Ich bin nicht Hatice Özgür!

Heute habe ich folgenden Artikel auf Facebook gefunden:

In dem Artikel geht es um den Berliner Travestie-Künstler Stefan Kuschner. Zu seinen Kunstfiguren gehört Hatice Özgür, eine islamische Frau mit Kopftuch.

Hiermit erkläre ich: Ich bin nicht Hatice Özgür! Das Bild mit mir und Kopftuch entstand, als ich zum Islam konvertiert bin. Es war beeindruckend leicht zu konvertieren. Ich musste nur in Anwesenheit von ein paar Muslimen diesen Satz sagen:

لَا إِلٰهَ إِلَّا الله مُحَمَّدٌ رَسُولُ الله.

Hab ich gemacht. Jetzt bin ich Muslim und ich erwarte, dass meine Entscheidung ernst genommen wird. Der Islam hat mich am Arsch wie Pierre Vogel. Selber Schuld! Wenn der Islam so Deppen wie mich nicht haben will, soll er sich gefälligst bessere Türsteher besorgen und den Eintritt nicht so leicht gestalten!

Bei den Juden wird man nicht so leicht aufgenommen. Ohne einen Rabbi geht schon mal gar nichts. Außerdem wird man mindestens drei Mal wird den Satz zu hören bekommen: “Du kommst hier nicht rein!”

Immer wieder höre ich, es gäbe zu wenig Selbstkritik im Islam. Das möchte ich ändern. ‏إن شاء الله‎ Es gibt keinen Grund, Kritik zu scheuen! ‏الله أَكْبَر‎

Liebe Brüder und Schwestern,

immer wieder wird behauptet, nur ein bis zwei Prozent unter uns Muslimen seien Fanatiker, die Juden hassen. Nun, selbst bei nur zwei Prozent Muslime, die Juden hassen, sind das mehr judenfeindliche Muslime als es Juden auf der Welt gibt. Einen Juden beruhigen wir damit nicht!

Wer behauptet, IS oder Hamas hätten nichts mit dem Islam zu tun, kann auch gleich behaupten, die Kreuzzüge hätten nichts mit dem Christentum zu tun und die Nazis nichts mit Deutschland.

Natürlich sind nicht alle Muslime Terroristen. Damals waren auch nicht alle Deutschen Nazis, aber von 1933 bis 1945 gaben die Nazis den Ton an in Deutschland. Zur Zeit haben wir im Islam leider zu viele üble Gestalten an der ersten Geige sitzen.

Wenn wir wollen, dass sich Leute für den Islam interessieren, dann müssen wir Vertrauen schenken und nicht Angst einjagen. Wir müssen durch Werbung gewinnen nicht durch Gewalt!

6. Vielen Deutschen ist der Hinduismus egal! Das ist gut. Der Hinduismus nervt nicht. Die Buddhisten sind auch vielen Deutschen egal. Sie nerven auch nicht! Unter uns gibt es leider viel zu viele Fundamentalisten, die es nicht zulassen wollen, dass einem der Islam egal ist!

Niemand wird anfangen, den Koran zu respektieren, nur weil Muslime zum Terror greifen. Der Respekt wird erst kommen, sobald der Islam so verspottet werden kann wie jede andere Religion auch, sobald der Koran wie das Buch der Mormonen auf dem Broadway verarscht werden kann, ohne Angst vor blutigen Ausschreitungen haben zu müssen.

Es gibt Menschen, die nutzen den Koran, um damit Feuer zu machen. Andere wiederum nutzen den Koran, um in seinem Namen zu morden. Ich finde, die zweite Gruppe von Menschen beleidigt den Islam, nicht die erste!

Ein Mensch, der gegen das Verbrennen eines Buchs auf die Straße geht, aber zum Morden von Menschen im Namen dieses Buchs schweigt, hat ein ganz schwerwiegendes Problem.

Man darf nicht von einem Muslim auf den ganzen Islam schließen. Wer behauptet, Islam bedeute Terror, nur weil ein paar Muslime Terroristen sind, gehört kritisiert. In der gleichen Logik ist es aber auch falsch zu behaupten, Islam bedeute Frieden, nur weil ein paar Muslime friedlich sind.

Zwei bedeutende Menschen, die sich mit dem Buch der Juden auseinandergesetzt haben und auf deren Leben neue Religionen gegründet wurden, hießen Jesus und Mohammed. Jesus war ein dem Alkohol zugeneigter Hippie, der auch schon mal zur Peitsche griff. Mohammed wiederum war ein Feldherr, der Alkohol verabscheute und Kriege führte. Unterschiedlicher können zwei Männer nicht sein.

Wenn ein Muslim einen Terroranschlag verübt, sollten wir uns nicht dadurch hervor tun, dass wir uns Sorgen um das öffentliche Bild vom Islam machen. Wir sorgen uns schließlich auch nicht um das öffentliche Bild vom Mann, wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt hat. Es ist übrigens unanständig zu fragen, was eine Frau, die vergewaltigt wurde, getan haben könnte, um die Vergewaltigung zu provozieren. Genauso unanständig ist es, nach einem Terroranschlag zu fragen, was die Opfer des Anschlags getan haben könnten, um einen solchen Anschlag zu provozieren.

Religionen sind wie Fürze. Jeder glaubt, nur die der Anderen stinken!

Ich bin jetzt deutscher Moslem. Der Islam und Deutschland haben viel gemein. Damals besudelten die Nazis alles, worauf man als Deutscher historisch, kulturell und gesellschaftlich stolz oder froh sein konnte. Was unter den Nazis geschah, kann und darf niemals vergessen werden. Der Ruf Deutschlands wird für immer einen Makel tragen. Der “Islamische Staat” hat dies für den Islam getan. Die Erinnerung an den brutalen Judenhass, an die Gewalt, Unterdrückung und die Morde, die im Namen des Islam begangen wurden, wird bleiben.

In diesem Sinne,
Grüß Allah!

Ja, ich bin Moslem, aber nicht Hatice Özgür! Übrigens, Gülây Akÿn vom Verein Gays and Lesbians aus der Türkei findet Hatice Özgür gar nicht komisch. „Das ist klar rassistisch“, empörte sie sich. „Da stellt sich ein weißer Mann auf die Bühne und reproduziert Klischees, um das Publikum zu belustigen“, sagte sie dem Tagesspiegel. Akÿn ist sich sicher, dies habe “mit Humor nichts zu tun“ und erklärt, durch diese Darstellung würden „Menschen durch Reproduktionen von Klischees gedemütigt“.

Liebe Gülây Akÿn,

Travestie war schon immer ein Spiel mit Klischees! Haben Sie sich schon mal angeschaut, wie Mary, Olivia Jones und RuPaul Frauen darstellen? Glauben Sie wirklich, die durchschnittliche Frau sieht im Alltag aus wie Olivia Jones bei dem NPD-Parteitag? Wenn die Kunstfigur Hatice rassistisch ist, dann sind Mary, Olivia Jones und RuPaul sexistisch! Und überhaupt: Rassistisch? Seit wann ist der Islam eine Rasse? Der Islam ist nicht mal ein Volk. Der Islam ist eine Religionsgemeinschaft! Rassistisch ist es, wenn jemand ob seiner Herkunft diskriminiert wird. Wenn jedoch jemand ob seiner Überzeugungen verarscht oder kritisiert wird, nennt man das Aufklärung! Für seine Herkunft kann niemand was, für seine Überzeugungen schon! Der Islam ist eine Überzeugung. Ihn zu verarschen ist Aufklärung und Travestie ist ein Mittel der Aufklärung. Travestie hat dabei schon immer mit Klischees gespielt.

Travestie hinterfragt geltene Geschlechterrollen, die nicht selten religiös bestimmt werden. Eine Verballhornung religiöser Prinzipien ist somit in der Travestie unvermeidbar! Darum, liebe Gülây Akÿn, wir sind alle Menschen und darum kann ein Mann eine Frau klischeehaft persiflieren, ein Christ einen Moslem und eine schwarze Lesbe eine weiße Schwuppe. So unterschiedlich sind wir nämlich alle nicht. Stefan Kuschner spielt Hatice Özgür mit Liebe und Hingabe und jede Religion sollte sich stolz schätzen, eine Frau wie Hatice Özgür oder einen Mann wie Stefan Kuschner zu haben.

Nur Fundamentalisten haben ein Problem mit Travestie! Darum, liebe Gülây Akÿn, legen Sie die beleidigte Bettwurst ab. Sie steht Ihnen nicht, Schätzchen. Öffnen Sie lieber mal Ihr schwul-lesbisches Döschen aus der Türkei und lachen einfach mal! Seien Sie doch nicht so verbittert. Das ist voll ungay!

Sollten Sie weiter so humorlos und griesgrämig durch die schwul-lesbische Welt stampfen, habe ich einen Rat für Sie: In der jüdischen Tora findet sich im dritten Buch Mose dieser Spruch: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Ich darf mir gestatten, Ihnen zu sagen, dass Sie sich selber lieben sollen. Ich kann es aber auch auf türkisch formulieren: Fuck you!

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

PS: Ich finde, Frauen mit Kopftuch sehen irgendwie aus wie unbeschnittene Penisse. Ich finde eine Religion amüsant, die die Eicheln der Männer offen legt, aber die Köpfe der Frauen verhüllt.

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Holocaust to go 

Ich bin gerade in Berlin und sehe dieses Bild.

Mein sehr guter Freund David Serebrjanik sah dieses Bild und sagte nur: “Holocaust to go!” Ich erinnere mich an einen Brief, den ich einst schrieb:

Liebe Vergangenheitsbewältiger,

hier stehe ich, Euer Sohn! Ich habe in meiner Schulzeit jeden 9. November mit dem Schulchor vor dem Gedenkstein in meinem Heimatdorf gesungen, der an die Synagoge erinnert, die 1938 von den Nazis niedergebrannt wurde. Jetzt steht dort eine evangelische Kirche. Martin Luther würde jubeln! Ich habe Klassenfahrten nach Dachau und Theresienstadt gemacht, in der Schule alles über die Emslandlager erfahren, mit Oma und Opa über die Zeit des Nationalsozialismus’ gesprochen und “Schindlers Liste” im Leistungskurs Geschichte geschaut. Ich habe sogar ein Theatstück über den Holocaust an meiner Schule aufgeführt. Ihr habt einen vorbildlichen Vergangenheitsbewältiger aus mir gemacht! Ihr habt mir gezeigt, wie man sich als guter Deutscher auseinandersetzt.

Wir setzen uns auseinander. Jedes Jahr ein wenig mehr. Hier sitzen wir und ganz weit von uns auseinander, irgendwo die dunkele, böse Vergangenheit.

Wir warfen Kränze ab, zündeten Kerzen an, stellten Stelen auf und sangen “Donna Donna”. Irgendwie fing Vergangenheitsbewältigung an, Spaß zu machen.

Vergangenheitsbewältigung ist neben Autos und Bier das wichtigste Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland.

Wie dramatisch sähen wohl die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aus, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Wie viele Artikel weniger wären auf meinem Blog Tapfer im Nirgendwo? Die Stadt Berlin wäre um eines ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer: das Holocaust Mahnmal, von dem Altkanzler Gerhard Schröder einst gesagt hat, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Ohne Holocaust hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. In 55 Jahren von der SS zum Nobelpreis, das schaffte nur der deutsche Grass!

Ohne Holocaust hätte Volker Schlöndorff niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten. So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis.

Ohne Holocaust gäbe es beim ZDF immer noch genug Sendeplatz für das Testbild.

Ohne Holocaust wären die deutschen Vergangenheitsbewältiger nicht da, wo sie heute sind! Deutschland ist stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung!

Bei der ganzen Bewältigung der Vergangenheit haben viele ganz die Gegenwart vergessen. Über die ständige Fragerei, wie man selbst wohl gehandelt hätte, wenn man damals gelebt hätte, wird ganz übersehen, dass es Judenhass auch heute noch gibt. Man sollte sich lieber mal fragen: Was machen ich eigentlich heute?

Liebe Vergangenheitsbewältiger, 

hier stehe ich, Euer Sohn! Bitte nehmt mal einen Wunsch von Eurem Schüler an: Hört einfach mal auf mit der Bewältigung. Ich gebe Euch auch eine Eins mit Sterchnen und ein Fleißkärtchen dazu, wenn Ihr Musterschüler Euch nur endlich mal setzt. Legt einfach mal eine kleine Vergangenheitsbewältigungspause ein. Es ist morgens halb zehn in Deutschland. Zeit für ein Knoppers! Die Vergangenheit könnt Ihr nicht mehr ändern, die Gegenwart jedoch schon.

Wenn Ihr das nächste Mal in der Schule davon erzählt, dass es einst “judenreine” Städte und Dörfer in Deutschland gab, dann nutzt die Zeit lieber mal dazu, um von den Ländern zu berichten, die heute “judenrein” sind. Diese Länder sind stolz darauf, tausende Juden vertrieben zu haben, wie Aden, Algerien und Libyen. Berichtet von den 850.000 Juden, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg aus arabischen Ländern vertrieben wurden.

Liebe Vergangenheitsbewältiger der öffentlich-rechtlichen Anstalten, wenn Ihr uns wieder einmal zeigen wollt, wie sehr die Nazis die Juden gehasst haben, dann spart Euch die Sendezeit und zeigt uns lieber mal die Länder, wo heute Juden gehasst werden. Die kommenden Aussagen sind alle in den letzten Jahren in Fernsehsendungen der arabischen Welt zu hören und zu sehen gewesen:

“Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!” (Ein Minister der Hamas auf Al-Aqsa TV (Gaza), 28. Februar 2010)

“Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.” (Al-Nas TV (Ägypten), 8. Januar 2008)

“Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten!”

“Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!” (Qatar TV (Katar), 9. Januar 2009)

“Der größten Feinden eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!” (Al-Rahma TV (Ägypten), 9. Januar 2009)

“Juden sind Schweine und Affen! Gott sagt das!” (Ein kleines Mädchen auf Iqra TV (Saudi-Arabien), 7. Mai 2002)

“Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben. Hahahahaha!” (Wiam Wahhab, ehemaliger libanesischer Minister, auf Al-Jadid/New TV (Libanon) 4. Juli 2010)

“Immer wieder hat Gott Strafen über die Juden kommen lassen. Die letzte Strafe wurde von Hitler ausgeführt. Bei allem, was er ihnen angetan hat, und die Juden übertreiben bei der Beschreibung dieser Taten, hat Hitler die Juden nur an ihren gerechten Platz gesetzt. Es war die göttliche Strafe für sie!” (Al-Jazeera TV (Katar) 30. Januar 2009)

Aber nicht nur in den arabischen Ländern gibt es Judenhass, auch in Deutschland und in Europa hat sich dieser Hass in unsere Gegenwart gerettet, wie ich hier, hier, hier und hier beschrieben habe. Statt immer wieder die Vergangenheit zu bewältigen, setzt Euch mal mit dem Judenhass von heute auseinander. Fragt nicht, was Ihr getan hättet, sondern fragt, was ihr gerade tut!

Hört auf, ständig Israel in Eure Vergangenheitsbewältigung hineinzuziehen. Im 20. Jahrhundert hat Deutschland versucht, die Juden zu vernichten. Habt jetzt wenigstens den Anstand und werft nicht dem einzigen Land, dass Juden verteidigt, Steine in den Weg! Die Gründungscharta der Hamas fordert in Artikel 7 die Vernichtung aller Juden. Israel verhindert das. Deutschland aber kritisiert Israel! Das Regime im Iran will Israel vernichten. Israel kritisiert das! Deutschland aber macht einen Deal mit dem Iran! Das ist deutsche Vorarbeit an einer neuen Vergangenheitsbewältigung.

Israel ist eine moderne, aufgeklärte, demokratische und vor allem freie Gesellschaft. In Israel wird die Gleichberechtigung der Geschlechter staatlich gelebt. In den anderen Ländern des Nahes Ostens werden Frauen aus der Gesellschaft verbannt und unter Stoff vergraben.

In Israel herrscht Religionsfreiheit. Juden, Christen, Muslime und andere Religionsangehörige arbeiten in Ämtern und Gerichten, bei der Polizei und der Feuerwehr, in der Armee und dem Parlament. In den anderen Ländern des Nahes Ostens, darf es nur den Islam geben, alle anderen Religionen sind verboten und werden verfolgt.

In Israel können Männer Schwänze lutschen, während In den anderen Ländern des Nahes Ostens enden Männer dafür hängend an einem Baukran. Frauen werden bis zur Schulter im Boden eingegraben und gesteinigt.

In Israel sind die Presse und die Meinungen frei! In Israel wird frei geforscht. Die Welt wurde so mit bahnbrechenden und lebensrettenden Erfindungen in der Medizin und Technologie beschert. Die anderen Ländern des Nahen Ostens versorgen die Welt mit Mördern aus ihren Terrorcamps. Dort wird der blutige und mörderische Terror gegen Männer, Frauen und Kinder gefeiert und staatlich gefördert.

In Israel leben die weltweit bekanntesten und aktivsten Förderer eines Friedens zwischen Israel und Palästina. In der israelischen Unabhängigkeitserklärung steht: „Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

In der Charta der Hamas steht:

Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!

In der islamischen Monarchie Bahrain herrscht die Schari’a und Homosexuelle kommen für 10 Jahre in den Knast. Im Libanon, wandern Homosexuelle für drei Jahre in den Knast. In der von Baschār al-Assad geführten islamisch-sozialistischen Diktatur Syrien herrscht die Schari’a und Homosexuelle wandern für 3 Jahre in den Knast. In der absoluten islamischen Monarchie Oman sind politische Parteien verboten und Homosexuelle wandern für 3 Jahre in den Knast. In der absoluten islamischen Monarchie Katar ist Blasphemie bei einer Haftstrafe von bis zu sieben Jahren verboten und Homosexuelle wandern für 5 Jahre in den Knast. In Saudi-Arabien gibt es einen Schleierzwang für Frauen, alle Religionen bis auf den Islam sind verboten und Homosexuelle werden hingerichtet. Im Jemen ist jede fünfte Frau zwischen 15 und 49 genital verstümmelt, 37% aller nicht volljährigen Mädchen sind zwangsverheiratet und Homosexuelle werden hingerichtet. Im Gottesstaat Iran wird noch heute gesteinigt und Homosexuelle hingerichtet.

Liebe Vergangenheitsbewältiger,

hier stehe ich, Euer Sohn! Lasst die Vergangenheit Vergangenheit sein! Schaut auf die Gegenwart! Aber bitte schaut, wenn ihr gen Osten blickt, nicht nur auf Israel. Ihr habt Juden mittlerweile wahrlich genug Aufmerksamkeit geschenkt. Das reicht für die nächsten tausend Jahre.

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Ein Kölsch in Berlin

Ich sitze gerade im Gaffel in Berlin, trinke ein Kölsch und erinnere mich daran, dass ich im März 2012 das letzte Mal hier war. Ich werde den Tag nie vergessen!

9. März 2012:

Gestern war ich in Berlin. Ich war von der SPD Bundestagsfraktion gebucht worden, zusammen mit Dr. Isabel Rohner und Meisterin Nikola Müller im Rahmen des Internationalen Frauentags eine kurze Szene aus dem Werk von Hedwig Dohm vorzutragen.

Ich erreichte Berlin so gegen drei und freute mich auf mein Hotel. “Die SPD wird sich ja nicht lumpen lassen”, dachte ich mir. “Wer schon für den Mindestlohn streitet, wird auch die Kunst nicht darben lassen.”

Ich nächtigte in einem Hostel mit dem Charme einer Jugendherberge, wunderbar gelegen neben dem „Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit“. Mein Zimmer bestand aus einem liebevoll schlicht gehaltenen Ikea-Tisch, einem kleinen Bett, einem Fernseher in Briefmarkengröße und keiner Minibar – nicht mal Toblerone! Ich war kurz davor, den Groucho Marx zu machen und bei der Rezeption anzurufen: “Entschuldigung, können sie mir bitte ein größeres Zimmer hochschicken?” Aber es gab kein Telefon. Dafür gab es eine Inkontinenzfolie zwischen Matratze und Laken. “Da vertraut mal jemand seinen Gästen.” Für den Preis war es ein absolut akzeptables Zimmer. Danke, SPD!

Über meinem Bett hing ein Bild vom “Holocaust Mahnmal”. “Ach”, dachte ich so bei mir, “ein wirklich einladendes Zimmer. Das Letzte, woran ich heute Nacht denken werde, wird der Holocaust sein und mein erster Gedanke, sollte ich wieder wach werden auch. Gute Nacht Holocaust! Guten Morgen Holocaust!”

Nachdem ich mich frisch gemacht hatte, ließ ich mich zum Ort der Aufführung bringen. Ich war richtig gespannt! Berlin am Frauentag. Mal was ganz anderes als Köln zu Wieverfastelovend.

Als ich den Saal betrat, fand ich mich in einem kölschen Brauhaus in der Dorotheenstraße wieder. Es gab Salat, Rievkooche, Flönz und Röggelchen. Es war Wieverfastelovend bei der SPD in Berlin. Es war laut, unruhig, kölschselig und am Tisch ganz vorne saß Franz Müntefering. Eine Garderobe gab es nicht! Danke, SPD!

Bevor Isabel Rohner, Nikola Müller und ich die Bühne betraten, ergriff Barbara Hendricks das Mikrofon und brüllte in den Saal: “Schnauze jetzt! Jetzt kommt Kultur!” Sie meinte es gut mit uns, erreichte aber das genaue Gegenteiö. Da standen wir, in einem kölschen Brauhaus in Berlin und hatten schlagartig 120 Menschen gegen uns. Nur Münte ließ sich nichts anmerken.

Wir begannen unsere Szene: Hedwig Dohm, gelesen von Isabel Rohner und Nikola Müller, im Schlagabtausch mit den Anti-Feministen ihrer Zeit, Nietzsche, Groddeck und Möbius, gespielt von mir. Nach nur 23 Sekunden war der alte Geräuschpegel wieder hergestellt. Danke, SPD!

Nach 5 Minuten betraten die Praktikantinnen von Martin Gerster, MdB den Saal. Ich war gerade dabei, Friedrich Nietzsche zu spielen: “Ihr erster und letzter Beruf soll sein, Kinder zu gebären. Ein Mann der Tiefe hat, kann über das Weib nur orientalisch denken. Er muss das Weib als Besitz, als verschließbares Eigentum, als etwas zur Dienstbarkeit Vorherbestimmtes auffassen. Er muss sich hierin auf die ungeheure Vernunft Asiens stellen.”

Buh-Rufe ereilten mich von Seiten der Praktikantinnen Martin Gersters. Dann wechselte ich in die Rolle zu Groddeck und sagte: “Durchschnittlich sechs Tage im Monat ist das Weib siech. Jede Frau, selbst die gesündeste, in in diesen Tagen stets mehr oder weniger intellektuell unzurechnungsfähig. Körper und Geist sind völlig zerrüttet und in Aufruhr gebracht!”

Da platzte den Praktikantinnen der Kragen! Sowas könne man doch nicht sagen! Warum denn so ein Chauvi hier sprechen dürfe! Heute sei schließlich Frauentag! Und überhaupt, das ginge ja gar nicht.

“Das könnt ihr doch nicht bringen”, sprach eine, “auch noch vor Franz Müntefering!”

Mein Einwand später, dass das Theater sei, auch wenn keiner zugehört habe, ließen die Praktikantinnen nicht gelten:

“Aber sie sind so überzeugt davon, dass sie das hier so spielen, oder was?”

“Äh, Nein.”

“Frauen sind nicht siech!”

“Sehr gut!”

“Warum sagen Sie das dann?”

“Das hab ich nicht gesagt!”

“Doch; gerade!”

“Das war nicht ich. Das war Groddeck!”

“Was?”

“Sie sind zu spät gekommen. Das sind Texte von Georg Groddeck!”

“Warum zitieren sie so einen Mann?”

“Ich zitiere nicht, ich spiele eine Rolle.”

“Was?”

“Sie sind zu spät gekommen. Ich spiele die Rolle nur!”

“Warum spielen sie denn eine solche Rolle?”

“Weil ich Schauspieler bin?”

“Aber wenn Sie Anstand hätten, würden Sie eine solche Rolle nicht spielen.”

Jetzt schaltete sich Dr. Isabel Rohner ein: “Sie sind süss”, sprach sie, lachte, drehte sich um und ging. Ich hörte etwas in ihr zerbrechen. Ich vermute, es war ihr Glaube an die politische Zukunft unseres Landes.

Ich war mittlerweile im Geiste schon in meinem Hotelzimmer. Die Praktikantinnen echauffierten sich weiter. Da riss es mich. In Gedanken an das Bild über meinem Bett sprach ich:

“Sie reagieren wie Typen, die zwanzig Minuten zu spät zu “Schindlers Liste” kommen, um dann nach 25 Minuten vollkommen aufgebracht das Kino wieder zu verlassen mit der Begründung: Das sei ja ein Nazifilm. Überall lauter Nazis. Wer spielt denn sowas und überhaupt, warum darf so ein Film gezeigt werden? Das ist Deutschland hier!”

Das fanden die Praktikantinnen leider gar nicht lustig. Ich schon! Sie gingen. Ich nicht! Ich blieb und ging zur Theke. Münte war leider schon weg. Dafür war Purim. Ich ließ mich volllaufen und alles auf den Deckel der SPD schreiben.

Betrunken wankte ich zurück ins Hotel und fiel ins Bett. Ich blickte noch einmal auf das Bild an der Wand und dachte:

“Gute Nacht Holocaust. Danke, SPD!”

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Die Antworten der Mitglieder des Kölner Rats

Vor einigen Tagen sendete Tapfer im Nirgendwo eine Mail an die Mitglieder des Kölner Stadtrats im Namen vieler Jüdinnen und Juden aus ganz Europa, die sich in Köln bedroht fühlen, da nahezu täglich vor dem Kölner Dom gegen sie gehetzt wird und sogar die Hamas mit ihrer Forderung, alle Juden weltweit zu vernichten (Artikel 7 Hamas-Charta), als durch Juden provozierter und somit legitimer Widerstand bezeichnet wird. Den Brief finden Sie hier: “Warum? Ein offener Brief!”

Tapfer im Nirgendwo präsentiert hier alle Antworten:

“ICH sehe das genau so!
Ralf Unna, Deutscher und Israeli”
(Ralf Unna, Die Grünen)

“Frau Reker sind diese unsäglichen, abscheulichen Bilder und „Installationen“ bekannt. Sie kann nicht verstehen, warum seitens der Stadt dagegen nicht rigoros vorgegangen wird. Es ist erschreckend, dass heutzutage wieder judenfeindliche Äußerungen durch manche deutsche Stadt klingen. Wir müssen das jüdische Leben in Deutschland schützen und verteidigen, denn es steht der zivile Zusammenhalt unserer Gesellschaft auf dem Spiel, wenn es Extremisten gelingt, unter unseren Augen wieder Jagd auf Juden zu machen.

Außerdem ist die Hamas zu Recht noch als Terrororganisation in Deutschland und Europa gelistet. Daher sind Demonstrationen im Namen der Hamas schon nicht erlaubt.

Wir werden Ihr Schreiben zum Anlass nehmen und uns bei den entsprechenden Dezernaten erkundigen, warum die von Ihnen angesprochene Person fast täglich auf der Domplatte „demonstrieren“ darf und uns dafür einsetzen, dass diesem rassistischen Spuk ein Ende gesetzt wird.” (Henriette Reker, Oberbürgermeisterkandidatin, unabhängig)

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Ein Sonntag im Lager

Ein Erlebnisbericht von Alexander Spix.

Am Sonntag, 23. August 2015 um 15.37 Uhr bekam ich von einer Freundin eine SMS: „Ich gucke mir jetzt das Flüchtlingslager beim Aqualand an, wenn Du mit magst, gib Bescheid.“

Mein erster Gedanke war: „Nein, ich schaue mir keine Menschen an, wie Andere Tiere im Zoo anschauen.” Dann fiel mir ein, dass in der Presse stand, die Unterkunft sei noch nicht mit Menschen belegt, die Zuflucht suchen. Also sagte ich zu.

Sie holte mich mit dem Auto ab, da wir uns einig waren, dass der Weg nach Chorweiler mit dem Fahrrad viel zu weit sei. Im Auto dachte ich dann schon, wenn uns dieser Weg mit dem Fahrrad innerhalb von Köln schon zu weit ist, was sollen dann erst die Flüchtlinge sagen, die Tausende von Kilometern hinter sich haben und den Luxus solch einer Entscheidung nicht haben.

Auf dem Weg nach Chorweiler redeten wir über Gott und die Welt, gestört nur durch die nervige Stimme des Navis. In Chorweiler angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Parkplatz vom Aqualand, der extra für das Flüchtlingslager abgesperrt worden war. Am Fühlinger See angelangt, fragte meine Freundin zwei vorbeiziehende junge Männer, ob sie wüssten, wo wir die Flüchtlingsunterkunft finden könnten. Die Beiden erteilten uns Auskunft und es kam noch: „Da sollen bis Ende der Woche mehr als 1.200 Leute hin,“, dabei ein skeptischer Blick, und die beiden zogen weiter. Wir beide auch.

Wir kamen nach gut zehn Minuten Fußweg an dem „Areal“ an. Dieses war mit Zäunen und Sichtschutz abgeriegelt. Um den Eingang zu finden, beschlossen wir, um das Gelände herum zu gehen. Der Weg dorthin war etwas höher gelegen, und wir konnten von dort oben in die „Zeltstadt“ einsehen. Mir wurde ganz komisch. Ich dachte mir: „Wie würde es mir gehen, wenn ich hier mit einem Bus ankommen würde?“ Ich sagte zur meiner Freundin: „Ich würde heulen, wenn ich hier ankommen würde, und das hier sehen müsste.“

Wir verstummten. In meinen Gedanken kamen Situationen von früheren Urlauben, wo ich Bussen von den Flughäfen zu den Hotels gefahren wurde. Es wurden in der Regel mehrere Hotels angefahren. Man war gespannt, wie das Hotel aussehen würde. Bei vielen Hotels, die vorher angefahren wurden sagte ich oft: „Gut, dass wir hier nicht unterbracht werden, das ist ja das Letzte!“ Dabei waren es ganz normale Hotels, nur nicht mit ganz soviel Luxus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Oder Gedanken von Berichten von Freunden aus dem Urlaub, Klagen, weil vielleicht der Blick aufs Meer nicht so toll war, wie sie es sich vorgestellt hatten. Alles Peanuts im Vergleich zu dem, was ich hier sah.

In der Zeit, wo ich über diese Dinge nachdachte, fanden wir einen Eingang, wo sich auch offizielle Menschen befanden. Meine Freundin öffnete das Tor und ging zu einem Container hin, wo sich die Menschen befanden. Ich blieb verhalten wartend vor dem Tor stehen. Sie redete mit zwei Menschen. Ich verstand kein Wort. Sie kramte in ihrer Handtasche herum, und holte einen Ausweis hervor und zeigte ihn. Sie ist Juristin. Dann rief sie mich rein.

Ein netter Herr mit zwei Aktenordnern unterm Arm (später sagte er uns, er sei von der Stadt) begleitete uns auf dem Gelände. Mein Magen zog sich immer mehr zu. Er zeigte uns ein bereits fertiggestelltes Zelt, welches als Schlafunterkunft für 80 Menschen dienen sollte. Alles wirkte auf mich bedrückend und eng. Teilweise standen da Feldbetten aus Karsernen. Diese waren so schmal, dass man nur ohne Bewegung drauf liegen konnte. Wenn man sich umdreht, fällt man herunter. Es standen vier Schlafplätze (Hochbetten) in Parzellen, mit Stellwänden und Spinden voneinander getrennt, wie man sie kennt aus der Umkleide vom Sport, teilweise unabschließbar. Beheizt wurden die Zelte mit einem Notstromaggregator, aber da gab es ein Problem. Die Trennwände waren zu hoch, und die erste Parzelle überhitzte sich, während die weiteren Parzellen keine Wärme abbekamen. Dieser Fehler sollte noch vor der Ankunft der ersten Flüchtlinge behoben werden, indem die Trennwände gekürzt würden.

Wie man die engen Räume lüften sollte, war mir ein Rätsel. Beim Verlassen des ersten Zeltes zeigte der Herr auf ein weiteres Zelt und sagte: „Das sind Aufenthaltszelte.“ Meine Freundin fragte: „Also, wo Billiardtische usw. augestellt sind?“ Ich dachte mir schon, was fragt sie da? Der Herr von der Stadt lächelte und sagte, “Nein”, es seien sogenannte Speiseräume. Auch diese waren voll mit Tischen, die eng bestuhlt in Reihen aufgestellt wurden. Auf dem Gelände selbst war sehr wenig Platz, und man fragte sich, wo können die Menschen hin, wenn sie mal raus wollen? 

Zum Schluss sagte der Mann von der Stadt: „Dies ist nur eine Notunterkunft.“ Auf meine Frage, wie lange die Menschen hier verbleiben müssen, zuckte er bloß mit den Schultern. Also kann die „Notunterkunft“ wohl für die hier lebenden Menschen einen längeren Aufenthalt bedeuten, schloss ich in Gedanken. Diese Vorstellung war sehr erschreckend für mich und machte mich sehr nachdenklich. Ich hoffe nur, dass die Politik schnell handelt, und dass die Menschen, die hier unter solchen Zuständen leben müssen, von den Bewohnern Kölns herzlich aufgenommen werden und keine Ablehnung erfahren, wie in manch anderer Stadt in Deutschland.

Wieder zu Hause angekommen, fiel mir ein, dass ich mir mit meinem Verlobten Joseph Vicaire vor ein paar Tagen die größere Wohnung unserer Nachbarin angeschaut hatte, die im September aus der Wohnung auszieht. Mit dem Gedanken in eine größere Wohnung zu ziehen, (da hätten wir nicht 58 qm, sondern 70 qm Wohnfläche und ein Zimmer mehr), erfüllte mich mit Scham. Vorab hatten wir uns schon dagegen entschieden, und nach dem heutigen Besuch im Flüchtlingslager bin ich darüber sehr froh.

Was ich noch erwähnen möchte: Das Technische Hilfswerk und die Johanniter leisten echt super Arbeit, aber wenn man bedenkt, wo diese Menschen herkommen, was für ein Leidensweg sie erdulden mussten, um schliesslich in einem Lager leben zu müssen, ist es mir unbegreiflich, wie andere Menschen ihnen so viel Hass entgegenbringen können. Ich kann das nicht verstehen.

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Dem Matisyahu Gibor und der schönen Maria

Ein Gastbeitrag von A.mOr.

Matisyahu ist seinem starken Namen gerecht geworden, kol hakawod!

Als „Mörder!“ begrüßt zu werden, ist natürlich kein „schönes Karma“, was einem Musiker da aus arabischem Flaggenmeer im Publikum entgegenschallen kann! Und so geschah es.

Nicht alle im Publikum waren derart lustig eingestimmt. So gab es tatsächlich auch Musikliebhaber, sogar welche die Matisyahu für seine Darbietung angemessen bejubelten. Keine Überraschung das?

Und zum Glück, möchte man meinen, ist die Gesinnungsprüfung an der Eintrittskasse noch nicht der Standard. Was man sich auch erstmal leisten können wollte. Obwohl das Geld des europäischen Steuerzahlers natürlich (wie gewohnt frei) verfügbar ist, nicht nur auf direktem Wege in die Hamas-Terror-Schatzkiste.

Nur –hört!- auch denen (und Fatach, usw) laufen mittlerweile die Lämmer weg! Ob Hamas dann doch zu brutal ist in der Aufsicht und Zucht über die Menschen ihres eigenen Staatsgebietes? Weit gefehlt!

Folgender Artikel mag etwas Licht bringen in die heilig-dunkle Verbindung von BDS, Hamas und IS (usw): “Palästinenser scharen sich um Islamischen Staat”

Und wer ist schuld?
Maria Magdalena! (??)
Da sei der Nazarener* vor!
Der allerdings am Kreuz der Zeit abhängt. Und keine Zeit findet, um die Kinders des ihm zugeschriebenen Glaubens vor den Nachstellungen des „Wahren Glaubens“ zu bewahren.

Dumm gelaufen, und mit Blut geschrieben: einst, wenn seriöse Wissenschaften (etwa die Geschichtswissenschaft) in „erneuerter Welt“ noch Bestand haben sollten.

Nu, die Pläne der Einen müssen nicht das Verhängnis der Anderen sein. Auch wenn sie es faktisch längst schon sind. Und die Bemühungen solcher Art sind ausdauernd.

Und falls die (vor allem europäischen) Nazarener ihr ziemlich dämliches Wangenspiel (die eine, die andere, usw.) mal lassen würden, dann gibt es da unter anderem einen jüdischen Staat, der, in zugegeben sehr schwierigen Umständen zwar, volles Verständnis hat auch für das Kreuz der Europäer.

Man kann das wissen.

Viele Araber wissen das bereits zu gut, nur leider nicht die „Wahrgläubigen“ unter ihnen.

Glauben ist eben nicht wissen.

[*] ‚Der Nazarener‘, in Europa auch bekannt als „Jesus von Nazaret“, ein allseits bekannter und ganz offenbar beliebter „Religionsstifter“.
‚Die Nazarener‘ – Das Christenvolk.

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Bildnachweis: Jkupry1 • CC BY-SA 3.0

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“War Luther Antisemit?”

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ist sich nicht sicher und fragt in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie: “War Luther Antisemit?”

Mich erinnert diese Einladung an ein Titelbild der Titanic.

In Martin Luthers Werk „Von den Jüden und ihren Lügen” heißt es:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ fordert Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson erklärt wurden:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.“

Fünf Euro kostet der Vortrag! Wie muss ich mir den Abend vorstellen? Man bezahlt, setzt sich hin, Prof. Bering kommt rein, sagt “Ja” und dann darf man wieder gehen? Vermutlich nicht. Der Ankündigungstext verspricht nämlich einen Eiertanz der Extraklasse:

“Sind die großen Verdienste Luthers unbestritten, so sind seine Beziehungen zu den Juden zweifelhaft. War er nun Antisemit oder nur – wie damals geradezu alle – ein schlichter Judenfeind? Diese Frage wird von Dietz Bering aufgearbeitet, indem er als erster eine tief gestaffelte Definition des Antisemitismus vorlegt und Luther an ihr systematisch misst.”

Entwarnung! Luther war kein Antisemit. Er war nur ein Judenfeind. Glück gehabt. Das Lutherjahr kann kommen!

Das Wort Antisemitismus ist historisch gesehenen nichts weiter als der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein modernes Gewandt zu geben und geht größtenteils auf den Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) zurück. Er gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an und war erklärter Atheist. In seiner Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil er sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben habe. In seiner Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet” grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreibe. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Einführung des Begriffs „Antisemitismus“ in den zeitgenössischen politisch-gesellschaftlichen Diskurs. Marr prägte wesentliche Klischees und Schlagworte, die weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus weiterwirkten und die Diskussion um die „Judenfrage“ bestimmten. So legte er 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in “Mein Kampf” vertrat.

Wilhelm Marr gehört zu jenen aufgeklärten Demokraten, die zwar auf Gott und den König verzichten konnten, nicht aber auf den Judenhass. Mit pseudo-wissenschaftlicher Akribie wurde der Judenhass intellektuell rehabilitiert und sogar brutalisiert. War es bei dem religiösen Judenhasser Luther noch möglich, dass ein Jude Christ werden konnte, um der Verfolgung zu entgehen, war der Jude für den Marr’schen Antisemit ein ewiger Jude und nur durch die physische Vernichtung zu entfernen.

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wirft in ihrer Ankündigung eine “schwierige Frage” auf:

“Das Ergebnis wirft aber eine noch schwierigere Frage auf: Gesetzt, er ist Antisemit, wie ist dann sein Wandel vom Judenfreund zu einem derart extremen Judenfeind zu erklären, dass die Nazis sich immer wieder auf seine Forderungen berufen konnten: Niederbrennen ihrer Synagogen, ihrer Häuser, Einsperren in Ställe, Zwangsarbeit, vollständige Ausraubung.”

Die Antwort ist schlicht: Egal ob Judenhasser oder Antisemit, die pure Existenz von Juden wird als störend empfunden! Judenhasser im Stile Luthers versuchen, Juden durch Konversion zu entfernen und wenn sie sich weigern, werden sie physisch eben vernichtet; Antisemiten jedoch entscheiden sich direkt für die Vernichtung. Da sich Juden nun allerdings gegen ihre Vernichtung wehren, ist eine weitere Form des Judenhass’ entstanden, der Antizionismus! Antizionisten hassen Israel, weil sich das Land gegen die Vernichtung stemmt.

Die Hamas fordert in Artikel 7 ihrer Gründungscharta die Vernichtung aller Juden weltweit und der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärte am 28. Februar 2010:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Vermutlich fragt die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit bald: “War die Hamas antisemitisch?” Auch dieser Vortrag wird dann sicherlich in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie stattfinden, in der im Juni 2015 dieser Vortrag von Dr. Mark Braverman stattfand: „Mauern durchbrechen“.

In diesem Vortrag wurde nicht gefragt. Es gab kein Fragezeichen, dafür aber eine Menge Ausrufezeichen. Alles war klar! Braverman sprach von einer „verhängnisvollen Scham“ und warf den christlichen Kirchen vor, zum “Unrecht der menschenverachtenden israelischen Besatzungspolitik” zu schweigen. Als Grund für das vermeintliche Schweigen gab Braverman zwei Gründe an. Erstens: Durch das Schweigen wolle sich die Kirche von der eigenen Schuld befreien. Zweitens: Durch das Schweigen entziehe sich die Kirche dem Vorwurf des Antisemitismus, weil es ja so schwierig sei, Israel zu kritisieren. Die Teilnahme an diesem Vortrag war kostenlos!

Die Frage, ob Luther Antisemit war, kostet Geld! Die Gewissheit jedoch, dass Israel kritisiert gehört, was aber schwer ist, weil so viele böse Menschen, vermutlich Juden, mit der Schuld Geschäfte machen, gibt es gratis. Das ist christlich-jüdische Zusammenarbeit in der Melanchthon-Akademie! Noch Fragen?

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