Was ist antisemitisch?

Eins ist klar: Kritik an Israel ist nicht antisemitisch! Es gibt zwar Kritik an Israel, die antisemitisch ist, aber nicht jede Kritik an Israel ist antisemitisch.

Eindeutig antisemitisch ist jedoch der Glaube, Kritik an Israel sei nicht möglich! Es ist antisemitisch zu glauben, es gäbe eine Verschwörung, eine jüdische gar, die „die Medien“ im Griff halte und Kritik an Israel unterbinde. Es ist antisemitisch zu glauben, „die“ Juden nutzten den Holocaust, um daraus Profit zu schlagen, ganz so als wären Juden so unmenschlich, dass es ihnen ein Leichtes ist, in dem Massenmord an ihren Eltern und Großeltern ein Pfund zu sehen, mit dem sich wuchern lässt.

Antisemitismus ist eine Wahnvorstellung. Der Glaube an die Schwierigkeit, Kritik an Israel zu äußern, ist nichts weiter als ein Wahn, dem mit der Vernunft nicht beizukommen ist. Die Menschen, die behaupten, Kritik an Israel sei schwer zu äußern, sehen nicht, dass die eindeutige Mehrheit in Deutschland Israel kritisiert, auch in den Medien. Wenn auf WDR 5 beim Tagesgespräch Zuhörerinnen und Zuhörer zum Thema Israel diskutieren, dann gibt es immer einen, der behauptet, nachdem alle vorherigen Anrufer bereits Israel bei gnadenloser Abwesenheit irgendeiner Kritik in Richtung der palästinensischen Organisationen kritisiert haben, Kritik an Israel sei nicht möglich. Er blendet die Realität einfach aus. Er merkt den Widerspruch nicht. Er ist fest davon überzeugt, es gäbe eine Macht, die Kritik an Israel unterbindet, weil es ein jüdischer Staat ist. Antisemitismus ist eben eine Wahnvorstellung.

Wer manisch Israel kritisiert, hat einen Hau weg, ist jedoch nicht zwangsläufig antisemitisch! Wer aber manisch Israel kritisiert, weil er glaubt, er müsse gegen eine Lobby ankämpfen, eine jüdische gar, die „die Wahrheit“ unterdrückt, weil „die“ Juden mit ihren Kräften und Mächten „die Medien“ dazu zwingen, das Maul zu halten, hat einen antisemitischen Hau weg! Ein typisches Beispiel für diesen Antisemitismus sind diese Sätze:

„Wenn Jerusalem anruft, beugt sich Berlin dessen Willen.”

“Mit der ganzen Rückendeckung aus den USA, wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss, und aus Deutschland, wo Geschichtsbewältigung inzwischen eine militärische Komponente hat, führt die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs.“

Beide Aussprüche kommen von Jakob Augstein, der dafür den Vorwurf, antisemitische Verunglimpfungen zu verbreiten, vollkommen zu recht erhalten hat. Nicht seine Kritik ist antisemitisch, schon aber sein Glaube an eine jüdische Macht, die den politischen Willen in Berlin zu beugen und die Wahlen in den USA zu bestimmen vermag.

Natürlich gibt es Lobbys, die für Israel wirken. Es gibt aber auch Lobbys, die für Palästina arbeiten. In beiden Lobbys sind Juden vertreten. Warum also soll die eine Lobby jüdischer sein als die andere? Noam Chomsky, Judith Butler und Norman Finkelstein sind Juden und extrem israelkritisch, daher sind sie in Deutschland auch allgemein bekannter als zum Beispiel Alan Dershowitz. Bestimmen sie auch die Wahlen in den USA und sind Vertreter der „jüdischen Lobbygruppen“?

Antisemiten sind Wahnsinnige, die die Welt so sehen, wie sie sie sehen wollen. Günter Grass und Jakob Augstein sind nicht wahnsinnig antisemitisch, weil sie Israel kritisieren, dass tun andere auch, von Guido Westerwelle bis Thomas de Maizière, ohne dass sie des Antisemitismus‘ beschuldigt werden, aber die Attitüde des „was gesagt werden muss“, weil es sonst keiner tut, ist des Wahnsinns fette Beute.

In Deutschland wird Israel kritisiert wie kein anderes Land. Es ist das mit am meisten kritisierteste Land in Deutschland. Um dies zu verdeutlichen ruft Tapfer im Nirgendwo alle Leserinnen und Leser auf, mir Links zu Artikeln zu senden, die sich mit Israel beschäftigen, in Leitmedien der deutschen Presselandschaft (SZ, FAZ, Zeit, Spiegel, Welt, ARD, ZDF) erschienen sind und in denen die Kommentarspalten nicht mehrheitlich kritisch mit Israel ins Gericht gehen. Tapfer im Nirgendwo wird alle Links veröffentlichen und zwar hier:

Link 1 (gerade mal Hälfte/Hälfte)

Link 2 (auch 50/50. Pro-Israelischer geht es in Deutschland wohl nicht.)

Wie Sie sehen, bisher sind hier nur sehr wenige Verlinkungen eingetroffen. Tapfer im Nirgendwo hatte in den letzten zwölf Monate circa eine Millionen Klicks. Es gibt somit genug Leserinnen und Leser, die Beispiele für die Schwierigkeit, Kritik an Israel zu äußern, hätten senden können. Aber sie taten es nicht. Sie konnten es nicht. Der Glaube an die Schwierigkeit, Israel zu kritisieren, ist und bleibt eben eine Wahnvorstellung. Es ist ein Gerücht über Juden. Es ist Antisemitismus!

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