Ich sehe was, was Du nicht siehst …

… und das ist: eine Beleidigung!

Tapfer im Nirgendwo präsentiert eine Auswahl von Beleidigungen, die für einige Wirbel gesorgt haben. Ihre Aufgabe ist es, die Beleidigung zu finden. Viel Vergnügen!

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Finden Sie die Beleidigung in einem Spielzeug von LEGO. Es ist ein Bausatz des Jabba’s Palace aus dem sechsten Teil der Star Wars Serie. Die Folge wurde in den frühen Achtzigern produziert. Jabba’s Palace von LEGO ist dem Original von Star Wars „so realistisch wie möglich nachgebaut“, so Katharina Sasse, Junior Public Relations Manager von EUC Brand Relations (LEGO Deutschland). Ein österreichischer Vater jedoch sah darin Hass und meldete sich in der bei der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich, nachdem seine Schwester seinem Sohn Jabba’s Palace zu Weihnachten geschenkt hatte. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich war sofort mit dem Vater einer Meinung und sah in dem Spielzeug „pädagogischen Sprengstoff“ und stellte pädagogisch verwerfliche Mängel und kulturell fragliche Assoziationen am Produkt fest. Ein Bild von dem Spielzeug finden Sie hier.

Auflösung: Bei genauerer Betrachtung sind das fertig zusammengebaute LEGO-Haus und der dazugehörige Turm ein „1:1-Abklatsch“ der Hagia Sophia in Istanbul oder der Moschee Jami al-Kabir in Beirut und eines Minaretts. Die Figur im Turm, der als Krimineller mit Axt und Sturmgewehr dargestellt wird, ist eindeutig ein Vorbeter. Jabba wiederum wird als Terrorist dargestellt, der es liebt, Wasserpfeife zu rauchen und seine Opfer töten zu lassen. Es ist offensichtlich, dass für die Figur des hässlichen Bösewichts Jabba und die ganze Szenerie rassistische Vorurteile und gemeine Unterstellungen gegenüber den Orientalen und Asiaten als hinterlistige und kriminelle Persönlichkeiten (Sklavenhalter, Anführer von Verbrecherorganisationen, Terroristen, Verbrecher, Mörder, Menschenopferung) bedient wurden.“

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Finden Sie die Beleidigung in diesem Logo der Olympischen Spiele 2012 in London:

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Das iranische Nationale Olympische Komitee beschwert sich über das Logo, weil es in ihren Augen „rassistisch“ sei und drohte sogar damit, die Olympischen Spiele in London zu boykottieren. Bahram Afsharzadeh, der Generalsekretär des iranischen NOC, schrieb sogar: „Es besteht kein Zweifel darüber, dass, sollten Sie diesen Fall ignorieren, Sie damit rechnen müssen, dass einige Länder den Spielen fern bleiben werden, insbesondere Iran.“

Auflösung: Die taz schrieb: Der iranische Antisemitismus, gepaart mit Verfolgungswahn, hat ein neues Ventil: Das iranische Nationale Olympische Komitee beschwert sich über das Logo für Olympia 2012 in London. Das Logo erinnere an das Wort „Zion“, der biblische Name von Jerusalem.“

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Finden Sie die Beleidigung in einem Spielzeug von McDonald’s, das im Happy Meal zu finden war: Es war der blauer Power Ranger, der auf einem Bein stand und mit dem anderen Fuß kräftig auf den Boden stampfte, wenn ein kleiner Hebel betätigt wurde. Ein Bild von dem Spielzeug finden Sie hier. In Saudi-Arabien führte diese Figur zu Protesten, da es angeblich den Propheten Mohammed beleidigte. In einer Erklärung war sogar von einer „wilden Attacke auf den noblen Propheten“ die Rede und der Ruf nach „der strengst möglichen Bestrafung des Restaurants“ wurde laut, der nicht abebben sollte, bis die Sache geklärt sei. Die saudischen Ableger von McDonald’s reagierten sofort reagiert und nahmen das Spielzeug vom Markt.

Auflösung: Auf dem Boden, auf den der blaue Power Ranger stampft, sind ein paar Linien zu sehen. Einige mögen darin vielleicht die Narbe von Harry Potter erkennen, andere eine Schlange, ganz wenige nur eine Krakelei, aber ganz offensichtlich ist damit das arabische Wort محمد gemeint, was Mohammed bedeutet. Der blaue Power Ranger trampelt somit auf den Namen des Propheten herum. McDonald’s hätte das wissen müssen. Ist ein wenig kulturelle Sensibilität denn echt zu viel verlangt?

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Finden Sie die Beleidigung in einem Spielzeug von Burger King. Im Jahr 2005 löste die Verpackung eines Softeis‘ von Burger King bei einem Developement Manager einen Sturm des Protests aus. Der Manager sagte sogar, die Beleidigung zwinge ihn dazu, zum Jihad zu greifen. Das Bild der Verpackung ist hier zu sehen. Burger King hat die Verpackung des Eis‘ sofort zurück gezogen, was den Muslim Council dazu veranlasst hat, von einer „sensiblen und schnellen Reaktion“ zu sprechen.

Auflösung: Auch wieder ganz leicht. Der unbedarfte Betrachter mag in den Schlangenlinien auf der Verpackung die Form eines Softeis‘ erkennen, aber in Wirklichkeit handelt es sich dabei natürlich um das arabische Wort الله, was Allah bedeutet. Aber lassen wir es den Manager selbst erklären: Das ist mein Jihad. Wie können Sie sagen es sei nur ein drehender Wirbel zu sehen? Wenn Sie es nur nach rechts drehen, beleidigen Sie alle Muslime!“ Jawohl, er hat „alle Muslime“ gesagt. Da hat aber jemand eine hohe Meinung von sich und eine ganz geringe Meinung von allen Muslimen.

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Ich hoffe, Ihnen hat das Spiel Freude gemacht!

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