Sepp Blatter – for the good of the game!

Ursprünglich veröffentlicht auf Lizas Welt:

Sepp Blatter – for the good of the game!

Es ist wirklich höchste Eisenbahn, einmal ein Plädoyer für Sepp Blatter zu formulieren, jenen verdienten Präsidenten des Weltfußballverbands, auf den jetzt alle so vehement eindreschen. Denn dieser Mann kann, nein: muss einem doch aufrichtig leid tun. 79 Lenze zählt er schon, das ist ein Alter, in dem andere längst mit ihrem Schaukelstuhl tiefe Kerben ins Ahornparkett wippen. Aber der honorige Sepp, der ist weiter vitalstmöglich für den schönsten Sport der Welt unterwegs, und das sogar an vorderster Front, nämlich bei der FIFA. »Mein Vater sagte immer: Ausruhen kannst du auf dem Friedhof«, hat er kürzlich gegenüber der Zürcher SonntagsZeitung einen bewegenden Einblick in seine Familiengeschichte gewährt. Und wer dankt es ihm? In Europa jedenfalls so gut wie niemand, da wird nur auf ihn geschimpft, da wird er nur verspottet und der Korruption geziehen. Dabei tut er das, was er tut, gar nicht für sich selbst, sondern für den Fußball, also…

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Mieter muss Israel-Fahne entfernen!

  “Von einem Bewohner der Nachbarliegenschaft wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass Sie im Fenster ein großflächiges Symbol einer für ihn sehr schmerzhaften und traurigen Vergangenheit angebracht haben. Da er sich selbst mit dieser versöhnt hat, es für ihn jedoch sehr schwer ist wenn er täglich daran erinnert wird, hat er den Wunsch an uns herangetragen, ob wir Sie bitten würden, dieses Symbol so anzubringen, dass es von Außen und damit für ihn nicht sichtbar ist.”

Diese Nachricht einer österreichischen Hausverwaltung wurde Sebestyén Fiumei, einem Untermieter im jüdischen Viertel in Wien, im Mai 2015 von dem Hauptmieter zugestellt, nachdem er es gewagt hatte, im Rahmen des Eurovision Song Contests, der in Wien vom 19. bis zum 23. Mai 2015 stattfand, die Flagge des teilnehmenden Wettbewerbers Israel im Fenster aufzuhängen. Der Brief fährt fort:

“Nachdem dieser Wunsch für uns durchaus nachvollziehbar ist, möchten wir diesem hiermit nachkommen. Bei der Gelegenheit ist uns auch aufgefallen, dass eines ihrer Außenfenster kaputt ist.”

Der Untermieter schrieb sofort eine Entgegnung an die Hausverwaltung:

“Zunächst einmal schätze ich Ihre Mühen und Bedachtsamkeit als Verwalterin. Außerdem tut es mir natürlich Leid, was auch immer mit dem Bewohner der Nachbarliegenschaft in seiner Vergangenheit passiert ist. Aber, dass ein Wunsch, die jüdische Fahne abzunehmen, heute in Österreich und für Sie “durchaus nachvollziehbar” ist, finde ich bedauernswert.

Im heutigen Europa, wo es gerade auch in den letzten Monaten mehrere Angriffe und Anschläge gegen Juden (die “gewagt” haben, eine Kippa, oder Davidstern zu tragen, oder in die Synagoge zu gehen) gegeben hat, ist es anscheinend nicht überraschend, dass es nicht in Orndung ist, die israelische Fahne aufzuhängen. Mit keiner anderen Fahne der Welt ist es so.

Ich würde aber gerne mit dem Bewohner sprechen, ich habe die tiefste Hoffnung, dass wir diese Frage vielleicht persönlich lösen können.”

Die Antwort auf diesen Brief fiel deutlich aus. Der Untermieter wurde vom Hauptmieter aufgefordert, die Fahne zu entfernen oder er müsse ausziehen!

Was bitte kann die “traurige Vergangenheit” eines Nachbarn sein, die dazu führt, dass ein Juden aufgefordert wird, eine israelische Fahne zu entfernen? Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten.

Erstens: Der Nachbar ist ein Deutschnazi, der nicht darüber hinweg ist, dass es Juden gibt, die den Holocaust überlebt haben und nun die Frechheit besitzen, ihn daran zu erinnern!

Zweitens: Der Nachbar ist ein Arabernazi, der nicht darüber hinweg ist, dass die Vernichtung Israels im Nahen Osten verhindert werden konnte und nun ein Jude die Frechheit besitzt, ihn daran zu erinnern!

Im Jahr 1941 trafen sich Adolf Hitler und der Großmufti von Al-Quds (Jerusalem), Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, bei einem Berliner Empfang. Dort zeigte es sich, dass die Nazis den Großmufti als den zukünftigen Anführer aller Araber und Moslems betrachteten. Er wurde im prächtigen Schloss Bellevue untergebracht. Al-Husseini erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine Geldsumme, die heute dem Wert von zwölf Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Diese Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Nazis für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung. Derart gut untergebracht wurde verhandelt. Es ging um die “Endlösung der Judenfrage”.

Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen befahl Hitler die Konferenz am Wannsee, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der erste Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Deutschland und seine arabischen Verbündeten verloren den Krieg! Im Jahr 1948 wurde dann die Demokratie Israel gegründet. Die Gründungsväter und Mütter Israels glaubten an die Möglichkeit einer friedlichen Demokratie im Nahen Osten. In der Unabhängigkeitserklärung Israels heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

An dem Tag, an dem diese Erklärung verlesen wurde, erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem kleinen Land Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges verließen 500.000 Menschen ihre Heimat im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren. Israel bot jedoch allen Menschen innerhalb der neuen Grenzen an zu bleiben, um sich in Demokratie und Selbstbestimmung frei zu entfalten, schließlich waren sie alle Palästinenser. 160.000 Araber nahmen das Angebot an und blieben. Mittlerweile sind über 20 Prozent aller Israelis arabische Bürgerinnen und Bürger, mit allen Rechten.

Als die Hamas im Gazastreifen an die Macht kam, wurden dort alle Juden vertrieben. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Minister der Hamas rufen weiterhin zur Vernichtung aller Juden auf und halten öffentliche Reden im Stile Goebbels. Am 28. Februar 2010 erklärte der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, in einer öffentlichen Rede:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Entweder ist der Nachbar traurig, weil es die Deutschen nicht geschafft haben, alle Juden zu vernichten oder er ist traurig darüber, dass dies den Arabern missglückt ist. In beiden Fällen jedoch ist der Nachbar selber Schuld, in der Vergangenheit eine Entscheidung mit für ihn “traurigen” Konsequenzen auf der Grundlage von Judenhass gefällt zu haben.

In der Charta der Hamas steht:

„Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: ‘Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!’“

Die Israel-Fahne in dem Fenster in Wien erinnerte einen Nachbarn daran, dass Juden leben und die österreichische Hausverwaltung hat nichts besseres zu tun, als die Entfernung der Fahne zu erwirken.

Mittlerweile wurde der Untermieter sogar von seinem Hauptmieter aufgefordert, seine Mesusa am Türrahmen zu entfernen!

Eine Mesusa ist eine Schriftkapsel, die sich in einem traditionellen jüdischen Haushalt an jedem Türrahmen befindet, außer am Badezimmer, der Toilette oder an Kellertüren und Abstellräumen. Der Brauch geht zurück auf die Tora:

„Du sollst [diese Worte] auf die Türpfosten deines Hauses und deiner Stadttore schreiben.“ (5 Mos 6,9 EU und 5 Mos 11,20 EU)

Für viele ist es einfach “traurig”, dass es immer noch Juden gibt, die ihre Existenz in die Welt hineinschreiben. Aber Hauptsache, das Fenster ist dicht. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Auf Nachfrage erhielt Tapfer im Nirgendwo diese Antwort der Hausverwaltung:

“Sehr geehrter Herr Buurmann!

Gerne beantworten wir Ihre Anfrage, da wir den Grund für die zwischenzeitige Aufregung leider nicht nachvollziehen können. Im Zuge einer Urlaubsvertretung wurde diese nachbarschaftliche Anfrage leider unkritisch an den Hauptmieter weitergeleitet, was uns ausgesprochen leid tut. Es fällt auch nicht in unseren Aufgabenbereich die gewählte Fensterdekoration zu kommentieren oder über die Entfernung eines uns bislang unbekannten Türschmucks zu entscheiden.

Außer der absolut nicht notwendigen Weiterleitung der Bitte die Fensterdekoration anders zu positionieren, haben wir weder ein Entfernung des Türschmucks verlangt, noch mit Kündigung oder anderen Schritten gedroht. Welche Schritte diesbezüglich der Hauptmieter ausgesprochen hat, können wir nicht nachvollzien und werden sich Haupt- und Untermieter selbst vereinbaren müssen. Als Treuhandverwalter haben wir klare Aufgaben zu erfüllen die jedenfalls keinen Bezug auf religiöse oder politische Inhalte zu nehmen hat.

Wir weisen daher alle diesbezüglichen Vorhalte die sich gegen unser Unternehmen richten ausdrücklich zurück und werden in diesem Zusammenhang auch direkt den betroffenen Untermieter kontaktieren, um die von ihm wahrgenommene Beeinträchtigung positiv zu klären.”

Klingt nach Frieden!

Ich hätte aber schon gerne gewusst, um welche “traurige Vergangenheit” des Nachbarn es nun ging, vor allem, weil sie so “nachvollziehbar” sein soll. Ich werde es wohl nie erfahren. Hauptsache Frieden!

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14. Goldener Orwell für die FAZ!

In unregelmäßigen Abständen vergibt Tapfer im Nirgendwo den Goldenen Orwell.

Der Goldene Orwell wird an sogenannte Qualitätsmedien für Berichte verliehen, die dem Parteislogan aus George Orwells Roman “1984” alle Ehre machen: “Krieg ist Frieden!”

Unbedingte Vorraussetzung für den Goldenen Orwell ist die ideologische Verdrehung einer Nachricht in ihr genaues Gegenteil, zum Wohle des besseren Einfügens in ein gefestigtes Weltbild.

Der 14. Goldene Orwell geht an die FAZ für diese Schlagzeile:

Am Abend des 26. Mai 2015 wurde Israel mit Raketen aus dem Gazastreifen angegriffen! Gab man noch zwei Stunden später bei Google News das Wort “Israel” ein, kam dieses Suchergebnis:

Die Raketen auf Israel waren keine News wert! Als sich Israel jedoch wehrte, ging es los. Am nächsten Morgen waren die Nachrichten eindeutig:

Den Vogel schoß die FAZ ab:

Das letzte Mal wurde Israel am 23. April 2015 mit Raketen aus dem Gazastreifen angegriffen und das obwohl sich Israel und die Hamas im späten August 2014 auf eine dauerhafte Waffenruhe geeinigt hatten. Trotzdem gab es immer wieder vereinzelte Raketen- und Mörserangriffe auf Israel. So sieht die Waffenruhe à la Hamas aus!

Der 23. April 2015 war der 67. Unabhängigkeitstag Israels. In der Unabhängigkeitserklärung Israels heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Diese Erklärung bebombte die Hamas am 23. April 2015 und wieder am 26. Mai 2015! Die Fackel der Unabhängigkeit entzündete am 23. April 2015 übrigens die arabische Journalistin Lucy Aharish.

So sieht die Waffenruhe à la Israel aus!

Die FAZ aber schreibt:

Dafür ist der Goldene Orwell mehr als berechtigt!

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Der marokkanische Patient

Ursprünglich veröffentlicht auf Lizas Welt:

Die Mitglieder der israelischen Judo-Delegation werden am Flughafen festgehalten. Rabat (Marokko), 20. Mai 2015.

Boykotte, Störungen und Repressalien gegen israelische Sportler und deren Mannschaften sind traurige Normalität, seit es den jüdischen Staat gibt. Schon dass Israel im Fußball nicht (mehr) dem asiatischen, sondern dem europäischen Kontinentalverband angehört, ist eine Folge der permanenten Boykotte durch arabische respektive islamische Länder. Und selbst dieser Wechsel lässt die Feinde jüdischer Souveränität nicht ruhen, wie aktuell beispielsweise der palästinensische Versuch zeigt, Israel aus dem Weltfußballverband FIFA ausschließen zu lassen. Auch in anderen Sportarten sind israelische Athleten immer wieder mit allerlei Obstruktionen konfrontiert. Sei es, dass einer Tennisspielerin die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate verweigert wird (oder das Daviscup-Team in Schweden vor leeren Rängen antreten muss), sei es, dass sich iranische Sportler bei Olympischen Spielen nicht mit israelischen Konkurrenten messen wollen, sei es, dass es bei einem Basketballspiel eines israelischen Klubs in der Türkei zu Ausschreitungen kommt – um nur einige Beispiele von unzähligen zu nennen.

Ein weiteres Kapitel…

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Veröffentlicht unter Nachrichten | 14 Kommentare

Noch keine News!

Israel wurde vor über zwei Stunden massiv mit Raketen angegriffen! Wenn man bei Google News das Wort “Israel” eingibt, kommt dieses Suchergebnis:

Die Raketen auf Israel sind keine News wert! Ich weiß jedoch genau, wann es sich ändert wird. Sobald sich Israel wehrt. Wetten?

***

Ein paar Stunden später: Na also, geht doch!

Den Vogel aber schießt diesmal die FAZ ab: 

 

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“Die traurige Vergangenheit”

“Von einem Bewohner der Nachbarliegenschaft wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass Sie im Fenster ein großflächiges Symbol einer für ihn sehr schmerzhaften und traurigen Vergangenheit angebracht haben. Da er sich selbst mit dieser versöhnt hat, es für ihn jedoch sehr schwer ist wenn er täglich daran erinnert wird, hat er den Wunsch an uns herangetragen, ob wir Sie bitten würden, dieses Symbol so anzubringen, dass es von Außen und damit für ihn nicht sichtbar ist.”

Diese Nachricht einer österreichischen Hausverwaltung wurde Sebestyén Fiumei, einem Untermieter im jüdischen Viertel in Wien, vor ein paar Tagen von dem Hauptmieter zugestellt, nachdem er es gewagt hatte, im Rahmen des Eurovision Song Contests, der in Wien vom 19. bis zum 23. Mai 2015 stattfand, die Flagge eines teilnehmenden Wettbewerbers im Fenster aufzuhängen. Im Fenster hing die Fahne Israels! Der Brief fährt fort:

“Nachdem dieser Wunsch für uns durchaus nachvollziehbar ist, möchten wir diesem hiermit nachkommen. Bei der Gelegenheit ist uns auch aufgefallen, dass eines ihrer Außenfenster kaputt ist.”

Der Untermieter schrieb sofort eine Entgegnung an die Hausverwaltung:

“Zunächst einmal schätze ich Ihre Mühen und Bedachtsamkeit als Verwalterin. Außerdem tut es mir natürlich Leid, was auch immer mit dem Bewohner der Nachbarliegenschaft in seiner Vergangenheit passiert ist. Aber, dass ein Wunsch, die jüdische Fahne abzunehmen, heute in Österreich und für Sie “durchaus nachvollziehbar” ist, finde ich bedauernswert.

Im heutigen Europa, wo es gerade auch in den letzten Monaten mehrere Angriffe und Anschläge gegen Juden (die “gewagt” haben, eine Kippa, oder Davidstern zu tragen, oder in die Synagoge zu gehen) gegeben hat, ist es anscheinend nicht überraschend, dass es nicht in Orndung ist, die israelische Fahne aufzuhängen. Mit keiner anderen Fahne der Welt ist es so.

Ich würde aber gerne mit dem Bewohner sprechen, ich habe die tiefste Hoffnung, dass wir diese Frage vielleicht persönlich lösen können.”

Die Antwort auf diesen Brief fiel deutlich aus. Der Untermieter wurde vom Hauptmieter aufgefordert, die Fahne zu entfernen oder er müsse ausziehen!

Was bitte kann die “traurige Vergangenheit” eines Nachbarn sein, die dazu führt, dass ein Juden aufgefordert wird, eine israelische Fahne zu entfernen? Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten.

Erstens: Der Nachbar ist ein Deutschnazi, der nicht darüber hinweg ist, dass es Juden gibt, die den Holocaust überlebt haben und nun die Frechheit besitzen, ihn daran zu erinnern!

Zweitens: Der Nachbar ist ein Arabernazi, der nicht darüber hinweg ist, dass die Vernichtung Israels im Nahen Osten verhindert werden konnte und nun ein Jude die Frechheit besitzt, ihn daran zu erinnern!

Im Jahr 1941 trafen sich Adolf Hitler und der Großmufti von Al-Quds (Jerusalem), Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, bei einem Berliner Empfang. Dort zeigte es sich, dass die Nazis den Großmufti als den zukünftigen Anführer aller Araber und Moslems betrachteten. Er wurde im prächtigen Schloss Bellevue untergebracht. Al-Husseini erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine Geldsumme, die heute dem Wert von zwölf Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Diese Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Nazis für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung. Derart gut untergebracht wurde verhandelt. Es ging um die “Endlösung der Judenfrage”.

Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen befahl Hitler die Konferenz am Wannsee, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der erste Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Deutschland und seine arabischen Verbündeten verloren den Krieg! Im Jahr 1948 wurde dann die Demokratie Israel gegründet. Die Gründungsväter und Mütter Israels glaubten an die Möglichkeit einer friedlichen Demokratie im Nahen Osten. In der Unabhängigkeitserklärung Israels heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

An dem Tag, an dem diese Erklärung verlesen wurde, erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem kleinen Land Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges verließen 500.000 Menschen ihre Heimat im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren. Israel bot jedoch allen Menschen innerhalb der neuen Grenzen an zu bleiben, um sich in Demokratie und Selbstbestimmung frei zu entfalten, schließlich waren sie alle Palästinenser. 160.000 Araber nahmen das Angebot an und blieben. Mittlerweile sind über 20 Prozent aller Israelis arabische Bürgerinnen und Bürger, mit allen Rechten.

Als die Hamas im Gazastreifen an die Macht kam, wurden dort alle Juden vertrieben. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Minister der Hamas rufen weiterhin zur Vernichtung aller Juden auf und halten öffentliche Reden im Stile Goebbels. Am 28. Februar 2010 erklärte der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, in einer öffentlichen Rede:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Entweder ist der Nachbar traurig, weil es die Deutschen nicht geschafft haben, alle Juden zu vernichten oder er ist traurig darüber, dass dies den Arabern missglückt ist. In beiden Fällen jedoch ist der Nachbar selber Schuld, in der Vergangenheit eine Entscheidung mit für ihn “traurigen” Konsequenzen auf der Grundlage von Judenhass gefällt zu haben.

In der Charta der Hamas steht:

„Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: ‘Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!’“

Die Israel-Fahne in dem Fenster in Wien erinnerte einen Nachbarn daran, dass Juden leben und die österreichische Hausverwaltung hat nichts besseres zu tun, als die Entfernung der Fahne zu erwirken.

Mittlerweile wurde der Untermieter sogar von seinem Hauptmieter aufgefordert, seine Mesusa am Türrahmen zu entfernen!

Eine Mesusa ist eine Schriftkapsel, die sich in einem traditionellen jüdischen Haushalt an jedem Türrahmen befindet, außer am Badezimmer, der Toilette oder an Kellertüren und Abstellräumen. Der Brauch geht zurück auf die Tora:

„Du sollst [diese Worte] auf die Türpfosten deines Hauses und deiner Stadttore schreiben.“ (5 Mos 6,9 EU und 5 Mos 11,20 EU)

Für viele ist es einfach “traurig”, dass es immer noch Juden gibt, die ihre Existenz in die Welt hineinschreiben. Aber Hauptsache, das Fenster ist dicht. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Auf Nachfrage erhielt Tapfer im Nirgendwo diese Antwort der Hausverwaltung:

“Sehr geehrter Herr Buurmann!

Gerne beantworten wir Ihre Anfrage, da wir den Grund für die zwischenzeitige Aufregung leider nicht nachvollziehen können. Im Zuge einer Urlaubsvertretung wurde diese nachbarschaftliche Anfrage leider unkritisch an den Hauptmieter weitergeleitet, was uns ausgesprochen leid tut. Es fällt auch nicht in unseren Aufgabenbereich die gewählte Fensterdekoration zu kommentieren oder über die Entfernung eines uns bislang unbekannten Türschmucks zu entscheiden.

Außer der absolut nicht notwendigen Weiterleitung der Bitte die Fensterdekoration anders zu positionieren, haben wir weder ein Entfernung des Türschmucks verlangt, noch mit Kündigung oder anderen Schritten gedroht. Welche Schritte diesbezüglich der Hauptmieter ausgesprochen hat, können wir nicht nachvollzien und werden sich Haupt- und Untermieter selbst vereinbaren müssen. Als Treuhandverwalter haben wir klare Aufgaben zu erfüllen die jedenfalls keinen Bezug auf religiöse oder politische Inhalte zu nehmen hat.

Wir weisen daher alle diesbezüglichen Vorhalte die sich gegen unser Unternehmen richten ausdrücklich zurück und werden in diesem Zusammenhang auch direkt den betroffenen Untermieter kontaktieren, um die von ihm wahrgenommene Beeinträchtigung positiv zu klären.”

Klingt nach Frieden!

Ich hätte aber schon gerne gewusst, um welche “traurige Vergangenheit” des Nachbarn es nun ging, vor allem, weil sie so “nachvollziehbar” sein soll. Ich werde es wohl nie erfahren. Hauptsache Frieden!

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Will Jews be allowed to take part in the next Eurovision Song Contest?

On May 23, 2015 Måns Petter Albert Sahlén Zelmerlöw won the 60th Eurovision Song Contest in the Vienna Convention Center (Stadthalle). On March 14, 2015, he won the Swedish national finalist competition, Melodifestivalen (Song Festival). On the same day, a group of protesters gathered in the Swedish city of Malmö. Wearing protective clothing and masks to avoid being infected by “Zionist bacteria”, they went into grocery stores and destroyed Israeli products.

This event was just one in a series of anti-Jewish actions that have been occurring recently in Malmö. In 2010, the president of the Jewish congregation in Malmö, Fred Kahn, said:

“The climate for Jews in Malmö is troubling.”

Besides the frequent rampages in Jewish shops and the desecration of Jewish cemeteries, Jews have been openly threatened to be slaughtered according to Islamic rites. At the end of July 2012, a bomb exploded on the front steps of the Malmö synagogue. The explosion was so strong that even windows on the upper floors burst. According to the police, the number of anti-Semitic offences had doubled from 2008 to 2009.

In 2010, Rabbi Schneur Kesselman reported that expressions such as “shit Jew” or “Heil Hitler” have been slung at him. In recent years, many Jews have left Malmö.

“After recent events, Malmö is no longer a city in which I want to raise my children,” said Daniel Eisenberg, who in October 2011 moved with his wife and two children to Stockholm. The Eisenberg exodus was triggered by events surrounding the Davis Cup tournament in March 2011.

Because of Israeli participation in the event, demonstrators took to the streets to protest against the Jews of Malmö. The protesters demanded the exclusion of Jewish players because of Israeli “offenses”. The Social-Democrat mayor, Ilmar Reepalu, reacted by prohibiting spectators from attending the tennis match between Sweden and Israel, “for security reasons”. Otherwise, he had nothing to say about the anti-Jewish rioting.

Reepalu saw no need to contradict a statement by Councilman, Carlos Gonzalez, of the Swedish Left Party, who justified the riots against Jews with the words, “We can not just close our eyes to what is happening in Gaza”. When asked later about what he thought of Jews leaving Malmö out of fear, he succinctly replied: “When Malmö’s Jews choose to move to Israel, that’s their business.” Some time later he let the remaining Jews in Malmö know that they could reduce the hatred against themselves if they would only distance themselves more actively from Israel.

On March 14, 2014, the date on which Måns Zelmerlöw won the Swedish national finals, and some citizens of Malmö went out to cleanse the city of “Jewish bacteria”, recalls a speech Abdallah Jarbu, Hama’s Deputy Minister of Religious Foundations, gave on February 28, 2010:

“They want to present themselves to the world as if they have rights, but, in fact, they are foreign bacteria – a microbe unparalleled in the world. It’s not me who says this. The Koran itself says that they have no parallel: ‘You shall find the strongest men in enmity to the believers to be the Jews.’
“May He annihilate this filthy people who have neither religion nor conscience. I condemn whoever believes in normalizing relations with them, whoever supports sitting down with them, and whoever believes that they are human beings. They are not human beings. They are not people. They have no religion, no conscience, and no moral values.”

In October 2014, the Swedish government decided to recognize Palestine as an independent state, despite Hamas’ founding charter calling for the destruction of Jews worldwide. For this act of recognition, the Swedish parliamentarian, Hillevi Larsson, was presented with an award by a Swedish Palestine Association. In a photograph, one can see Hillevi Larsson smiling while she holds a Palestinian flag and a plaque depicting Israel completely erased and replaced by an Arab Palestinian State. Hillevi Larsson smiles at the proposed eradication of the State of Israel.

Because Måns Zelmerlöw won the 60th Eurovision Song Contest in Vienna, the next competition will be held in Sweden on May 14, 2016. The last time a Eurovision Song Contest was held in Sweden, was in 2012 in Malmö. A few months ago, the reporter Petter Ljunggren was sent to Malmö by Swedish television wearing a yarmulke and Star of David chain for the show “Uppdrag granskning” (Mission: Investigation). With a hidden camera public reactions were filmed. One man in central Malmö called Ljunggren: “Jewish shit”, another man clenched his fist and shouted: “Get lost, Satanic Jew!” In the suburb of Rosengrad, the film team was threatened by a mob. When Ljunggren and his camera assistant were leaving, eggs were thrown at them from windows.

In May 2016, the Eurovision Song Contest will be held again in Sweden! Therefore, we urge all our readers to address this issue by repeating the following question to Swedish politicians:

“Will Jews and Israelis be welcomed to the 61st Eurovision Song Contest in Sweden or must they fear Swedes threatening and insulting them with words like “bacteria” and “Satanic Jews”?

(Translated by William Wires)

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