Wenn ein vorsorgliches Töten „leider“ nicht möglich ist

Thomas Umbehaue schreibt seit über zehn Jahren als Lokalreporter für den Stadtspiegel Essen. Für gewöhnlich berichtet er über Dinge, die in Essen und Umgebung passieren. Dabei hat er es zu einer erstaunlichen Reichweite geschafft. Laut eigener Aussage schaffte er im letzten Jahr den „Sprung von 10.000 Lesern auf 1.000.000.“

Am 23. November 2021 präsentierte er seinen Leserinnen und Leser eine ganz besondere Glosse. Unter der Überschrift „ENDLICH MAL KLARTEXT – Geimpft, Genesen oder Gestorben das sind die Aussichten für den Winter“ stellte er die Frage, ob nicht die Impfungen gegen Corona durch Polizeibeamte erfolgen sollten. Man hätte zum Beispiel bei „den Demos der ewig gestrigen (…) die Personen doch schon zusammen und könnte direkt ohne Termin Impfungen durchführen.“

Seine Glosse beendet er mit den Worten: „Keulen, wie bei der Vogel oder Schweinegrippe ist ja leider nicht möglich.“

Unter dem Keulen versteht man das vorsorgliche Töten von Tieren, um die Weiterverbreitung von Seuchen zu verhindern.

Das ist ja mal richtig komisch. Nicht nur erklärt Thomas Umbehaue Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, zu Tieren, er findet es auch schade, dass man sie nicht vorsorglich töten kann, um die Verbreitung von Corona einzudämmen.

Selten so gelacht!

Mittlerweile wurde diese Glosse vom Netz genommen.

Kurt Tucholsky sagte einst, Satire dürfe alles. Natürlich darf auch Thomas Umbehaue jeden Witz machen, egal wie geschmacklos er ist. Ich darf aber auch auf diese Geschmacklosigkeit reagieren. Wie nur finde ich die richtigen Worte? Ich versuche es mal so:

Thomas Umbehaue ist kein Kurt Tucholsky. Sein Humor lässt sogar vermuten, dass er geistig eher bei jenen Gestalten zu finden ist, gegen die Kurt Tucholsky am Ende seines Lebens angeschrieben hat.

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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6 Antworten zu Wenn ein vorsorgliches Töten „leider“ nicht möglich ist

  1. oneiros schreibt:

    Man weiß halt bei den Deutschen nie, ab welchem Zeitpunkt der Ruf nach Euthanasie und Konzentrationslagern wieder in der politisch korrekten Ecke zu finden ist und mit Applaus garniert wird..momentan sind sie noch verbal unterwegs. Das waren sie vor hundert jahren am Anfang in den 20ern auch, bevor es hieß „…unerwünscht“.
    Schon damals waren die größten Fans harter Maßnahmen die loyalsten Gefolgsleute.

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  2. David schreibt:

    Der denkbar bittere Sarkasmus des Herrn Umbehaue gibt der aktuellen Situation Ausdruck. Das, was er beschreibt, nämlich unmittelbarer Zwang des Staates mit allen gesundheitlichen Konsequenzen für den Betroffenen – die jedoch gern zu jeder Zeit gerichtlich sanktioniert werden -, ist doch genau das, was in der aktuellen Situation dem letzten, bislang noch (!) nicht vollzogenem Schritt entspricht!
    Nicht zu vergessen ist, daß Tiervergleiche in der politischen Auseinandersetzung immer wieder fröhliche Urständ feiern.
    Das Unbehagen, das ich persönlich empfinde, richtet sich weniger gegen die Tiervergleiche, sondern vielmehr gegen die hemmungslose Übergriffigkeit des Staates, die offensichtlich keine Grenzen mehr kennt: Das ist ungebremster, brutaler und menschenverachtender Totalitarismus.

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    • HM schreibt:

      „Das Unbehagen, das ich persönlich empfinde, richtet sich weniger gegen die Tiervergleiche, sondern vielmehr gegen die hemmungslose Übergriffigkeit des Staates, die offensichtlich keine Grenzen mehr kennt: Das ist ungebremster, brutaler und menschenverachtender Totalitarismus.“

      Da stimme ich Ihnen zu. Es mutet mittlerweile wie eine Gehorsamsübung für ein Volk an.
      Ich bin allerdings unangenehm überrasch, das ein derart großer Teil unserer Mittbürger damit einverstanden sind oder sich gar schärfere Maßnahmen wünschen

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  3. Pingback: Wenn ein vorsorgliches Töten „leider“ nicht möglich ist — Tapfer im Nirgendwo – Ollis Blog der Infamie

  4. nouseforislam schreibt:

    Ich habe diesem „Menschen“ eine Mail geschrieben. Könnte anzeigewürdig sein. Dann werde ich mich revanchieren. Aber da er eher fettleibig zu sein scheint, erwischt ihn der Virus vielleicht auch, wenn er zehnmal geimpft ist. Okay, das ist auch nicht nett formuliert, aber es muss einfach raus, sonst platze ich.

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  5. AxBa schreibt:

    Wie schrieb einst Bert Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem es kroch!“ Wie recht er hatte. Jetzt kommen sie, die Totalitären, die ihre Mitmenschen zu Tieren herabstufen, damit man beim Töten kein schlechtes Gewissen haben muß. Da von oben abgesegnet, entfällt Gewissen sowieso.

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