SZ nennt Jakob Augstein indirekt einen „Feind Israels“

Erst waren es nur wenige. Jetzt werden es mehr. Vor einiger Zeit setzte das Simon Wiesenthal Center gewisse Aussagen von Jakob Augstein auf die Liste der schlimmsten antisemitischen Verunglimpfungen des Jahres 2012. Es gab nicht viele Journalisten, die diese Entscheidung der Menschenrechtsorganisation geteilt haben. Auch ich wagte Augsteinkritik. Jetzt aber gibt es Unterstützung von der Süddeutschen Zeitung. Das pikante daran: Es ist die Halbschwester von Jakob Augstein, die ihren Bruder zum „Feind Israels“ stempelt. Aber der Reihe nach.

Unter der redaktionellen Leitung von Franziska Augstein veröffentlichte die SZ am 2. Juli 2013 eine Zeichnung von Ernst Kahl, auf der ein raffzähniges, gehörntes Monster mit Messer und Gabel in der Hand zu sehen ist, das im Bett sitzt und von einer Frau mit Essen versorgt wird. Dieses Bild wurde von der Redaktion mit folgender Bildunterschrift versehen:

„Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt. Israels Feinde halten das Land für einen gefräßigen Moloch.“

Das Bild stellt somit im Kontext Israel als gefräßige Monster dar und Deutschland als Dienerschaft des Monsters. Dieses Bild hat einen Skandal ausgelöst. Dieter Graumann zum Beispiel erklärte:

“Ich bin absolut schockiert, dass in einer so renommierten und seriösen Zeitung wie der SZ offenbar derart fahrlässig mit Ressentiments gespielt wird. Es wundert mich sehr, wie es möglich ist, dass antisemitische Assoziationen hier so leichtfertig zugelassen werden.”

Auch Tapfer im Nirgendwo fand deutliche Worte. Die SZ reagierte prompt und verfasste eine Stellungnahme, in der sie Jakob Augstein indirekt zum „Feind Israels“ erklärte:

„Ernst Kahls gehörntes, hungriges Monster hat mit den antisemitischen Klischees nichts zu tun. Man muss das Bild zusammen mit der Bildunterschrift anschauen. Da heißt es: „Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt. Israels Feinde betrachten das Land als einen gefräßigen Moloch. Peter Beinart beklagt, dass es dazu gekommen ist.“ Also: Nur die Feinde Israels sehen Israel in der Weise, die dem abgebildeten Monster ähnelt. Außerdem ist der Staat Israel nicht mit dem Judentum gleichzusetzen.“

Die SZ erklärt, dass nur die Feinde Israels das Land Israel so sehen, wie es in dem Bild dargestellt ist. Jakob Augstein sieht Israel genau so! Hier ein paar Aussagen von ihm:

„Wenn Jerusalem anruft, beugt sich Berlin dessen Willen.“ (Spiegel)

„Israel bekommt das, was es will. Und dafür muss Israel nicht einmal zahlen.“ (Spiegel)

Diese Aussagen sind so ziemlich das genaue Äquivalent zu dem Bild des raffzähnigen, gehörnten Monsters. Es ist somit klar: Jakob Augstein ist ein „Feind Israels“, jedenfalls wenn man das Statement der SZ ernst nimmt.

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