Ein paar Worte

Ein Kommentar von David Serebrjanik.

Ein paar Worte an einige mir persönlich bekannte sowie unbekannte Meinungsträger, die sich stets der deutschen Verantwortung in der Geschichte bewusst sind, dieser Umstand sie aber nicht daran hindert, Israel zu „kritisieren“:

Ich setze dieses Wort „kritisieren“ bewusst in Anführungszeichen, da es meistens nicht viel mit Kritik zu tun hat. (Warum kritisieren sie nicht einmal Israel dafür, zu nachgiebig und weich zu sein im Umgang mit dem hasserfüllten Mob und dessen Anführer?) Nein. Es ist einseitige und blinde „Kritik“, die auf diesem urewigen dunklen Etwas basiert, was manche, nein, viele Menschen empfinden, wenn sie das Wort „Jude“ hören. Ich kann solchen Menschen nicht helfen, denn solche Menschen sind krank.

Wem das Wort „Jude“ ausreicht, um gleich einen innerlichen Stempel mit dem Adjektiv „böse“ darauf zu setzen, ist krank. Wem das Wort „Israel“ausreicht, um es sofort mit dem innerlichen Stempel „böse“ zu versehen, ist krank.

Die heutigen Morde sind die abscheuliche und zum Himmel schreiende Fortsetzung dessen, was schon immer in den letzten 2000 Jahren passierte und in dem unbeschreiblichen Grauen „Made in Germany 1933-1944“ den absoluten und katastrophalen Höhepunkt fand. Nach dieser Katastrophe besann sich die Welt, (mit Ausnahme der arabischen sowie kommunistischen Welt), und es begann die Zeit, die bis heute andauert und mit dem Titel „Gedenken. Made in Germany“ betitelt werden kann.

Die Geschichte geht aber weiter und verharrt nicht im feierlichen Gedenken. Die heutigen bestialischen Morde sind die direkte Fortsetzung der Geschichte. Sie sind ein Angriff auf Juden, sie sind Morde an Juden, aus einem einzigen Grund: WEIL DIE OPFER JUDEN WAREN. Es ist der reine Judenhass, der alle arabischen Terroristen und Verbrecher dazu bringt, Juden umzubringen. Die verstecken es nicht einmal – es reicht, einen palästinensischen Fernsehkanal einzuschalten, oder die Charta der Hamas durchzulesen.

Deswegen, Ihr Deutschen Geschichte-Bewusstseier, seid doch mal mutig, Euch WIRKLICH der Geschichte bewusst zu werden. Nicht der Geschichte, die sich vor 70 Jahren ereignete, sondern der Geschichte, die heute stattfindet. Wenn Ihr Israel kritisiert, dann macht es nicht, wie ein von einem bestimmten Schauspieler besessener Theaterkritiker, der sich auf diesen einen Schauspieler fixiert hat, und ihn einfach nur ununterbrochen zerreisst. Schaut auf den Rest der Bühne und versucht mal wirklich, das Gute vom Bösen zu unterscheiden. Ansonsten macht ihr euch als Kritiker lächerlich. Denn Kritik heisst nicht „Negativität“. Kritik heisst, zu versuchen, das Richtige vom Falschen zu trennen. Zu erkennen, was gut und was schlecht ist. Und das beginnt bei einem selbst.

Was ist nun gut und schlecht in dem Stück „Nahostkonflikt – die Geschichte geht weiter“?

Ist es das Gute, wenn eine Mutter das eigene Kind direkt unter die Bomben plaziert, die darauf abzielen, terroristische Stellungen zu treffen? Ist DAS das Gute? Oder vielleicht doch das, dass ein Land auch seine erbittertsten Feinde, Mörder und Angreifer auf Staatskosten in einem Krankenhaus behandelt?

Oder ist es Ausdruck des Guten, wenn man Menschen im Gebetshaus beim Beten ermordert? – Kommt mir jetzt nicht mit der „Verzweiflung der Palästinenser“. Keine Verzweiflung, (und vor allem nicht die selbstverursachte), rechtfertigt ein Abschlachten anderer Menschen. Die Palästinenser hätten längst, vor 66 Jahren nämlich, ihre Verzweiflung und finanzielle Not auskurieren können, wenn sie die freundschaftlich ausgestreckte jüdische Hand nicht auf brutalste Weise abgeschlagen hätten – Kommt mir jetzt nicht mit „die Juden besetzten fremdes Land“. Es gab niemals ein Land namens Palästina. Und das Volk der Palästinenser ist eine ziemlich an den Haaren herbeigezogene, künstliche Konstruktion. Ihr, lieben Geschichts-Bewusstseier, habt viel zu oft viel zu wenig Ahnung von Geschichte. Ihr lasst Euch mit vorgefertigten Meinungen und Informationen vollstopfen, die viel zu oft auf diesem gewissen dunklen Etwas basieren, das bei Wörtern „Israel“ und „Jude“ in Bewegung kommt.

Manchmal ekelt es mich richtig an, mir vorzustellen, dass es in Deutschland Menschen gibt, die sich auf die Geschichte berufend (oder aus einem Schock über die Verbrechen der Deutschen in 1933-45), die heutige passierende Geschichte auf den Kopf stellen und sich, wie hypnotisiert durch irgendetwas, gegen Israel stellen. Das nimmt mir alle Hoffnung, dass die Deutschen „aus ihrer Geschichte etwas gelernt haben“. Was mir diese Hoffnung oft wiedergibt, ist die Tatsache, dass es in Deutschland Menschen, wie Gerd Buurmann gibt, die sich nicht zu schade, nicht zu bequem und nicht feige sind, solche Artikel zu verfassen. Eben, WEIL sie mit der Geschichte bewusst umgehen.

Liebe Geschichtsbewüsstler, wenn Ihr Israel nicht kennt, nicht wirklich wisst, was und wie dieses Land tut, es aber aus einem unbestimmten dunklen Etwas heraus kritisieren müsst, dann habt IHR ein Problem und nicht Israel. Dann seid IHR einseitig und nicht Israel. Dann kommt IHR mit der deutschen Geschichte nicht klar, und nicht Israel. Die „Israelkritik“ ist ein krankhaftes Echo der Nazizeit. Das ist meine Meinung.

Tel-Aviv. 19.11.2014

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