmanns Argumentation ist offenkundig unsinnig.
    Juden sollen im britischen Mandatsgebiet ein Heim bekommen bedeutet natürlich nicht dass das komplette Mandatsgebiet ein jüdischer Staat werden soll. Leuchtet Ihnen dies ein?

    • Anonymous schreibt:

      Ach Benniboy, sie verdrehen hier doch seit Jahren die getätigten Aussagen ins geradezu Skurile. Insofern würde mich es nicht wundern, wenn zwei und zwei in Ihrer Mathematik zwar nicht sieben ergibt, aber fünf.

  2. Petti schreibt:

    „Jeder darf mich bezeichnen, wie er oder sie möchte. Hab ich kein Problem mit.“

    Herr Buurmann, Sie reden komplett an der Aussage vorbei.
    Wer was darf oder wie Sie das finden war nicht das Thema, sondern ob die Einstellung die Sie an den Tag legen nicht Teil des Problems ist.
    Was sagen Sie dazu?

  3. Petti schreibt:

    Selbstverständlich meinen Ben & Jerry die Westbank und selbstverständlich ist das eine sehr gut nachvollziehbare Entscheidung, die Siedlungen sind nach dem Völkerrecht illegal und ein Friedenshindernis, ganz egal wie demagogisch der Autor der Autor die Situation einfach umdreht und die Palästinenser zu Besatzern erklärt

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Es ist nicht antisemitisch, israelische Siedlungen zu kritisieren. Wer jedoch nur israelische Siedlungen kritisiert, ist ein Israelkritiker. Wer nur jüdische Siedlungen kritisieren, ist ein Antisemit.

      In jeder israelischen Siedlung gilt das israelische Gesetz. Somit ist jede israelische Siedlung im Nahen Osten ein Ort, wo ich als homosexueller Mensch nicht verfolgt werde, jeder Religion angehören darf und frei meine Meinung sagen kann.

      Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt, oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt aufzuteilen, sondern weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen.

      Warum soll ich ausgerechnet jene Siedlungen kritisieren, die mich leben lassen, wie ich bin und nicht viel mehr all die Gebiete, die mich verfolgen?

      Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, der sich ein Beispiel an Israel nimmt, ist ein gewonnener Quadratmeter. Dennoch lehnt eine deutliche Mehrheit in Deutschland und in den Vereinten Nationen die Siedlungspolitik Israels ab und erklärt: „Die jüdischen Siedler sind das größte Friedenshindernis.“

      Kann sich die ganze Welt irren? Ja, sie kann! Wenn es um Juden geht, hat sich die ganze Welt schon einmal geirrt!

      Wer fest davon überzeugt ist, dass die jüdischen Siedler das Hauptproblem für einen Frieden im Nahen Osten sind, sollte einfach mal das Wort „jüdisch“ streichen und durch „muslimisch“, „christlich“ oder „arabisch“ ersetzen, um sich dann zu fragen, warum unter all den Siedlern in Judäa und Samaria nur die jüdischen Siedler das Problem sein sollen.

      In den Gebieten Judäa und Samaria siedelten Juden bereits, bevor es Christen und Muslime überhaupt gab. Der Name Judäa ist eindeutig. Daher sprechen jene, die Juden dort für illegal halten, lieber von der Westbank. Wie immer das Gebiet jedoch bezeichnet wird, zur Zeit gehört es zu keinem Nationalstaat.

      Einst gehörte das Gebiet zu Jordanien, dem Land, das sich zu über achtzig Prozent auf palästinensischem Boden befindet und wo im Gegensatz zu Israel Palästinenser nicht die volle Staatsbürgerschaft besitzen. Davor wurde das Gebiet vom Völkerbund verwaltet. Davor gehörte das Gebiet zum Osmanischen Reich, davor zum Römischen Reich und davor, wie das Wort „Judäa“ zeigt, zu einem Jüdischen Reich. Das jüdische Volk ist das älteste noch heute existierende Volk im Nahen Osten.

      Obwohl die Gebiete Judäa und Samaria heute zu keinem Staat gehören, siedeln dort Menschen. Manche siedeln in Häusern, andere in Zelten. Es gibt dort arabische, jüdische, staatenlose und viele andere Siedler. Sie siedeln alle in einem Gebiet, das bis heute umstritten ist, weil kein Staatsgebilde dort regiert. Warum aber sind nur die jüdischen Siedler das Problem?

      Als „illegal“ werden nur die Siedler bezeichnet, die Juden sind! Das Problem, das diese Menschen mit diesen Siedlern haben, ist somit ihr Jüdischsein!

      Die radikale Hamas erklärt in ihrer Gründungscharta die Vernichtung aller Juden zur Pflicht aller Muslime! Auch die Fatah ist von dieser Pflicht überzeugt. Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah bekräftigte Mufti Muhammad Hussein, der von Mahmud Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt wurde, die These, dass es Frieden nur bei der Vernichtung aller Juden geben könne. Wer jedoch glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt “Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden. Es gibt nämlich zwei Formen des Friedens im Nahen Osten: Der eine Friede ist ein Friede mit Juden. Der andere Frieden ist ein Frieden von Juden.

      Der Wunsch eines Friedens von Juden findet sich überall in der arabischen Welt. Als im Jahr 2005 der Gazastreifen der palästinensischen Verwaltung übergeben wurde, wurden alle Juden innerhalb weniger Tage aus dem Gazastreifen vertrieben. Am Morgen des 12. September verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Gaza schloss einen Frieden von Juden, aber nicht mit Juden. Deshalb feuerte die Hamas in den folgenden Jahren auch unzählige Raketen auf Israel ab, in dem Willen, soviele Juden wie möglich zu töten. Ein Minister der Hamas brachte die eigene Politik 2010 mit diesen Worten auf den Punkt:

      „Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

      Wer glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt „Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden. Jüdische Siedlungen sind daher nur für jene eine Hindernis zum Frieden, die einen Frieden von Juden haben wollen. Für jene jedoch, die einen Frieden mit Juden schließen wollen, ist eine jüdische Siedlung kein Problem sondern die Lösung eines Problems, denn nur in der Akzeptanz von jüdischen Siedlungen wohnt die Möglichkeit der schlichten Erkenntnis, dass Juden einfach nur Nachbarn und Mitbürger sein können.

      Juden, die siedeln und Häuser bauen, sind kein Problem! Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein. Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie.

      Die arabischen Regierungen im Nahen Osten sollten ebenfalls Juden als Bürger des Landes mit allen Rechten und Pflichten achten, die Häuser und Siedlungen bauen dürfen, wie jeder andere Bürger auch, oder sie werden niemals Frieden mit Juden schließen können.

      Die Fatah und die Hamas erklären jedoch, Frieden werde nicht kommen, „solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“ Sie meinen es ernst. Der Gazastreifen ist seit 2005 „judenrein“. Die Hamas hat verwirklich, woran Hitler gescheitert ist.

      Dennoch stellt die Hamas Forderungen an den Erzfeind Israel. Israel soll Wasser spendieren, Medikamente liefern und Essen bereitstellen und das Wahnsinnige ist, Israel macht das auch noch. Statt aber, dass die Welt Israel bewundert und lobt ob soviel Menschlichkeit, wird Israel kritisiert, weil das Land angeblich nicht genug Wasser spendieren soll? Ich frage aber: Welches Land hat je seine Feinde genährt? Die israelische Regierung stellt da eine Ausnahme dar! Sie glaubt noch an die Menschen in Gaza und schaut nicht tatenlos zu, während die Hamas das arabische Volk als Geisel nimmt. Wäre die Fatah oder die Hamas so menschlich wie die konservativste israelische Regierung, es gäbe morgen Frieden im Nahen Osten.

      Das israelische Volk fühlt für seine arabischen Nachbarn, egal wie brutal die Regierungen auch immer sein mögen, denn Araber und Muslime sind Teil des israelischen Volkes! Es leben über 8 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Israel. 1,6 Millionen von ihnen sind muslimische Araber und laut einer aktuellen Studie wollen 77 Prozent dieser Araber nirgendwo lieber leben als in Israel! Die Muezzine singen von den Minaretten, Muslime sitzen im israelischen Parlament und im höchsten Gericht Israels. In Israel haben alle Menschen die Wahl! In den palästinensischen Autonomiegebieten sieht das anders aus.

      Mahmud Abbas wurde zwar 2005 als Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, aber seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. In Jordanien ist eine Monarchie mit dem Islam als Staatsreligion und der Scharia als Gesetz. In Syrien herrscht Krieg. Im Januar 2014 kesselt die syrische Armee Palästinenser in einem Lager ein und lies sie dort verhungern. In Gaza herrscht die Hamas. Sie wurde zwar gewählt, aber nach der Wahl tauschte sie Demokratie sofort gegen Staatsterror aus. Seit dem herrscht die Hamas in Gaza ohne Legitimation. In kaum einem Gebiet der Erde werden Palästinenser brutaler unterdrückt als in Gaza.

      In Israel sind die Menschen frei. Wenn es einen Regierungschef gibt, der von sich beanspruchen kann, in freien Wahlen von einem palästinensischen Volk gewählt worden zu sein, so ist es der Premierminister von Israel!

      Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem das Volk seine Regierung wählen und vor allem abwählen kann. In Israel sind alle Religionen gleichberechtigt. Genau das stört die Regierungen vom Schlage der Hamas. Daher erklären sie, dass Palästinenser keine Juden sein dürfen. Sie wollen Palästina von den Juden „befreien“, wie die Nazis einst das deutsche Volk „befreien“ wollten. Nicht zufällig ist der Gruß der Hisbollah und der Hamas der Hitlergruß. Aus dieser menschenverachtenden Ideologie stammt die Gegenüberstellung „Israel – Palästina“. Was ist eigentlich dieses Palästina?

      Der Begriff „Palästina“ hat einen hebräischen Ursprung und geht auf das in der Bibel beschriebene Volk der Philister zurück. Das Volk der Philister gibt es nicht mehr, aber einen Philister kennt jedes Kind: Goliath.

      Das Wort „Palästina“ taucht schriftlich erstmals bei dem antiken griechischen Geschichtsschreiber und Völkerkundler Herodot auf, der das Gebiet im 5. Jahrhundert vor moderner Zeitrechnung so nannte. Nach der Zerschlagung des jüdischen Volkes im Jahr 135, nannten die Römer das Gebiet offiziell in Palästina, um jeglichen Bezug zum jüdischen Volk zu verwischen.

      Der Begriff Palästina ist somit lediglich eine Gebietsbeschreibung und keine Volksbeschreibung und wurde von den Römern genutzt, nachdem sie die Juden besiegt hatten. Sie sprachen nicht von Judäa oder Israel, sondern von Palästina, um so jegliche Verbindung zwischen dem Land und dem jüdischen Volk sprachlich zu verwischen. Es gab kein sich selbst konstituiertes palästinensisches Volk.

      Es gibt keine palästinensische Sprache, keine unabhängige palästinensische Kultur, aber dafür eine Menge Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und Nationalitäten, die durch den Umstand vereint werden, dass sie in einem Gebiet leben, das Palästina genannt wird. Der mit Abstand größte Teil Palästinas liegt im heutigen Jordanien. Weitere Gebiete Palästinas sind Golan, Gazastreifen, Westjordanland und Gebiete von Ägypten und Saudi-Arabien. Nur ein sehr kleiner Teil Palästinas befindet sich in Israel, aber alle, die in dem Gebiet Palästina leben, mögen es nun Jordanier, Israelis, Araber, Juden, Christen oder Moslems sein, sind im Grunde alle Palästinenser!

      In der Moderne wurde der Begriff „Palästina“ deshalb wieder so geläufig, weil damit das Gebiet bezeichnet wurde, das nach dem 1. Weltkrieg durch den Untergang des Osmanischen Reiches herrschaftslos wurde. Palästina war der Begriff, mit dem der Völkerbund, der ab 1922 das Gebiet verwaltete, das Gebiet und alle dort leben Menschen beschrieb, ob sie nun christlich, muslimisch, jüdisch oder heidnisch waren. Heute gibt es in der Region die unterschiedlichsten Länder, aber nur ein Land ist demokratisch: Israel! 1948 wurde Israel von überwiegend jüdischen Palästinenser gegründet. Sie glaubten an die Möglichkeit einer friedlichen Demokratie im Nahen Osten. In der Unabhängigkeitserklärung Israels heißt es:

      „Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

      An dem Tag, an dem diese Erklärung verlesen wurde, erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem kleinen Land Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges verließen 500.000 Menschen ihre Heimat im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren. Israel bot jedoch allen Menschen innerhalb der neuen Grenzen an zu bleiben, um sich in Demokratie und Selbstbestimmung frei zu entfalten, schließlich waren sie alle Palästinenser. 160.000 Araber nahmen das Angebot an und blieben. Mittlerweile sind über 20 Prozent aller Israelis arabische Bürgerinnen und Bürger, mit allen Rechten.

      Israel ist eine Demokratie, in der jede Kritik, sogar die dümmste und die brutalste, erlaubt ist und artikuliert wird. Jeder Palästinenser kann in Israel seine Meinung frei äußern. Das ist Demokratie! In Jordanien, Syrien, Gaza, Westjordanland aber haben Palästinenser diese Rechte nicht. Warum also werden diese Menschen nicht gestärkt?

      Es gibt eine Nakba. Sie fand jedoch nicht in Israel statt. Sie findet täglich in Gaza, Syrien, Jordanien und in der Westbank statt. Die Mörder sind die Schergen der Hamas und der Fatah.

      Vielen Menschen, die vorgeben, solidarisch auf der Seite der Palästinenser zu sein, sind Palästinenser in Wirklichkeit vollkommen egal. Sie sind einfach nur gegen Juden! Daher verbünden sie sich mit den Feinden der Juden. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhundert wurde von der PLO beschlossen, dass Juden keine Palästinenser sein können, so wie die NSDAP ein paar Jahre vorher beschlossen hatte, dass Juden keine Deutsche sein können. Der Deutschenbegriff der NSDAP wurde verworfen, aber der Palästinenserbegriff gilt bis heute. Nur innerhalb dieses Palästinenserbegriffes können jüdische Siedler illegal sein. Judenhasser übernehmen daher gerne diesen Begriff.

      Leider finden sich auch im deutschen Bundestag nicht wenige Mitglieder, die diesen Palästinenserbegriff übernommen haben. Sie sprechen wie selbstverständlich von „illegalen Siedlern“, ganz so als sei es jenseits jeder Diskussion, dass Juden in gewissen Gebieten der Welt nichts zu suchen haben. Sie sind einem Frieden von Juden näher als einem Frieden mit Juden.

      Es darf keinen Siedlungsstopp nur für Juden geben! Juden dürfen genauso siedeln wie jeder andere Mensch auch.

      Die Vernichtung Israels und die Vertreibung von Juden stehen nicht zur Debatte! Ich würde auch nicht mit einem Menschen verhandeln, der es es nicht ausschließen möchte, mich oder meine Familie zu töten! Es kann daher keine Zwei-Staaten-Lösung mit Parteien geben, die zur Vernichtung und Vertreibung von Juden auffordern! Wir brauchen Menschen, für die jüdische Siedler nicht mehr und nicht weniger ein Problem sind, als alle anderen Siedler auch!

      Jüdische Siedlungen sind nur für den ein Friedenshindernis, der einen Frieden von Juden wünscht. Für einen Frieden mit Juden sind jüdische Siedlungen ein Garant für die Möglichkeit eines Friedens.

      • Nestor Machno schreibt:

        Um es kurz zu machen: Das ganze Problem, das man den „Nahostkonflikt“ nennt, beruht auf genau einer Ursache:

        Dem bornierten Herrschaftsanspruch des Islam.

        Mit Gebietsanspruechen hat das erst sekundaer zu tun. Letztendlich betrachtet die islamische Doktrin die ganze Welt als zu unterwerfendes Gebiet. „Heute gehoert uns Palaestina und morgen die ganze Welt.“

        Und ob Unilever ihre eklige Eispansche dahin liefert oder nicht, interessiert die ideologen des Todeskultes nicht im allergeringsten.

        • Daniel schreibt:

          Und mit der Geisteshaltung die Herr Buurmann hier an den Tag legt das alles Land den Israelis gehört haben die Probleme nichts zu tun?

          Könnten Sie es nachvollziehen wenn jemand Herrn Buurmann als Fanatiker bezeichnen würde?

    • Anonymous schreibt:

      Kommen Sie auch eher aus dem Völkerrecht?

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Ich bin jedoch Friedensnobelpreisträger und denke, dass mich diese Ehrung als Experte in Sachen Völkerrecht ausweist.

        • Anonymous schreibt:

          Meine Frage bezog sich auf Petti. Dass Sie (Herr Buurmann) Friedensnobelpreisträger sind ist mir bekannt. Der Preis ist auch wohlverdient.

          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Wo kann ich eigentlich dieses Völkerrecht nachlesen?

          • Anonymous schreibt:

            Es gibt da „Jetzt“ so ein Buch. Allerdings weiß ich nicht, ob das Thema dort behandelt wird und wenn, wessen Standpunkt dort vertreten wird – scheint eine Menge Autoren geben zu haben.
            Ansonsten vermute ich, dass die Hamas-Charta einen entsprechenden Anhang hat, in dem garantiert zu finden ist, dass „die Siedlungen“ (aka alle) nach dem Völkerrecht illegal und ein „Friedenshindernis“ [sind] (selbstredend nur die Siedlungen, wenn es nur die nicht gäbe, es herrschte längst Frieden).

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