Jan Delay nennt Heino einen Nazi

Jan Delay hat ein neues Album raus. Es heißt “Hammer & Michel”. Während der Promotiontour hat er der österreichischen Tageszeitung “Die Presse” ein Interview gegeben. Angesprochen auf Heino, der im vergangenen Jahr den Song “Liebes Lied” von Jan Delays HipHop-Crew Beginner coverte, sagte Delay:

“Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi. Das vergessen die meisten Leute, wenn die Leute über Heino reden. Der Typ hat in Südafrika während der Apartheid im Sun City gesungen. Und sein Repertoire: ‘Schwarzbraun ist die Haselnuß’, Soldatenlieder… Es ist schrecklich, wenn so jemand einen Song von dir singt.”

Lieber Jan,

lass Dir mal was zu Heino gesagt sein. Heino war der einzige Künstler, der im Jahr 2013 nach der Verleihung des Bambis an den mit frauenfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Texten bekannt gewordenen Rapper Bushido, die goldene Trophäe, die ihm 1990 verliehen wurde, zurück gab. Seine Reaktion begründete er damals mit diesen Worten:

„Ich bin oft beschimpft und unberechtigt in die rechte Ecke gestellt worden, weil ich deutsche Volkslieder singe, die ein Teil unseres Kulturgutes sind. Und dieser Kerl, der offen menschenverachtende Lieder singt, bekommt auch noch einen Preis? Wo leben wir denn eigentlich?“

Wir leben in einem Land, in dem es einen Bambi für Integration gibt, wenn ein Mann diese Lieder singt:

Ich hab gehört, ich soll die Frauen akzeptieren, ich bin ein Mann und hab nichts zu verlieren. Du willst Respekt, halt den Mund und hör zu! Dein Silikon gehört mir und meiner Crew. Nur weil ich Rap bin, bläst du meinen Schwanz – doch wieso? Weil du ohne einen Mann nichts kannst. Du willst von uns, dass wir dich auf Händen tragen? Mit der Rechten werd ich wichsen, mit der Linken dich schlagen.”

Wie du in deinem Bett sitzt, halbnackt du Dreckstück, ich wusste, dass du so bist, und jeden Dreck fickst, weil du eine Frau bist und man dir in den Bauch fickt, heisst es nicht, dass ich dich nicht schlage, bist du blau bist.”

Ein merkwürdiges Bild von Deutschland verbreitet der Burda-Verlag mit der Ehrung einer “gelungenen Integration” für einen Mann, der solche Phrasen drischt. Was soll man aber auch von einem Verlag erwarten, der das erste Bambi der Geschichte an Marika Rökk verliehen hat:

Wenn ich Sie, mein Führer, für ein paar Augenblicke erheitern und von Ihrer verantwortungsvollen Arbeit ein wenig ablenken konnte, so bin ich darüber unendlich stolz und glücklich.”

Die meisten Ehrenbambis gingen übrigens an Johannes Heesters:

“Hitler war ein toller Kerl!”

In diese Reihe passt Bushido wunderbar. Unvergessen sind Sätze von ihm wie diese:

Zeig mit dem Finger auf mich! Wer ist die Schwuchtel? Wer von euch Spasten reißt jetzt noch sein Maul auf? Wo sind die Cowboys? Kommt und ich hau drauf! Ganz egal was du denkst, du bist nur schwul!”

Ich lach dich aus, du Gangster auf ‘ner Hantelbank. Ich komm zu dir und zünde deinen schwulen Ledermantel an.”

Ihr Tunten werden vergast!

Ich frage mich, ob Bushido als Kind wohl öfters mal verprügelt wurde. Wenn ja, dann erklärt das so einiges; wenn nicht, dann wäre jetzt der passende Moment, damit anzufangen!

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The Book of Mormon

Am 6. März 2014 war ich in London und habe dort das Musical “The Book of Mormon” gesehen. Mit neun Antoinette Perry Auszeichnungen für exzellentes Theater gehört es zu den erfolgreichsten US-amerikanischen Theaterstücken. Der bittere Humor, der gerade in den brutalsten Momenten der Handlung albern daher kommt, erinnert an die Genialität von Georg Büchner, der mit “Woyzeck” ein ähnlich verstörend komisches Fragment mit albernen Momenten hinterlassen hat, das so brutal humorvoll ist, dass es heute bedauerlicherweise kaum noch mit Witz aufgeführt wird. Mit Georg Büchners Humor kommt das deutsche Regietheater mehrheitlich einfach nicht klar, weshalb ich ihn zu den am meisten missverstandenen Komikern der deutschen Sprache zähle.

Im englischsprachigen Theater ist das anders. Dort gehört der wit zum festen Bestandteil der Theatersprache. Niemand beherrschte wit meisterlicher als William Shakespeare. Am 6. März 2014 sah ich ein Stück, das in seiner Brillanz irgendwo zwischen Georg Büchner und William Shakespeare verortet werden kann: “The Book of Mormon”.

Die Handlung spielt größtenteils in einem kleinen Dorf in Uganda mit einer Aids-Rate von 80 Prozent. Ein Warlord herrscht dort mit unbeschreiblicher Gewalt. Frauen werden an ihrer Klitoris verstümmelt und Kinder brutal vergewaltigt. In dieses Dorf werden einige Mormonen zur Mission geschickt. Sehr schnell wird klar, dass die religiösen Überzeugungen der Mormonen, die in dem Stück mit aller Kraft der Polemik verballhornt werden, in keinem Verhältnis zu der menschenunwürdigen Realität des Dorfes stehen. Als der Warlord anfängt, willkürlich Dorfbewohner zu ermorden, in dem er ihnen ins Gesicht schießt, verlassen alle Mormonen das Dorf bis auf ein Mormone mit dem Namen Arnold. Aufgrund tragischer Entwicklungen erhoffen sich die Dorfbewohner irgendwann ausgerechnet von Arnold religiöse Unterstützung. Das Problem ist jedoch, dass Arnold das Heilige Buch der Mormonen nie gelesen hat und er nur Missionar wurde, weil er nicht mehr allein sein wollte. Als er aber erkennen muss, dass für den Fall, dass er die Bewohner des Dorfes nicht vom Glauben der Mormonen überzeugen kann, sie sich dem Warlord unterwerfen und somit Klitorisverstümmelung und Kindsvergewaltigung zur Tradition würden, erfindet er einfach eine Religion, in der die Klitoris das Allerheiligste ist und die Vergewaltigung von Kindern verboten wird, im Tausch zu der Erlaubnis, Sodomie mit Fröschen begehen zu dürfen. Dies überzeugt die Dorfbewohner! Sogar der Warlord tritt der neuen Gemeinde bei, die fürderhin an das “Buch Arnold” glaubt.

“The Book of Mormon” ist ein Stück über die Macht der Hoffnung und des Glaubens, die selbst in der abstrusesten Albernheit liegen kann. Während des Liedes “Sal Tlay Ka Siti”, das von einer jungen Frau gesungen wird, kurz bevor ihre Klitoris verstümmelt werden soll, habe ich Rotz und Wasser geheult. Nicht nur, weil sie in dem Lied von der Macht der Hoffnung und dem Paradies singt, sondern weil man als Zuschauer weiß, dass das Paradies, wovon sie singt, lediglich eine Stadt in Amerika ist, die von Mormonen gegründet wurde: “Sal Tlay Ka Siti” (Salt Lake City!) Für die Frau jedoch bedeutet “Sal Tlay Ka Siti” Freiheit und körperliche Selbstbestimmung! “The Book of Mormon” ist eben ein unfassbar trauriges Stück.

Die Tragik des Stückes kommt besonders in dem Lied zu tragen, in dem die Dorfbewohner über ihrer Lebensrealität klagen, die so menschenunwürdig ist, dass sie nur noch mit dem ständigen, ekstatischen und lauten Rufen eines Sprichwortes zu ertragen ist: “Hasa Diga Eebowai!” Es bedeutet: “Fick Dich Gott!” Ich habe ein paar Zeilen aus der Klage übersetzt, jedoch nur inhaltlich, für die Gewalt der Worte bitte ich, das englische Original zu lesen:

Es gibt nicht genug zu essen.
Hasa Diga Eebowai!
Menschen verhungern in den Straßen.
Hasa Diga Eebowai!
Es hat seit Tagen nicht mehr geregnet.
Hasa Diga Eebowai!
80 Prozent von uns haben AIDS.
Hasa Diga Eebowai!
Junge Frauen werden beschnitten, die Klitoris wird ihnen weggeschnitten.
Wir aber schauen in den Himmel und rufen:
Hasa Diga Eebowai!

Wenn die Welt dich runterzieht und da ist niemand, dem Du die Schuld geben kannst, erhebe Deinen mittleren Finger zum Himmel und verfluche seinen elenden Namen! Wenn Gott Dich in Deinen Hintern fickt, fick ihn zurück in seine Fotze!

Falls Ihr nicht mögt, was wir sagen,
Versucht einfach mal, ein paar Tage hier zu leben.
Seht all Eure Freunde und Familie sterben!
Hasa Diga Eebowai!
Fick Dich!

Fick Dich Gott in Deinen Mund, in Deinen Arsch, in Deine Fotze!
Fick Dich Gott in Deinen Mund, in Deinen Arsch, in Deine Fotze!
Fick Dich Gott in Deinen Mund, in Deinen Arsch, in Deine Fotze!

Der letzte Satz wird immer ekstatischer, immer lauter wiederholt, bis es mit einem lauten “Fuck You!” endet.

Am 6. März 2014 saß ich in London und hörte dieses Lied. Am selben Tag, am 6. März 2014, hielt der muslimische Geistliche und Regierungsmitglied des Parlaments in Gaza, Yunis Al-Astal, eine Rede im öffentlichen Fernsehen.

Ich habe ein paar Zeilen aus der Rede übersetzt, jedoch nur inhaltlich, für die Gewalt der Worte bitte ich, das arabische Original zu lesen:

Ich möchte mit einem Zitat von Allah beginnen. Er sagt: “Die schlimmsten Bestien im Angesicht Allahs sind die Ungläubigen. Sie sind es, mit dem Du einen Bund geschlossen hast, aber sie brechen diesen Bund zu jeder Zeit.” Die Frage, die sich nun stellt, ist: Was ist die Lösung für diese Bande? Ein Kapitel im Koran gibt die Antwort: “Wenn du im Krieg Herrschaft über sie erlangst, nutze sie, um jene zu zerstreuen, die ihnen folgen, auf das sie sich immer daran erinnern!” Das bedeutet, dass wir die Juden abschlachten müssen, um ihre Macht zu brechen und sie daran zu hindern, Korruption in die Welt zu säen. Sie sind es, die immer noch die Flamme des Krieges entzünden. Aber Allah hat es auf sich genommen, sie zu vernichten. Wir müssen die Ungläubigen wieder zurück in den ihnen zugewiesenen Status der Gedemütigten drängen. Sie müssen Dhimmis werden. Dieser Status muss ihnen mit den Mitteln des Krieges aufgezwungen werden. Sie sollen Steuern zu ihrer Sicherheit zahlen, solange sie unter uns leben. In Palästina aber sind sie Besatzer und Eindringlinge. Dort reicht der Status eines Dhimmis nicht.

Mit den Ungläubigen meint Yuni Al-Astal zunächst einmal Juden. Sie sind für ihn Sinnbild des Bösen, die ausgerottet gehören, so wie einst die Nazis in Juden die Inkarnation des Bösen sahen, für die nur die totale physische Vernichtung in Frage kam. Allerdings machten die Nazis nicht bei Juden halt. Auch die Islamisten bauen ihr Feindbild aus. Die meisten Opfer der Islamisten sind Muslime, so wie viele Deutsche Opfer der Nazis wurden, nicht nur wenn sie Juden waren, sondern auch wenn sie Zigeuner, schwul, Kommunisten, Zeugen Jehovas und Kritiker der nationalsozialistischen Lehre waren. Die Ungläubigen wurden verfolgt, eingesperrt und ermordet.

Yunis Al-Astal spricht ebenfalls von Ungläubigen und das sind wir! Wir, die wir ein Stück zulassen, in dem “Fick Dich Gott” gesungen wird. Auf arabisch bedeutet Gott “Allah”. “Hasa Diga Eebowai” bedeutet somit auch “Fick Dich Allah”. Wir sind die Ungläubigen! Was immer die Fundamentalisten über Juden sagen und denken, irgendwann trifft es jeden, der kein Islamist ist. Daher präsentiert Tapfer im Nirgendwo nun ein paar Reden der jüngsten Zeit, die im arabischen Fernsehen zuhauf zu sehen sind.

In dieser Rede werden Juden zu einer Gefahr erklärt, die schlimmer sind als Ungeziefer und Bakterien:

Hier erklärt eine Regierungsmitglied des Parlaments in Gaza, dass seine Partei und der ganze Islam die Arbeit der Nazis weiterführen soll. “Die Deutschen haben die Juden bestraft. Es ist an uns, diese Arbeit nun zu wiederholen.”

Dieses Video zeigt Kinder, die “Tötet die Juden” brüllen und Juden zu Schweinen erklären, alles im öffentlichen Fernsehen:

Die Islamisten hassen Juden, wie Nazis Juden gehasst haben. Deshalb ist Gaza heute “judenrein”, so wie die Nazis damals ein “judenreines” Deutschland wollten. Hamas und Fatah kämpfen für ein “judenreines” Palästina, zwei Regierungen in der direkten Nachbarschaft Israels. Hamas war in diesem Kampf bereits erfolgreich. Ihnen wurde ein “judenreiner” Gazastreifen garantiert. Alle jüdischen Siedler wurden vertrieben und zwar unabhängig von ihren politischen Überzeugungen; einzig und allein auf der Basis, dass sie Juden sind. Seitdem wir Israel vom “judenreinen” Gaza regelmäßig mit Raketen beschossen. Islamisten hassen Israel nämlich, weil es ein jüdischer Staat ist. Deshalb wollen sie ihn vernichten. Deshalb ist Israel für sie ein Besatzer. Deshalb hassen sie jüdische Siedler und dulden keinen einzigen Juden auf ihrem Gebiet. Selbst der toleranteste, der bescheidenste jüdische Siedler, der mit Politik nichts am Hut hat und nicht im Geringsten die Absicht verfolgt, Land für Israel zu gewinnen, sondern nur mit seiner Familie in einem friedlichen Haus mit Garten leben möchte, hat zu verschwinden. Es sind nämlich nicht seine politischen Überzeugungen oder seine israelische Staatsangehörigkeit, die den Islamisten stören, sondern ausschließlich die Tatsache, dass er Jude ist. Deshalb verteidige ich jüdische Siedlungen gegen jede einseitige, hasserfüllte Kritik.

Juden, die im Westjordanland leben, siedeln unter den gleichen Bedingungen, unter denen alle andere Menschen dort auch leben, siedeln und bauen. Juden siedeln dort sogar am längsten, lange, bevor der erste Muslim dort siedelte, ja sogar lange bevor Mohammed überhaupt gelebt hatte. Illegale Siedler waren Juden im Nahen Osten in den Augen der Judenfeinde schon zu einer Zeit, als Israel noch gar nicht existierte. In Hebron wurden 1929 nach einem Massaker an Juden alle überlebenden Juden vertrieben. Wer behautet, jüdische Siedlungen seien illegal, wer erklärt, es dürfe einen Ort geben, an denen Juden nur aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit das Bauen und Siedeln verboten wird, ist ein Antisemit! Leider findet sich diese judenfeindliche Haltung auf der ganzen Welt.

In der deutschen Politik
Im deutschen Bundestag
In den Vereinten Nationen
In der Europäischen Union
Im Theater
In der Gesellschaft
In der Hamas

Der stellvertretenden Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, sagte 2010:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Wenn ich das lese, kann ich nicht ernsthaft behaupten, es gäbe nur verschiedene Kulturen. Nein! Kulturen sind nicht immer nur verschieden sondern manchmal auch unterschiedlich! Es gibt bessere und schlechtere Kulturen! Wenn ich die Werte, die in Gaza herrschen, mit den Werten des Westens vergleiche, ist meine Meinung klar, möge sie auch noch so subjektiv sein:

Meinungsfreiheit. Besser!
Gleichberechtigung der Geschlechter. Besser!
Kunstfreiheit. Besser!
Freiheit der Wissenschaft. Besser!
Religionsfreiheit. Besser!
Und für all das steht Israel. Darum gilt auch:
Israel. Besser!
Aber nicht nur das. Es gilt auch:
Mormonen. Besser!

Ja, Mormonen sind besser! Weil sie keine Ausschreitungen provozieren, keine Fahnen verbrennen, keine Todesurteile ausrufen und keine Morde verüben, nur weil ihr Glaube verarscht wurde. Mormonen tolerieren “The Book of Mormon”. Eine Komödie über den Koran hingegen ist unvorstellbar, selbst auf dem Broadway in New York. Dabei leben weit mehr Muslime in Amerika als Mormonen. Deshalb sage ich “Fick Dich Allah” und wähle es sogar als Überschrift dieses Artikels.

Fick Dich Allah in Deinen Mund, in Deinen Arsch, in Deine Fotze!

Solange jemand befürchtet, ich könne damit Muslime so sehr beleidigen, dass ich Gefahr laufe, damit Gewalt zu provozieren, haben wir ein Problem.

Hasa Diga Eebowai!

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Neue Kölner Stadtordnung verbietet Karneval!

Am Mittwoch, 23. April 2014, ist die neue Kölner Stadtordnung in Kraft getreten. Stadtdirektor Guido Kahlen sagt dazu:

„Die neue Verordnung ist ein echter Beitrag zum Bürokratieabbau: Weniger und einfachere Regelungen machen den Kölnerinnen und Kölnern übersichtlicher und deutlicher klar, was in Köln erlaubt ist und was aus gutem Grund eben nicht.“

Lieber Herr Kahlen,

erstmal danke dafür, dass sie einigen Kölnerinnen und Kölnern klar machen, was sie ohne diese Stadtordnung vermutlich nicht wüssten: Abfall gehört nicht auf die Straße (§ 3), an Häuserwände wird nicht gepinkelt (§ 11), Hundescheiße lässt man nicht auf dem Gehweg liegen (§ 4) und das Autofahren auf Spielplätzen sollte unterlassen werden (§ 22). Es sind sogar ein paar Regeln dabei, die selbst mir erst deutlich und klar gemacht werden mussten. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass jedes bebaute Grundstück in Köln dazu verpflichtet ist, eine Hausnummer gut sichtbar an die Außenfassade anzubringen. Sogar der Kölner Dom muss eine Nummer haben. Domkloster 4. Zur 1 hat es nicht gereicht! Ich habe die Hausnummer mal fotografiert:

20140423-232755.jpg

Ich wusste auch nicht, dass nach einer Umnummerierung eines Grundstücks die alte Hausnummer für eine Übergangszeit von einem Jahr nicht entfernt werden darf, sie jedoch ungültig zu kennzeichnen ist, dabei aber lesbar bleiben muss. Besonders aber gefällt mir § 11 Absatz 1c der neuen Kölner Stadtordnung. Dort wird folgendes verboten:

“Störungen in Verbindung mit Alkoholkonsum (z.B. Verunreinigungen, Grölen, Belästigung von Personen, Gefährdung Anderer durch Herumliegenlassen von Flaschen).”

Alkoholisiertes Grölen geht also nicht mehr in Köln. Großartig! Die neue Kölner Stadtordnung verbietet somit den Karneval! Ausgerechnet in Paragraf 11! Und das auch noch in Absatz 1c wie carne vale. Na dann, Kölle Alaaf!

Es gibt allerdings auch Paragraphen in der neuen Kölner Stadtordnung, die ich überhaupt nicht verstehe. Paragraph 32 Absatz 3 zum Beispiel verstehe ich nicht, dort steht:

“Das Erstellen von gewerblichen Film-, Ton-, Video- oder Fotoaufnahmen in öffentlichen Anlagen, außer zu privaten Zwecken, bedarf ebenfalls einer Genehmigung durch die Stadt Köln.”

Soll das heißen, ich hätte die Hausnummer des Kölner Doms gar nicht fotografieren dürfen ohne vorherige Genehmigung der Stadt? Komm ich jetzt in den Klingelpütz? Und was ist mit der gewerblichen und freien Presse? Darf sie Bilder und Aufnahmen im öffentlichen Raum Kölns machen oder braucht sie vorher auch eine Genehmigung? Gilt die Pressefreiheit noch in Köln trotz neuer Stadtordnung? Was ist mit gewerblichen Kameramännern, die von Brautpaaren bezahlt werden, die Hochzeit vor dem Rathaus zu filmen? Brauchen sie jetzt auch eine Genehmigung? Laut Paragraph 32 ja!

Vor einiger Zeit habe ich in einem öffentlichen Park von Köln dieses Video gedreht:

Muss ich für solche Aktionen in Zukunft bei der Stadt Köln “Bitte, Bitte” machen? Und was ist eigentlich mit Street View? Muss sich Google auch an die Kölner Stadtordnung halten? Was wenn das nächste Mal der Street View Kamerawagen durch Köln fahren möchte? Darf er das? Was, wenn sich Google nicht an die Kölner Stadtordnung hält? Schaltet sich dann die Kölner Staatsanwaltschaft ein, oder ist das dann gleich ein Fall für den kölschen Außenminister? Und was will mir eigentlich Paragraph 9 sagen?

“Straßenmusik und -schauspiel darf nur in den ersten 30 Minuten einer vollen Stunde dargeboten werden. Die zweite Hälfte jeder vollen Stunde ist spielfrei zu halten. Nach jeder Darbietung ist der Standort so zu verändern, dass die Darbietung am ursprünglichen Standort nicht mehr hörbar ist; der neue Standort muss mindestens 200 Meter entfernt sein.”

Die Kölner Stadtordnung verbietet 30 Minuten pro Stunde jede Form der schauspielerischen und musikalischen Kunstdarbietung im öffentlichen Raum? Ich möchte hier ja nicht die ganz große Kiste aufmachen, aber findet die Stadt Köln dieses Verbot nicht ein bißchen, wie soll ich sagen, verfassungswidrig? Wir haben es hier schließlich mit einem massiven Einschnitt in die Kunstfreiheit zu tun.

Mit meinem Kollegen Tobias Weber spiele ich regelmäßig auf den Plätzen Kölns Ausschnitte von Heinrich Heines “Deutschland. Ein Wintermärchen”. Nicht selten beginnen wir um 17:30 Uhr vor dem Kölner Dom. Ist das jetzt verboten? Was ist mit all den Kostümführungen in Köln, mit den Nachtwächtern, Henkern, dem Tünnes und dem Schäl, die schauspielerisch durch Köln führen? Sind sie jetzt alle in der zweiten Hälfte jeder Stunde verboten? Was ist mit Kompositionen, die länger sind als 30 Minuten? Sind sie verboten? Laut Paragraf 9 ja! Gustav Mahler kann in Köln jetzt einpacken! Was ist mit den lebenden Statuen? Dürfen sie von 14:30 Uhr bis 15 Uhr nicht still stehen? Eine letzte Frage hätte ich noch. Paragraph 32 Absatz 2 besagt:

“Jegliche Veranstaltungen, Werbemaßnahmen, das Anbieten oder Verteilen von Waren oder Druckschriften, das Anbieten oder Erbringen gewerblicher Leistungen sowie gewerbliche oder private Aufbauten in öffentlichen Anlagen bedürfen einer Genehmigung durch die Stadt Köln.”

Sehr geehrte Damen und Herren der Stadt Köln,

vor dem Kölner Dom baut Walter Herrmann fast jeden Tag eine private Anlage auf, die er “Kölner Klagemauer” nennt. Die Installation gilt als einer der größten Schandflecke Kölns, über die schon die überregionale Presse und das Radio berichtet hat. Das Auf- und Abbauen der Installation nimmt immer gut eine ganz Stunde ein. Es ist Walter Herrmann selbstverständlich gestattet zu demonstrieren, auch mit beschrifteten Pappen in der Hand, aber die Installation bedarf einer Genehmigung. Letzte Frage:

Warum erteilen Sie sie?

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Der 1. FC Köln ist aufgestiegen!

Am 21. April 2014 gegen 21:30 Uhr verkünden Gerd Buurmann und Hildegart Scholten während der Kunst gegen Bares auf der Bühne des ARTheaters den Aufstieg des 1. FC Köln. Sehen Sie hier die Reaktionen des Publikums:

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Kunst gegen Bares – Cologne – Germany

Ursprünglich veröffentlicht auf Robert Artley:

Unfortunately after several relocations I had to leave the Bluegrass Band I used to play with over the last years. From time to time  - at least once a year – I am playing with my friends, but it is different compared to be part of regular jam sessions or practices with them.

So – I decided to do my own music and try to connect to other musicians or artists. Let’s see what I’ll find!

Friends took me to a poetry slam in Cologne last year and asked me if that could be a good opportunity for me. I needed approx. a year to say “Why not” – so you’ll find here the result of my first performances in Cologne on the 10th of February 2014 (Kunst gegen Bares – Arttheater, Köln, http://tapferimnirgendwo.com/kunst-gegen-bares-koln-liste-der-auftretenden/ ).

My next performance at “Kunst gegen Bares” is planned for 21.04.2014 (Entry: 19:00, Begin: 20:00).

Original ansehen noch 38 Wörter

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ARD und ZDF nötigen mich

Sehr geehrte Damen und Herren des Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio,

da sie unter meinem Namen kein Beitragskonto in Ihren Akten finden können, schreiben Sie mir seit einigen Wochen regelmäßig Briefe mit dieser Aufforderung:

“Vor einiger Zeit hatten wir Sie darüber informiert, dass seit Januar 2013 für jede Wohnung ein Rundfunkbeitrag zu zahlen ist. Sollte Ihre Wohnung bereits unter dem Namen einer Mitbewohnerin/eines Mitbewohners angemeldet sein, teilen Sie uns bitte unbedingt den Namen und die Beitragsnummer des Beitragszahlers mit. Für Ihre Mitteilung nutzen Sie bitte den beigefügten Antwortbogen.”

Jedes Mal habe ich den Antwortbogen auf Ihre Kosten zurückgeschickt. Allerdings habe ich immer nur das Feld angekreuzt, mit dem ich erkläre, dass bereits eine Mitbewohnerin meinen Beitrag zahlt. Zu allen weiteren Aufforderung habe ich lediglich auf dem Antwortbogen geschrieben:

“Meine Ehefrau zahlt unseren Beitrag. Wenn sie Angaben über die Daten meiner Ehefrau haben möchten, schreiben Sie bitte meine Ehefrau an. Von mir erhalten Sie keine Daten von ihr. Unverschämt genug, dass Sie fragen.”

Entschuldigen Sie meine harschen Worte, aber ich bin wirklich einigermaßen erzürnt über die Methoden, die sie anwenden. Zunächst zerren Sie den deutschen Staat auf Ihre Seite, der Ihnen dann vollkommen verfassungswidrig gestattet, meine Frau und mich zu zwingen, Ihr Produkt zu kaufen; jetzt bezahlt meine Frau dieses Produkt auch noch für uns, weil Sie aber nicht in der Lage sind, Ihr Büro vernünftig zu führen, und unser Beitragskonto in Ihren Akten nicht finden können, wollen Sie nun von mir die Daten meiner Frau erhalten. Unverschämter geht es wirklich nicht.

Doch es geht unverschämter!

In einem Brief vom 15. April 2014 zwingen Sie mich jetzt zu einem weiteren Kauf Ihres Produktes. Unter einer neuen Beitragsnummer erwarten Sie, dass ich jetzt nochmal 17,98 Euro monatlich bezahle. Ich soll Ihr Produkt also zwei Mal bezahlen! Was ist eigentlich, wenn Sie dieses Konto irgendwann auch nicht mehr finden können? Muss ich dann wieder meine Daten offenlegen? Wenn ich es dann wieder nicht mache, zwingen Sie mir dann ein drittes Mal den Kauf auf?

Sie zwingen mich, ein Produkt zu kaufen. Ich kaufe das Produkt. Weil Sie es aber nicht in Ihren Akten finden können, soll ich nachweisen, das Produkt gekauft zu haben. Dafür soll ich nicht nur meine Daten sondern auch die meiner Frau offen legen! Mit welchen Recht handeln Sie eigentlich so? Sie handeln wie eine Steuerbehörde! Und genau das sind Sie auch!

Der sogenannte Rundfunkbeitrag ist nichts weiter als eine Steuer, um genau zu sein eine Wohnsteuer. Jeder Bürger, der irgendwo zwischen vier Wänden und einem Dach gemeldet ist, unabhängig davon ob er einen Fernseher besitzt oder nicht, ist zur Zahlung des Rundfunkbeitrags verpflichtet. Diese Abgabe geht dann direkt an den Beitragsservice, der das Geld dann verteilt. Diese Wohnsteuer ist somit eine zweckgebundene Steuer.

Zweckgebundene Steuern sind in Deutschland jedoch verfassungswidrig!

Die deutsche Steuerpolitik sieht eigentlich vor, dass es keine direkte Gegenleistung für gezahlte Steuern geben darf. Alle Steuergelder in Deutschland haben in einem gemeinsamen Topf zu landen. Aus diesem Topf finanziert der Staat seinen Haushalt. Wenn sich der Staat also unbedingt ein paar eigene Staatssender gönnen will, dann muss er sie aus dem allgemeinen Topf der Steuern zahlen. Die Wohnsteuer müsste somit eigentlich in den allgemeinen Topf fließen. Die GEZ ist aber seit ihrer Einrichtung eine mit dem Rundfunkvertrag gut getarnte Einziehung einer zweckgebundenen Steuer!

Es wird Zeit, diesen offenkundigen Verfassungsbruch endlich als solchen zu begreifen und zu beenden! Der Rundfunkbeitrag gehört abgeschafft!

Spätestens, wenn Menschen, die keine hoheitlichen Befugnisse besitzen, die ich nicht gewählt habe, die mich nicht politische nicht vertreten, mir Briefe schreiben, in denen ich meine Daten offenlegen muss zum Nachweis des Kaufs eines Produkts, das mir aufgezwungen wurde.

Es gibt Bürger und Bürgerinnen in diesem Land, die sagen, es wäre ihnen lieber, wenn ihre Kinder ARD schauen statt RTL. Ich aber finde, es ist besser, wenn Kinder Zeitung lesen oder ins Theater gehen, statt auf ARD die “Tagesschau” und “Verbotene Liebe” zu schauen, aber deshalb fordere ich noch lange kein Zwangsabo für die ZEIT oder für das städtische Schauspielhaus.

Hiermit erkläre ich erneut:

Meine Frau zahlt bereits den Preis für das Produkt, das Sie uns gezwungen haben zu kaufen. Können Sie uns jetzt bitte in Ruhe lassen?

“Mit freundlichen Grüßen”,
Gerd Buurmann

***

Weitere Artikel zum Thema:

“Dreck fressen”

“Die Qualität der GEZ”

“Demokratieaufgabe”

“AnGEZählt”

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Erhard Arendt will mich verklagen

Erhard Arendt hat die Faxen dicke. Es reicht ihm nicht mehr, Collagen von mir herzustellen, auf denen er mich als Mohammed, Breivik, Müllmann, Schausteller und Schwein darstellt, jetzt will er mich verklagen!

Er will mich verklagen, weil es ihm nicht gefällt, dass er in meinem Artikel “Halte durch, Jutta” auftaucht, ohne das dort steht, dass er nach eigenen Angaben schon vor drei Jahren die Verbindung zu der Neuen Rheinischen Zeitung und zu Frau Hecht-Galinski abgebrochen haben will. Auch missfällt es ihm, dass in dem Artikel angeblich steht, Jutta Ditfurth würde ihn nicht mögen. Er ist auch sauer, dass dort was von einer Zusammenarbeit seinerseits mit der Neuen Rheinischen Zeitung stand. Auf der Internetseite der Neuen Rheinischen Zeitung wurde eine Kollage von ihm veröffentlicht. Er sagt, die Zeitung habe sein Bild nur kopiert. Er ist auch sauer, dass in meinem Artikel stand, dass die von mir in dem Artikel erwähnten Personen größtenteils zu Recht von Jutta Ditfurth zu den “Neuen Rechten” gezählt werden. Der Rentner scheint das Wort “größtenteils” nicht zu verstehen. Dann ist er noch sauer, dass ich geschrieben habe, in seinen Fokus geraten zu sein, nachdem ich begonnen hatte, die antisemitische Hetzwand vor dem Kölner zu kritisieren. Er ist einfach unfassbar sauer.

Daher hat er mir am 20. April 2014 eine Mail geschrieben, in der er mich auffordert, bis spätestens zum 27. April 2014 alles, was mit ihm zusammenhängt, einschließlich seines Namens aus meinem Artikel zu entfernen, da er ansonsten die Angelegenheit seinem Rechtsanwalt zur Abmahnung übergeben und keinen Prozess scheuen werde. Dabei werde er entsprechend auch eine Schadensersatzzahlung wegen bösartiger Rufschädigung einklagen. Er rechnet mir in der Mail sogar vor, dass ich etwa wenigstens 1000 Euro Abmahngebühr sicher zu zahlen habe und fordert mich auf, schon mal zu sparen.

Ein paar Stunden später erhielt ich eine weitere Mail, in der er erklärt, dass er seine Zeitangaben zurück nähme und nun ohne weitere Mahnung schon am Dienstag seinem Rechtsanwalt alles übergeben werde. Diesen Rechtsanwalt habe seiner Aussage nach Henryk Broder noch in guter Erinnerung. Er soll bei einer Auseinandersetzung mit ihm zu der Zahlung einer fünfstelligen Summe verklagt worden sein.

Ich bin gespannt, ob es wirklich zu einem Prozess kommen wird und ob ausgerechnet Erhard Arendt, der mich schon mit Breivik, Mohammed und einem Schwein verglichen hat, wirklich einen Richter findet, der der Meinung ist, ich hätte seinem Ruf geschadet.

Sollte es zu einem Prozess kommen, freue ich mich selbstverständlich über finanzielle Unterstützung.

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