Air France tilgt Israel von ihren Karten

Die folgenden Fotos wurden auf einem Air France Flug von Los Angeles nach Paris aufgenommen. Tapfer im Nirgendwo hat die Bilder auf der Facebook-Seite “Freundschaft Deutschland-Israel” gefunden und veröffentlicht sie mit freundlicher Genehmigung.

Die Fotos zeigen Aufnahmen von Karten, die auf den Passagier-Monitoren der Air France zu sehen sind.

Weder Israel noch Tel Aviv sind auf den Monitoren gelistet! Dafür werden der Gazastreifen, der Libanon und die Westbank genannt, obwohl alle drei Orte keine Flugziele der Air France sind. Selbst wenn man das Bild auf dem Monitor vergrößert, wird Israel unterschlagen. Passagiere eines Flugs von New York nach Paris erklärten ebenfalls, dass weder Tel Aviv noch Israel auf ihren Monitoren der Air France zu sehen waren.

Air France tilgt Israel von ihren Karten! Ein klares Statement.

Bitte schreiben Sie an Air France und fragen Sie die Verantwortlichen, warum Air France den Ahmadinedschad macht!

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Tapfer im Nirgendwo macht Urlaub

Die nächsten Tage werde ich mit meiner Frau und meinem Hund in Holland verbringen. In der Zeit wird die Kommentarfunktion abgeschaltet sein. Ab Mitte August bin ich wieder da! 

Mein Dank gilt Sonja Leblhuber, die mit einer großzügigen Spende diesen Urlaub ermöglicht hat.

    
    
 

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Augustus – Ein Freund der Juden

Die Benennung des Kölner Platzes zwischen dem Jüdischen Museum und dem Wallraf-Richartz-Museum in Augustusplatz hat eine Debatte um die Frage ausgelöst, in welcher Beziehung Kaiser Augustus zu Juden stand. Der Historiker Dr. Werner Eck vertritt die These, Augustus sei ein “politischer Freund der Juden” gewesen:

In den vergangenen Wochen sind Vorbehalte gegen die Benennung einer Platzanlage im ehemaligen jüdischen Viertel nach Augustus, dem Gründer des römischen Köln, geäußert worden.

Der Vorwurf, Augustus habe damit angefangen, „in seinem Reich das Judentum zu einer nicht zugelassenen Religion zu erklären und zur Hetze gegen Juden sowie zum Raub auf jüdisches Eigentum aufgerufen“ trifft nicht zu. Pate steht offenkundig der Wikipedia-Artikel „Antike Judenfeindschaft“, der den historischen Sachverhalt verkürzt wiedergibt und im eklatanten Widerspruch zur antiken Überlieferung steht, vor allem auch im Widerspruch, zu dem jüdischen Historiker Josephus, der in seinem großen Werk: Antiquitates Iudaicae (AJ), und im ersten Buch seines Jüdischen Krieges das Verhältnis von Augustus zu Herodes, zu Judäa und seiner Bevölkerung beschreibt. Auf Grundlage der Überlieferung lässt sich folgendes feststellen:

König Herodes war seit 40 v. Chr. rex socius et amicus populi Romani, ein verbündeter König und Freund des römischen Volkes. Aus römischer Sicht war er Klientelkönig, zudem besaß er das römische Bürgerrecht. Auch zum ersten Princeps Augustus bestand ein freundschaftliches Verhältnis. Im Jahr 15 v. Chr. besuchte Agrippa, Freund, Stellvertreter und Schwiegersohn des Augustus, Herodes und opferte am jüdischen Tempel 100 Stiere. Nach dem Tod des Herodes 4 v. Chr. wurde das Herrschaftsgebiet unter seinen Söhnen aufgeteilt. Die Hälfte des Königreiches mit der Hauptstadt Jerusalem ging an seinen Sohn Archelaus, der fortan den Titel Ethnarch trug (Quelle: Josephus, Jüdischer Krieg 1, 93-97). Sein Teilreich wurde 6 n. Chr. provinzialisiert, d.h. der Provinz Syria angeschlossen; das jüdische Gebiet wurde direkt von einem römischen Präfekten geleitet. Die Absetzung des Archelaus geschah nicht auf Drängen Roms, sondern auf die Initiative einer Gesandtschaft aus führenden Mitgliedern der jüdischen Gesellschaft, die die tyrannische Regentschaft des Archelaus anprangerte. Augustus setzte – nach einer Untersuchung der Angelegenheit – Archelaus ab und verbannte ihn nach Gallien (Josephus, AJ 17, 342-344).

Augustus zeigte Respekt vor den eigenständig agierenden jüdischen Institutionen wie dem Amt des Hohepriesters und dem Rat, den Sanhedrin, und anderen mehr. Die Juden wiederum hatten Vertrauen zu Augustus, von dem sie eine Verbesserung der innenpolitischen Lage erhofften. Er respektierte, wie es in Rom üblich war, auch die jüdische Religion. Sie genoss unter ihm wie vorher und nachher den Status als religio licita, als „erlaubte“ Religion. Noch 12 oder 3 v. Chr. bestätigte der römische Herrscher per Edikt den vollen Besitz ihrer Rechte, sie durften selbstverständlich ihre Religion ausüben. So konnten, um nur ein Beispiel zu nennen, Juden am Sabbat oder dem Vorbereitungstag von der neunten Stunde an nicht zu bürgerlichen Leistungen gezwungen werden. Der Raub der heiligen Schriften wurde unter schwere Strafe gestellt (Josephus, AJ 6,2, 162-165). Für den Tempelschatz galt ein besonderer Schutz: die Tempelgelder durften nicht von Dritten angetastet werden.

Daran änderte sich auch nichts nach der Provinzialisierung im Jahr 6 n.Chr.; die Privilegien der Juden wurden nicht aufgehoben. Es ist mehrfach nachgewiesen, dass Augustus Rücksicht auf die religiösen Gefühle der Juden nahm, auch wenn er persönlich an deren Riten kein Gefallen fand (Suet. Aug. 93); das änderte aber nichts an der freien Religionsausübung, die den Juden ganz selbstverständlich zustand. Sie mussten auch nicht den Herrscher kultisch verehren, was sonst alle anderen Volksgruppen und Städte im Reich taten. Sie mussten auch nicht den römischen Staatsgöttern opfern, also Jupiter, Juno und Minerva, was viele andere nichtrömische Gemeinden im Reich taten. Stattdessen opferten sie zwei Mal täglich ihrem Gott zum Wohle des Augustus zwei Widder und einen Stier, wofür Augustus eine Stiftung errichtete (Philo, legatio ad Gaium 157 und 317).

Augustus war ganz eindeutig ein politischer Freund der Juden, denen er wie schon sein Adoptivvater Caesar volle Religionsfreiheit gewährte, und zwar in Judäa selbst, aber auch den übrigen Juden, wo immer sie im römischen Reich lebten.

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Das Kölner Ordnungsamt hat geantwortet

Vor einigen Wochen stellte ich dem Kölner Ordnungsamt drei Fragen:

1. Handelt es sich bei einer Installation, die mit Stangen, Wänden und schweren Befestigungssteinen umständlich aufgebaut werden muss, damit Bilder und weitere Ausstellungsstücke gezeigt werden können, um eine Demonstration?

2. Dürfen Plakate permanent auf dem Fußweg liegen und wer übernimmt die Kosten, wenn jemand auf den Plakaten ausrutscht?

3. Darf ich vor dem Kölner Dom auch jederzeit eine Galerie aufbauen?

Hier nun die offiziellen Antworten:

Zu 1. Ja, nach Einschätzung der Polizei, die für das Versammlungsrecht zuständig ist, handelt es sich um eine Aktion, die unter das Versammlungsgesetz zu zählen ist.

zu 2. Auch die auf dem Boden liegenden Plakate sind Teil dieser „Demonstration“. Bei Schäden, die von dieser Aktion oder einem ihrer Elemente ausgehen, haftet der Verursacher, in dem Fall Walter Herrmann.

Zu 3. Nein. Jegliche Einbringung von Gegenständen in das öffentliche Straßenland stellt eine Sondernutzung dar und wäre genehmigungspflichtig, es sei denn es würde als Maßnahme nach dem Versammlungsrecht bei der Polizei angemeldet und von dort als solche bestätigt.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
K. S.
Stadt Köln
Amt für öffentliche Ordnung

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Wenn der Tuvia mit dem Gerd über den Frieder

Der kölsche Außenminister ist empört! Eine Mail einer Leserin von Tapfer im Nirgendwo beantwortete er wie folgt:

“Sehr geehrte Frau S.,

Ihre E-Mail wurde zuständigkeitshalber an mich weiter geleitet. Leider komme ich erst jetzt dazu, Ihnen zu antworten.

Während der Ausstellung `Breaking the Silence´, die im nächsten Jahr in Köln zu sehen sein wird, werden unterschiedliche Stimmen zur Sprache kommen, selbstverständlich auch solche, die sich kritisch mit Anliegen und Inhalt der Ausstellung auseinandersetzen. Das ist im Übrigen auch das Interesse der Mitglieder von Breaking the Silence.

Was Sie, sich auf Gerd Buurmann und Tuvia Tenenboom beziehend, über mich schreiben, zeugt von großer Unkenntnis, ist schlicht und einfach Unsinn und grenzt an bösartige Verleumdung.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
Frieder Wolf
Stadt Köln
Amt des Oberbürgermeisters
Leiter des Büros für Internationale Angelegenheiten
Rathaus (Spanischer Bau)”

Damit Sie wissen, was “einfach Unsinn” sein und “an bösartiger Verleumdung” grenzen soll, wiederhole ich meinen Artikel von vor einigen Wochen:

Die Ausstellung “Breaking the Silence” bricht in Deutschland kein Schweigen, sondern stimmt lediglich in den lauten Chor der einseitigen Israelkritiker ein. Die Ausstellung sollte in Deutschland daher besser “Joining the Choir” heißen!

„Breaking the Silence“ ist eine Ausstellung, in der anonyme Aussagen zusammengetragen wurden, die das Verhalten der israelischen Armee auf das Schärfste kritisieren. Die Austellung ist radikal einseitig und verurteilt ausschließlich Israel. Zu der Tatsache, dass Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas die Vernichtung aller Juden fordert und regelmäßig auf Israel Raketen abgefeuert werden, schweigt die Ausstellung. Mehrere Vorwürfe von Augenzeugen, in der Ausstellung würden (auch) Lügen verbreitet, wurden von den Organisatoren nicht widerlegt!

Ausgerechnet diese Austellung sollte im Zusammenhang der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen und dem 55. Jahrestag des Schüleraustauschs zwischen Köln und seiner israelischen Partnerstadt Tel Aviv gezeigt werden. Das ist kölsche Gastfreundschaft: Köln bricht nicht das Schweigen, Köln bricht in das Festessen seiner Partnerstadt Tel Aviv! Ich wundere mich über die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Tel Aviv, die sich so devot ankotzen lassen!

Oberbürgermeister Jürgen Roters hatte noch ein Einsehen und sagte das Brechen zum Jubiläum ab. Joachim Frank vom Kölner Stadt Anzeiger war über diese Entscheidung sehr erzürnt und schrieb:

“Im richtigen Leben wäre jetzt von „Betteln um Schläge“ die Rede.”

Jawohl, wer das Kotzen ins Festessen der jüdischen Stadt Tel Aviv absagt, bettelt geradezu nach Schlägen! Frank erklärt sogar, die Absage “bestärkt zum einen den klassischen antisemitischen Topos, dass „die Deutschen immer einknicken, wenn die Israelis Druck machen“ und fordert “zwingend einen Plan B”. Da bricht aber jemand gerne!

Köln will nicht aufs Brechen verzichten! Die Schau soll nun doch laut Kölnischer Rundschau in einem „angemessenen Kontext“ im Frühjahr 2016 in Köln zu sehen sein! Gegen Israel kotzt Köln halt gern, zur Not im angemessenen Kontext.

Frieder Wolf ist der Leiter des Kölner Büros für internationale Angelegenheiten. Ja, Köln leistet sich einen Außenminister!

Mein guter Freund Tuvia Tenenbom besuchte jüngst diesen kölschen Außenminister in seinem Büro, nachdem Frieder Wolf sich als Mann vorgestellt hatte, der seine Aufgabe darin sähe, Juden zu retten. “Ein Judenretter”, dachte sich Tuvia und entschied: “Ich möchte sehen, wie das Büro eines städtisch angestellten Judenretters in Köln aussieht.” Tuvia ging also ins Büro von Frieder Wolf und war überrascht über das Bild, das er prominent plaziert im Büro des kölschen Außenministers vorfand: Frieder Wolf zusammen mit Mahmud Abbas von der Fatah!

“In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.”

Diesen Satz sprach Mahmut Abbas im Juli 2013 zu überwiegend ägyptischen Journalisten. Mit “Israelis” meint Abbas ausschließlich Juden. Er meint nicht die knapp 1,6 Millionen Isralis, die Muslime sind. Sie dürfen sich selbstverständlich in einem möglichen Palästina aufhalten. Mufti Muhammad Hussein wurde von Abbas zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt und erklärte zur 47-Jahr-Feier der Fatah:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Dann werden die Steine und Bäume zu uns rufen: ‚Oh Moslem, Diener Allahs, da versteckt sich ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.‘“

Mahmud Abbas unterschreibt Todesurteile für Menschen, die nichts anderes getan haben, als Grundstücke an Juden zu verkaufen. Zudem lässt Abbas Straßen nach Menschen benennen, die als “Märtyrer” möglichst viele Juden ermordet haben.

Mit so einem Mann hat sich der “Judenretter” des kölschen Außenministeriums ablichten lassen, vermutlich weil die Endlösung der Judenrettung selten in schönere Worte gepackt wurde.

Ich durfte den “Judenretter” auch einmal persönlich kennenlernen, nachdem ich Anzeige gegen einen Mann erstattet hatte, der vor dem Kölner Dom Juden als Kinderbluttrinker dargestellt und die Hamas, die in ihrer Charta die Vernichtung aller Juden fordert, als “legitimen Widerstand” bezeichnet hatte. Meine Anzeige fand nationale und internationale Beachtung. Das Simon-Wiesenthal-Center schaltete sich ein und applaudierte meiner Anzeige. Sogar die Partnerstadt von Köln, Tel Aviv, erwarte eine Erklärung von Köln, ob dieser Toleranz gegenüber Antisemitismus.

Als ich in das Büro für internationale Angelegenheiten einberufen wurde, dachte ich noch, ich würde ein Lob von der Stadt erhalten, ob meines Eintretens gegen Judenhass, aber ich wurde bitter enttäuscht. Der kölsche Außenminister erklärte mir, dass ich aufpassen solle, was ich über Köln sagte und wenn ich weiter schlecht über die Stadt spräche, ich es mit ihm zu tun bekommen würde. Ja, der “Judenretter” fand meinen Antisemitismusvorwurf schlimmer als den Antisemitismus selbst. Der Ruf der Stadt war ihm wichtiger als eine Stadt ohne Judenhass. Das ist gelebte Außenpolitik!

Bethlehem ist ebenfalls Partnerstadt der Stadt Köln. Im Gegenzug zu Tel Aviv sind in Bethlehem nicht alle Bürgerinnen und Bürger gleichberechtigt! Dort gibt es keine Religionsfreiheit und keine Meinungsfreiheit. Frauen und Männer sind in Bethlehem nicht gleichberechtigt. In Tel Aviv findet die größte Parade für Schwule und Lesben im Nahen Osten statt. In Bethlehem werden Schwule und Lesben verfolgt. In Tel Aviv leben viele Muslime. In Bethlehem sind jüdische Israelis verboten. Bethlehem ist lebensgefährlich für Juden. Nazis würden sagen: “Bethlehem ist judenrein!” Eine Ausstellung über den virulenten Judenhass und den kriegerischen Fundamentalismus in der von der palästinensischen Autonomiebehörde besetzten Stadt Bethlehem ist in Köln nicht geplant. Da bricht Köln kein Schweigen!

Im Jahr 2017 wird es in Köln wahrscheinlich eher die Ausstellung “Breaking the Silence 2″ geben, über die jüdischen Verbrechen während des Aufstandes im Warschauer Ghetto. Vermutlich wird Walter Herrmann dann die Einführung halten. Es braucht nur noch eine Jüdin, die dieses Spektakel organisiert. Bestimmt hat Evelyn Hecht-Galinski noch Kapazitäten frei!

Ich wundere mich nicht, dass eine Stadt mit einem “Judenretter” als Außenminister einfach gerne nur in Richtung Israel bricht!

***

“Entweder wusste der Oberbürgermeister nicht, was der Leiter des zuständigen städtischen Büros für internationale Angelegenheiten, Frieder Wolf, da im Schilde führt. Oder er hat ein Problem erst erkannt, als er sowohl von der israelischen Botschaft in Berlin als auch von der Synagogengemeinde und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Köln darauf hingewiesen wurde, dass es eines gibt.” (Alex Feuerherdt)

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Gute Freunde kann niemand trennen

Ursprünglich veröffentlicht auf Lizas Welt:

Gute Freunde kann niemand trennen: Sigmar Gabriel (links) und Hassan Rouhani, Teheran, 20. Juli 2015

Man weiß nicht so genau, ob die Regierungen, die mit dem Iran vor wenigen Tagen den grässlichen Atomdeal ausgehandelt haben, zumindest selbst ernsthaft daran glauben, dass sich die nuklearen Ambitionen des Regimes in Teheran mit der getroffenen Vereinbarung entscheidend einschränken lassen. Dafür weiß man umso besser, was das Abkommen in jedem Fall bewirken wird (und bewirken soll): die Beseitigung nahezu sämtlicher Einschränkungen beim Handel mit dem Iran und infolgedessen milliardenschwere Geschäfte für die beteiligten Unternehmen. Dass das der eigentliche Sinn und Zweck der Übereinkunft ist – und das politische Drumherum kaum mehr als eine moralische Beschwichtigung der Öffentlichkeit –, hat niemand deutlicher gemacht als der deutsche Wirtschaftsminister, Vizekanzler und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.

Denn keiner hatte es so eilig, sich mit einer »Wirtschaftsdelegation« ins Flugzeug zu setzen und in die »Islamische Republik« zu jetten, um dort anzubahnen, worauf deutsche Unternehmen so lange verzichten mussten. Zwar ist das Abkommen noch von…

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Stolpern auf der Demnig Chaussee

Auf die Frage, ob Gunter Demnig die Kritik an seiner Kunstaktion “Stolpersteine” verstehen könne, hat er erklärt, Charlotte Knobloch verharmlose den Holocaust und verhöhne die Opfer!

“Ja, ich kenne es ja von München. Es war damals die Charlotte Knobloch als Präsidentin des Zentralrats der Juden noch, ich meine, ich kann es nicht verstehen, finde es unsäglich, denn wenn gesagt wird, man trampelt auf den Menschen rum, wie damals die Nazis auf den Menschen rumgetrampelt haben, dann ist das Verharmlosung. Und im Grunde kann man sagen, werden die Opfer damit verhöhnt. Denn die Nazis haben sich nicht begnügt mit Rumtrampeln. Die Nazis hatten ein ganz gezieltes Mord-, sie hatten ein Vernichtungsprogramm, das war geplant für elf Millionen Juden und für alle, die nicht ins System passten.”

Was fällt der Knobloch eigentlich ein, noch zu leben und die “Stolpersteine” zu kritisieren? Wäre sie von den Nazis ermordet worden, dann hätte Demnig heute kein Problem mit ihr! Er täte ihr einen Stein verlegen und ein paar Euro einstreichen.

Dabei fing für Gunter Demnig alles so unproblematisch an. Charlotte Knobloch wurde von ihrer Großmutter Albertine Neuland erzogen. Sie wurde 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet. Eigentlich hätte auch Charlotte Knobloch vernichtete werden sollen, aber die ehemalige Hausangestellte ihres Onkels, Kreszentia Hummel, rettete sie vor dem Holocaust. Pech für Demnig!

Hummel brachte das Mädchen Charlotte zum Bauernhof ihrer katholischen Familie in das mittelfränkische Arberg und gab es als eigenes uneheliches Kind aus. In Arberg blieb Charlotte für vier Jahre. 1945 kehrte sie mit ihrem Vater nach München zurück.

Dort lebt sie nun und macht Gunter Demnig das Leben schwer. Also tote Juden machen weniger Ärger! 

Und sie bringen mehr Geld! Bei 50.000 bisher verlegten “Stolpersteinen” zu je 120,- Euro sprechen wir von guten 6 Millionen Euro. Was für eine Zahl! Da hat sich der Holocaust richtig gelohnt. Glückwunsch Gunter!

Gunter Demnig ist ein Vergangenheitsbewältiger wie er im Buche steht. Er setzt sich mit der Vergangenheit auseinander. Jedes Jahr ein wenig mehr. Hier sitzt er und ganz weit von ihm auseinander, irgendwo schön weit weg, die dunkle böse Vergangenheit. Demnig verlegt “Stolpersteine”. So macht Vergangenheitsbewältigung Spaß. Vergangenheitsbewältigung ist sein Metier und der USP für Deutschland!

Wie dramatisch sähen wohl die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aus, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Die Stadt Berlin wäre um eines ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer. Es gäbe, welch Gräuel, kein Holocaust Mahnmal, von dem Altkanzler Gerhard Schröder einst sagte, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Ohne Holocaust hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. Ohne Holocaust hätte Volker Schlöndorff niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten. So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis. Ohne Holocaust gäbe es beim ZDF immer noch genug Sendeplatz für das Testbild.

Ohne Holcaust gäbe es keine “Stolpersteine”. Die deutschen Straßen wären um eine Attraktion ärmer und Gunter Demnig um einige Euro. Das kann ja niemand wollen!

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