Das Kölner Festkomitee beleidigt den Islam!

Vor einigen Tagen beschloss das Festkomitee des Kölner Karnevals, einen Persiflagewagen aus dem Rosenmontagszug zu nehmen, der von den Kölner Bürgerinnen und Bürger via Facebook zum besten Wagen gekürt wurde. Es ist ein Wagen mit einer Friedenstaube und einem Clown, der sich mit einem Buntstift gegen die Brutalität von Waffen wehrt. Der Wagen spricht sich für Frieden, Freude und Meinungsfreiheit und gegen Gewalt, Fundamentalismus und Fanatismus aus.

Die Entscheidung, diesen Wagen aus dem Program zu nehmen, kommentierte der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) mit diesen Worten: “Ich finde es sehr positiv, dass diese Entscheidung getroffen wurde.” Genauso wie die muslimische Gemeinschaft in Deutschland die Werte anderer Menschen respektiere, so erwarte er auch, “dass man unseren Werten Respekt” erweise. Ein Wagen, der sich für Frieden und Freiheit und gegen Gewalt und Fundamentalismus ausspricht, widerspricht laut dem Vorsitzenden von Ditib den Werten des Islams. Interessant. Kölle Allah!

Der Präsidenten des Festkomitees, Markus Ritterbach, verteidigt die Entscheidung ebenfalls: „Der Charlie-Wagen wurde wohl zu früh und zu emotional thematisiert. Ich stehe nach wie vor zu dem Thema und zu dem Wagen, aber Meinungsfreiheit heißt auch, die Meinung zu ändern, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.“

Ja, die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Dank Ditib wissen wir jetzt, dass ein Bekenntnis zu Frieden und Freiheit und gegen Gewalt und Fundamentalismus nicht der Werten des Islams entsprechen soll. Da muss man als Karnevalist schon man die Meinung ändern. Wenn Leute, die Karneval feiern, Karnevalisten genannt werden, wäre es jetzt aber Zeit, die Veranstaltung in Köln offiziell in Fasching umzubenennen!

Wäre ich ein Muslim, ich würde es als Beleidigung empfinden, wenn jemand sagt, Islam bedeute nicht Frieden und es widerspräche den Werten des Islams, sich gegen Gewalt und Fanatismus auszusprechen. Die Rücknahme des Wagens sei, so Ritterbach, „eine Entscheidung im Sinne der Menschen, die sich bedroht fühlten – unabhängig davon, ob eine reale Bedrohung überhaupt existiert.“

Ach so, man muss sich nur bedroht fühlen. Es ist gar nicht nötig, von tatsächlichen Fundamentalisten bedroht zu werden. Es reicht schon, wenn man glaubt, Muslime könnten austicken. Mit anderen Worten: Je schlechter das Bild des Islams bei den Kölner Karnevalisten ist, desto willfähriger kapitulieren sie. Nur weil einige Kölner glauben, Muslime könnten sich von einem öffentlichen Bekenntnis zu Frieden und einer Kritik an Fundamentalismus so beleidigt fühlen, dass sie zu barbarischen Akten der Gewalt greifen, wird ein Persiflagewagen mit Friedenstaube aus dem Rosenmontagszug genommen. Was haben diese Kölner nur für ein Bild vom Islam?

Wer sagt, ein Wagen für Frieden und Meinungsfreiheit und gegen Gewalt und Fundamentalismus widerspricht den Werten des Islams, erklärt damit alle Muslime zu Islamisten. Ich finde das für Muslime sehr beleidigend. Dieses Islam-Bild des Kölner Festkomitees und der Ditib ist meiner Meinung nach schlimmer als das Islam-Bild von PEGIDA.

Seit Jahrzehnten findet der Kölner Karneval statt, ohne das jemals eine Bedrohung von Seiten des Islams ausgegangen ist und das obwohl während der jecken Tage eine Menge unislamischer Dinge praktiziert werden. Es wird Alkohol getrunken, Schweinefleisch gegessen und Männer in Frauenklamotten tanzen mit gänzlich unverschleierten Frauen, mit denen sie weder verheiratet noch verwandt sind. All das tolerieren Muslime in Köln tapfer.

Jetzt aber kommen Ditib und das Kölner Festkomitee und behaupten, ein Motivwagen für Frieden und gegen Gewalt könnte Muslime beleidigen. Ich sag mal so: Spätestes jetzt habe sogar ich Angst, denn es wurden schon Anschläge für deutlich geringere Beleidigungen durchgeführt! Ja, mit der Entscheidung, den Wagen mit der Friedenstaube aus dem Zug zu nehmen, hat das Kölner Festkomitee den Rosenmontagszug meiner Meinung nach überhaupt erst in eine Gefahr gebracht.

Markus Ritterbach aber bleibt dabei, man habe eine kurzfristige aber gut überlegte Entscheidung gefällt. Die Entscheidung fiel in der Überzeugung, einige Muslime könnten sich beleidigt fühlen, wenn man sich für Frieden und gegen Gewalt ausspricht. Die Ditib erklärt sogar, das ginge gegen die Werte des Islams. Damit werden alle Muslime zu Islamisten erklärt. Damit bekommt der Rosenmontagszug in Köln eine Aussage, die moralisch gesehen einige Stockwerke unterhalb des Islams-Bild von PEGIDA ist. Wer hätte es gedacht:

Zu Karneval 2015 marschiert in Köln ein Rosenmontagszug, der rechts von PEGIDA steht. Kölle Alaaf!

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