Die RAF ist zurück!

Die Terrororganisation RAF ist zurück!

Nach eigenen Angaben hat die RAF  ihren „Widerstandskampf“ gegen den Unrechtsstaat Deutschland mit der Begründung wieder aufgenommen, ein Staat wie die BRD, der Kriege führe und Waffen an Diktatoren liefere, könne nicht weiter toleriert werden. Das Existenzrecht der Bundesrepublik Deutschland könne, so eine Sprecherin der RAF, „nicht mehr anerkannt werden.“ Sie betonte, dass gerade die deutsche Vergangenheit und das Wissen um die verbrecherischen Taten des Hitlerregims, in Anbetracht der Tatsache, dass deutsche Soldaten heute wieder „ballspielende Kinder“ in Afghanistan töteten, nur eine Parole zuließen: „Deutschland von der Karte streichen, Polen muss an Frankreich reichen!“

Seit der Wiederaufnahme des Kampfes durch die RAF in der vergangenen Woche wurde Deutschland von einer beispiellosen Terrorwelle überzogen. In einem kleinen Ort in der Nähe der polnischen Grenze wurde eine fünfköpfige deutsche Familie im Schlaf ermodert. Einem Baby wurde dabei sogar die Kehle aufgeschnitten. An der dänischen Grenze in der Nähe von Flensburg wurde vom Deutschen Geheimdienst ein Schmuggel von 50 Tonnen Waffen entlarvt, der die RAF in den Besitz von C-704 Raketen gebracht hätte, Raketen mit einer Reichweite von 35 Kilometern und 150 Kilogramm Sprengstoff. In Berlin kam es zu einem Bombenanschlag am Busbahnhof Kurfürstendamm, bei dem eine Berliner Rentnerin ums Leben kam und über 30 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. In Frankfurt am Main verlor ein Mann mit Migrationshintergrund einen Arm, als er bei der Arbeit in einen Müllsack griff, in dem eine Rohrbombe versteckt war. An der Grenze zu den Niederlanden konnte ein RAF-Sympathisant gefasst werden, der in seinem Rucksack fünf Rohrbomben mit sich trug. Seit einigen Tagen kommt es im ganzen Grenzgebiet Deutschlands, aber vor allem an der Grenze zu Tschechien zu fast stündlichen Raktenangriffen. Zudem hat die RAF für den 15. Mai 2011 den Tag der Vergeltung ausgerufen. Ab diesem Tag sollen alle Sympathisanten und Angehörigen der RAF den „bewaffneten Kampf“ gegen Deutschland beginnen.

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Sie, verehrte Leserin und verehrter Leser meines Blogs, fragen sich nun vermutlich, warum Sie von dieser Terrorwelle nichts mitbekommen haben.

Nun, es könnte natürlich daran liegen, dass mit dem Erdbeben in Japan und dem Bürgerkrieg in Libyen gerade wichtigere politische Dinge im Mittelpunkt stehen als die Sicherheit Deutschlands, aber wahrscheinlich liegt es doch eher daran, dass es sich bei dem Land, das in der letzten Woche von dieser beispiellosen Terrorwelle überzogen wurde nicht um Deutschland, sondern um Israel handelt und bei der Terrororganisation nicht um die RAF, sondern um die Hamas.

Ja, seit über einer Woche erlebt Israel einen Tsunami der Gewalt und ein Erdbeben des Terrors.

Ein Lynchmord an drei Kindern und ihren Eltern, ein Bombenanschlag in Jerusalem, ein schwer verstümmelter Müllmann, ein Waffenschmuggel von hochgefährlichen Waffen (unter deutscher Flagge!) und stündliche Raketenangiffe gehören mittlerweile zum Alltag in Israel. Für den 15. Mai 2011 wurde zudem die dritte Intifada und somit der Krieg gegen Israel ausgerufen; auch über Facebook sammeln sich fleißig Freiwillige für den Kampf gegen Israel.

Was wäre wohl in Deutschland los, sähe sich die bundesrepublikanische Öffentlichkeit mit ähnlich brutalen Angriffen konfrontiert? Würde sich Deutschland tapfer in Pazisfismus üben und nicht nach Polizei und Bundeswehr rufen, nur um ja nicht an der berühmt-berüchtigten „Gewaltspirale“ zu drehen? Wie würde Deutschland auf Boykottaufrufe für deutsche Waren reagieren, erklärte die Regierung einen Krieg gegen den Terror?

Ich wette meine Gesamtausgabe von Immanuel Kants Schriften und lege noch einen Henryk M. Broder oben drauf, dass Deutschland in einer Form Vergeltung üben würde, die Israels heutigen Umgang mit der Hamas zum Inbegriff der Feindesliebe machen würde.

Man muss sich nur vor Augen führen, welcher Not- und Ausnahmezustand erklärt wurde, als die erste Generation der RAF in Deutschland unterwegs war. Was die RAF in den siebziger Jahren in Deutschland veranstaltet hatte, ist in Israel heute nur ein ruhiger Shabbatnachmittag. Was Israel momentan mit der Hamas erlebt, ist ohne Vergleich zu dem, was die BRD jemals in den letzten 60 Jahren an Terror erleben musste. Das kleine Land Israel, das nicht einmal so groß ist wie Bayern, wird nicht nur von ein paar Dutzend Terroristen und ihren Sympathisanten heimgesucht, sondern von einer ganzen Armee von Terroristen.

Ohne Vergleich ist auch die Brutalität, mit der die deutsche Öffentlichkeit den Terror an den jüdischen Staat verharmlost.

Die Gründe der Hamas, Israel zu terrorisieren, sind so „berechtigt“, wie die Bombenanschläge, Entführungen und Morde der RAF. Die Taten entstammen allesamt dem Glauben, für das Gute und Aufrichtige zu kämpfen und sind doch in Wahrheit nichts anderes als die Saat des Bösen. “Die meisten Menschen berauschen sich nicht an Ideen, sondern sie benutzen Ideen, um ihren Rausch zu legitimieren.”

Kritik an Deutschland und Kritik an Israel gehören zum Selbstverständnis einer Demokratie, denn jede Nation, vor allem wenn sie sich im Zustand eines Krieges befindet, macht Fehler, manchmal unverzeichliche Fehler, aber die Kritik findet genau dort ihre Grenzen, wo die Zerstörungswut einer RAF oder Hamas beginnt. Terror ist durch nichts, aber durch rein gar nichts zu rechtfertigen.

Wer auch nur eine Zeile oder einen Gedanken damit verschwendet, der mordenden Bande ein berechtigtes Anliegen zu unterstellen, der führt im Grunde den Krieg der Terroristen mit und spuckt zudem in das Gesicht all jener Demokraten, die mit den Mitteln des Rechtsstaats und der freiheitlichen Selbstbestimmung des Individuums versuchen, das Land schöner und gerechter zu machen, sei es nun Deutschland oder Israel.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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