Menschenrechte nicht für Frauen!

Wie nennt ein großer Teil deutscher JournalistInnen einen vom religiösen Führer Irans ausgesuchten Präsidentschaftskandidaten, der absolut loyal ist gegenüber dem religiösen Führer, der Frauen generell eine Kandidatur zur Wahl verboten hat? Wie nennt also eine Mehrheit der deutschen JournalistInnen (und man achte hier besonders auf das Binnen-I) einen Mann, der es unterstützt, dass über 50 Prozent des erwachsenen Volkes ein elementares Menschenrecht schlicht verweigert wird?

Wer hätte es gedacht: „Reform-Kandidat“

Man mag mich für radikal halten, aber ein Kandidat, der als gemäßigt bezeichnet wird, sollte doch bitte nicht über 50 Prozent des erwachsenen Volkes elementare Menschenrechte verweigern. Ein Kandidat, der das Wort „Reform“ verdient, muss allen Menschen Menschenrechte garantieren. Auch für JournalistInnen sollte diese Sprachregelung gelten.

Eine Freundin von mir, die beim WDR arbeitet, sagte mir, die Experten des WDR würden alle von einem „gemäßigten Reform-Kandidaten“ sprechen und sie seien schließlich Experten! Da liegt das Problem: Manche Experten verlieren auf dem Weg hin zu ihrem Expertentum Gewissheiten, die sie zu Beginn der Reise noch hatten. Eine Gewissheit lautet: „Menschenrechte haben kein Geschlecht!“ (Hedwig Dohm)

Frauen Menschenrechte zu verweigern, ist niemals gemäßigt und weit davon entfernt, modern reformiert zu sein. Es ist Unterdrückung, blanke, pure Unterdrückung. Kein Experte kann meine Meinung diesbezüglich ändern!

Deshalb möchte ich auf folgenden Vortrag aufmerksam machen:

Iran nach den „Wahlen“ und die Lage der nichtpersischen Bevölkerung

Vortrag und Diskussion mit Hiwa Bahrami, Repräsentant der Democratic Party of Iranian Kurdistan (PDKI) in Deutschland und Österreich

Dienstag, 25. Juni 2013, 19.00 Uhr
Ort: Amadeu Antonio Stiftung, Linienstraße 139, 10115 Berlin

In der Ankündigung heißt es:

„Die iranische Bevölkerung hat gewählt, doch von einer demokratischen Wahl kann keine Rede sein. Aus 686 Bewerbern wählte der sogenannte Wächterrat acht handverlesene Kandidaten aus, die Kandidatur von Frauen wurde zuvor vom Wächterrat generell ausgeschlossen. Vor der Wahl wurde das Internet teilweise lahmgelegt, Journalisten überwacht, verhaftet, gefoltert oder zu Staatsfeinden erklärt.

Die staatliche Repression im Iran richtet sich insbesondere auch gegen die nationalen Minderheiten. Die Islamisten in Teheran sahen in den Freiheitsbewegungen in der Provinz Khusestan, Belutschistan oder im Norden des Landes stets auch eine Bedrohung für ihre Herrschaft.

Im August 1979 rief Khomeini als religiöser Führer in einer Fatwa zum Krieg gegen die Kurden aus. Die PDKI sei eine „Partei des Teufels“. Kurden bezeichnete er als „ungläubige Verschwörer, mit denen man hart umgehen“ müsse, als „Heiden und ausländische Kollaborateure, deren Ermordung die Pflicht jedes iranischen Muslims“ seien.

Hiwa Bahrami erläutert das konfliktreiche, teilweise mörderische Verhältnis des iranischen Regimes zu den verschiedenen nationalen Minderheiten und analysiert auch die Situation nach der Wahl. Welche Veränderungen sind unter einem Präsidenten Hassan Rohani, der in der taz als „bärtiger Hoffnungsträger mit Herz“ bezeichnet wurde, zu erwarten? Welche Rolle spielen die vom Westen als „moderat“ bezeichneten Kräfte in der Außen- und Innenpolitik des Landes?“

Weitere Informationen unter: info@mideastfreedomforum.org

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