Das Grundgesetz ist keine Provokation!

Im Jahr 2013 wurde Hamed Abdel-Samad in Kairo verschleppt und zwei Tage an einem unbekannten Ort festgehalten. Er war noch keine 24 Stunden verschwunden, da schrieb die Süddeutsche Zeitung:

„Seiner Ansicht nach hätten die Muslimbrüder den Zeitgeist nicht verstanden. Provokationen wie diese könnten zur Entführung des deutsch-ägyptischen Schriftsteller Hamed Abdel-Samad geführt haben.“

Hamed Abdel-Samad soll mit seinen Äußerungen provoziert haben. Als Provokation bezeichnet man das gezielte Hervorrufen eines Verhaltens oder einer Reaktion bei anderen Personen. Hierbei agiert der Provokateur bewusst oder unbewusst in einer Weise, dass die provozierte Person oder Personengruppe ein tendenziell erwünschtes Verhalten zeigt.

Hamed Abdel-Samad hat nicht provoziert! Er hat hinterfragt, kritisch gedacht, publiziert und brillante Gedanken wie diesen formuliert: „Ein Muslim glaubt, dass Gott ihn beschützt. Ein Islamist glaubt, er müsse Gott beschützen.“

Als junger Mann kam Hamed Abdel-Samad nach Deutschland. Damals war er nicht nur streng gläubiger Muslim, er war auch überzeugter Antisemit. Eine Zeit lang wollte er sogar als Märtyrer sterben. In Deutschland studierte er Englisch, Französisch, Japanisch und Politik. Er nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an und rang sich in Deutschland seinen Judenhass und „alles, was mich verseuchte“ ab. Wenn er heute gefragt wird, was er von Deutschland gelernt hat, sagt er für gewöhnlich dies: „Vor allem das systematische kritische Denken.“

Genau dieses kritische Denken erklärt die Süddeutsche Zeitung zu einer Provokation. Dabei hat er nur gemacht, was in einem aufgeklärten Land selbstverständlich ist: freies Denken und Forschen. Hamed Abdel-Samad hinterfragt Fundamentalismen und Fanatismus. In Deutschland ist diese Freiheit durch das Grundgesetz geschützt!

Das Grundgesetz ist keine Provokation!

Wenn ein Autor für sein kritisches Denken in Gefahr gerät, und die Süddeutsche Zeitung nichts besseres zu tun hat, als dieses Denken zur Provokation zu erklären, dann betrifft das auch mich!

Am 7. Juni 2013 rief Assem Abdel-Maged, ein Führer der Gamaa Islamija und Verbündeter von Staatspräsident Mohammed Mursi, im ägyptischen Fernsehen zum Mord an Hamed Abdel-Samad auf, weil dessen Äußerungen Provokationen und Beleidigungen des Propheten sein sollen. Die Süddeutsche Zeitung ist ganz auf Linie mit diesem Führer.

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