Reißt es ab!

Das Schauspielhaus in Köln hätte eigentlich abgerissen und im Rahmen der Opernsanierung zwischen 2010 und 2013 auf dem Nachbargrundstück neu errichtet werden sollen. Nach allem, was ich über das mehr als marode Kölner Schauspielhaus weiß, vor allem über die unmöglichen Arbeitsbedingungen hinter den Kulissen, ist Abreissen und Neubauen die einzig mögliche und finanzierbare Lösung.

Es ist mit Sicherheit nur dem Kölner Klüngel zu verdanken, dass das Schauspielhaus in seiner heutigen Verfassung in den letzten Jahren überhaupt überhaupt noch regelmäßig vom Bau- und Ordnungsamt der Stadt Köln abgenommen wurde.

Als sich im Dezember 2009 eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Mut zu Kultur. Inhalt vor Fassade“ gründete, die für den Erhalt des Gebäudes ein Bürgerbegehren starte, entschied sich im April 2010 der Rat der Stadt Köln plötzlich doch für eine Sanierung des Hauses.

Eine Sanierung des Kölner Schauspielhauses ist aber ungefähr so klug, als würde man seine alte Schwarz-Weiß-Röhrenkiste zur Reparatur schicken mit den Worten: „Sanieren Sie den Fernseher bitte solange, bis ich dort alles gestochen scharf in Farbe und HD sehen kann!“

Manchmal ist einfach klüger und billiger, etwas neu zu kaufen, statt das Alte zu sanieren. Im Falle des Kölner Schauspielhauses ist der Versuch einer Sanierung eine Vollkatastrophe! Sie wird nur dazu führen, dass Köln sehr, sehr lange ohne eine bespielbare städtische Theaterbühne wird leben müssen, da sich die Sanierung viel länger hinziehen wird, als jeder Neubau gedauert hätte.

Die Bürgerbewegung für eine Sanierung des Schauspielhauses stand unter der großen Überschrift „Rettet das Schauspielhaus“ und suggerierte so bei den potentiellen Unterzeichnern, es ginge um die Frage, ob es in Köln überhaupt ein Schauspielhaus geben soll, statt vielmehr darum, ein mehr als marodes Haus durch eine erstklassige Spielstaätte mit zeitgemäßen Arbeitsbedingungen für Aufführungen, Proben und Produktionen zu errichten. Es suggerierte zudem, alle die für ein Neubau waren, hätten keine Mut zu Kultur. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe Mut zu Kultur. Daher bin ich für ein Neubau, damit die Kultur in Köln die besten Bedingungen hat.

Jetzt wurden die Sanierungsarbeiten europaweit ausgeschrieben und ich garantiere, dass sich die Arbeiten nicht nur ewig sondern vor allem sehr teuer hinziehen werden, dass sich die Arbeitsbedingungen nicht verbessern, sondern verschlechtern werden und vor allem, dass die Sicherheit der Gäste und der dort arbeitenden Menschen darunter leiden wird. Aber wofür gibt es in Köln schließlich den Klüngel?

„Rettet das Schauspielhaus“ war das Ziel. Das Gegenteil wurde erreicht. Es gibt nur einen Weg, das Kölner Schauspiel zu retten:

Reißt es ab!

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2 Antworten zu Reißt es ab!

  1. Raimond Spekking schreibt:

    Vielen Dank für die Nutzung meines Fotos von Wikimedia Commons, über die ich mich sehr freue.

    Ich erlaube mir, meine Urheberschaft und die Lizenz/Quelle des Fotos nachzutragen:
    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schauspiel_K%C3%B6ln_%284227-29%29.jpg?uselang=de

    Foto: Raimond Spekking
    Lizenz: cc-by-sa-4.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

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