Freiheit für Gaza

Sonntag, 13. Juni 2010. Es ist 14:30 Uhr. Ich stehe in einer Menge von Menschen vor dem Kölner Dom und jubele der Rednerin auf der Tribüne zu. Sie ruft: „Freiheit für Gaza!“ Ein tosender Applaus brandet in der Menge auf. Die Rednerin fährt fort: „Freiheit für Gaza von Krieg und Terrorismus!“ Wieder erklingt ein stürmischer Applaus auf dem Roncalliplatz. „Freiheit für Gaza von Gewalt gegen Homosexuelle und Andersgläubige!“ Der Applaus ebbt nicht ab und schwillt sogar noch an, als die Rednerin ihre Stimme erhebt und ruft: „Freiheit für Gaza von der Hamas!“

Es ist 14:30 Uhr und ich befinde mich zusammen mit mehr als 1000 Menschen (laut Polizeiangabe) vor dem Kölner Dom und demonstriere friedlich aber laut für die Freiheit Gazas, ganz unter dem Motto der Veranstaltung: Fairplay für Israel – für Wahrheit und Solidarität“.

Ich muss gestehen, mir sind die Tränen gekommen. Ich hätte nie gedacht, dass sich gut 1000 Menschen in Köln zusammen finden, um gegen die einseitige Verurteilung Israels zu demonstrieren. Aber noch viel weniger habe ich damit gerechnet, dass die Anwesenden trotz der weltweiten anti-israelischen und antisemitischen Hetzkampagne der letzten Tage an den Prinzipien Hoffnung und Vernunft festhalten und gemeinsam für den Frieden und die Freiheit Palästinas eintreten. Ich fühlte mich spontan an den Spruch von Golda Meir erinnert.

„Wir können den Araber vergeben, dass sie unsere Kinder töten. Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten. Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.“

Ein Polizist, der neben mit steht, sagt zu seinem Nachbarn: „Das ist mal eine Musterdemo. So muss es laufen!“ Vermutlich muss der Polizist auch gerade an jene Demonstration denken, die eine Woche zuvor auf dem Roncalliplatz stattgefunden hatte. An dem Tag hielten etwa 300 Demonstranten, die gegen Israel protestierten, die Polizei in Atem. Die Demonstranten schwenkten die in der EU verbotenen Fahnen der Terroristengruppe Hamas; eine rechtsextreme Partei, die laut eigener Verfassung die totale Vernichtung aller Juden fordert. Ein junger Mann, der an der Demonstration vorbeikam, wurde von einem Mann aus der Menge aggressiv gefragt: „Bist Du Jude?“ Als der so angesprochene erwiderte, er sei Deutscher, wurde der junge Mann von der Polizei entfernt und erhielt aus Sicherheitsgründen (sic!) einen Platzverweis.

Es ist 15 Uhr. Die Demonstration „Fairplay für Israel“ kommt an einer Gruppe vorbei, die gegen Israel demonstriert. Es geschieht nichts. Friedlich schwenken über 1000 Menschen ihre Fahnen, rufen „Lang lebe Israel“ und gehen weiter.

Wieder schweife ich Gedanken ab und muss an eine Demonstration in Duisburg denken, auf der im Jahr 2009 deutsche Einsatzkräfte eine private Wohnung in Abwesenheit der Mieter stürmten, um eine Israel-Flagge aus dem Fenster zu entfernen. Damals kam in Duisburg eine anti-israelische Demonstration an einem Haus vorbei, an dem eine Fahne Israels an einem Fenster befestigt war. Die aufgeputschte Meute von Judenhassern konnte den Anblick des blauen Davidsterns nicht ertragen und fing damit an, in guter alter Tradition deutscher Pogrome, das Fenster mit Steinen zu bewerfen. Anstatt die Meute an ihrer Gewalt hinderte, stürmte die Polizei die Wohnung und machte somit die Mieter der Wohnung zu Opfern der Judenhasser. Ich muss zudem an all die Gerichte in Deutschland denken, die in letzter Zeit die Israel-Fahne verboten haben: Duisburg, Bochum und Kassel.

Es ist 16 Uhr. Die Demonstration endet auf dem Rudolfplatz. Trotz der Ereignisse der letzten Tage haben diese Demonstranten ihre Hoffnung nicht aufgegeben. Sie glauben weiter an die Möglichkeit des Friedens.

Die Veranstalterin der Demonstration, Michaele Fuhrmann, hatte schon vor knapp vier Jahren zu einer zentralen Kundgebung in Köln eingeladen. Damals betete sie gemeinsam mit den Anwesenden für Gilad Schalit, einem israelischen Soldaten, der am 25. Juni 2006 durch militante Palästinenser in Israel entführt wurde und anschließend über die Demarkationslinie an einen unbekannten Ort im Gazastreifen gebracht wurde.

Heute, am 13. Juni 2010 haben wir wieder für Gilad Schalit gebetet, da er immer noch von der Hamas gefangen gehalten wird.

Über 1000 Menschen setzten ein Zeichen der Verbundenheit mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten und bezeugten ihre Solidarität mit Israel. Es war ein schöner Tag für Demokratie, Toleranz und Menschenrechte und ein schöner Tag für alle Palästinenser, die sich nach Freiheit und Frieden sehnen.

Die Freunde der Palästinenser fanden sich am 13. Juni in Köln bei der Demonstration „Fairplay für Israel“. Die angeblichen Freunde Palästinas aber arbeiten mit den Mördern der Palästinenser (Hamas) zusammen oder veranstalten Demonstrationen, auf denen Rufe nach totaler Vernichtung Israels hörbar sind.

Aber auf dem Roncalliplatz erklang am 13. Juni der Ruf nach Freiheit.

„Freiheit für Gaza von der Hamas“

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