Mach’s Dir selbst!

„Schnell, schneller, Express“

Das ist der Slogan der Kölner Tageszeitung Express. Wie schnell es manchmal bei dem Express gehen kann, zeigt die Titelgeschichte vom 29. November 2012. Sie beschäftigt sich mit einer Figur, die am Bürgerturm des Kölner Ratshaus‘ zu sehen ist. Die Figur stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert und zeigt einen Mann, der sich selbst einen bläst. Atemberaubende 600 Jahre später titelt der Express:

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In dem Artikel tut man gerade so, als sei das alles erst jetzt ans Tageslicht gekommen:

„Die Kölner sollten sich ihren Ratsturm mal genauer ansehen: Denn der ist echt krass! Obszön und pornografisch! Das entdeckten FDP-Fraktionsgeschäftsführer Uli Breite und Stadtführer Günter Leitner: „Die Geschichtsbücher müssen umgeschrieben werden.“ (…) Ebenso Zufall war es, wie die Porno-Posse bekannt wurde: „Wir fanden das Foto auf der Internetseite eines Mannes aus Hongkong mit Gaga-Fotos aus aller Welt – auch von Touristen, die in Köln waren“, so Breite.“

Vielleicht hätten Herr Breite und Herr Leitner mal an einer Stadtführung mit Tobias Weber und mir teilnehmen sollen, denn dort zeigen wir die Figur schon seit der ersten Führung und benennen das, was dort sichtbar ist beim Namen: Auto-Felatio. Dazu kommentieren wir immer scherzhaft:

„Hinter den Mauern dieses Turms befindet sich übrigens die Rentkammer. Dort finden traditionell die standesamtlichen Trauungen statt. Diese Figur zeigt somit jedem Bräutigam: Wenn Du hier wieder raus bist, hat es mit der Auto-Felatio definitiv ein Ende.“

Der Kölner Stadtführer Günter Leitner wird von der Express wie folgt zitiert:

„Bisher ging ich immer davon aus, dass es sich um einen Kallendresser oder den Kölner Spiegel handelt. So ist es auch in den einschlägigen Büchern beschrieben. Doch es ist jetzt ganz klar, dass das nicht stimmt. Die Konsole zeigt eindeutig Auto-Fellatio.“

Nichts gegen Bücher, vor allem nicht wenn sie einschlägig sind, aber bei einer so eindeutigen Darstellung brauche ich kein Buch zur Erklärung:

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Der Artikel endet mit den Worten:

„In Zukunft will Leitner Kölns Gästen die ganze Wahrheit erzählen.“

Das ist löblich, aber wir Stadtführer wissen, eine 100% der Wahrheit entsprechende Stadtführung gibt es in Köln nicht. Dafür gibt es einfach viel zu viele Verzällcher in der Stadt. In Köln wird es „erweiterte kölsche Wahrheit“ genannt. Ein bißchen dummes Zeug ist also immer dabei.

Tapfer im Nirgendwo empfiehlt daher die Führung von und mit Tobias Weber und mir unter dem Titel: „Heine in Köln“. Sie kann über Colonia Prima gebucht werden.

Eine Besucherin schreibt über unsere Führung:

„Die Heine-Führung von Gerd Buurmann und Tobias Weber kann ich jedem ans Herz legen, der schon immer einmal eine Stadtführung erleben wollte, die historische, kulturelle und literarische Informationen mit einer großen Prise Humor verbindet. Für die Teilnehmer ist es hoch informativ und dabei richtig witzig. Daher, wer was über Köln und Heine erfahren will und Spaß haben möchte, dem sei diese Führung wärmstens empfohlen.

Wer nur trockene und theoretische Informationen haben möchte über die Historie und Sehenswürdigkeiten Kölns, dem seien die üblichen Führungen empfohlen. Doch sollte er darauf achten, dass seine Gruppe dann nicht in der Nähe von Heine steht. Falls nämlich doch, wird er erleben müssen, dass keiner mehr aus seiner Gruppe der eigenen Führung zuhört, sondern dieser der Rücken zugewandt wird, um Buurmanns und Webers Aktionen mitzubekommen. Die Gruppe, welche nahe bei uns am Dom stand, hatte fast Schlagseite, so verfolgten die unsere Aktivitäten, während die arme Stadtführerin nur noch Rücken zu sehen bekam.

Also, wer Geschichte, Kultur und Literatur verbinden und dabei Spaß haben möchte, der ist bei Gerd Buurmanns und Tobias Webers Führung genau richtig.”

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