Mit Fragen antworten

Wer sich der Israelkritik verweigert, hat schnell eine empörte Front gegen sich. Es ist deutlich leichter, Israel zu kritisieren, als Israel zu verteidigen. Seit Jahren schon stehe ich fest zu Israel und verweigere mich der Mode, Israel in einer Form zu kritisieren, wie sonst kein einziges Land der Welt kritisiert wird. In den vielen Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass nie jemand seine Position überdachte, weil ich Gegenargumente gebracht hatte. Menschen tendieren dazu, sich ungern belehren zu lassen. Wenn Menschen jedoch nicht etwas gesagt bekommen, sondern selbst etwas erkennen, kann dies Wunder bewirken.

Tapfer im Nirgendwo empfiehlt daher, in kommenden Diskussionen, sei es nun auf Facebook oder in anderen Kontexten, nicht mit Argumenten zu antworten, sondern mit diesen Fragen:

Wie lautet Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas?

Gibt es irgendein Land auf der Welt, das ein Gebiet mit einer Regierung, die sich so eine Charta gegeben und in ein paar Wochen über zehntausend Raketen abgeworfen hat, nicht flächendeckend bebombt hätte?

Gibt es irgendein Volk, neben Israel, das ein Gebiet, mit einer Regierung, die erklärt, das Volk vernichten zu wollen, mit Nahrung, Wasser und Medikamenten versorgt?

Gibt es irgendein weiteres durch totale Vernichtung bedrohte Volk, dem man vorwirft, dem Gebiet, wo die Vernichter regieren, nicht mit genug Wasser zu versorgen?

Gibt es irgendein Volk, das vernichtet werden soll, dessen Angehörige man als illegale Siedler bezeichnet, wenn sie es wagen, dort zu leben, wo die Vernichter sie nicht haben wollen?

Gibt es irgendein Land unter den vielen Nationen, die Israel vernichten wollen, das mit so vielen UN-Resolutionen belegt und kritisiert wurde wie Israel, das einzige Land auf der Welt, das von vielen Regierungen mit der totalen Vernichtung bedroht wird?

Warum?

Warum Israel?

Diese Fragen können Wunder bewirken, wenn sie von den Befragten beantwortet werden. Pochen Sie daher besonders auf die Beantwortung der ersten Frage:

Wie lautet Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas?

Nutzen Sie gerne copy und paste. Es gibt kein Urheberrecht auf Fragen!

Sollten sich bei der Beantwortung der Fragen dennoch hinlänglich bekannte Floskeln der Israelkritik in die Antworten schleichen, empfehle ich die Verlinkung folgender Artikel:

Wer Israel als Besatzungsmacht bezeichnet, soll “Der ewige Besatzer” lesen.

Wer Palästinenser nur als Opfer des Konflikt sieht, soll “Der ewige Flüchtling” lesen.

Wer von “illegalen Siedlungen” spricht, soll “Illegale Schtetl” lesen.

Wer erklärt, Israel als besonderer Freund zu kritisieren, soll “Nathan oder Shylock” lesen.

Wer nicht weiß, wofür die Hamas steht, soll “Ich mag die Deutschen” lesen.

Wer den Schutzwall kritisiert, soll “Die Mauer in Jerusalem” lesen.

Wer Israel als Alartheidsstaat bezeichnet, soll “Der Rassismus der Israelkritik” lesen.

Wer es jedoch authentisch braucht, kann entweder die Rede dieser Palästinenserin oder die Rede dieses Arabers lesen.

Irgendwann wird jeder denkende Mensch erkennen: Moment mal, Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, wo ich nicht verfolgt werde, wenn ich nach den Rechten lebe, die mir in Deutschland selbstverständlich garantiert werden. Nur in Israel kann ich als Deutscher mit allen Rechten des Grundgesetzes leben. Meine pure Existenz ist somit nur in Israel möglich.

Es gibt kaum einen schöneren Moment in einer politischen Diskussion rund um den Nahen Osten, als dabei zu sein, wenn ein Israelkritiker von eben dieser Erkenntnis ergriffen wird.

Darauf muss jedoch jeder Israelkritiker selber kommen. Daher antworten sie in Zukunft nicht mehr. Stellen Sie nur noch Fragen!

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Die Hamburger Polizei bringt es mir näher

Nachdem ich eine Anfrage bei der Hamburger Polizei gestellt hatte, warum einem Mann eine Festnahme für den Fall angedroht wurde, dass er bei einer Demonstration weiterhin das Wort “Israel” ruft (Tapfer im Nirgendwo berichtete), erhielt ich folgende Antwort:

“Ihre Beschwerde vom 01.08.2014 wurde mir als Leiter des Polizeikommissariats 14 zur Beantwortung zugeleitet. Da Sie nicht persönlich in den Sachverhalt involviert sind, bitte ich um Ihr Verständnis, wenn ich keine detaillierten Angaben zu betroffenen Personen machen.

Am 01.08.2014 kam es in der Zeit von 15.00 Uhr – 18.00 Uhr zu einem angemeldeten und von der Versammlungsbehörde bestätigten Aufzug unter dem Tenor “Stoppt die Blockade von Gaza!” In der Spitze nahmen an diesem Aufzug bis 500 Personen teil. Die Teilnehmer führten themenbezogene Transparente mit sich und skandierten Parolen wie: “Kindermörder – Israel”, “Frauenmörder – Israel” und “Israel – Terrorist”. Auch wenn diese Parolen mich und die eingesetzten Polizeikräfte persönlich betroffen machen, unterliegen sie der freien Meinungsäußerung und sind nach Prüfung durch die Staatsanwaltschaft Hamburg nicht als volksverhetzend zu werten.

Gegen 15.30 Uhr bemerkten die eingesetzten Polizeikräfte im Bereich des Steintordamms eine männliche Person, die mehrfach “Israel” in Richtung der Aufzugsteilnehmer skandierte und diese dadurch provozierte. Nur mit Mühe gelang es den eingesetzten Beamten und Ordnern aufgebrachte Teilnehmer in den Aufzug zurückzudrängen und einen Angriff gegen diese Person zu unterbinden. Der Person wurden weitere Rufe in Richtung der Aufzugsteilnehmer untersagt, um die Eskalation der Situation zu verhindern. Bei Nichtbefolgen wurde die Ingewahrsamnahme der Person angedroht.

Es ist unstrittig, dass die Rufe in Richtung des Aufzuges ebenso dem Recht der freien Meinungsäußerung unterliegen. Allerdings muss dieses Recht im Einzelfall zurückstehen, wenn es zur Abwehr von Gefahren erforderlich ist. Im vorliegenden Fall wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Tätlichkeiten zwischen Versammlungsteilnehmerin und der Polizei gekommen, weil der Rufer vor Angriffen auf seine Person hätte geschützt werden müssen. Um dieses zu verhindern, ist die Untersagung der “Israel” Rufe, der Platzverweis bei Nichtbefolgung, letztlich aber auch die in Gewahrsam bei Nichtbefolgung erforderlich gewesen. Nachdem die Person von weiteren “Israel” Rufen Abstand nahm, konnte der Aufzug über den angemeldeten Marschweg ohne Störungen beendet werden.

In der Hoffnung, Ihnen die polizeilichen Maßnahmen näher gebracht zu haben, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
M.S.
Polizeidirektor”

Da hat mir die Hamburger Polizeidirektor tatsächlich eine interessante polizeiliche Maßnahme näher gebracht. Wenn demnächst Schwulenfeinde in Hamburg demonstrieren, ist es Schwulen vor Ort der Demonstration vermutlich auch untersagt, sich zu küssen, da es sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Tätlichkeiten zwischen Versammlungsteilnehmern und der Polizei kommen würde, weil die Küssenden vor Angriffen geschützt werden müssen. Außerdem muss, wenn demnächst Nazis in Hamburg demonstrieren, jeder schwarze Mann aufhören, schwarz zu sein. Bleibt er schwarz, muss er in Gewahrsam genommen werden, um die Eskalation der Situation zu verhindern. Seine Hautfarbe provoziert nun mal.

Für die Hamburger Polizei sind nicht die Leute ein Problem, die sich von Israel provoziert fühlen, sondern jene, die mit Israel “provozieren”. Manchmal ist eben die pure Existenz von Israelsolidarität ein Problem und muss im Einzelfall bestraft werden, wenn es zur Abwehr von Gefahren erforderlich ist.

Danke, Hamburger Polizei, ich habe verstanden.

Am 25. Juli 2014 fand in New York eine antiisraelische Demonstration statt. Mit der Parole “From the river to the sea, Palestine will be free” riefen Demonstranten indirekt zur Eliminierung Israels auf. Mit der Parole “Resistance is justified” erklärten sie die Angriffe auf die israelische Zivilbevölkerung und den Missbrauch der palästinensischen Zivilbevölkerung als Schutzschild für Terroristen, deren erklärtes Ziel es es, so viele Juden wie möglich zu töten, als gerechtfertigt. Einige Demonstranten forderten sogar eine Intifada, also einen Krieg gegen Israel bis zu der Zerstörung.

Irgendwann wurde es einem Zuschauer am Straßenrand zu viel. Er rief mit Stolz und Solidarität “Israel”. Immer wieder rief er “Israel”. Wenn Einer seine Liebe zu Israel zeigen kann, dachte sich jemand, dann kann ich das auch. Schon riefen zwei Menschen “Israel”. Wenn zwei Menschen ihre Liebe zu Israel zeigen können, dachte sich ein Dritter, warum dann nicht auch ich? Schon riefen drei Menschen “Israel”. Und wenn es schon drei Menschen sind, warum nicht vier? Und wenn es dann vier Menschen sind, warum nicht mehr? Und mehr! Immer mehr Menschen schlossen sich der spontanen Liebeserklärung für Israel an und ihre Geschäfte zu. Sie gingen auf die Straße, um Israel zu unterstützen. Dabei riefen sie nicht zum Krieg gegen Palästinenser auf. Sie riefen keine Parolen des Hasses gegen Palästinenser. Sie ließen sich nicht vom Hass auf etwas leiten, sondern nur von der Liebe zu etwas. Irgendwann fingen Menschen auf der Straße an zu singen und tanzen. Das Lied “Am Israel Chai” erklang auf den Straßen von New York: “Das Volk Israel lebt!”

Die Hamburger Polizei hat verhindert, dass sowas geschehen konnte. Sie Hamburger Polizei hat vor Gewalt kapituliert. Es ging ja nur gegen Juden.

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Frauenquote für ISIS!

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Liebe Muslime,

die Ihr friedlich lebt und nach der Wahrheit strebt,

entschuldigt, dass ich Euch als Mitglieder einer Religionsgemeinschaft anspreche. Die Reduzierung eines Individuums auf den Glauben ist sonst nicht nach meinem Geschmack. Es ist mir egal, woran Menschen glauben. Heute aber gibt es für mich einen Grund, Euch als Muslime anzusprechen. Ich brauche nämlich Eure Hilfe. Es ist etwas unangenehmes geschehen: Ich habe ein Problem mit Muslimen!

Es tut mir leid, dass ich das so sagen muss. Ich würde die Leute, mit denen ich ein Problem habe, auch gerne anders nennen, Arschlöcher, Drecksäcke oder so, aber ich bezeichne Menschen nun mal für gewöhnlich so, wie sie sich selbst nennen. In diesem Fall nennen sich die Menschen, die mir Sorge bereiten, leider Muslime. Sie behaupten sogar, die Ideologie, die dafür sorgt, dass mir mulmig wird, käme direkt aus dem Koran.

Auf unserem Planten werden zur Zeit Menschen die Köpfe abgeschnitten. Die Köpfe werden gepfählt! Frauen werden gesteinigt. Homosexuelle werden gehängt. Juden werden ermordet. Menschenmassen werden in Massengräbern erschossen. Alles geschieht im Namen des “Islamischen Staats”. So jedenfalls nennen sich die mordenden Bestien!

Es ist somit Eure Religion, die gerade geschändet wird. Für jeden Menschen, der glaubt, Islam bedeute Friede und der Koran sei ein Buch der Liebe, müssen die Muslime, die im Namen des Korans Kriege führen und Menschen morden, schlimmer sein als jene, die den Koran verbrennen.

Als im Jahr 2011 von dem amerikanischen Prediger Terry Jones ein Koran als Brennstoff für Feuer benutzt wurde, gab es weltweite Proteste. Wo aber sind die Proteste, wenn der Koran als Brennstoff für Gewalt und Kriege benutzt wird? Wenn Islam wirklich Frieden bedeutet, dann muss jeder Muslim auf die Barrikaden gehen, wenn im Namen des Islam Terroranschläge und die Verfolgung von Homosexuellen, Christen, Juden und Frauen gepredigt werden.

Ich bin Christ. Mit Schaudern denke ich an die dunkele Zeit des Christentums, als Christen Juden verfolgten und ihre Synagogen anzündeten. Diese Christen, die sich selbst Christen nannten, waren weit weg von der Religion der Nächstenliebe. Es gab allerdings auch aufrichtige Christen. Sie hielten das Prinzip der christlichen Nächstenliebe hoch und verurteilten den Wahn im Namen des Christentums.

Ich bin Deutscher. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde von Deutschland unendliches Leid über Welt verbreitet. Es gab zwar auch anständige Deutsche in der Zeit des Nationalsozialismus, aber die Nazis gaben den Ton an. In der Wahrnehmung der Welt waren sie damals die Deutschen!

Jedes mal, wenn irgendwo auf der Welt irgendjemand den Islam kritisiert, Mohammed verballhornt oder einen albernen Film über Muslime macht, ist der Aufschrei in der islamischen Welt groß und Muslime gehen auf die Barrikaden. Wo aber ist der Aufschrei, wenn Islamisten den muslimischen Glauben mit ihren Taten schänden? Zur Zeit mordet der “Islamische Staat” und nirgendwo auf der Welt gibt es auch nur ansatzweise so viele protestierende Muslime, als zu der Zeit, da Kurt Westergaard in einer dänischen Zeitung eine kleine Karikatur von Mohammed gezeichnet hatte.

Euer Problem sind nicht Karikaturisten, Kritiker und Spotter. Wenn Islam Frieden bedeutet, ist Euer Problem jeder, der sich Muslim nennt und im Namen des Korans Hass sät und Gewalt ausübt. So wie die Nazis einst das Problem der Deutschen waren, so sind Islamisten heute das Problem des Islams! Euer Problem sind die Terroristen und Sympathisanten der Hamas, der ISIS und alle anderen islamistischen Organisationen, die sich muslimisch nennen und vorgeben, den Koran zu leben. Diesen Muslimen solltet Ihr den جهاد erklären!

Rettet Euren Glauben!

So wie die Nazis damals der Feind jedes aufgeklärten Deutschen waren, so sind die Eiferer des Islams heute die Feinde jedes aufgeklärten Muslims. Den Nazis stellten sich damals nur wenige entgegen. Eine der bekanntesten Widerstandsgruppen ist “Die Weiße Rose” der Geschwister Scholl. In ihrem dritten Flugblatt schrieben sie:

“Unser heutiger “Staat” aber ist die Diktatur des Bösen. “Das wissen wir schon lange”, höre ich Dich einwenden, “und wir haben es nicht nötig, dass uns dies hier noch einmal vorgehalten wird.” Aber, frage ich Dich, wenn Ihr das wisst, warum regt Ihr Euch nicht, warum duldet Ihr, dass diese Gewalthaber Schritt für Schritt offen und im verborgenen eine Domäne Eures Rechts nach der anderen rauben, bis eines Tages nichts, aber auch gar nichts übrigbleiben wird als ein mechanisiertes Staatsgetriebe, kommandiert von Verbrechern und Säufern? Ist Euer Geist schon so sehr der Vergewaltigung unterlegen, dass Ihr vergesst, dass es nicht nur Euer Recht, sondern Eure sittliche Pflicht ist, dieses System zu beseitigen?

Wenn aber ein Mensch nicht mehr die Kraft aufbringt, sein Recht zu fordern, dann muss er mit absoluter Notwendigkeit untergehen. Wir würden es verdienen, in alle Welt verstreut zu werden wie der Staub vor dem Winde, wenn wir uns in dieser zwölften Stunde nicht aufrafften und endlich den Mut aufbrächten, der uns seither gefehlt hat. Verbergt nicht Eure Feigheit unter dem Mantel der Klugheit. Denn mit jedem Tag, da Ihr noch zögert, da Ihr dieser Ausgeburt der Hölle nicht widersteht, wächst Eure Schuld gleich einer parabolischen Kurve höher und immer höher.”

Im ersten Flugblatt der Geschwister Scholl heißt es:

“Vergesst nicht, dass ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt!”

Liebe Muslime,

ertragt die Fundamentalisten nicht länger, die im Namen Eures Glaubens den Hass predigen. Eure Feinde sind nicht die Kritiker und Spotter des Islams. Eure Feinde sind nicht Israel und die USA, nicht Juden, noch Christen oder gar der Westen. Eure Feinde nennen sich Muslime, so wie sich Nazis einst Deutsche nannten. Leistet Widerstand! Wenn Ihr es nicht tut, werden es jene tun müssen, die von den Islamisten gehasst werden.

Die ISIS heute unterscheidet sich im Hass kaum noch von den Nazis damals. Die Nazis stürzten die Welt in einen Weltkrieg. Am Ende wurde Deutschland dem Erdboden gleich gemacht. Bewahrt Euren Glauben vor dieser blutigen Lektion und erklärt den Islamisten und Fundamentalisten den جهاد, bevor es andere tun!

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Ein Traum, dieser Albtraum!

Ein Bericht von Katharina Stüber

Gestern war ich in der Premiere von “Faust – Reloaded”. Eine Psychose nach J. W. Goethe, mit Gerd Buurmann als Faust. Regie: Burkhard Schmiester.

Gerd Buurmann MUSS. Er kann gar nicht anders, als mit jeder Faser seines Körpers zu spielen. Er ist da. Seine Präsenz ist so überwältigend, dass man einen Moment braucht, um sich daran zu gewöhnen. Zu akzeptieren, dass er die nächsten 90 Minuten von einem Besitz ergreifen MUSS.

Das Gleiche galt auch schon im Vorjahr, wo er Othello spielte, ebenfalls als Ein-Mann Stück, ebenfalls unter der Regie von Schmiester. Doch dieses Jahr ist er noch viel mehr reingewachsen, das „in verschiedene Rollen schlüpfen“ fällt ihm noch leichter, die Übergänge sind fließend. Und so leidet, liebt, lacht und weint man mit Heinrich Faust, schmiedet Pläne mit Mephisto, kichert verlegen mit dem Gretchen und vergisst, dass dieser eine Mann sie alle gibt, als Psychose des Faust. Ein Traum, dieser Albtraum.

Dieses Stück sollte Pflichtprogramm für jeden Schauspieler sein, um zu begreifen, wozu man in der Lage sein muss. Bravo.

Weitere Vorstellungen: 28. bis 31. August 2014 um 21 Uhr im Hinterhof des GRETCHEN, Obentrautstr. 19-21, 10963 Berlin-Kreuzberg. Bei schlechtem Wetter drinnen.

Kartenreservierung:
sommerkarten@gmx.de
oder
(030) 74 924 329

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Offener Brief Kulturschaffender in Deutschland zu dies und das

Ich bin Kulturschaffender in Deutschland.

Nicht selten tauchen “Offene Briefe” von Kulturschaffenden auf, die sich an Regierungen oder an andere Organisationen richten und sich zu politischen und gesellschaftlichen Themen äußern.

Auch ich liebe es, meine Fresse aufzureißen!

Hiermit erkläre ich, dass meine Einlassungen zu diversen politischen und gesellschaftlichen Themen in keiner Weise bedeutsamer sind, nur weil ich Texte auswendig lernen und abliefern kann, ohne dabei gegen Requisiten zu laufen. Es gibt Kunstschaffende, die singen oder Instrumente spielen; andere komponieren oder verfassen Schriften; wieder andere malen, bildhauern oder performen. Wenn Kulturschaffende jedoch ihre Stimme zu Fragen der Zeit erheben, warum tun sie es nur, dann sind ihre Kommentare und Meinungen in keiner Weise relevanter als die Wortmeldungen von Bäckern, Ärtzinnen, Lehrern, Kauffrauen oder Müllmännern.

Ich bin Kulturschaffender in Deutschland. Ich reiße gerne das Maul auf. Was jedoch aus meinem Mund kommt, ist nicht mehr und nicht minder relevant als all das, was aus jeder anderen Fresse fällt!

Erstunterzeichner:
Gerd Buurmann, Köln

Weitere Unterzeichnende:
Robert Cohn, Schriftsteller & Aufreißer, Hamburg
Yvaine de Winter, Günzburg
Wolfgang Scharff, Autor, Regisseur, Hilfssheriff
AljOshA – Kulturbi et orbi, Hamburg
David Stern, Grafiker, Fotograf & SheriffStern
Eike Wittekindt, Stilbilder und Trendsetter
Markus Leuthel, Jazzpianist – Verteidiger alles Wahren, Schönen und Guten. Zertifikat: “besonders wortkarg”, Berlin

***

Wer diesen Offenen Brief ebenfalls unterzeichnen möchte, soll sich bei mir melden!

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FAUST im GRETCHEN

Morgen ist es soweit. Ich bin ja so nervös! Einen größeren Klassiker gibt es kaum in der deutschen Sprache.

“Faust”
Eine Psychose nach J.W. Goethe,
mit Gerd Buurmann als Faust, Mephisto und Gretchen.
Regie: Burkhard Schmiester.

Termine: 21. bis 24. und 28. bis 31. August 2014 um 21 Uhr im Hinterhof des GRETCHEN, Obentrautstr. 19-21, 10963 Berlin-Kreuzberg.

Kartenreservierung: sommerkarten@gmx.de
oder
(030) 74 924 329

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Weh! steck ich in dem Kerker noch?
Verfluchtes dumpfes Mauerloch,
Wo selbst das liebe Himmelslicht
Trüb durch gemalte Scheiben bricht!

Foto (oben): Viktoria Burkert
Fotos (folgende): Burkhard Schmiester

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Meine Ruh’ ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.

Wo ich ihn nicht hab’,
Ist mir das Grab,
Die ganze Welt
Ist mir vergällt.

Mein armer Kopf
Ist mir verrückt,
Meiner armer Sinn
Ist mir zerstückt.

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Heinrich, mir graut’s vor Dir!

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Ach! könnt ich doch auf Bergeshöhn
In deinem lieben Lichte gehn,
Um Bergeshöhle mit Geistern schweben,
Auf Wiesen in deinem Dämmer weben,
Von allem Wissensqualm entladen,
In deinem Tau gesund mich baden!

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