0,1 Prozent Deutsche

Nachdem ich Tapfer im Nirgendwo eine Mail von einer Leserin veröffentlicht hatte, die sich bei einem Aufenthalt in Offenbach nicht gerade wohl gefühlt hatte, bekam ich einige bitterböse Kommentare von Menschen aus Offenbach, die sich in ihrer Ehre verletzt fühlten.

Ja, ja: die Ehre!

Ich kann mir ja vorstellen, dass es nicht schön ist, wenn die eigene Stadt in einen schlechten Ruf gerät, aber wenn man das verhindern will, dann sollte man an den Ursachen des schlechten Rufs arbeiten. Die Ursachen sind jedoch nicht jene, die rufen, sondern der Grund, warum sie rufen!

Offenbach, you’ve got a problem!

Die Google-Suche für Nachrichten ergab bei dem Begriff „Offenbach“ heute (11. Juni 2013) folgende Treffer:

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In Offenbach leben circa 0,14 Prozent aller in Deutschland lebender Menschen. 0,1 Prozent! Das ist eine Zahl, die mir bekannt vorkommt.

Nach dem Attentat des Franzosen Mohamed Merah, der 2012 unter anderem drei jüdische Kinder mit einem Kopfschuss gezielt tötete, sorgten sich nicht wenige Menschen um das Bild des Islams. Der Rektor der Großen Moschee in Paris zum Beispiel mahnte:

“Man darf die zu 99,9 Prozent friedliche muslimische Religion nicht mit der kleinen Gruppe von Leuten verwechseln, die entschlossen sind, eine Bluttat zu verüben.”

Das Problem sind also nur mickrige 0,1 Prozent. Nehmen wir den Rektor der Grossen Moschee in Paris mal beim Wort. Schätzungsweise gibt es 1,3 Milliarden Muslime und 15 Millionen Juden auf der Welt. Das bedeutet, selbst wenn „nur“ 0,1% aller Muslime fanatische Judenhasser sind, die bereit sind eine Bluttat zu begehen, dann kommt ein solcher wahnsinniger Judenhasser auf zehn Juden. Jeder Minjan auf der Welt hat somit einen persönlichen Todfeind, bereit Amok zu laufen. Sehr beruhigend klingt das nicht.

0,1% klingt nicht beruhigend, wenn diese Minderheit auf französischem Boden Kinder ermordet, weil sie Juden sind. Die Tagesschau sorgte sich aber nicht um die lebensgefährliche Situation von Juden sondern um den Ruf von Muslimen und fragte:

„Werden die fünf Millionen französischen Muslime durch die Morde von Toulouse noch weiter an den gesellschaftlichen Rand gedrängt?“

0,1 Prozent der Muslime hasst 100 Prozent der Juden und die Tagesschau macht sich Sorgen um den Ruf von 99,9 Prozent Muslimen. Ein ausgemachter Nazi, ein brutaler Judenschlächter und Kindermörder trieb sein Unwesen auf französischem Boden und die Tagesschau treibt die Sorge um das Bild des Islams um? Es ist geradeso als wäre in Frankreich ein Vergewaltiger und Frauenmörder unterwegs und die Tagesschau sorgt sich um das Bild des Mannes.

In Offenbach wurde ein Rabbi von einer Gruppe Jugendlicher beleidigt, bedroht und geschubst. Der Rabbi sei immer wieder geschubst und mit Sprüchen wie „Scheißjude“ und „Viva Palästina“ beschimpft worden, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Offenbach, Mark Dainow. Als der Geistliche die Angreifer mit seinem Handy fotografierte, seien Sicherheitsleute des Einkaufszentrums aufgetaucht und hätten ihn aufgefordert, die Bilder zu löschen. Sogar ein von den Sicherheitsleuten angerufener Polizist habe den Rabbiner am Telefon angewiesen, die Beweismittel zu vernichten.

In Offenbach wurden jüngst aber auch bei Recherchen zur Islamistenszene ein ARD-Fernsehteam des Politikmagazins „Report Mainz“ angegriffen. Drei Mitarbeiter wurden verletzt, als sie vor der Tauheed-Moschee in der Innenstadt drehen wollten. Eine Gruppe junger Männer griff vor der Moschee zuerst gezielt einen der Reporter, dann den Kameramann und schließlich den Kameraassistenten an. Der Reporter wurde mit der Faust im Gesicht getroffen. Der Kameraassistent berichtet, er habe von mehreren jungen Männern Faustschläge und Fußtritte abbekommen. Er erlitt eine Schädelprellung und wurde vor Ort notärztlich behandelt.

Offenbach, you’ve got a problem! A big problem!

Die Verteilung von Opfer und Täter ist in den beiden erwähnten Offenbachern Szenarien nämlich klar: Auf der Seite der Täter sind überdurchschnittlich viele Muslime, aber Juden gibt es nur auf der anderen Seite, auf der Seite der Opfer.

Wenn es etwas gibt, das ich in Deutschland nicht mehr sehen will, dann Juden, die zu Opfern gemacht werden! Ich will das nicht sehen, weder von Nazis, noch von Christen, noch von Muslimen, von Niemandem! Und wenn es doch geschieht, dann will ich nicht, dass man sich Sorgen macht um den Ruf der Gruppe, zu der der Täter gehört, sondern um die Sicherheit der Gruppe, die unter den Tätern zu leiden hat!

In Offenbach leben ungefähr so viele Menschen wie es Juden in Deutschland gibt. Es wird Zeit, dieser jüdischen Gruppe beizustehen, da wieder einmal gegen sie mobil gemacht wird. Es kann nicht sein, dass die Mehrheit verharmlost, wegsieht oder sich in ihrer Ehre gekränkt fühlt, während ein kleiner Prozentsatz der Mehrheit hasst, schlägt und mordet! Es ist die Pflicht der Mehrheit, sich zu den Verbrechern unter ihnen zu verhalten.

Die Verbrecher sind unter uns!

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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