Der Roberto-Blanco-Effekt

Kennen Sie den Streisand-Effekt? Wikipedia beschreibt den Effekt wie folgt:

“Als Streisand-Effekt wird ein Phänomen bezeichnet, wonach der Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken oder entfernen zu lassen, öffentliche Aufmerksamkeit nach sich zieht und dadurch das Gegenteil erreicht wird, nämlich dass die Information einem noch größeren Personenkreis bekannt wird.

Seinen Namen verdankt das Phänomen Barbra Streisand, die den Fotografen Kenneth Adelman und die Website Pictopia.com 2003 erfolglos auf 50 Millionen US-Dollar verklagte, weil eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens auf besagter Website zu finden war. Damit stellte sie aber erst die Verbindung zwischen sich und dem abgebildeten Gebäude her, woraufhin sich das Foto nach dem Schneeballprinzip im Internet verbreitete. Adelman argumentierte, er habe den Strand fotografiert, um Küstenerosionen für das California Coastal Records Project zu dokumentieren.”

Ich schlage vor, den Streisand-Effekt auf Deutsch als Roberto-Blanco-Effekt zu übersetzen.

Roberto Blanco will Klage gegen einen Dschungelcamp-Autoren einreichen, weil er sich durch einen Spruch von Micky Beisenherz persönlich beleidigt fühlt. Der Spruch wurde allerdings nicht in der RTL-Show “Ich bin ein Star, Holt mich hier raus!” geäußert, sondern lediglich auf der Facebook-Seite des Autors. Dort heißt es:

“Die rührende Geschichte von ‪‎Rolfe‬ berührt: Auch Patricia Blanco würde gern die Maschinen bei ihrem Vater abstellen. Und wenns nur die elektrische Penispumpe ist.”

Hätte Roberto Blanco keine Klage erwogen, hätte ich von diesem Gag nie erfahren. So schon! Von nun an, werde ich immer, wenn ich den Namen Roberto Blanco höre, an eine Penispumpe denken müssen. Und umgekehrt!

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Einfach drüber!

So schnell habe ich noch nie eine Mail auf einen Artikel von mir bekommen. Keine viertel Stunde, nachdem mein Artikel “D’r Zoch kütt” online ging, erhielt ich folgend Mail:

“Herr Buurmann,

sie lechzen auch nach einem Attentat, oder?
Mann Mann Mann, Junge. Dein Engagement in allen Ehren, aber du musst doch nicht immer gleich so furchtbar beleidigend sein. Das hilft doch nicht weiter. Was du da gegen das Festkommitee abfeuerst, ist echt mal wieder einfach drübber. Das kann man völlig berechtigt doch auch freundlicher formulieren um in einen konstruktiven Dialog zu treten. Ich kann die Sorge und Angst vollkommen nachvollziehen, auch wenn immer alle sagen, man brauche keine Angst zu haben.”

Ja, ich bin mal wieder einfach drüber! So bin ich!

Natürlich lechze ich nach einem Anschlag, so wie eine Frau mit kurzem Rock danach lechzt, vergewaltigt zu werden!

Auch ich kann die Sorge und Angst vollkommen nachvollziehen, aber nicht die Kapitulation. Diese Kapitulation beleidigt mich!

Wer die Kunstfreiheit einschränkt, verweigert einen konstruktiven Dialog!

Manchmal muss man “furchtbar beleidigend” sein. So wie der Kölner Karneval oft furchtbar beleidigend ist, wie diese Motivwagen der letzten Jahre beweisen:

Fette Merkel

Amerikanisches Arschloch

Merkel, die Sau

Übrigens, der Düsseldorfer Karneval war schon letztes Jahr mutiger als Köln, wie dieses Bild beweist:

Wilde Dschihadisten

Darauf ein dreifaches HELAU!

Und ja, das HELAU ist beleidigend gemeint!

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D’r Zoch kütt!

Am 22. Januar 2015 präsentierte das Festkomitee des Kölner Karnevals im Internet das beliebteste Motiv für die Motivwagen des diesjährigen Rosenmontagszug: Ein Karikaturist mit Bleistiftgürtel und roter Knollennase stopft einen Stift in den platzenden Gewehrlauf eines bärtigen Dschihadisten mit Dynamitstangen um den Bauch, dem Idefix ans Bein pinkelt. Der Zugleiter lobte den Wagen in höchsten Tönen:

“Dazu sagen wir ganz klar Ja, denn die Angriffe waren ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit – im Karneval auch bekannt als Narrenfreiheit. Wir machen im Rosenmontagszug immer wieder auf politische und gesellschaftliche Missstände aufmerksam. Dass dies geht, ohne Menschen bloßzustellen oder gar ihre religiösen Gefühle anzugreifen, zeigt der von den Facebook-Nutzern ausgewählte Wagen vorbildlich.”

Am 28. Januar beschloss das Festkomitee, diesen Wagen nicht fahren zu lassen:

“Wir möchten, dass alle Besucher, Bürger und Teilnehmer des Kölner Rosenmontagszuges befreit und ohne Sorgen einen fröhlichen Karneval erleben. Einen Persiflagewagen, der die Freiheit und leichte Art des Karnevals einschränkt, möchten wir nicht. Aus diesem Grund haben wir heute entschieden, den Bau des geplanten ‘Charlie Hebdo’-Wagens zu stoppen und den Wagen nicht im Kölner Rosenmontagszug mitfahren zu lassen.”

Liebes Festkomitee,

habt Ihr sie noch alle? Nicht der Persiflagewagen schränkt die Freiheit und leichte Art des Karnevals ein, sondern Eure widerliche Feigheit!

Der Charlie Hebdo Motivwagen steht für Meinungsfreiheit, Frieden und Satire und spricht sich gegen Gewalt, Fundamentalismus und Fanatismus aus. Was ist daran so schlimm?

Ich rufe alle Jecken auf, dieser Feigheit entschlossen entgegenzutreten! Verkleidet Euch zu Karneval im Sinne von Charlie Hebdo! Kommt massenhaft zum Rosenmontagszug verkleidet als Karikaturist oder als Dschihadist oder noch besser: als Karikatur von Ihr wisst schon wem!

All Ihr Jecken, die Ihr den schönsten Motivwagen gewählt habt, aber nun vom Festkomitee gesagt bekommt, dass auf Eure Meinung gedrisst wird, zeigt den Feiglingen, dass der eine Satz des Kölner Karnevals immer noch gilt:

D’r Zoch kütt!

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FAUST in Köln

“Faust – reloaded”
Eine Psychose nach J. W. Goethe,
mit Gerd Buurmann in allen Rollen.
Regie: Burkhard Schmiester

Termine: 28. bis 30. Januar 2015 und 4. bis 7. Februar 2015 um 20 Uhr im Metropol Theater, Eifelstr. 33 in Köln.

Kartenreservierung: (0221) 32 17 92

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Weh! steck ich in dem Kerker noch?
Verfluchtes dumpfes Mauerloch,
Wo selbst das liebe Himmelslicht
Trüb durch gemalte Scheiben bricht!

Foto: Viktoria Burkert

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Liebe Claudia Roth,

bist Du eigentlich noch im Iran? Wenn ja, tust Du mir einen Gefallen?

Poste doch bitte mal von Teheran aus etwas über den heutigen 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers in Auschwitz-Birkenau und bitte dann Deine iranischen Gastgeber, den Eintrag zu liken.

Könntest Du das tun für mich? Das wäre doch mal was!

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Nie wieder!

Auf der Facebook-Seite von Gregor Gysi findet sich heute folgende Aussage:

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Ich kann darauf nur wie folgt antworten:

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Es waren keine Lichterketten, die Auschwitz befreit haben! Es war auch nicht der Dialog, der zum Frieden führte. Im Gegenteil! Der Dialog mit Nazideutschland ist als Appeasement in die Geschichte eingegangen. Es waren Panzer, die Auschwitz befreit haben. Die Panzer der Sowjetunion. Gregor Gysi schreibt selbst:

“Heute vor 70 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee der Sowjetunion das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Seit dem ist der Begriff Auschwitz das Symbol dafür, wohin Ausgrenzung, Hass, Antisemitismus und faschistischer Vernichtungswille führen: in millionenfaches Leid, in singulär entsetzliche und grausame Verbrechen und die massenhafte Vernichtung jüdischen Lebens in Europa. Auschwitz ist der Ort der Erinnerung und des Gedenkens an den Holocaust und diese Erinnerung darf nie verblassen. Das Gedenken gehört in unseren Alltag, muss Teil unseres Alltags sein und bleiben.”

Gregor Gysi schreibt unter dem Post “Nie wieder Krieg”, dass Auschwitz durch die Armee der Sowjetunion befreit wurde, also durch Krieg. Wäre dieser Krieg nicht geführt worden, in Auschwitz-Birkenau wäre weiter an der “Endlösung der Judenfrage” mit deutschen Eifer gearbeitet worden. Was meint Gregor Gysi also wenn er fordert “Nie wieder Krieg”?

Den Wunsch nach einer “Endlösung der Judenfrage” gibt es auch heute noch. Es gibt Regionen auf der Welt, wo der Wille zur Judenvernichtung Teil der Verfassung ist. Die Hamas zum Beispiel fordert laut Artikel 7 der Gründungscharta die Vernichtung aller Juden weltweit. Minister der Hamas nennen Juden regelmäßig auf Kundgebungen und im Fernsehen Bakterien und rufen zu deren Vernichtung auf. Der Gazastreifen ist “judenrein”. Mehrere Länder der Welt sind “judenrein”.

Die Nazis wollten einst ganz Europa “judenrein” machen. Es misslang ihnen. Der Hamas, der Hisbollah und all den anderen Naziis mit Doppel-I ist es in einigen Regionen der Welt gelungen, Juden komplett zu vertreiben. Es gibt jedoch immer noch Gebiete im Nahen Osten, die nicht “judenrein” sind. Hier misslingt den Naziis die “Endlösung der Judenfrage” und zwar aus dem selben Grund, aus dem die originalen Nazis daran scheiterten: Weil sie daran gehindert werden – und zwar durch Kriege!

Immer mal wieder sieht sich Israel gezwungen, die Tunnel und Waffenlager, die Abschussanlagen und Hauptquartiere, die einzig und allein in der durch die Verfassung erklärten Absicht der Vernichtung aller Juden errichtet wurden, kriegerisch zu zerstören. Israel führt diese Kriege nicht gerne. Es sterben nämlich immer Unschuldige. Im Krieg gegen Nazideutschland starben auch Unschuldige.

Natürlich wäre Israel froh, wenn es diese Kriege nicht geben müsste, wenn die Gegenseite endlich ablassen würde vom mörderischen Judenhass. Europa sähe heute auch anders aus, hätten die Deutschen 1933 nicht Hitler gewählt. Wie aber sähe die Welt heute aus, wäre Hitler nicht durch einen Krieg gestürzt worden? Wie sähe der Nahen Osten heute aus, hätte Israel die Waffen nieder gelegt? Die Antwort ist klar: Der ganze Nahe Osten sähe heute so aus wie der Gazastreifen.

Als im Jahr 2005 Israel entschied, die Waffen niederzulegen und alle israelischen Einheiten aus dem Gazastreifen zurück zog, wurden alle Juden innerhalb weniger Tage aus dem Gazastreifen vertrieben. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Kurze Zeit später wurde eine Partei gewählt, die in ihrem Parteiprogramm die Vernichtung aller Juden weltweit fordert. Die Partei regiert dort bis heute. Es ist die Hamas!

In regelmäßigen Abständen wirft die Hamas Raketen auf Israel. In regelmäßigen Abständen verteidigt sich Israel und führt Krieg!

Ich kann mir nur sehr schlecht vorstellen, dass im Jahr 1945 mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges alle Judenhasser in Deutschland verschwunden sind. Ich kann nicht glauben, dass wie durch ein Wunder auf einmal der Judenhass, der in Europa Jahrhunderte lang gewütet hat, in nur wenigen Jahrzehnten verschwunden sein soll. Nein, er ist noch immer da!

Der Wille zur Vernichtung der Juden wurde in Europa durch Krieg gestoppt. Der Wille zur Vernichtung der Juden wird im Nahen Osten durch Krieg gestoppt! Vielleicht ist das der Grund, warum es auf einmal so viele Pazifisten in Europa gibt!

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Sigmar Gabriel vs Claudia Roth

Sigmar Gabriel (SPD) hat spontan in Dresden an einer Diskussionsveranstaltung mit PEGIDA-Angängern teilgenommen. Zur gleichen Zeit nahm Claudia Roth (Die Grünen) an einer Gesprächsrunde in Teheran mit dem autoritären Regime Irans teil. Gibt man heute bei der News-Suche auf Google die beiden Namen Claudia Roth und Sigmar Gabriel ein, bekommt man folgende Ergebnisse:

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Sigmar Gabriels Gespräch mit einer fragwürdigen Protestbewegung innerhalb einer demokratischen Bürgergesellschaft löst ein größeres Medienecho aus und provoziert mehr Kritik als Claudia Roths Gespräch mit einem autoritären Regime innerhalb einer Theokratie, in der homosexuelle Menschen und jene, die sich vom Islam abwenden, hingerichtet, Christen und Juden verfolgt und Frauen diskriminiert werden. Claudia Roths Treffen wird nicht einmal unter den Top Nachrichten erwähnt!

Irgendwas ist sehr schief am deutschen Kompass!

In den deutschen Medien muss man lange suchen, bis man einen Beitrag über Claudia Roths Reise in den Iran findet. Bei den iranischen Medien wird man deutlich schneller fündig. Fars ist eine iranische Nachrichtenagentur. Sie unterhält Dienste in Persisch, Türkisch, Arabisch und Englisch. Fars ist offiziell unabhängig, gilt aber als unter dem Einfluss der Revolutionsgarde stehend. Fars berichtet von dem Treffen wie folgt:

TEHERAN (FNA) – der iranische Parlamentspräsident, Ali Laridschani, warnte bei einem Treffen mit der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth, in Teheran am Sonntag vor der Schändung religiöser Heiligtümer unter dem Vorwand der Freiheit der Rede und sagte, dass solche Bewegungen den Hass zwischen den Nationen intensivieren.

“Beleidigung der göttlichen Religionen und Propheten unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit provozieren Gefühle von Hass in der Welt”, sagte Laridschani während der Sitzung.

Kritik an der Meinungsfreiheit, das ist es, wofür eine deutsche Politikerin jetzt ganz schnell ihren Kopf herhalten muss. Claudia Roth macht es gerne. Da freut sich doch das Mullahregime. Fars berichtet:

“Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, für ihren Teil, unterstrich die Notwendigkeit der aktiven Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den Parlamente beider Länder und sagte: “Es gibt viele Kapazitäten, die vom Iran und Deutschland genutzt werden können, zur Schaffung von Stabilität und Ruhe, sowie zur Beseitigung Gewalttaten.”

Welche Kapazitäten gemeint sein können, darüber ist sich Fars mehr als klar:

“Das französische Satiremagazin veröffentlichte ein Sakrileg in Form einer Karikatur des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm), nur eine Woche nachdem Bewaffnete acht Journalisten und vier andere Menschen in dem Büros in Paris getötet hatten. Die Entscheidung des Satiremagazins hat die Gefühle der über eine Milliarde Muslime in der ganzen Welt verletzt und verursachte wütende Proteste in vielen Staaten der Welt.”

Wohl gemerkt, die Karikatur hat laut Fars die “über eine Milliarde Muslime in der ganzen Welt” beleidigt, nicht der Mord! Man muss schließlich Prioritäten setzen.

Irgendwas ist sehr schief am iranischen Kompass!

Fars berichtet weiter:

“Das iranische Außenministerium bedauert die Veröffentlichung der blasphemische Karikatur, die sie als “Provokation” und “beleidigend” einstufen. “Wir verurteilen die provokative Entscheidung und unserer Ansicht nach ist die Aktion der Wochenzeitung beleidigend. Wir verurteilen sie vollständig, da es provozierend ist und die Gefühle der Muslime der ganzen Welt verletzt. Es wird eine Folge von Extremismus in der Welt schaffen”, sagte die Sprecherin des Außenministeriums Marziyeh Afkham in Teheran.”

Claudia Roth saß da und hörte, wie eine Sprecherin des iranischen Außenministeriums erklärte, es würde zu weiteren Anschlägen kommen, wenn man weiterhin an der Freiheit der Kunst und der Presse festhalten würde. In früheren Zeiten, wäre eine solche Aussage einer Kriegserklärung nahe gekommen. Heute aber sitzt Claudia Roth seelenruhig da, hört sich alles an und in der deutschsprachigen Presse wird kaum ein Wort darüber verloren, weil es viel wichtiger ist, darüber zu berichten, dass Sigmar Gabriel in Dresden mit Demonstranten gesprochen hat.

Sigmar Gabriel war weder in eine Deutschlandfahne gewickelt, noch trug er irgendwelche Symbole von PEGIDA am Leib. Claudia Roth jedoch saß in Teheran mit Kopftuch herum und unterwarf sich somit den sexistischen Kleidernormen des autoritären Regimes. Sie, die einer Partei angehört, die bereits in eine Krise verfällt, wenn das Parteiprogramm nicht in einer genderneutralen Sprache verfasst ist, bekommt für ihren Dialog mit einem patriarchalischen, faschistoiden Mullahregime weniger Kritik als Sigmar Gabriel für sein Gespräch mit PEGIDA.

Volker Beck (Die Grünen) attestiert der SPD einen “demonstrativen Schlingerkurs”. Die PEGIDA-Bewegung dürfe nicht als Gesprächspartner aufgewertet werden, sagte der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk zu Gabriels Veranstaltungsbesuch. Schon klar. Dann doch lieber das unmenschliche Regime in Teheran aufwerten!

Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann erklärte der Welt: “Ich bin dagegen, mit Leuten zu reden, die Menschen verweigern wollen, bei uns Zuflucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger zu suchen.”

Was sagt sie eigentlich zu Claudia Roth, die gerade mit den Leuten spricht, die überhaupt erst dafür sorgen, dass Leute Zuflucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger suchen müssen?

Yasmin Fahimi (SPD) sagte der Frankfurter Rundschau, sie lehne einen Dialog mit PEGIDA-Anhängern ab. “Wer mündig ist, trägt Verantwortung für seine Taten und dafür, wem er hinterherläuft. Deswegen möchte ich in keinen Dialog treten mit Leuten, die Stimmung schüren gegen Migranten, gegen Ausländer und gegen Andersdenkende.”

Claudia Roth darf durchaus als mündig bezeichnet werden, auch wenn man manchmal ein paar Zweifel daran hegen kann. Die trägt Verantwortung für ihre Taten. Sie ist in einen Dialog mit Leuten getreten, die erklären, Charlie Hebdo hätten den Mord provoziert und man müsse mit mehr Anschlägen rechnen, wenn die Freiheit der Kunst nicht bald anders ausgelegt werden würde. Sie saß mit Leuten an einem Tisch, die Hinrichtungen durchführen lassen, wenn Menschen homosexuell sind oder sich vom Glauben abwenden.

Warum ist das kein Thema? Warum reden alle über Sigmar Gabriel, aber kaum jemand über Claudia Roth?

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