“Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!”

Bei Maybrit Illner zitierte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am 11. Februar 2016 einen Satz, der Bertolt Brecht zugeschrieben wird. “Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.” Sie behauptete dabei, der Satz ginge weiter und zwar so: “Und dann kommt der Krieg zu euch.”

Das stimmt so nicht!

Der Satz “Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin” stammt ursprünglich von Carl August Sandburg. Er war ein US-amerikanischer Dichter, Journalist und Historiker und lebte von 1878 bis 1967. Bekannt ist er besonders durch seine Biographie von Abraham Lincoln, für die er den Pulitzer-Preis gewann. Sein bekanntester Satz stammt allerdings aus dem Buch “The people, Yes”. Dort heißt es:

“The first world war came and its cost was laid on the people.
The second world war — the third — what will be the cost.
And will it repay the people for what they pay?…
The little girl saw her first troop parade and asked,
‘What are those?’
‘Soldiers.’
‘What are soldiers?’
‘They are for war. They fight and each tries to kill as many of the other side as he can.’
The girl held still and studied.
‘Do you know … I know something?’
‘Yes, what is it you know?’
‘Sometime they’ll give a war and nobody will come.’”

Laut Harpo Marx soll jedoch schon vor Carl Sandburg jemand diese Geschichte erzählt haben, nämlich der Schriftsteller Thornton Wilder. In seiner Autobiographie “Harpo speaks” schreibt Marx:

“My favorite Thornton Wilder story was the one about the time a little girl asked him what war was. Wilder replied, “A million men with guns go out and meet another million men with guns, and they all shoot and try to kill each other.” She thought that over, then said, “But supposed nobody shows up?”

Die amerikanische Frauenzeitschrift “McCall’s” formulierte dann 1966 im Schatten des Vietnamkrieges die Schlagzeile: “Suppose They Give a War, and No One Came?”. Ein Anti-Kriegs-Poster aus dem Jahr 1969, auf dem weiße Tauben zu sehen waren, die in einer Blumenwiese auf Waffen sitzen, nahm dann diese Schlagzeile auf. Auf dem Poster stand: “What if they gave a war and nobody came …”

So kam der Satz dann nach Deutschland, wo er schnell in folgender Übersetzung benutzt wurde: “Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin”.

Irgendwann wurde der Satz fälschlicherweise Bertolt Brecht zugeschrieben. Ein anonymer Scherzkeks kam dann später auf die Idee, den Satz “Und dann kommt der Krieg zu euch” hinzuzufügen und hängte diesem Satz gleich noch ein wahres Gedicht von Bertolt Brecht an:

“Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt,
und lässt andere kämpfen für seine Sache,
der muss sich vorsehen:
denn wer den Kampf nicht geteilt hat,
der wird teilen die Niederlage.
Nicht einmal Kampf vermeidet,
wer den Kampf vermeiden will:
denn es wird kämpfen für die Sache des Feinds,
wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.”

Das Gedicht stammt aus dem Werk “Koloman Wallisch Kantate”. So entstand also das folgende Gedicht:

“Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin,
und dann kommt der Krieg zu euch.
Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt,
und lässt andere kämpfen für seine Sache,
der muss sich vorsehen:
denn wer den Kampf nicht geteilt hat,
der wird teilen die Niederlage.
Nicht einmal Kampf vermeidet,
wer den Kampf vermeiden will:
denn es wird kämpfen für die Sache des Feinds,
wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.”

Das Gedicht ist somit nicht von Bertolt Brecht, sondern ein lyrischer Cocktail aus Carl Sandburg, Bertolt Brecht, Thornton Wilder, einem anonymen Scherzkeks und einem Schuss Marx. Harpo, nicht Karl!

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Das Kreuzzug-Argument

Seit einigen Stunden wird dieser Artikel im Internet wieder viel geteilt und gelesen. Grund genug, ihn noch einmal nach oben zu holen. Der Artikel entstand vor exakt einem Jahr.

Tapfer im Nirgendwo

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Jedes Mal, wenn wir im Westen mit der Brutalität des “Islamischen Staats” konfrontiert werden, mit den Massenexekutionen, den Enthauptungen, durchgeführt mit Schlachtermessern, den öffentlichen Verbrennungen von lebenden Menschen, dem Werfen von Homosexuellen von Hochhausdächern, dem Steinigen auf offener Straße und all den anderen barbarischen Akten, festgehalten auf den technischen Geräten des Westens und in die Welt getragen durch die Infrastruktur des Westens, findet sich irgendjemand, der sagt: “Die Christen waren auch nicht viel besser. Denk nur einmal an die Kreuzzüge!”

Gut, dann denke ich mal an die Kreuzzüge!

Den Kreuzzügen ging eine brutale islamische Expansion voraus. Sie begann im 7. Jahrhundert. Dabei wurden viele Gebiete militärisch erobert und die dort lebenden Menschen dem Islam unterworfen. Es kam zu der Besiedlung christlicher Gebiete durch arabisch-muslimische Eroberer im Nahen Osten, in Nordafrika und in Italien. Die Insel Sardinien wurde erobert und bei dem Einfall in Rom im Jahr 846 unter anderem die…

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Sag ich mal so

Lebe nicht so, als wäre es der letzte Tag in Deinem Leben, lebe so, als wäre es der letzte Tag im Leben eines Menschen, den Du liebst!

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Differenzieren bei Lanz

Lieber Markus Lanz,

wenn Sie einen Mann einladen, der in jungen Jahren von katholischen Geistlichen missbraucht wurde, dann sorgen Sie doch bitte dafür, dass in der Runde niemand sitzt, der dem Opfer erklärt, er solle bei all seinem erfahrenen Leid doch bitte differenzieren, da er sich sonst den Vorwurf gefallen lassen müsse, mit seinen Aussagen das Christentum zu beleidigen. Das Gleiche gilt übrigens auch für eine muslimische Frau!

Am 10. Februar 2016 war Sabatina James zu Gast bei Markus Lanz. Sie berichtete von ihrem Leben als Muslima, wie sie in Pakistan zwangsverheiratet werden sollte und von der Gewalt, die muslimische Frauen in ähnlichen Situationen immer wieder erleben müssen. Vor einigen Jahren konvertierte Sabatina James zum Christentum, was ihr ein Todesurteil eingebrachte. Seitdem hat sie keinen festen Wohnsitz mehr, da sie ständig auf der Flucht ist. Ohne Sicherheitskräfte kann sie keinen einzigen Schritt mehr in der Öffentlichkeit machen, da sie jederzeit und überall umgebracht werden kann. Sabatina James ist ein ständiger Binnenflüchtling in Deutschland.

Trotz all der Drohungen und Gefahren führt Sabatina James heute eine Stiftung, die Flüchtlingen hilft, der Hölle familiärer Gewalt zu entfliehen und erklärt ihr Engagement mit ihrer eigenen Erfahrung.

“Ich bin damals nach Deutschland gekommen, um hier als Frau meine Menschenrechte wahrnehmen zu können. Und ich stelle fest, das geht hier auch nicht mehr, weil Deutschland auch die Täter Willkommen heißt. Und ich werde auf Deutschlands Bahnhöfen von den Islamisten angesprochen und gewarnt. Und es gibt einen Polizisten, der mir das auch letztens gesagt hat, das machen sie, um Ihnen zu sagen, dass sie ganz nah kommen können, wenn sie wollen. Und wir kriegen tatsächlich auch Todesdrohungen. Also eine der Drohungen, die letztens gekommen ist, war: ‘Achte auf Deinen Kopf und schau, dass Dein Haus unter Polizeischutz gestellt ist.’ Das war jetzt nicht nur an mich alleine, sondern an unsere Leute gerichtet, die mitarbeiten an der Aufklärung über den Islam. Das ist die Realität in Deutschland und ich glaube, die Meinungsfreiheit ist deswegen auch faktisch nicht mehr gewährleistet. Das Problem ist, dass wir mit dem antidemokratischen Islamismus eine rassistische und sexistische Ideologie herholen.”

Mit in der Runde bei Markus Lanz saß der ehemalige Nahost-Korrespondent Ulrich Kienzle. Seine Aufgabe bestand darin, die Erfahrungen von Sabatina James zu relativieren.

Kienzle: “Genau an dieser Stelle möchte ich schon widersprechen. Dass sie hier frei reden können, spricht doch gegen das, was sie gerade gesagt haben.”

James: “Ich kann hier nicht frei sprechen, weil ich hier mit einem Personenschützer da bin.”

Kienzle: “Sie können hier doch sagen, was sie wollen. Das kann Ihnen doch niemanden verbieten.”

James: “Hier bin ich da mit einem bewaffneten Personenschützer. Ich kann mich nicht mehr frei auf Deutschlands Straßen bewegen. Ich lebe unter einem Opferschutzprogramm und ich bin immer wieder darüber erstaunt, mit was für einer Leidenschaft die Islamisten verteidigt werden und soviel Einsatz bekomme ich für die Opfer nicht!”

Mit diesen Worten traf Sabatina James einen Nagel auf den Kopf. Immer wieder, wenn Gewalttaten im Namen des Islam verübt werden, werden im öffentlichen Diskurs die Opfer weitesgehend ignoriert und stattdessen sofort eine Debatte über den Islam gestartet, die dann größtenteils aus der gebetsmühlenartigen Beteuerung besteht, die Täter hätten den Islam nicht verstanden. Markus Lanz zum Beispuel relativierte reflexartig: “Da gehen uns jetzt gerade etwas die Begrifflichkeiten durcheinander. Islam ist ja nicht Islamismus, also das muss man klar und sauber trennen.” Kienzle reagierte sofort: “Es gibt den Islam nicht.” “Genau”, betonte daraufhin Markus Lanz. Niemand sagte: “Was es nicht gibt, kann man auch nicht beleidigen oder verleumden. Frau James, fahren sie daher fort.” Stattdessen fachsimpelte Ulrich Kienzle weiter:

“Es gibt unheimlich verschiedene Strömungen im Islam. Es gibt ganz gefährlichen Islam und es gibt friedfertigen Islam, zum Beispiel in Indonesien, dort funktioniert Demokratie. Es ist das größte islamische Land der Welt und da funktioniert es. Aber, ich meine, was Sie erlebt haben, ist schrecklich, aber …”

Hier breche ich kurz ab, denn es gibt “aber”, die gehören sich einfach nicht. Ulrich Kienzle hätte schlicht und ergreifend sagen sollen: “Was Sie erlebt haben ist schrecklich. Punkt!” Stattdessen aber maßregelte er Sabatina James:

“Dass der Eindruck entsteht, dass man sozusagen immer in Todesgefahr schwebt, das finde ich sollte in dieser Gesellschaft bei uns nicht so sein. Und wir sollten uns auch wehren gegen bestimmte Tendenzen, die es gibt.”

Ich übersetze mal: Hören Sie, Frau James, wenn ihre Erfahrungen den Eindruck erwecken, dass es Frauen im Islam gibt, die unterdrückt werden und daher auf der Flucht sind, dann sollten sie lieber die Fresse halten!

Diese Haltung kenne ich nur zu gut! In meiner Kindheit war ich Messdiener in dem kleinen Dorf Haren-Erika. Dort habe ich die komplette katholische Erziehung erhalten: Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Missbrauch, das volle Programm. Der Missbrauchsskandal wurde sogar deutschlandweit bekannt. Im Jahr 1996 berichtete der Spiegel:

“Im Zollgrenzörtchen Haren-Erika an der holländischen Grenze sind die Straßen wie mit dem Lineal gezogen. Die Bewohner dulden kein Unkraut in ihren Rosenbeeten, und die Zierzäune vor ihren Haustüren sind immer frisch gelackt.

Auffallend ist auch ein Kruzifix aus massivem Stein, das sich vor dem Gehöft des Bauern Josef Bonnarens erhebt. Bonnarens ist ein handfester Anfangsfünfziger im karierten Baumwollhemd und zählt zu den Dorfpatriarchen von Haren-Erika. Er gehört zu den Schlüsselfiguren einer Tragödie, die fast zehn Jahre unter Verschluß gehalten wurde und die die rund 1000 Erikaner nun doch mit voller Wucht getroffen hat.

Jahrelang hatte der Dorfpfarrer der Marienkirche ihm anvertraute Kommunionskinder und Meßdiener sexuell mißbraucht. Bonnarens war schon früh über einen der ersten Fälle informiert.

Doch der Mann schwieg. Und er schweigt bis heute. Wie er schweigt das ganze Dorf.

Die Bürger von Haren-Erika wünschen sich, daß diese furchtbare Geschichte nicht wahr ist, obwohl der Täter gestanden hat. Sie wollen nicht glauben, daß vorgefallen ist, wofür ihr ehemaliger Gemeindepfarrer Alois Bruns, 64, am vergangenen Mittwoch zu – überaus milden – zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde: Von 1987 bis 1995 hat der Geistliche 14 Jungen aus dem Ort 227mal sexuell bedrängt, hat sie unsittlich berührt und gestreichelt. Und das, was vor Gericht verhandelt wurde, ist nur ein Teil der Vorgänge in Haren-Erika, wie aus der Anklageschrift hervorgeht.

Zunächst offenbarten sich über 20 Geschädigte, doch dann war ein Teil der Eltern plötzlich “nicht mehr an Strafverfolgung interessiert”, heißt es bei der Polizei. Die gläubigen Bürger von Haren-Erika hatten am Ende doch mehr Respekt vor ihrer Kirche, die den Geistlichen schützen wollte, erklärt Friedrich Lücken, Anwalt betroffener Eltern, den Mechanismus. Das alles sei doch “aufgebauscht”, lautet nun die gängige Formel im Ort.

Es fing an im April 1987. Die Nachricht erreichte Bonnarens, damals noch stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, telefonisch: Ein achtjähriger Junge war vom Pfarrer der Marienkirche mißbraucht worden und sei nun völlig verstört, erklärte eine Verwandte des Buben. Der Priester hatte das Kind nach dem Kommunionsunterricht dabehalten, es auf seinen Schoß gesetzt, Hose und Unterhose heruntergezogen und sein Geschlechtsteil betastet.

“Überlegen Sie sich das gut mit der Anzeige, wenn Sie in Zukunft friedlich in Erika leben wollen”, rieten Bonnarens und der Kirchenvorstandsvorsitzende den Eltern unmißverständlich.”

An diesen Herrn Bonnarens muss ich jedes Mal denken, wenn einem Menschen, der von sexualisierter Gewalt innerhalb familiärer oder religiöser Kreise berichtet, erklärt wird, er solle differenzierter sein. Ich war daher froh, dass Sabatina James diese Worte an Ulrich Kienzle richtete:

James: “Erzählen Sie das den Opfern, die zu uns kommen, die genauso nicht frei leben können wie ich, weil sie ständig darauf achten müssen, wo könnte ein Verwandter von mir leben, der mir nach dem Leben trachtet. Das ist das Problem! Wenn man selber noch nicht mit der Scharia in Konflikt geraten ist, kann man wunderbar erzählen.”

Kienzle: “Aber das mit Ihrer Hochzeit hat ja gar nichts mit Scharia zu tun.”

James: “Erzählen Sie das meinem Vater und überzeugen Sie ihn davon!”

Damit traf Sabatina James den zweiten Nagel auf den Kopf. Viel zu oft wird Opfern religiöser Gewalt erklärt, was die Religion bedeuten soll, aber viel zu selten den Tätern. Warum muss sich in einer Talkshow eine Frau, die Opfer von islamischen Fundamentlismus wurde und nun als ständiger Flüchtling vor islamischen Terror das Leben in Deutschland fristen muss, erklären lassen, was der Islam bedeutet? Wenn Ulrich Kienzle der Islam so wichtig ist, dann soll er mit jenen sprechen, die dem Islam schaden. Es sind die Täter! Nicht die Opfer. Die Täter erklären, ihre unmenschlichen Taten im Namen des Islams zu tun! Wem das nicht gefällt und wer den Islam retten möchte, soll mit den Tätern reden und ihnen erklären, was der Islam bedeutet. Es ist geschmacklos, Opfern reliöser Fanatiker Nachhilfeunterricht in Religionslehre zu geben. Sabatina James weiß, wovon sie redet, sie hat es erlebt!

“Man sagt zu uns Ausländern: ‘Intergriert Euch!’ Dann wollen sich auch manche integrieren, bekommen jeden Tag den Arsch voll dafür in den Parallelgesellschaften und werden am Ende noch hingerichtet mit der Begründung, sie habe gelebt wie eine Deutsche!”

Markus Lanz aber wusste es besser und erklärte:

“Es ist so wahnsinnig schwer mit der Wahrheit im Moment, da hat Herr Kienzle vollkommen recht. Es gibt unglaublich viele Gerüchte und jeder kann sich im Moment auch seine eigene Wahrheit sehr leicht und einfach zusammenbasteln. Der Eindruck, der ensteht und da hat Herr Kienzle natürlich recht, ist, da draußen wabert etwas, eine schlimme Paralleljustiz, wir haben das Alles nicht mehr im Griff. So ist es natürlich nicht! Das, wovon Sie reden, dass sind Fehlgeleitete, das sind in meinen Augen auch keine Religösen, das sind Wahnsinnige, das sind Fanatiker. Wir reden nicht von der Mehrheit der Muslime. Wir reden nicht von den zahllosen Türken, beispielsweise, die in diesem Land leben, irgendwann in dieses Land gekommen sind, mit deren Intergration wir in aller Regel gute Erfahrungen gemacht haben. Viele von denen sind an diesem Punkt auch Opfer. Ich will einfach nur sagen, das hat in Wahrheit mit der Religion nicht so viel zu tun.”

Dafür, dass Markus Lanz “genau” gesagt hat, als Ulrich Kienzle erklärte, es gäbe den Islam nicht, kann er aber ziemlich klar erklären, was in seinen Augen der Islam ist. Am 10. Februar 2014 erklärten Markus Lanz und Ulrich Kienzle, zwei Männer mit christlichem Hintergrund, Sabatina James, eine Frau, die im Islam groß geworden ist, was der Islam bedeutet. Sabatina James aber wusste aus eigener Erfahrung eine andere Geschichte zu erzählen:

“Mir geht es um die Opfer. Da werden Kinder verheiratet mit Segen des Mullahs, da wird zum Prügeln von Frauen aufgefordert und gerechtfertigt, bei ‘ungehorsamen’ Frauen, da werden Hinrichtungen beschlossen und durchgeführt durch die Hilfe sogenannter Friedensrichter, die Jagd auf flüchtige Frauen machen, wenn sie flüchten und von Zuhause weggehen, weil sie die Gewalt nicht mehr aushalten. Dann werden die Mädchen von diesen Friedensrichtern gefunden, wieder zurück gebracht und dann hat das Opfer die Möglichkeit, sich zu unterwerfen oder es wir liquidiert.”

Und es ist keine Ausnahme:

“Was Sie hier sagen, Herr Kienzle, klingt wunderbar bei einer Sendung von Markus Lanz, aber sagen sie das auf Al Jazeera. Überzeugen Sie meine Eltern. Überzeugen Sie die Islamische Staatengemeinschaft dazu, die offen proklamiert, sechsundfünfzig islamische Staaten proklamieren offen in der ‘Islamischen Menschenrechtserklärung’, dass Nicht-Mulsime und Frauen rechtlich keine Geichstellung bekommen dürfen. Sechsundfünfzig islamische Staaten sind antidemokratisch. Das ist Mehrheit! Das ist nicht Minderheit! Das ist kein Einzelfall! Nicht ich sage, dass die Gewalt aus dem Islam entstammt, sondern die Begründer der großen islamischen Rechtsschulen sagen das. Die islamischen Quellentexte sagen das. Jede Menge Islamgelehrter sagen das heute. Die Islamische Staatengemeinschaft sagt das heute. Ich kritisiere nur, dass diese Dinge heute noch gelehrt, gelaubt und nicht bekämpft werden. werden

An dieser Stelle meldete sich Imam Ulrich al Kienzle vom christlichen Stamme wieder zu Wort:

“Auch hier bitte ich zu differenzieren. Die vier Rechtsschulen, die es im Islam gibt, verurteilen Leute wie Sie zum Tode. Es gibt aber eine Ausnahme, die Hanbalitische. Dort dürfen Frauen nur ein Leben lang ins Gefängnis.”

Sabatina James’ Reaktion auf diese Differenzierung war köstlich: “Das ist aber schön”, sagte Sie und Kienzle betonte: “Es geht ums differenzieren!”

Immer wieder, wenn christlich sozialisierte Menschen erklären, was der Islam bedeuten soll, stelle ich fest, dass ihre Definition schwer nach christlicher Lehre klingt. Im Grunde christianisieren diese Menschen den Islam. Früher nannte man so ein Verhalten Imperialismus oder Missionierung, heute aber Differenzierung. Also gut, dann differenziere ich mal; der Unterschied besteht also darin: Der radikale Islam tötet Frauen, die dem Islam den Rücken kehren, während der moderate Islam sie nur lebenslang wegsperrt.

Was bedeutet “moderater Islam” überhaupt? Religionen sind nicht moderat. Sie sind immer radikal! Ein Buch mit dem Anspruch Gottes Wort zu sein, kann nicht moderat sein. Dafür ist Gott selbst zu radikal! Alle Religionen sind immer nur dann tolerant, wenn sie keine staatliche Macht haben. Das Christentum wurde tolerant, nachdem die Aufklärung gesiegt hatte. Zurück ins Mittelalter möchte ich nicht. Dafür fürchte ich das Christentum zu sehr. Ich fürchte auch den Islam, denn ich weiß, wozu Religionen im Stande sind. Sogar im aufgeklärten Christentum war ich als Kind nicht sicher.

Jeder Mensch kann glauben, woran er will. Christen sollen meinetwegen ihre Nonnen verschleiern und Muslime keine homosexuellen Imame ernennen, aber ich verlange, dass es mir scheißegal sein kann, welcher Religion ein Mensch angehört und dass ich frei über diese Religion reden und lachen darf. Und noch was: Bedauerlicher Einzelfall mich am Arsch! Ich erwarte, dass man die Erfahrung eines Menschen, der in religiöser Unterdrückung aufgewachsen ist, ernst nimmt, ohne diesen Menschen ein zweites Mal zu missbrauchen, indem man ausgerechnet ihm erklärt, das habe nichts mit der Religion des Täters zu tun, in dessen Namen er glaubt und erklärt zu handeln.

Markus Lanz beendete die Diskussion mit den Worten, “Wir nehmen mit: Besonnenheit ist das Wort, das wir in den Mittelpunkt der ganzen Geschichten stellen sollte.” Kienzle stimmte zu. Ich widerspreche!

Wenn es um Menschenrechte geht, gibt es keine Besonnenheit. Es geht schließlich um die Freiheit, um die Freiheit von Frauen. Die Feministin Hedwig Dohm erklärte bereits im 19. Jahrhundert: “Menschenrechte haben kein Geschlecht!” Sie forderte nichts weniger als die politische, finanzielle und gesellschaftliche Gleichberechtigung von Frauen. Sie nannte sich deshalb ganz bewusst und nicht minder stolz eine Radikalfeministin. Besonnene Feministinnen, die nur ein paar Verbesserungen im Leben der in Ungleichberechtigung gehaltenen Frauen forderten, waren ihr zuwider. Es waren keine besonnenen Feministinnen, die das Leben von Frauen in Europa befreit haben, es waren radikale Femistinnen, die eine ganze Hälfte der Bevölkerung befreit haben! Darum gelten die letzten Worte in diesem Artikel Sabatina James, die mit nur vier Worten den Grund für ihr Handeln erklärt:

“Ich wollte frei sein!”

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Hund frisst behindertes Kind aus der Waschmaschine!

Unfassbar! Eine Frau hat ihr behindertes Kind in die Waschmaschine gesteckt, wie seriöse Medien berichtet haben, aber was Tapfer im Nirgendwo jetzt herausgefunden hat, ist noch viel, viel schlimmer! 

Hund frisst Kind aus der Waschmaschine!

Rülpst dann heftig …

Und steckt die Reste in den Kühlschrank.

Dann zieht sich der Hund auch noch die Mütze des Kindes an!

Schämt sich der Hund denn gar nicht?

Morgen frisst der Hund die Mutter!

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Nichts geht mehr beim ZDF

Von 15:58h bis 16:17h sendete das ZDF via App ein Testbild.

So schön. Da wurden Kindheitserinnerungen wach. Ich bleib dran. Um 16:17h war das ZDF mit dem aktuellen Programm zurück und ich schaltete um. 

Gibt es eigentlich noch den Schnee?

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Kaczyński Helau!

Obwohl der Düsseldorfer Rosenmontagszug aufgrund einer Sturmwarnung gar nicht gefahren ist, schlagen die Wagen von Jacques Tilly hohe internationale Wellen.

Zunächst sorgte ein Mottowagen zu Erdogan für einen politischen Eklat geführt. Die Generalkonsulin der Türkei, Sule Gürel, hatte verlangt, dass der Karnevalswagen über den türkischen Präsidenten Erdogan entfernt oder wenigstebs “verhüllt” werden solle. Tapfer im Nirgendwo berichtete unter: “Erdogan Helau!”

Jetzt gibt es noch ein zweites diplomatisches Nachspiel. Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski will in Berlin wegen eines Motivs intervenieren, das Polen als misshandelte Frau unter dem Stiefel des nationalkonservativen Parteichefs Jaroslaw Kaczyński zeigt. Waszczykowski, der wie Kaczyński zur nationalkonservativen PiS-Partei gehört, sieht in dem Motivwagen eine “Verachtung der Polen und der polnischen Politiker”.

Leider ist der Wagen jetzt überhaupt nicht durch Düsseldorf gefahren. Der Zug wurde nämlich abgesagt, vor Angst vor einem Sturm. Ich schlage daher vor, wenn der Wagen schon nicht durch Düsseldorf fahren konnte, dann soll er wenigstens durch das Internet fahren. Tapfer im Nirgendwo ruft alle auf, dieses Bild zu teilen:

Ich frage mich, wer noch alles intervenieren will. Donald Trump, Seehofer oder die ewig Beleidigten? 

    
    
    
   

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