Zu Aachen schmieren Nazis

Die Aachener Zeitung hat in einem Artikel vom 28. März 2011 die Parole „Freiheit für Palästina“ als Nazi-Parole bezeichnet.

In der Nacht vom 27. auf den 28. März 2011 wurde die Aachener Synagoge mit einem Hakenkreuz beschmiert.

Die Aachener Zeitung schreibt dazu:

„War schon im Sommer vergangenen Jahres die Empörung groß, als eine Außenmauer des jüdischen Friedhofs an der Lütticher Straße großflächig mit Nazi-Parolen verunstaltet worden war, so trifft es nun das Symbol für den jüdischen Glauben in Aachen schlechthin – die 1995 wiedererbaute und der Jüdischen Gemeinde seinerzeit feierlich übergebene Synagoge im Herzen der Stadt.“

Über den Vorfall im Sommer des letzten Jahres hat Tapfer im Nirgendwo berichtet (Deutschland heute) und weiß somit noch ganz genau, wie der Spruch lautete, den die Aachener Zeitung als Nazi-Parole bezeichnet: „Freiheit für Palästina“.

Wie kommt die Aachener Zeitung nur dazu, die Parole „Freiheit für Palästina“ als Nazi-Parole zu bezeichnen?

Es könnte daran liegen, dass die Charta der Islamisten, der sich die Hamas verpflichtet sieht, in Artikel 7 folgendes niedergelegt hat:

Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!

Es könnte aber auch an dem allgegenwärtigen Judenhass liegen, der die ganze arabische Welt durchdrungen hat, wie dieser ZDF-Beitrag beweist.

Es wird vermutlich an all diese Gründe liegen.

Dennoch ist es falsch, den Satz „Freiheit für Palästina“ pauschal als Nazi-Parole zu bezeichnen, denn ich selbst habe einen ähnlichen Satz im letzten Sommer benutzt: „Freiheit für Gaza“. Allerdings habe ich die Parole nicht an eine Friedhofsmauer geschmiert, sondern sie zusammen mit über eintausend Menschen über den Domvorplatz skandiert.

Damals stand ich in einer Menge von Menschen vor dem Kölner Dom und jubelte der Rednerin auf der Tribüne zu. Sie rief: „Freiheit für Gaza!“ Ein tosender Applaus brandete in der Menge auf. Die Rednerin fuhr fort: „Freiheit für Gaza von Krieg und Terrorismus!“ Wieder erklang ein stürmischer Applaus auf dem Roncalliplatz. „Freiheit für Gaza von Gewalt gegen Homosexuelle und Andersgläubige!“ Der Applaus ebbte nicht ab und schwoll sogar noch an, als die Rednerin ihre Stimme erhob und rief: „Freiheit für Gaza von der Hamas!“ Ich befand mich zusammen mit mehr als 1000 Menschen (laut Polizeiangabe) vor dem Kölner Dom und demonstrierte friedlich aber laut für die Freiheit Gazas, ganz unter dem Motto der Veranstaltung: Fairplay für Israel – für Wahrheit und Solidarität“.

Die Forderung „Freiheit für Palästina“ ist somit nicht an sich eine Nazi-Parole. Sie kann vielmehr ein Spruch für den Frieden und die Sicherheit Israels sein, solange sie nur die wahren Feinde der Palästinenser im Blick hat: jene Menschen, die jeden verfolgen und abschlachten, der es wagt, sich dem Diktat der Diktatur und dem Wahn des religiösen Terrors zu widersetzten. Diese Feinde sind die Mitglieder der Hamas und ihre terroristischen Brüder und Schwestern. Sie haben wie keine andere Gruppierung der Welt Leid und Tod unter die Palästinenser gebracht. Sie verderben die Palästinenser so, wie einst die Deutschen von den Nazis verdorben wurden.

Dieser Vergleich ist nicht als Beleidigung gedacht, sondern spiegelt genau das Selbstverständnis der Hamas wieder. Die Hamas sieht sich selbst in der Tradition der Nazis, wie dieses Bild beweist und dieses und dieses und dieser kleine Flakhelfer hier.

Diese Bilder können nicht oft genug wiederholt werden, damit die Welt endlich sieht, mit wem wir es zu tun haben.

Genau diese Bilder sind es vermutlich, die dafür gesorgt haben, dass die Aachener Zeitung die Parole „Freiheit für Palästina“ als Nazi-Parole bezeichnet hat, denn sie wurde in diesem Zusammenhang mit einem Hakenkreuz versehen an die Friedhofsmauer geschrieben. In diesem Fall kann man es der Aachener Zeitung nicht verübeln, dass sie sich zu so einer Beurteilung hat hinreißen lassen, denn in diesem Zusammenhang ist „Freiheit für Palästina“ eine Nazi-Parole. Kein Wunder also, dass auch die NPD den Antizionismus für sich als erlaubte Form des Judenhasses entdeckt:


Es kommt halt immer auf den Zusammenhang an – und in diesem Aachener Zusammenhang hier sind die vermeintlichen palästinensischen Freiheitskämpfer nichts weiter als klassische Nazis, genauso wie mich diese vermeintlichen palästinensischen Freiheitskämpfer an diese widerlichen Knaben erinnern.

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Tapfer im Nirgendwo bedankt sich bei dem Blog anti3anti für die Bereitstellung der Bilder.

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