Wenigstens einen Abend lang

Ein Versuch, Hoffnung zu schöpfen, von Bertolt Karsten Troyke.

Von Februar 19 bis jetzt wurde meine von den Nazis verfolgte und väterlicherseits komplett ausgelöschte Familie geschmäht, ihr Andenken mit Füßen getreten, ich als Mensch beschimpft, meine Meinungen als rechtsradikal und rassistisch bezeichnet und schlimmste Lügen-Pamphlete über mich verfasst und versendet, von einer verbissenen Frau, die offenbar mit erfundener Roma-Herkunft und angeblicher Unterstützung von politischer Hilfe für Roma ihr einstiges „No Future“-Leben aufzupeppen sucht. Ihr Name soll ungenannt bleiben, ähnlich wie diese hasserfüllte Person es (erst) seit einem Jahr mit meinem Namen macht. Wahrscheinlich hat ihr ein Anwalt das geraten.

Dass ich keinen privaten Account mehr auf Facebook habe, liegt aber weniger daran. Es hat vielmehr damit zu tun, wie ihre Besessenheit bei Menschen ungeprüft geteilt wird, und wie ganz allgemein Facebook zu einem Häme-Betrieb geworden ist á la „Bist Du aber dumm, ich weiß es viel besser“.

Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viele inzwischen über mich urteilen und über jeden, der Gedanken formuliert, die auch nur ein wenig der Tagesschau widersprechen.

Es gab so viele Menschen, die ich verehrte und schätzte, aber einer nach dem anderen (sorry: eine/r nach der/dem anderen) macht mit bei der „neuen Welt“ und kommt sich dabei gut vor. Wir kennen das als „Cancel Culture“. Auch dieser Begriff ist inzwischen als „rechts“ geframed.

So kam es den „Freunden“ wohl gerade recht, dass ich auch an der Coronapolitik immer stärkere Zweifel entwickelte und zu einem Querdenker wurde, was noch vor zwei Jahren ein positives Wort war. Bodo Schiffmann finde ich mutig, aber selbst im Exil fällt er von einem Schreck in den anderen. Ich empfehle sein Buch „Die schlimmste und die beste Zeit meines Lebens“ – gerne kritisch lesen, denn so oder ähnlich ging es vielen, wenn auch nicht so exponiert. Mir auch.

Auch bei der jetzigen Kriegshetze kann ich nicht einstimmen, mehr als das Entsetzen über Putins Überfall kann ich nicht teilen, denn ich weiß, wie lang dieser Krieg schon geht und es kommt immer mehr über die Hintermänner (und -frauen) heraus. Jetzt geht es auch gegen Russischen Zupfkuchen und Anna Netrebko. Schön für alle, die die Welt ganz leicht in „gut“ und „böse“ einteilen können.

Selbst meine Freunde von der Amadeu-Antonio-Stiftung halten „Great Reset“ für einen neurechten „Nazi“-Begriff. Warum aber hat der Präsident der Milliardäre, Klaus Schwab (WEF), dann sein Buch danach benannt?

„Kein Millimeter nach rechts“ klingt wohlfeil und es wird dabei vergessen, dass vorher jemand festlegen muss, was rechts ist. Und dies ist die Ursache, warum alle linken Bewegungen sich immer aufspalteten. Je mehr Macht einige von ihnen hatten, desto mörderischer wurde dieses „kein Millimeter“, man denke an die Gulags.

Meine vielseitige Arbeit, die jüdischen Festivals, die Veranstaltungen zur Errichtung eines Mahnmals für die Sinti und Rroma, die jahrelange Beteiligung an Gedenkveranstaltungen – alles erscheint mir nun in einem anderen Licht. Mindestens war all das ziemlich wirkungslos. Die Menschen haben keine „Lehren gezogen“.

Aber ich will mich nicht darüber erheben und es gab auch viele wunderbare Momente des Zusammenseins, des Verbundenseins unter denen, die gerade jeweils im Raum waren. Musik, Lieder, Literatur kann Gutes bewirken, wenigstens einen Abend lang.

Warum schreibe ich das alles auf? Weil in mir immer noch ein wenig Hoffnung ist, dass die Wahrheit sich ihren Weg bahnen wird: „Masken“ sind entwürdigend, die Zahlen zur Pandemie waren und sind in einem Ausmaß gefälscht, dass es schier unfassbar ist, das Zündeln der „Farbenrevolutionen“ hat niemanden je irgendwo befreit, schon gar nicht von Gewaltherrschaft, das Wort „Demokratie“ ist zu einer Hure verkommen, eingesetzt von skrupellosen Geldmachern. Das kann doch nicht so bleiben. Zumal das Finanzsystem jetzt kracht. Die eingangs erwähnte „Aktivistin“ jedenfalls ahnt es schon und tönt:

„Wenn die Heizungen nicht mehr gehen und die Nahrung unerschwinglich oder schlicht nicht erhältlich ist, dann werden die blöden weißen Sauerkrautfresser schon sehen“

Mehr Hass geht kaum und sie hat vergessen, dass auch sie „Weiß“ ist. Diese ganze Richtung der Ablehnung der Menschheit teile ich natürlich nicht und ich singe einfach weiter. Solange man mich lässt.

Ich glaube auch nicht, dass wir zu viele Menschen auf der Welt sind, denn es ist eine Verteilungsfrage. Ich sehe sehr wohl, dass uns der Gedanke eingepflanzt werden soll: Hör auf zu atmen, Dein CO2 verpestet die Welt. Nein, tut es nicht! Die Bäume und Gräser freuen sich!

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(TINBKT)

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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2 Antworten zu Wenigstens einen Abend lang

  1. Ralph Kappler schreibt:

    Was Karsten Troyke hier berichtet ist erschütternd, mutig und auch bitter notwendig. Denn wenn wir uns überhaupt noch eine lebenswerte Vorstellung von der Zukunft machen wollen, dann scheint der Weg auch über aufrechte Worte, über Zeitzeugen Berichte wie diesen, zu führen. Was wir derzeit erleben ist so unfassbar, dass man jeden neuen Tag seinen eigenen Augen und Ohren nicht mehr trauen will. Zwei Sätze, der eine von Henryk Broder, der andere von Kohelet machen mir wenigstens für kurze Momente diese Zustände fassbar. Henryk Broder sagte: „Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid“. Im Buch Kohelet steht seit zwei Jahrtausenden: „Nichts Neues unter der Sonne, das Leben ist nur ein Hauch“. Auch nicht neu ist die Erfahrung, dass die Verrohung viele schweigende oder auch hysterische Mitläufer braucht. In der Mitte zwischen dem feigen Schweigen und der gewaltgeladenen Hysterie, erscheint nur ein schmaler, fragiler Pfad, auf dem sich noch offene Worte der Vernunft wagen lassen. Karsten Troyke bewegt sich hier mit Courage, und das zuerst auch für andere.

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  2. Wolfgang Strompen schreibt:

    Vielen Dank Herr Buurmann für Ihre Meinung, die immer wieder wohltuend differenziert ist!

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